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Ein Mutmachbuch der stillen Sorte mit der Botschaft nicht aufzugeben

Ein Mutmachbuch in ungewöhnlicher Umgebung

Das schwedische Autorenpaar Thomas und Anna-Clara Tidholm schreiben seit langen Jahren Kinderbücher – und das merkt man auch dem Buch „Die Eisreise“ an. Als ich es zuerst gelesen und die Illustrationen gesehen habe, dachte ich nicht, dass meine Enkel soviel Interesse und Aufmerksamkeit für die Geschichte entwickeln würden. Da habe ich mich sehr geirrt. Sie fanden das Buch toll, auch wenn sie gar nicht so genau ausdrücken konnten, was ihnen so besonders gut gefallen hat

 

Zum Inhalt: drei Kinder spielen im Winter an einem Bach, gehen auf eine Eisscholle und werden ins Polarmeer abgetrieben. Sie entdecken nach beschwerlicher Wanderung eine alte, verlassene Hütte, die einst vor langen Jahren von Mitgliedern einer Polarexpedition gebaut wurde, deren Schiff im Packeis havarierte. Nachdem sie sich mit dort gefundenen Lebensmitteln (jeden Tag Fischbällchen in Soße führte zu lautem „Bäh“ bei meinen Enkelinnen) und Decken behelfen können, lernen sie mit Angst, Heimweh und Langeweile umzugehen. Nachdem ein Sturm die Hütte zerstört hat, bauen sie aus den Brettern ein Boot mit Namen „Vorwärts“ und segeln wieder nach Hause.

Ein Mutmachbuch der stillen Sorte mit der Botschaft, nicht aufzugeben auch wenn es schwierig ist und man gerade traurig, ängstlich oder von Heimweh geplagt ist und keinen Plan hat, wie es eigentlich weitergehen kann.

Diese Emotionen konnten die Kinder sehr gut nachvollziehen, so waren wir sehr schnell einig dass wir auch total viel Angst hätten und uns sehr verloren fühlen würden – wie gut wenn man nicht allein in so einer Situation ist.

Meine jüngere Enkeltochter ist gerade sehr damit beschäftigt, bei Büchern herauszufinden ob etwas Fantasie ist oder real. So auch die Polarlichter, die die drei Kinder sehen.

Ihre Frage „Gibt es die denn wirklich?“ führte dazu, dass wir uns im Netz Fotos von Polarlichtern angesehen haben – „Können wir da mal hinfliegen, ich möchte das so gerne sehen…..“ Da brauchte ich einiges an Überzeugungsarbeit, um ihr deutlich zu machen dass man mal eben nicht so einfach in den hohen Norden zu den Polarlichtern gelangen kann. Für mich ist es immer ein sehr gutes Indiz für das Interesse an einem Buch, wenn die Kinder mehr wissen möchten. Meine ältere Enkelin überlegte, wieso niemand die Kinder vermisst und gesucht hat, das Ende blieb etwas offen und mir ist ehrlich gesagt dazu auch keine super passende Antwort eingefallen. Das Buch konzentriert sich auf das Erleben der Kinder in einer Extremsituation, in der sie auf sich selbst gestellt sind. Über ihren weiteren Hintergrund – außer dass zwei von ihnen Brüder sind – erfährt man nichts.

Die Illustrationen spiegeln gut die Atmosphäre von Weite, Einsamkeit, Kälte wieder, sind in sehr gedeckten, kühlen Farben gehalten. Das führt bei meinen Enkeln aber auch dazu, dass sie den Bildern (mit Ausnahme der Polarlichter) ehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben. Die Textpassagen, unterteilt in drei Kapiteln, sind etwas länger und für das Alter ab 6 Jahren gut verständlich und angemessen. Auch jüngere Kinder, die Vorlesen gewöhnt sind, können mit dem Buch einiges anfangen, meine Enkel sind 4 und 5 Jahre alt.

 

Unsere Kinderbuch-Testerin: Gudrun Niewendick hat das Buch mit ihren vier Enkelkindern (von knapp 3 Jahren bis 5 Jahre) gelesen

Titel: Die Eisreise
Autor: Thomas Tidholm
Illustrationen: Anna-Clara Tidholm
Verlag: dtv Reihe Hanser
Erscheinungsjahr: 2021
Umfang: 48 Seiten, Format B21,1 cm x H27,2 cm
Preis: 14,95 Euro
Alter: ab 6 Jahre

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