• Tolles Mutmach-Buch für kleine Kinder

    Mutmachen auf den Punkt gebracht!

     
     Mutmachen, sich trauen, neue Wege gehenEin niedlicher kleiner, etwas schüchterner Esel lebt zusammen mit einer Gans, einem Hund und einem Schaf auf einem Bauernhof. Die anderen Tiere haben Geschichten zu erzählen, in denen sie als hübsch, toll und mutig erscheinen – nur dem Esel fällt außer I-A nichts ein. Die anderen Tiere wenden sich von ihm ab, und enttäuscht und traurig zieht der Esel allein in die Welt, um allerlei Abenteuer zu erleben und zu bestehen. Zunächst staunt er über sich selbst, findet dann Zugang zu seiner Klugheit und seinem Mut, aber auch zu seiner Freude wieder auf den Hof zu den anderen Tieren zurückzukehren und von ihnen gesehen und gehört zu werden.

    Die Geschichte nimmt die Erfahrung vieler Kinder, manchmal unsicher zu sein und zu denken, sie wären nichts besonderes, in der Figur des zunächst etwas schüchtern bis verschämt wirkenden kleinen Esel auf – dieser ist sehr hübsch illustriert mit leicht geröteten Wangen.

    Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass er Zutrauen und Mut zunächst nicht über riesige Abenteuer und Anstrengungen erfährt, sondern in alltäglich anmutenden Verhalten: er hört dem Gesang des Schwans zu, er hilft einer verletzten Eule.

    Beides wird konträr zu seinen anfangs geschilderten „Defiziten“ entwickelt, diese müssen nicht irgendwie „weggemacht“ werden um Selbstvertrauen zu entwickeln, Stärken und scheinbare Schwächen stehen nebeneinander. Hilfsbereitschaft und Zuhören dargestellt als Kompetenzen, die alles andere als selbstverständlich sind, für Kinder eine wichtige Botschaft. Erst dann traut sich der Esel trotz Angst an ein großes Abenteuer – und begleitet den Bären, vor dem alle sich fürchten, in eine dunkle Höhle. Die Erfahrung, dass auch scheinbar große und unbesiegbare Figuren Angst haben – toll umgesetzt!

    Sprachlich ist der Text ehr kurz gehalten, dafür sind die Sätze sehr klar und prägnant. Wiederholungen wie „Esel wackelt mit den Ohren. Linkes Ohr. Rechtes Ohr“ führte bei meinen Enkelkindern dazu, dass sie spätestens nach dem 3. Lesen diese Stellen immer mitgesprochen haben. Wenn das bei einem Buch passiert, weiß ich dass sie sich in die Gesichte gut hineinversetzen und mit der Figur identifizieren können.

    Das einzige, was mir nicht gefallen hat, ist das Weglassen von Artikeln, wie z.B: Hund läuft um Esel herum. Klar kann man dem Esel auch den Namen Esel geben, aber ich finde für die angestrebte Altersgruppe, in der die Vermittlung von Sprachkompetenz ja schon sehr wichtig ist, ist das ungünstig, ehr ein Stilmittel für Erwachsene. Ich habe beim Vorlesen einfach immer den passenden Artikel ergänzt. Das Buch liest sich dann auch viel flüssiger!

    Fazit: Mutmachen, sich trauen, neue Wege gehen prägnant auf den Punkt gebracht und mit sehr ansprechenden Tierfiguren super umgesetzt! Die Illustrationen sind genau passend, mmit klarem Ausdruck und in gedämpften Farben gehalten. Nach meiner Erfahrung ist die Altersgruppe ab 4 Jahren angemessen, ich denke es können auch viele Kinder ab etwa 3,5 Jahren von diesem Buch profitieren.

     

    Unsere Kinderbuch-Botschafterin: Gudrun Niewendick hat das Buch mit ihren vier Enkelkindern (von knapp 3 Jahren bis 4,5 Jahre) gelesen

    Titel: Vom Esel der keine Geschichte hatte
    Autorin: Stefanie Taschinski
    Illustratorin: Julia Chrdistians
    Verlag: Oetinger
    Erscheinungsjahr: 2021
    Umfang: 32 Seiten, gebundene Ausgabe
    Preis: 15,00 Euro
    ab 4 Jahren

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