• Mutmach-Buch: Eine rührende Geschichte einen kleinen Tiger, der nicht auf gibt, bis er sein Ziel erreicht hat. Die Kinder fiebern mit und man kommt herrlich mit ihnen ins Gespräch…

    Der Tipp-Tapp Tiger traut sich was! Eine gelungene Mutmach-Geschichte für Kinder mit geringem Selbstbewusstsein.

    Darum gehts: Das Buch „Der Tipp-Tapp Tiger traut sich was!“ erzählt die Geschichte eines kleinen jungen Tigers, der auf dem Weg ist ein ganz und gar Furcht einflößender Tiger zu werden, vor dem sich alle anderen Tiere erschrecken sollen. Nur leider haben die anderen Tiere so gar keine Angst vor ihm. Er wird mehr belächelt und von seinem großen Bruder verspottet, er würde es nicht schaffen auch nur einem einzigen Tier im Dschungel Angst einzujagen. Das aber spornt den kleinen Tiger an loszuziehen um zumindest ein Tier im Dschungel zu erschrecken. Trotz einiger Fehlversuche, gibt der kleine Tiger nicht auf, bis er es tatsächlich schafft, ein Tier zu erschrecken. Ein Buch über Mut und Selbstbewusstsein und der Herausforderung niemals aufzugeben um seine Ziel zu erreichen.

    Das Mutmach-Buch richtet sich an Kinder zwischen 2 und maximal 6 Jahren. Im Hinblick auf dieses Alter ist das Buch qualitativ sehr hochwertig und robust.

    Die einzelnen Seiten sind gestärkt und griffig. Für die ganz kleinen Hände sind unterstützende Erwachsenenhände von Vorteil. Auch die Größe des Buches ist für jüngere Kinder ganz angenehm, nicht zu groß jedoch groß genug um auch die Illustrationen prima zur Geltung zu bringen. Die einzelnen Seiten sind sehr ansprechend gestaltet. Hier fühlen sich Kinder gleich angesprochen. Die einzelnen Charaktere sind zwar kindlich gezeichnet aber immer noch  detailgetreu. Die Farben der Illustrationen sind weich, freundlich und zum Teil pastellfarben.
    Auf jeder Seite befinden sich maximal  4 Sätze, was zum Vorlesen und Betrachten sehr angenehm ist, zudem ist die Schriftgröße perfekt für kleine Erstleser. Sehr schön sind die Abschnitte mit „Tipp, tapp, tipp, tapp…“ Hier sind alle Kinder spätestens beim zweiten Vorlesen am mitsprechen. Auch erkennen die Kleinen nicht nur durch die Bilder sondern auch durch die Schriftsprache das Gebrüll „ROARRR“ des Tigers und sprechen mit. Mein Sohn fand diese Stellen immer ganz besonders toll und brüllte überaus Laut in meine Ohren. Alle im Buch vorkommenden Tiere sind den meisten Kindern bekannt und können von ihnen benannt  werden. Während der Geschichte merkt man sehr schnell wie die Kinder mit dem kleinen Tiger mitfühlen.
    Auf den ersten beiden Seiten, fanden die Kinder denen ich das Buch vorgelesen habe, den Tiger ganz lustig, doch sobald der große Tigerbruder auftaucht und sich über den kleinen Tiger lustig macht und ihm sagt das er es nicht schaffen  würde andere Tiere zu erschrecken, fieberten sie mit dem kleinen Tiger mit. An dieser Stelle des Buches fingen viele Kinder mit älteren Geschwistern an von ihren eigenen Erfahrungen zu berichten. „Mein Bruder sagt auch immer ich kann das nicht oder ich darf das alles noch nicht.“ „Mein Bruder lässt mich nie mitspielen, er sagt dann immer du bist noch zu klein.“ „Meine Schwester sagt ich darf nicht mit den Perlen spielen weil ich zu klein bin und die immer auf den Boden fallen.“ Hier merkt man direkt wie sich die Kinder mit dem kleinen Tiger identifizieren.
    Ein paar Seiten vor Ende des Buches, nachdem der Tiger versucht hat verschiedene Tiere zu erschrecken, jedoch ohne Erfolg, kommt eine Seite wo der Tiger ganz traurig da sitzt. Hier konnte ich schon bei den allerkleinsten sehen, wie das Buch verstanden wurde. Ein Mädchen, 20 Monate alt, streichelte hier über den Tiger und sagte nur „Alles gut.“ Auch die größeren Kinder zeigen hier ganz klar ihre Empathie für den kleinen Tiger.
    Viele machten an dieser Stelle Vorschläge wie der Tiger besser erschrecken könnte oder wie er sich besser anschleichen sollte es kamen aber auch Aussagen wie „Man muss doch nicht alles können wenn man klein ist.“ Hier wurde mir bewusst, wie toll man dieses Buch verwenden kann, wenn ein Kind Probleme mit dem Selbstbewusstsein, mit seinem Selbstwertgefühl hat, wenn es sich nicht traut mutig zu sein oder aber auch für Kinder, denen es schwer fällt anderen Empathie entgegen zu bringen. Bei all diesen Bereichen kann man den kleinen Tiger wunderbar als Anlass nehmen über sich selbst zu sprechen bzw den Tiger für sich sprechen zu lassen. wie würdest du jetzt handeln? Wie fühlt er sich? Was könnte er machen um sich besser zu fühlen, etc.
    Das Ende war für manche Kinder nicht direkt verständlich zumindest für die ganz jungen Kinder. Aber auch manche der Großen brauchten ein wenig um zu verstehen, dass er es ja nun geschafft hat jemanden zu erschrecken auch wenn er es selbst war. Ich glaube einige Kinder hatten sich in ihrer Fantasie schon ein anderes Ende ausgemalt, dass größer und atemberaubender ist. Geht man an dieser Stelle aber mit den Kindern ins Gespräch, kann man ihnen sehr schön aufzeigen, das ein kleiner  Schritt manchmal ein ganz großer sein kann!

    Für mich als Mutter und als Erzieherin ein wunderschönes Mutmach-Kinderbuch. Die Illustrationen und die Farbgestaltung ist sehr ansprechend.

    Eine rührende Geschichte um den kleinen Tiger, der nicht auf gibt, bis er sein Ziel erreicht hat. Für kleine Kinder sehr leicht zu verstehen, sie fiebern mit und man kommt herrlich mit ihnen ins Gespräch. Man kann sehr viele Themen aufgreifen, was gerade in meinem Beruf als Erzieherin sehr wertvoll ist. Das Buch ist klar strukturiert, lädt zum Mitmachen und ersten Mitlesen (Worterkennung) ein. Dieses Buch kann ich uneingeschränkt weiter empfehlen, nicht nur als Mittel zum Zweck (pädagogische Arbeit) sondern als wunderschönes Bilderbuch zum Vorlesen daheim auf der  Couch.
    Unsere Buchbotschafterin: Frau Judith Hapke-Kürschner, Erzieherin, Lesemutter in der Schule und Mutter von einer 7 jährigen Tochter und einem 3 jährigen Sohn hat das Buch mit den Kindergartenkindern ausprobiert.
    Philippa Leathers
    Bilderbuch 2018
    Loewe Verlag
    30 illustrierte Seiten und ist im Hardcover gebunden
    12,95€
    Kinder ab dem 2.Lebensjahr bis etwa zum 6. Lebensjahr

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