• Schulkasse testet: Saboteur – The Lost Mines – Zwerge im Wettstreit um Schätze

    Schätze, Trolle und Drachen – das klingt nach Zwergen! Ob sie loyal, selbstsüchtig oder sogar sabotierend unterwegs sind?

    Schätze, Trolle und Drachen - das klingt nach ZwergenSchon auf dem Cover ist zu erkennen, dass es in „Saboteur / The Lost Mines“ um Zwerge geht. Die Spielanleitung gibt Aufschluss darüber, dass die Zwergen-Clans auf die andere Seite des Waldes zu den vergessenen Minen wollen, um wertvolle Schätze zu sammeln. Auf dem Weg dorthin lauern allerdings Gefahren wie Drachen, Fallen und Trolle. Und am Ende offenbart sich, ob es unter den Mitglieder eines Clans Saboteure gibt.

    Unter meinen Schülern war der Begriff Saboteur nicht allen bekannt, weshalb wir zunächst eine Begriffserklärung vornahmen. Danach wussten sie gleich, in welche Richtung das Spiel gehen soll und hatten total Lust darauf.

    Der Spielablauf besteht aus den Aktionen eine Karte spielen, bei Bedarf den eigenen Zwerg bewegen und Karten nachziehen. Die auszuspielenden Karten können entweder Wegekarten sein, mit denen man den Zwergen einen Weg zu den Minen bahnt oder Aktionskarten. Sowohl bei Wege- als auch Aktionskarten gibt es recht viele Besonderheiten. Beispielsweise Wege mit Hindernissen wie Baumstämme oder Seen, die mit Aktionen wie Axt und Boot passierbar gemacht werden müssen. Doch auch Trolle oder Gewitter können eingesetzt werden, um die gegnerische Mannschaft zu behindern.

    Wenn man das Brettspiel zum ersten Mal spielt, wirkt es recht komplex. Aber schon beim zweiten Spiel ist das Spielprinzip klar und man hat den Durchblick.

    Jasmin war bei unserer ersten Runde nicht dabei und wir erklärten ihr nur die Bedeutungen der Zwergenkarten und das Spielziel. Allein vom kurzen Zusehen der Mitspieler vor ihr konnte sie sofort mitspielen und fragte nur bei besonderen Ereigniskarten wie dem Gewitter nach, wie diese Karte funktioniere. Überhaupt ist aus unserer Sicht „Saboteur / The Lost Mines“ eines der Spiele, die man mehrfach spielen sollte, um flüssiger ins Spielgeschehen zu finden und alle Besonderheiten des Spieles ausschöpfen zu können.

    Ich persönlich mag die Karte „Gewitter“ sehr. Spielt man diese, darf man eine Wegekarte vom Spielplan entfernen. Dies sorgt immer für unerwartete Wendungen!

    Witzig ist ebenso die Drachenmine. Landet ein Zwerg auf einer Mine, darf er sich einen entsprechenden Schatz nehmen. Nur einige Zwerge (also Mitspieler) haben die Chance, im Vorfeld unter die Minen zu schauen und so zu erfahren, zu welchen Minen man laufen oder welche man meiden sollte. Denn wer zuerst auf der Drachenmine landet, bekommt 2 Minuspunkte.

    Schön am Spiel ist, dass man es mit 9 Personen spielen kann, es also für große Spielegruppen geeignet ist. Allerdings kann dadurch die Wartezeit bis zum nächsten Zug recht lang werden, zumindest wenn einige Spieler länger für ihren jeweiligen Spielzug überlegen müssen. Hier könnte man sich bei Bedarf mit einer Sanduhr Abhilfe verschaffen, um jedem Spieler eine begrenzte Zeit zum Zug zuzuteilen.

    Das Spiel endet, wenn alle Schätze erbeutet wurden oder keine Aktionskarten mehr gespielt werden können. Nun folgt die Wertung.

    Dazu ist es notwendig, die Identitäten der Zwerge zu enttarnen und die gesammelten Schätze unter den Mitgliedern des Clans aufzuteilen. Dabei gibt es durchaus spannende Überraschungen. Denn wer hätte von Bastian gedacht, dass er ein selbstsüchtiger Zwerg ist, seine gewonnenen Schätze für sich selbst behält und damit mit Abstand gewinnt? Oder dass Florian zu den Saboteuren gehört und seinen Gewinn dem gegnerischen Clan gibt? Wobei das natürlich im Nachhinein sein zeitweise scheinbar „planloses“ Vorgehen erklärt. Das waren also als Verwirrung getarnte Sabotageakte. 😉

    Im Normalfall soll das Brettspiel über zwei Runden gespielt werden, um den Sieger nach Punkten zu ermitteln. Wir haben aus Zeitgründen oft nur eine Runde gespielt, da wir zu 9. durchaus eine dreiviertel Stunde pro Runde brauchten.

    Insgesamt hat den meisten von uns das Spiel gut gefallen, wobei wir uns insgesamt mehr Wegekarten gewünscht hätten, da wir uns teilweise die Wege zu sehr (gegenseitig) verbaut hatten und kaum noch zu den Minen kamen. Ein großer Pluspunkt ist, dass das Spiel für große Runden bis zu 9 Personen geeignet ist. Die Regeln erscheinen im ersten Moment recht umfangreich, hat man das Spielprinzip aber einmal verinnerlicht, verläuft das Spiel viel flüssiger. Spannend ist es, in die unterschiedlichen Rollen der Zwerge zu schlüpfen und sein Ziel zu verfolgen, ohne dabei entdeckt zu werden. Daher ist es aus unserer Sicht ein Spiel, das seinen Spaß erst durch mehrfaches Spielen entfaltet.

     Saboteur – The Lost Mines von Amigo haben die Spieletester, die Klasse 9a (14 – 16 J.) der Pestalozzi-Schule Wittenberg samt Klassenlehrerin (33 J.) gespielt.

    Spieleralter: ab 10 Jahren
    Spieleranzahl: 3 bis 9 Spieler
    Dauer: ca. 45 min

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