• Kinderbuch das Erwachsenen mehr Spaß macht

    Wenn an der Zielgruppe vorbei geschrieben wird

    Darum geht’s: Beatrice die Furchtlose begibt sich mutig in die verschiedensten Abenteuer, um unter anderem den Prinzen zu retten sowie ein Dorf von einem dämonischen Biest zu befreien. Immer an ihrer Seite: die Stute Veronique.

    Viele Anspielungen verlaufen ins Leere: „Beatrice die Furchtlose“ von Matthieu Sylvander gehört eher zu den Büchern, die Erwachsenen mehr Spaß machen als den Kindern

    In der Erzählung finden sich zahlreiche Anspielungen, die von Erwachsenen verstanden werden, von Kindern der Zielgruppe – in diesem Fall 8 Jahre – eher noch nicht. So handelt es sich zum Beispiel bei der geheimnisvollen Krankheit, an der der Prinz leidet, ums fast schon wahnhafte Computerspielen. Wie viel Spitzfindigkeit und in solchen Anspielungen steckt, können Kinder in dem Alter noch gar nicht fassen. So bleibt der Spaß ein wenig auf der Strecke.

    Die Zeichnungen von Perceval Barrier sind nicht auf große Gegenliebe bei unserer Tochter gestoßen. Mehrfach hat sie nachgefragt, warum denn das Pferd so komisch gezeichnet oder aber die Augen und Münder übertrieben groß gezeichnet wurden. Vor allem die Augenpartie wirkt eher gruselig als ansprechend. Generell sind die Zeichnungen, die sich allesamt im Farbspektrum rot/orange, grün und schwarz abspielen, wenig kindgerecht, sondern wirken düster und abschreckend.

    Inhalt zieht sich in die Länge: Auch wenn „Beatrice die Furchtlose“ nur rund 80 reine Leseseiten umfasst, haben wir mehrere Tage daran gesessen, obwohl wir eigentlich Schnellleser sind

    Der Schreibstil – oder mag es vielleicht an der Übersetzung liegen – ist wenig flüssig und es passiert recht viel auf den einzelnen Seiten, sodass es einem vorkam, als hätte man schon Stunden in dem Buch gelesen. Alles wirkt irgendwie so holprig und unrund beim Vorlesen.

    Zugutehalten kann man dem Buch, dass es einen sehr stabilen Eindruck macht. Sowohl die einzelnen Seiten als auch der Umschlag sind aus dickerem Papier bzw. Karton. Auch die handliche Größe eignet sich wunder zum Vorlesen bzw. Selbstlesen. Genau die perfekte Größe für kleine Kinderhände.

    Wie immer sind Bücher Geschmacksache. „Beatrice die Furchtlose“ konnte uns nicht überzeugen

    Vielleicht haben wir auch einfache andere Lesegewohnheiten. Bücher sollten einen gefangen nehmen, in eine andere Welt eintauchen lassen, Spaß machen. Matthieu Sylvander ist dies in unserem Fall nicht gelungen. Wer auf eine etwas abstraktere Geschichte steht, bei die Zeichnungen nebensächlich sind, sollte dem Buch eine Chance geben.

     

    Unsere Kinderbuch-Botschafterin: Frau Alexandra Sgro hat zwei Mädchen im Alter von 6 und 3,5 Jahren. Sie hat das Buch mit der älteren Tochter gelesen.

    „Beatrice die Furchtlose“
    Autor: Matthieu Sylvander
    Verlag: Rowohlt Rotfuchs
    Erscheinungsdatum: 18. August 2017
    Umfang: 96 Seiten
    Altersempfehlung: 8 Jahre
    Preis: 9,99 €

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