• Tolle Geschichte über kindliche Neugierde und Wissbegierde

    „Du Papa…Ist zehn viel?“ – Eine Geschichte über den geduldigen Umgang mit der kindlichen Neugierde

    Im Buch „Du, Papa…Ist zehn viel?“ geht es um einen kleinen neugierigen Wolf, der viele Fragen hat. Sein Papa beantwortet sie alle sehr geduldig und erklärt anschaulich, dass es meist auf den Blickwinkel und die Umstände ankommt.  

    Das Buch ist eine gebundene Ausgabe mit stabilen, feucht abwaschbaren Seiten in einem schönen großen Format. Es lässt sich auch von kleinen Kinderhänden gut halten und umblättern

    Die Buchseiten sind in Naturtönen kindlich ansprechend gestaltet und auf wesentliche Bilder bzw. Hauptaspekte reduziert, so dass sie nicht überfüllt wirken. „Du Papa…Ist zehn viel?“ richtet sich an Kinder ab einem Alter von 3 Jahren. Es greift sehr gut die kindliche Neugierde und Wissbegierde in diesem Alter auf. Ich musste auch schmunzeln, wenn der kleine Wolf immer wieder auf`s Neue Fragen stellt, da ich mich an die scheinbar unendlichen Fragerunden meiner Kinder erinnert habe, die manchmal viel Geduld voraussetzten und teilweise auch für sehr humorvolle Stunden gesorgt haben.

    Kindern fallen einfach manchmal die lustigsten Fragen ein. Auf jeder Buchseite wird den Kindern eine neue Frage bzw. ein neuer Vergleich bildlich und sehr anschaulich und nachvollziehbar mit Tierbeispielen dargestellt.

    Die Geschichte ist kindgerecht geschrieben und auch für jüngere Leser gut verständlich. Gerade kleinere Kinder können sich sehr gut mit dem kleinen Wolf identifizieren. Aber auch Eltern werden sich bestimmt des Öfteren an ähnliche Situationen mit langen Fragerunden erinnern.

    Besonders lustig fanden meine Kinder die vielen tierischen Vergleiche. Zum Beispiel lautet die erste Frage „Ist zehn viel?“. Papawolf erklärt dem kleinen Wolf, dass es wenig ist, wenn zehn Ameisen eine Banane, aber viel, wenn zehn Affen eine Banane tragen wollen.

    Die Vorstellung fanden meine Kinder so lustig, dass sie die Situation direkt nachgespielt und auch weiter phantasiert haben, was für Ameisen ebenfalls viel wäre, z.B. ein Brötchen oder einen Apfel zu tragen. Als der kleine Wolf fragt „Bin ich groß?“, waren meine Kinder wieder mit Feuereifer dabei und haben sich mit einem Wal, einer Maus und einer Ameise verglichen. Aber auch Vergleiche untereinander gab es später, z.B. sagte mein Ältester zu seinem jüngeren Bruder, dass er ja schneller ist, ein Gepard aber wiederum deutlich schneller laufen kann als er selbst.

    Die Frage „Bin ich wild?“ beantwortet Papawolf mit „Wenn du einem Faultier zusiehst, … dann bist du ganz schön wild.“ Da meine Kinder bisher noch nie ein Faultier gesehen haben, konnten sie sich nicht so richtig etwas darunter vorstellen und wir mussten erst einmal schauen, wie sich dieses Tier verhält. Das fanden sie wiederum sehr lustig und konnten sich kaum vorstellen, wie man sich so wenig bewegen kann.

    Der Vergleich mit dem Wildschwein gefiel ihnen da schon deutlich besser und war näher an ihrer Vorstellungskraft, v.a. da wir im Wald schon öfters Wildschweinspuren entdeckt haben. Der Vergleich war auch ein schöner Anlass für sie, ein Bild von den Tieren aus der Geschichte zu malen, angefangen mit dem wilden Wildschwein. Sie fanden, dass sie auch eher so wild wie ein Wildschwein sind, was ich in manchen Situationen nur bestätigen kann.

    Doch die wichtigste Frage, für die es keinen Vergleich gibt, kommt zum Schluss, nämlich „Hast du mich lieb?“

    Papawolf antwortet seinem Sohn „Es kommt auf nichts drauf an. Egal, wie groß, klein, dünn…du bist. Ich hab dich immer lieb.“ Das Buchende ist wirklich schön und herzlich. Die Antwort spiegelt die grenzenlose Liebe der Eltern für ihre Kinder wieder. Mein Großer meinte daraufhin, „Mama, ich hab dich immer unendlich lieb!“, eine der schönsten Momente einer Mama. 

    Meine Kinder haben sich sehr über das Buch „Du, Papa…Ist zehn viel?“ gefreut. Sie betrachten und lesen sehr gerne mit mir gemeinsam Bücher und auch dieses Buch bietet viele zusätzliche Gesprächsanlässe.

    Es gefällt uns immer noch sehr gut, nicht nur als Vorlesebuch. Es bietet viele  Sprechanlässe und fordert zum Erzählen auf. Die kindliche Phantasie wird angeregt, eigene Vergleiche zu ziehen und selbst Fragen zu stellen. Im Buch wird sehr schön anschaulich dargestellt, dass es immer auf den Hintergrund bzw. die Umstände ankommt. Besonders schön fanden wir, dass die Kinder aktiv in den Erzählvorgang eingebunden und die immer wiederkehrenden Sätze von ihnen als Ritual wiederholt werden können.

    Papa Wolf beginnt seine Begründungen immer mit den Worten „Also…“ und beendet sie mit den immer wiederkehrenden Sätzen „So ist das. So ist das im Leben. So und nicht anders!“. Der kleine Wolf reagiert ständig mit „Aha.“ Meine Kinder haben diese Phasen schnell verinnerlicht und am Ende der Vergleiche als kleines Ritual mitgesprochen bzw. selbst genannt, so dass ich sie gar nicht erst vorlesen musste. Sie waren mit viel Freude dabei. Wir hatten auch unseren Spaß, selbst erst eigene Beispiele zur Veranschaulichung zu finden, bevor Papawolf die Fragen beantwortet. Das Buch zeigt auf sehr schöne und anschauliche Weise, dass Kinder immer wieder Fragen stellen und mit ihrer waschenden Neugierde oft nicht locker lassen. „Du, Papa…Ist zehn viel?“ endet mit der Frage „Hast du mich lieb?“ des kleinen Wolfes, der große Selbstzweifel hat, ob er groß, stark, wild, laut, …gut genug ist.

    Gerade Kindern, die weniger Selbstvertrauen haben und vielleicht auch selbst an sich zweifeln, geht es oft genauso und sie können sich in der Person des kleinen Wolfes wiederfinden. Das Buch vermittelt eine der wichtigsten Botschaften, die Eltern ihren Kindern vermitteln können, dass sie egal, wie gut sie etwas können, wie groß, klein, dick, dünn, … sie sind, sie genau richtig sind, so wie sie sind und sich nicht verstellen müssen, sie ihren Eltern immer vertrauen können und wissen, dass die Liebe der Eltern ihrem Kind gegenüber unendlich und immer besteht, auch wenn es mal Streit oder Ärger gibt. Das Buch spricht den Kindern Mut zu, an sich selbst zu glauben und sich selbst so zu akzeptieren, wie sie sind. Kinderumarmung wie die des kleinen Wolfes bei seinem Papawolf, sind das Schönste überhaupt und vermitteln Vertrautheit und Geborgenheit, der kleine Wolf glaubt seinem Papa und vertraut ihm. Wir können dieses tolle Buch nur weiterempfehlen, es hat uns sehr gut gefallen und wird regelmäßig gemeinsam gelesen.

     

    Das Kinderbuch hat getestet: Frau S. Hoffmann mit ihren zwei Jungs im Alter von 3 und 5 Jahren.

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    Autoren: Sabine Bohlmann, Emilia Dziubak
    Titel: Du, Papa…Ist zehn viel?
    Verlag: arsEdition GmbH
    Erscheinungsjahr: 2021
    Umfang: 32 Seiten
    Preis: 15,00 €
    Zielgruppe/Alter: Kinder ab 3 Jahren

     

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