• Schwieriges Vokabular, wenig einladende Bilder und unpassender Schreibstil

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    Von Leselust keine Spur: Der Papamat kommt bei Kindern nicht an

    Darum geht’s: Philipp kann den neuen Freund seiner Mutter nicht leiden. Zudem ist er der Einzige in seiner Klasse, der keinen Vater hat. Kurzerhand bestellt er im Internet den elektronischen Papamat. Blöd nur, dass dieser 12.000 Euro kostet. Die Rücksendefrist beträgt zum Glück 14 Tage. Eine lange Zeit, in der viel passieren kann.

    Wird der Altersempfehlung nicht gerecht

    Uff, ich muss gestehen, an dem Buch „Der Papamat“ von Peter Jacobi hat uns leider gar nichts gefallen – sei es Inhalt, Text oder die Illustrationen. Aber fangen wir von vorne an. Die Geschichte richtet sich laut Verlag an Kinder ab 8 Jahren. Eigentlich kein Problem für unsere fast 6-Jährige, mit der wir in der Vergangenheit bereits erfolgreich und mit viel Vergnügen Bücher wie „Das Sams“ oder „Die Schule der magischen Tiere“ gelesen haben, die sich ebenfalls an ältere Kinder richten. Peter Jacobis Schreibstil wirkt jedoch so veraltet, die Beschreibungen wenig fantasievoll, dass das (Vor)Lesen nicht so rechten Spaß gemacht hat, weder den Vorlesenden noch der Zuhörerin. Man hat den Eindruck, als wolle er krampfhaft für eine jüngere Zielgruppe schreiben, sich deren Ausdrucksweisen aneignen, schafft es aber nicht so recht. Der Stil wirkt dadurch aufgesetzt.

    Schwieriges Vokabular erschwert den Lesefluss

    Die Texte sind zudem gespickt mit schwierigen Vokabeln, von denen ich behaupten würde, dass auch die angesprochene Altersklasse sie nicht unbestimmt versteht. Als Beispiel seien hier die Wörter „geharnischt“ und „Peinsack“ genannt. Letzteres war selbst mir unbekannt. Auch müssen in einem Kinderbuch nicht unbedingt Wörter wie „Tussi“ drin vorkommen, auch wenn ich weiß, dass immer jüngere Kinder solche – in meinen Augen – abwertende Schimpfwörter benutzen. In Jugendbüchern finde ich sie vollkommen ok, gehören sie zu deren Lebenswelt nun einmal dazu.

    Wenig einladende Bilder

    Auch die Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Alexander von Knorre machen auf mich einen antiquierten Eindruck. Der Stil wirkt wenig kindgerecht, vor allem die Gesichter erscheinen irgendwie befremdlich, verzerrt, teilweise abschreckend und wenig einladend. Sind es doch sonst die Bilder, die als erstes von den Kindern, voller Neugierde angeschaut werden, fanden sie bei „Der Papamat“ kaum Beachtung. Generell wanderte das Buch seitens der Tochter immer wieder zurück auf den untersten Platz des Bücherstapels, da es bei ihr überhaupt keinen Anklang fand.

    Unsere Kinderbuch-Botschafterin: Frau Alexandra Sgro hat zwei Mädchen im Alter von 5,5 und 3 Jahren. Sie hat das Buch mit der älteren Tochter gelesen.

    „Der Papamat“
    Autor: Peter Jacobi
    Verlag: rotfuchs
    Erscheinungsdatum: 24. Januar 2018
    Umfang: 256 Seiten
    Altersempfehlung: 8 Jahre
    Preis: 14,99 €

     


    Unsere Buchbotschafterin: Frau Alexandra Sgro hat zwei Mädchen im Alter von 5,5 und 3 Jahren. Sie hat das Buch mit der älteren Tochter gelesen.

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