• Schlüsse ziehen die für das Leben wichtig sind und lernen mit Mobbing umzugehen

    Ein sehr spannendes Buch, welches zum Nachdenken anregt und mit welchem sich viele identifizieren können!

    rovokant und schillernd böse: Dieser Thriller der Extraklasse ist bis zur letzten Seite ein packender Kampf ums Überleben

    Darum geht’s: In dem Buch ,,Sieben: Spiel ohne Regeln“ von M. A. Bennett geht es um den Protagonisten ,,Lincoln, kurz Link, Selkirk“. Da seine beiden Eltern Uni-Dozenten im Bereich Verhaltensforschung sind, beschließen sie, Lincoln mit 13 Jahren auf eine der renommiertesten Privatschulen in Osney zu schicken, da er zuvor von ihnen zu Hause unterrichtet wurde und sie sich somit einen Umgang mit Gleichaltrigen für ihn erhoffen.

    Doch gleich am ersten Schultag merkt Lincoln, dass sich an dieser Schule alles nur um Sport dreht, was nicht gerade seine Stärke ist. So absolviert er den sogenannten ,,Osney Sprint“, der jeden Neuen dort erwartet, sehr langsam von ist von da an eine 12, da die Glocke der Schule bei seiner Zielüberschreitung 12 geschlagen hat.

    Nun beginnt für ihn ein schlimmer Abschnitt seines Lebens. Er wird von all seinen Mitschülern gemobbt, da er nunmal der Langsamste beim Osney Sprint war.

    Sein allergrößter Feind dabei ist Sebastian Loam, der den Osney Sprint als Viertelmann absolviert hatte. Er ist der sportlichste Schüler an der ganzen Schule und somit sehr beliebt. Er und die anderen behandeln Lincoln drei Jahre lang als ihr Sklave, was ihn fertig macht. Als Lincoln die Schule dann nach der 10. Klasse verlassen möchte, obgleich er sehr schlau ist und sich selbst als Nerd ansieht, stellen seine Eltern die Bedingung, dass er wenigstens noch das von Osney organisierte Sommercamp in den Ferien mitmacht, bei welchem auch seine ganzen Peiniger teilnehmen. Diese Bedingung geht er jedoch sofort ein, um seinem Leben ohne allen anderen ein Stück näher zu kommen.

    Doch beim Hinflug kommt es zu einem mysteriösen Absturz auf einer einsamen Insel, auf der sich Lincolns ganzes Leben ändert. Nun hat er die besseren Karten. Er ist der Nerd. Er hat die ganzen Robinsonaden gelesen. Schnell merkt er, dass die meisten anderen nur auf dem sportlichen Gebiet sehr gut sind, aber nichts im Kopf haben. Er sieht sie von einer ganz anderen Seite und hat nun die Chance, sich zu rächen und sie zu Sklaven zu machen…

    Das Buch ist vor allem für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet. Es richtet sich sowohl an Mädchen, als auch an Jungen. Besonders geeignet ist es für Teenager, die spannende Bücher lieben und gerne unerwartete Wendungen im Verlauf einer Geschichte erleben. Es ist in einem verständlichen Deutsch verfasst (aus dem Englischen von Bea Reiter übersetzt) und nimmt oft Bezug auf alltägliche Dinge eines Teenagers. So kommen öfters auch Begriffe wie ,,Mc Donalds“ und ,,Fortnite“ darin vor. Strukturiert ist das Buch so, dass es einzelne Kapitel gibt (insgesamt 49) plus Pro- und Epilog. Es umfasst insgesamt 393 Seiten, ist also ein mittellanges Buch. Besonders auffallend an der Struktur ist, dass insgesamt acht Schallplatten genannt werden, von denen jeweils eine vor der Überschrift eines Kapitels auftaucht und sich mit der Thematik des Liedtitels durch mehrere Kapitel hinweg zieht, bis eine weitere genannt wird. Dies hat einen symbolischen Sinn im Buch, welchen man allerdings erst im Verlauf des Buches erkennt.

    Nun komme ich zu den Dingen, die ich besonders an dem Buch schätze. Ich finde es klasse, dass alle Personen auf der Insel eine andere Persönlichkeit haben. Es gibt den Nerd, den Sportlichen, die Hübsche, …. . So hat jeder die Chance, sich mit wenigstens einem der Charaktere identifizieren zu können.

    Auch ist dazu das Personenregister vorne im Buch, welches den Namen und die Eigenschaft einer Person aufzeigt, sehr nützlich. Ebenfalls finde ich es besonders, wie einem eine Art der Psychologie gezeigt wird. Man erfährt durch den Verlauf der Geschichte, was die anderen dazu angetrieben hat, Lincoln zu mobben. Auch sieht man, dass jeder eine andere Taktik nutzt, andere zu erniedrigen. Es gibt welche, die nutzen das Internet, andere werfen offen mit Beleidigungen um sich und wiederum andere tun dies aus dem Hinterhalt, indem sie einer Person zum Beispiel etwas auftragen, was nicht in deren Fähigkeiten liegt und sich für sie somit erniedrigend anfühlt. In dem Bezug der Psychologie finde ich auch die enorme Veränderung des Protagonisten Lincoln auf der Insel sehr spannend.

    Es ist sehr verwundernd zu sehen, was mit Mobbingopfern passieren kann, wenn sie ihren Peinigern plötzlich überlegen sind, wenn sie ihr Selbstvertrauen wieder fassen und sehen, dass die früheren ,,Täter“ durch ihr fehlendes Wissen nun abhängig von ihnen sind.

    Darum geht es dem Autor meiner Meinung nach auch. Man soll sehen, dass jeder Mensch Stärken und Schwächen hat und man keinen dafür belangen soll. Menschen, die andere mobben, haben oft selbst nur Angst, nicht dazuzugehören, da sie ihre Schwächen kennen, sie jedoch vertuschen wollen. Diese Erkenntnis finde ich persönlich sehr wichtig.

    Insgesamt ist ,,Sieben: Spiel ohne Regeln“ ein meiner nach pädagogisch wertvolles Buch, was es sich zu lesen lohnt. Man zieht daraus Schlüsse, die für das Leben wichtig sind und lernt, mit Mobbing umzugehen. Auch macht das Lesen sehr viel Spaß, da es viele Zusammenhänge gibt, die man knüpfen und für sich selbst interpretieren kann. Die Spannung ist auf jeden Fall garantiert und jeder, der dies liest, wird wahrscheinlich bemerken, dass man das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen will.

    Unsere Buchbotschafterin: Juliette Theissen ist 15 Jahre alt und besucht das St. Josef Gymnasium in Bocholt (NRW). Sie hat sehr viel Spaß am Lesen.

    Titel: Sieben: Spiel ohne Regeln
    Autor: M. A. Bennett; aus dem englischen übersetzt: Bea Reiter
    Verlag: Arena Verlag
    Erscheinungsjahr: im Englischen: 2018; im Deutschen: 2020
    Umfang: 393 Seiten umfasst die Geschichte
    Preis: 16.00 Euro
    Alter: ab 14 Jahren

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