• Ein Kinderbuch über Zombies und Geisterjungen: Ist das nicht ein bisschen gruselig

    Ein gruseliger Spaß für die ganze Familie

    Ein Kinderbuch über Zombies und Geisterjungen: Ist das nicht ein bisschen gruselig

    Darum gehts: Schon seit Tagen beschleicht Mortina das Gefühl, dass sie beobachtet wird. Und tatsächlich, ein kleiner Geisterjunge folgt ihr auf Schritt und Tritt. Das jedoch nicht ohne Grund, denn er hat seinen Namen vergessen. Gemeinsam beschließen das Zombiemädchen und der Geisterjunge sich auf die Suchen nach dem Namen und der Vergangenheit des Jungen zu machen.

    Du darfst anders sein

    Ein Buch über ein Zombiemädchen und einen Geisterjungen? Ist das nicht ein bisschen unheimlich? Keineswegs! Denn Kinder haben zum Glück noch eine ganz andere Sichtweise als wir Erwachsenen und gehen viel unbedarfter an die Sache heran.

    Beim Vorlesen beschlich mich öfters der Gedanke, ob meine 5-jährige Tochter und ihre fast 3-jährige Schwester sich nicht ein wenig vor den Bildern und der Geschichte gruseln würden.

    Schließlich werden Gegenstände aus Köpfen geholt oder Mortina versteckt sich in einem Sarg. Aber weit gefehlt. Stattdessen fanden sie es witzig, dass Mortina ihren Körper für einen Sprung aus dem Fenster in Einzelteile zerlegt und ihn nachher wieder Stück für Stück zusammensetzt. Auch auf meine Frage, ob Mortina mit ihren lila Augen, dem weißen Gesicht, dem verzogenen Mund und der dunklen Kleidung befremdlich aussehen würde, kam von der Großen nur ein „Das ist doch ein ganz normales Mädchen!“.

    Die Autorin schafft es also perfekt, Mortina trotz ihres ungewöhnlichen Auftretens wie jedes andere Mädchen wirken zu lassen. Ein Mädchen, das mit ihrem Hund spielt, einem Freund hilft und sich ein klitzekleines bisschen verliebt. Dahinter verbirgt sich eine tolle Message für die Kinder: Es ist nicht schlimm, anders als die anderen zu sein.

    Illustrationen mit Liebe zum Detail: Die Kinder wussten gar nicht, wo sie zuerst hinschauen sollten

    Barbara Cantini hat sich nicht nur die Geschichte rund um Mortina und ihre toten Verwandten ausgedacht, sie zeichnet sich auch für die detaillierten Illustrationen verantwortlich. Die Kinder wussten gar nicht, wo sie zuerst hinschauen sollten. Die Zeichnungen sind voller kleiner Details, die ganz schnell vergessen lassen, dass Untote im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Der Stil erinnert ein wenig an Tim Burton. Wer also „Beetlejuice“, „Edward mit den Scherenhänden“ oder „Nightmare before Christmas“ liebt, wird hier mit seinen Kindern eine wahre Freude haben. Das Hardcove liegt beim Vorlesen gut in der Hand, die einzelnen Seiten haben eine angenehme Dicke, die Farben sind kräftig und toll aufeinander abgestimmt.

    Ungewöhnlich, aber gut

    Sicherlich wird es Kinder geben, die mit der Thematik nichts anfangen können, das Zombiemädchen wird nicht jedem gefallen. Nicht, weil sie gruslig wirken würde, sondern weil sie nun mal nicht die typische Hauptfigur ist, wie man sie sonst von Kinderbüchern kennt. Die Mädels waren jedoch so begeistert von Mortina, die aus dem Einheitsbrei der Pferde- und Feenbücher heraussticht, dass die erste Bemerkung nach dem Ende des Buchs war „Ich will noch mehr“. Glück gehabt, denn es gibt noch drei weitere Bücher aus der Mortina-Reihe.

    Unsere Buchbotschafterin: Frau Alexandra Sgro hat zwei Mädchen im Alter von 5,5 und 3 Jahren.

    Mortina – Wer klopft da an die Tür?
    Autorin: Barbara Cantini
    Verlag: dtv junior
    Erscheinungsdatum: 23. Oktober 2020
    Umfang: 48 Seiten
    Altersempfehlung: 5 Jahre
    Preis: 10,95 €

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