• Freundschaft, Mitgefühl, aber auch Skepsis, sowie das Teilen werden in dem Kinderbuch angesprochen. Zudem das man rein mit materiellen Dingen alleine nicht glücklich ist

    Ein Buch mit viel Empathie und der Einsicht, dass materielle Dinge alleine nicht glücklich machen

    Darum gehts: Der kleine Pirat hat das Räubern an den Nagel gehängt. Er genießt sein neues Leben als lieber Pirat in vollen Zügen. Denn er hat Zeit zum Fische fangen und braten, mit Freunden Mensch-Ärgere-Dich-Nicht zu spielen und abends in der Hängematte die Sterne zu zählen.  Eines Tages sieht er eine weinende Prinzessin. Er hat Mitleid und fragt was los ist. Sie möchte gerne ein neues Kleid doch der König möchte es nicht kaufen. Da vom Räubern so viele Schatzkisten übrig sind, teilt er. Jedoch steht die Prinzessin jeden Tag aufs neue am Steg und möchte immer etwas anderes haben. Erst das Kleid, dann die Schuhe und dann eine Krone. Am vierten Tag hat sie alles und weiß immer noch nicht warum sie so traurig ist. Der Pirat möchte ihr noch etwas von seinem Schatz abgeben, aber nur wenn sie einen lustigen Tag mit ihm verbringt. Erst weiß die Prinzessin nicht was er meint. Dann am Ende des Tages haben sie so viel Spaß gehabt, dass die kleine Prinzessin sogar ihre neuen Schuhe und die Krone vergisst. Selbst das zerrissene neue Kleid findet sie nicht schlimm. Sie möchte einfach nur am nächsten Tag wieder kommen. Denn sie hat Freunde gefunden und Spaß gehabt.

    Freunde finden, diese Thematik beschäftigt meine Tochter

    Schon am Anfang beim Lesen musste ich direkt an meine Tochter denken. Diese Thematik beschäftigt uns im Moment sehr. Der kleine Pirat merkt, dass man nur Freunde finden kann, wenn man auch nett zu anderen ist. Genau das Thema für alle Kinder die langsam Freundschaften schließen. Auch der Aspekt des Teilens wird angesprochen. Allerdings auch, dass man durchaus nicht immer gerne Teilen muss, wenn man schon genug geteilt hat. Denn dem kleinen Piraten wird es irgendwann auch zu viel einfach so seine Schätze zu verschenken.

    Die Bilder sind klar strukturiert und farbenfroh. Dennoch recht einfach gehalten in Richtung Karikatur. Trotzdem sind immer kleine Details versteckt zum Erzählen.

    Die Seite mit den vielen Schatzkisten lud bei uns am meisten zum Entdecken ein. Da wurden die Schatzkisten gezählt und geschaut was sich neben Gold darin noch so versteckt. „Schau mal, da liegt ja eine Krone in der Kiste“ oder „Guck mal da, eine Trommel“ Außerdem kam hier die Frage auf „Mama, haben wir eigentlich auch Gold zu Hause?“  Später auch als die Prinzessin an Board geht und ihre Schuhe und Krone ablegt “ Warum vergisst die denn ihre Schuhe, die sind doch neu“
    Auch schön, das meine Tochter immer direkt erkannte wenn die Prinzessin traurig war „Da ist sie traurig“ „Hier lacht sie wieder ein bisschen“ „Warum ist die denn immer noch traurig. Sie hat doch so viel neue Sachen bekommen“ Es macht einfach neugierig fertig zu lesen.
    Die Seiten des Buches sind aus etwas dickeren Papier aber ohne diese typisch glatte Oberfläche die viele Bücher haben. Der Einband ist aus festem Karton.

    Ein schönes Buch für Jungen und Mädchen gleichermaßen. Besonders toll finde ich die Thematik. Mitgefühl, aber auch Skepsis, sowie Teilen werden angesprochen. Zudem das man rein mit materiellen Dingen alleine nicht auf Dauer glücklich ist. Viel mehr zählen Spaß am Leben und Freundschaft.

    Unsere Buchbotschafterin: Angela Lauck, Mutter von zwei Mädchen (4 1/2 Jahren und 18 Monaten) hat das Buch mit der jüngeren Tochter angeschaut und bestaunt.

     

     

    Autor: Kirsten Boie Bilder von Silke Brix
    Die kleine Pirat und die kleine Prinzessin
    Oetinger
    Erscheinungsjahr: 2019
    Umfang: 24 Seiten
    Preis: 13€
    Zielgruppe: ab 4 Jahre

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