• Unterhaltsames und lehrreiches Kinderbuch für kleine Pferdenarren

    Der Traum vom eigenen Pferd – und dagegen die Realität… 

    Wenn Socke sich nicht bald reiten lässt, läuft er Gefahr, als vermeintliches Problempferd eingeschläfert zu werden … Sophie muss Pferdesprache lernen, und zwar schnell.Natürlich musste das Buch bei uns einziehen und wurde, mit hohen Erwartungen behaftet, auch direkt von mir gemeinsam mit meiner 7-jährigen, pferdeliebenden Tochter gelesen! 

    Erzählt wird die Geschichte des „Problemponys“ Sokrates, genannt Socke, und der zwölfjährigen Sophie jeweils abwechselnd aus der Perspektive des Mädchens und des Ponys – gut zu erkennen an den Portraits von Sophie oder Socke zu Beginn eines neuen Kapitels 😊 

    Gerade durch diesen Wechsel erfährt man so einiges über Pferde: ihren Fluchtinstinkt, ihr Herdenleben oder zum Beispiel auch Ernährungsbedürfnisse.

    Vor allem aber wird ganz deutlich, dass das reine Reiten lernen ganz weit weg ist von dem Wissen, das man für die Haltung eines Pferdes benötigt! Für meine kleine Mitleserin eine wichtige Erkenntnis: gutes Abschneiden in den Reitstunden oder bei Turnieren sagt nicht viel aus über die Eignung als Pferdehalter!

    Weiterhin werden zwei Arten des Umgangs mit Pferden dargestellt: einmal die herkömmliche Schulpferdehaltung und zum anderen die „Pferdeflüsterei“, wie sie von der Autorin liebevoll betitelt wird – welchen Umgang sie bevorzugt, bleibt so kein Geheimnis 😉

    Neben dieser Haupthandlung rund um Sophie & Socke sind es noch weitere interessante Aspekte für junge LeserInnen, die angesprochen werden: das Durchsetzen der eigenen (Pferde-)Leidenschaft gegenüber der wenig verständnisvollen Familie, die in diesem Fall dem Fußball verfallen ist; sowie die ersten zarten Gefühle für das andere Geschlecht… 

    Um dieses Anbandeln nachfühlen zu können, war meine Tochter noch zu jung, aber in allen anderen Szenen hat sie richtig mit Sophie gebangt, gehofft und manchmal gelitten… aber auch gelacht, über die ausdrucksstarken Illustrationen von FLIX zum Beispiel 😀 das Ende -welches ich jedoch nicht vorwegnehmen will- gefiel ihr ausgesprochen gut und sie wollte die Illustrationen auf Seite 167 immer wieder sehen… 

    Im Anschluss an die Geschichte folgt ein 55 (!) Seiten starker Anhang, in dem noch mal die wichtigsten Begriffe rund um Pferde mit weiterführenden Informationen erklärt werden

    Vvom richtigen Führen über die Frage nach Leckerlis bis zu den Kosten der Pferdehaltung ist alles dabei! Gerade bei diesen so schwarz auf weiß gedruckten Zahlen musste meine Tochter schlucken… stimmt es also doch und Mama & Papa haben nicht übertrieben.

    Ein wirklich unterhaltsames und zugleich lehrreiches Buch für kleine Pferdenarren mit einem wunderbaren Schlusswort zum Ende der Pferdegeschichte: 

    „Denn Freundschaft, egal, ob zwischen Pferden oder Menschen oder zwischen Pferden und Menschen – das ist doch das Wichtigste auf der ganzen Welt!“ (S. 174/175)

    Dem können wir nichts hinzufügen… und wünschen viel Spaß beim Lesen!

    Unsere Buchbotschafterin: Siri Immenroth hat vor gut 30 Jahren das Lesen gelernt und seitdem nicht wieder damit aufgehört… ihr bevorzugtes Genre Literatur wird seit einigen Jahren verdrängt von Kinderbüchern: die kleinen Leseratten der Jahrgänge 2013; 2015 und 2018 nehmen nicht nur immer mehr Platz auf der Lesecouch in Anspruch, sondern auch im Bücherregal 🙂

     

     

    Socke und Sophie – Pferdesprache leicht gemacht
    Juli Zeh
    Illustrationen von FLIX
    dtv Verlag
    Februar 2021
    240 Seiten für Kinder ab 10 Jahren 

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