• Das Buch animiert die Kinder zum Sprechen, Nachdenken, eigenem Handeln und fördert die Wortschatzerweiterung…

    Ein Garten für alle – Ein Buch über die Stärken der Gemeinschaft und das man zusammen vieles besser schaffen kann.

     

    Darum gehts: Der Bär hat schon lange den Traum von einem eigenen Garten. Diesen Traum setzt er nun in die Tat um und baut viele Leckereien selbst an. Doch jeden Tag merkt er, dass etwas fehlt oder etwas kaputt gemacht wurde. Schuld daran sind seine Waldmitbewohner, die sich nur zu gerne etwas von den Leckereien stibitzen. Leider denken sie in dem Moment nur an ihr eigenes Wohl, bis sie merken, dass der Bär darüber sehr traurig ist. Daraufhin entschuldigen sich die anderen Tiere beim Bären und helfen ihm den Garten zusammen neu aufzubauen. Dabei merken sie, dass man zusammen vieles schaffen kann und das es viel mehr Spass macht wenn man zusammen etwas gemeinsam anpackt.

     

    Das Buch „Ein Garten für alle“ ist vom Einband her sehr hochwertig

    Die einzelnen Seiten sind jedoch nicht ganz robust und man merkt schon nach kurzer Zeit den Gebrauch des Buches. Beispielsweise knicken die Ecken der einzelnen Seiten recht schnell, besonders wenn das Buch von kleinen Kinderhänden angeschaut wird. Auch macht es den Anschein, dass die Seiten bei etwas gröberer Betrachtung schnell einreißen könnten. Bedenkt man die Zielgruppe des Buches, Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren, wird das Buch der Anforderung nicht gerecht.

     

    Die illustrierten Seiten des Buches sind in Pastellfarbtönen gehalten. Die Tiere sind kindgerecht, natürlich und ansprechend dargestellt. Dies spricht Kinder sehr schnell an und weckt in ihnen die Freude die Namen der Tiere zu benennen.

    Für zwei- bis dreijährige Kinder eine tolle Wortschatzerweiterung, wenn man sich das Buch nur anschaut ohne den Text zu lesen. Unser kleiner Mann, hat hier auf jeder Seite ein neues Tier entdeckt und konnte diese prima benennen und zog viele Rückschlüsse zu unseren regelmäßigen Waldspaziergängen. Seine größte Frage war „Gibt es bei uns auch einen Bären im Wald?“ Ganz kritisch stellte er aber auch fest, „Ein Fuchs isst doch keine Radieschen.“ Die wichtigste Anforderung an das Buch, dass Kinder anfangen darüber zu sprechen (Sprachförderung/Sprachentwicklung) erfüllt das Buch.

    Auf jeder Doppelseite, stehen maximal 5 Sätze. Diese sind gut verständlich, jedoch hat man als Erwachsener beim Vorlesen das Gefühl, es fehlt etwas, die Sprünge sind zu ruppig. Die Schrift wirkt optisch zu den schönen warm illustrierten Bildern in ihrer schwarzen Klarheit fehl am Platz. Bilder, Schrift und Schriftart hätte man schöner zusammen bringen können. Auch die Kinder denen ich das Buch vorgelesen habe, wollten sich das Buch lieber so anschauen, als dass es vorgelesen werden sollte. Für sie war es spannender die kleinen Details auf den einzelnen Seiten zu entdecken. „Schau mal da ist ein Käfer, was ist das für ein Käfer?“ „Du, das ist ein Rotkehlchen, das gibt es auch bei uns im Garten!“.

    Die Geschichte an sich lässt die Kinder mitfühlen. Gerade nach mehrfacher Betrachtung des Buches, fangen die Kinder an sich die Geschichte selbst zu erzählen.

    Die Geschichte wird ähnlich wie im Buch erzählt, nur kommt bei den Kindern mehr Emotion rüber, als im vorhandenen Text. Ich konnte vieles „Ooooh’s“ und „Nein, da kommt schon wieder ein Dieb“ hören. Als der Bär sich in der Geschichte traurig zurück zieht, empfanden die Kinder sehr viel Mitleid und zeigten Empathie. Genau so groß war die Freude dann, als die anderen Tiere sich beim Bär entschuldigt haben und mit ihm gemeinsam den Garten neu gestaltet haben. An dieser Stelle kommt man mit den Kindern wieder sehr gut ins Gespräch, denn die meisten Kinder haben hier eigene Geschichten von Erlebtem zu erzählen. „Ja es macht viel mehr Spass mit Paul und Henri zusammen zu spielen als alleine.“

    Mein Fazit zu diesem Buch fällt gemischt aus. Ich finde die farbliche Illustrierung der einzelnen Seiten sehr schön und ansprechend. Optisch finde ich passt die Textgestaltung nicht zu den einzelnen Seiten.

    Auch beim Text an sich fehlt mir irgendwas. Die Sätze sind sehr knapp gehalten und sie wirken oft kalt und ruppig abgebrochen. Die Idee der Geschichte finde ich toll, jedoch hätte man sie kindgerechter schreiben können. Beim Testlesen und Vorlesen konnte ich oft von verschiedenen Kindern heraushören, dass sie sich lieber die Geschichte selbst ausdachten, zwar in sehr naher Anlegung des eigentlichen Textes, aber mit mehr Gefühl und etwas mehr Weite. Da die Zielgruppe Kinder im Alter zwischen 2 und 5 Jahren ist, hätte ich mir robustere Seiten gewünscht. Wenn man mich fragen würde, ob ich das Buch zum eigentlichen Preis kaufen würde, würde ich eher Nein sagen. Zwar erreicht das Buch „Ein Garten für alle“ das Ziel, die Kinder zum Sprechen, Nachdenken und eigenem Handeln zu bringen, es fördert die Wortschatzerweiterung , die Sprachentwicklung und die emotionale Entwicklung, dennoch fehlt mir der letzte Funke um zu sagen, empfehlenswert.

    Unsere Buchbotschafterin: Frau Judith Hapke-Kürschner, Erzieherin, Lesemutter in der Schule und Mutter von einer 7 jährigen Tochter und einem 3 jährigen Sohn hat das Buch mit den Kindergartenkindern ausprobiert.

    „Garten für alle“ von Laura Bednarski
    erschien 2018
    Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
    Kinder im Alter von 2-5 Jahren
    13 Euro
    24 farblich illustrierte Seiten und ist im Hardcover gebunden

     

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