• Für Kinder die speziell Angst vor der Dunkelheit haben, könnte dieses Buch ein kleiner Wegweiser aus ihrem Problemchen sein.

     Habt ihr Angst vor der Dunkelheit? Die kleine Eule hat sie jedenfalls, doch lernt sie die Dunkelheit durch viele Begegnungen von einer schönen Seite kennen

    Darum gehts: Platsch ist ein kleines Schleiereulenküken das Angst vor der Dunkelheit hat. Er kann gar nicht glauben ein Nachtvogel zu sein. Seine Mutter ermuntert ihn immer wieder etwas über die Dunkelheit heraus zu finden. Auf diesem Weg lernt Platsch unterschiedliche Menschen kennen von denen er viel über die Dunkelheit lernt. Zum Ende verliert Platsch die Angst vor der Dunkelheit und freut sich darüber ein Nachtvogel zu sein.
    Die kleine Eule richtet sich an Kinder ab 8 Jahren. Kinder die das Buch lesen, sollten mindestens dieses Alter haben. Die Geschichte ist auf 7 Kapitel aufgeteilt, was eine gute Struktur aufweisst, denn jedes einzelne Kapitel beschreibt eine neue Erfahrung von Platsch mit der Dunkelheit. Auch für geübtere Leser im Alter von
    8 Jahren ist ein Kapitel nicht unbedingt zu schaffen, da die Schreibweise recht kompakt ist.

    Ich konnte beim lauten Vorlesen meiner Tochter beobachten, wie sie Sätze oftmals wiederholt hat um ihn richtig zu verstehen.

    Es sind zum Teil nicht alltägliche Wörter vorhanden, die unter Umständen nochmals erklärt werden müssen. Zwar ergibt sich der Sinn auch oft von alleine, aber ein wenig Hilfestellung schadet nicht. Ein guter und leichter Lesefluss ist nicht gegeben. Auch ich als Erwachsene, die hier und da weiter lesen musste, da es zu anstrengend war, stockte gelegentlich. Im Taschenbuch gebunden mit griffigen Seiten weist das Buch eine gute Qualität auf. Die immer wiederkehrenden Illustrationen lockern das Buch schön auf. Auch wenn man schon gut lesen kann, schauen Kinder sich doch gerne auch noch aussagekräftige Bilder an. Die schwarz weiss Optik passt gut zum Thema.

    Hauptthema des Buchs ist die Dunkelheit und vor allem die Angst vor der Dunkelheit. Hier spricht das Buch gerade Kinder an, die vor der Nacht und der Dunkelheit Angst haben.

    Kinder können sich in Platsch sehr gut wieder finden, denn Platsch jammert nicht nur einfach rum, er stellt auch vieles in Frage und dennoch ist er in jedem Kapitel sehr mutig. Dies fiel meiner Tochter direkt auf, dass Platsch in seiner eigentlichen Angst immer sehr mutig ist. „Mama, also wenn ich so eine Angst hätte, dann würde ich mich nicht vom Ast trauen, dass ist ganz schön mutig von Platsch.“ Auch wird eine gewisse Familiendynamik dargestellt, die viele Kinder sicherlich auch von zu Hause kennen. Mama ist die verständnisvolle und versucht zu erklären und zu bestärken, während der Vater eher ungeduldig bis genervt ist und lieber ausschlafen mag. Dies wurde mir sehr bewusst als meine Tochter beim Lesen sagte „Der ist wie Papa.“ Dies sagte sie an der Stelle, als Vater Schleiereule lieber schlafen wollte und sich schlafend gestellt hat.

    Durch Platschs Geschichte kann Kindern ein schöner Umgang mit Angst aufgezeigt werden. Wieso habe ich Angst und was kann die Angst auslösen?

    Mutter Schleiereule erklärt Platsch das er eigentlich nur Angst hat, weil er nichts über die Nacht und die Dunkelheit weiss. Sie ermutigt ihn mehr heraus zu finden. So nimmt Platsch mit verschiedenen Menschen Kontakt auf und fragt sie warum sie die Dunkelheit mögen und was sie toll finden. Hier sind viele Beispiele und mit Sicherheit hat jedes Kind zumindest einen Berührungspunkt, wo es etwas beitragen kann. Bei uns war es der Mann mit dem Fernrohr. Aufgrund eines Sterngucker-Workshops konnte meine Tochter hier sehr viel dazu beitragen. „Der Mann hat Recht, Dunkelheit ist herrlich, weil man nur dann alle Sterne beobachten kann.“ Zum Ende überrascht Platsch seinen Vater dann, in dem er mit ihm auf die Jagd fliegt. „Endlich hat er es geschafft“ war die Aussage als das Buch durchgelesen war.
    Für Kinder die speziell Angst vor der Dunkelheit haben, könnte dieses Buch ein kleiner Wegweiser aus ihrem Problemchen sein. Geübte Leser können das Buch sicher sehr gut selber lesen aber da es das große Thema Angst beinhaltet finde ich es fast noch besser wenn man es dem Kind vorliesst. Zudem kommt noch der stockende Schreibstil und der fehlende Lesefluss, was bei uns dazu führte, dass meine Tochter immer nur eine Seite gelesen hat und ich ihr weitere Seiten vorgelesen habe. Manchmal haben wir ein Kapitel geschafft, manchmal aber auch nicht. Spätestens nach dem 2.Kapitel dürfte jedem Kind klar sein, dass Platsch immer wieder neue Menschen trifft die etwas Besonderes von der Dunkelheit zu berichten wissen, dies schafft meiner Meinung nach eine gewisse Art von Sicherheit, zudem es sich immer um positive Erlebnisse handelt. Man merkt auch, dass die Geschichte „Die kleine Eule“ schon vor mehr als 20 Jahre geschrieben worden ist was bestimmte Rollenklischees angeht. Hier und da kann man auch über Platschs Tollpatschigkeit lachen und freut sich zusammen mit ihm wenn er es schafft sein Angst zu überwinden. Lesenswert für Kinder und Eltern, für die diese „Problematik“ aktuell ist. Für Kinder die mit genau diesen Ängsten nichts zu tun haben, könnte das Buch langwierig wirken und eventuell schnell zur Seite gelegt werden.
    „Die kleine Eule“ von Jill Tomlinson
    Ravensburger Verlag, Taschenbuch
    109 Seiten
    ab 8 Jahren
    5,99€

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