• Je früher die Therapie beginnt, umso größer sind die Erfolgsaussichten.

    HIV-Heimtest in Deutschland

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    Es gehört wohl zu den einschneidendsten Ereignissen, wenn man befürchten muss, schwer erkrankt zu sein. Jedes Jahr erkranken in Deutschland immer noch viele Menschen an HIV, meist ohne dies zu bemerken. Einer der wichtigsten Auslöser sind Sexualkontakte, bei denen nicht zu den geeigneten Schutzmaßnahmen gegriffen wurde. Viele Betroffene scheuen den Gang zum Arzt oder zur Beratungsstelle, denn es ist sehr unangenehm, das eigene Intimleben mit einem Fremden besprechen zu müssen. Dennoch ist schnelle Abklärung wichtig, wenn eine HIV-Infektion befürchtet wird. Zum Einen müssen dann Maßnahmen ergriffen werden, um eine Weitergabe der Infektion zu verhindern. Zum Andern gibt es inzwischen hochwirksame Medikamente, um das Virus zu beherrschen. Dabei gilt: Je früher die Therapie beginnt, umso größer sind die Erfolgsaussichten.

    Großer Erfolg in Großbritannien und Frankreich

    Inzwischen wurden sehr zuverlässige und einfach anzuwendende Heimtests entwickelt, die in einigen Ländern Europas mit sehr gutem Erfolg angeboten werden. In Großbritannien und Frankreich etwa greifen viele verunsicherte Menschen die eine Ansteckung befürchten zunächst zum Heimtest. So können sie sich im privaten Rahmen und sehr diskret einen ersten Überblick schaffen.

    Aussagekraft des Ergebnisses

    Bei den Heimtests handelt es sich um Screening Tests. Sie können also nur „positiv“ oder „negativ“ melden. Dabei wird keine Aussage über den Virus-Typ oder die Menge an Viren im Blut gemacht. Beides sind jedoch bei einem positiven Ergebnis wichtige Kenngrößen denn sie entscheiden über die Therapie. Je nachdem wie lange der Risikokontakt zurück liegt kann „negativ“ auch bedeuten, dass die Reizschwelle des Tests nicht überschritten wurde, also noch zu wenig Viren da sind, dass der Test anschlägt. Daher ist es sinnvoll, ihn nach drei Monaten noch einmal zu wiederholen, um ganz sicher zu sein. Der Heimtest gibt tatsächlich nur einen Überblick als erste Orientierung für den Betroffenen, ersetzt aber nicht den Gang zum Arzt. Für Menschen, die in regelmäßigen Abständen einen HIV-Test machen möchten, ist der Heimtest sicher eine interessante Alternative. Auch wenn sich Veränderungen im Leben ergeben und man wissen möchte, ob eine mögliche HIV-Infektion da ist, etwa wenn der Kinderwunsch umgesetzt werden soll.

    Positive Veränderungen in den Statistiken

    Es wird davon ausgegangen, dass es jährlich zwischen 3 000 und 4 000 Neuinfektionen mit dem HIV-Erreger in Deutschland gibt. Davon bleiben gegenwärtig noch mehr als ein Drittel lange Zeit unentdeckt. Nicht nur zur Eingrenzung des Infektionsrisikos, sondern auch für die Behandlungsmöglichkeiten ist es jedoch wichtig, dass eine Infektion möglichst früh erkannt wird. Beratungsstellen und Hilfsorganisation für HIV-Patienten hoffen, dass mit der Zulassung des Heimtests in Deutschland neue Infektionen früher erkannt werden, da Hemmschwellen vor dem Test wegfallen. Besonders gefährdete Menschen könnten so schnell und diskret die eigene Gesundheit überwachen, ohne regelmäßig zu Beratungsstellen oder zum Arzt gehen zu müssen.

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