• Ein lohnenswertes Jugendbuch um die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen und Gesprächsstoff zu wichtigen Themen…

    Die Welt aus einer anderen Perspektive: Jeder kann Veränderungen herbeiführen

    Elke Raunig, Mutter von drei Kindern ( Sohn ist 15 Jahre, beiden Töchter sind 12 Jahre) möchte euch dieses Buch vorstellen:

    Darum gehts:  Das Buch „Was kann einer schon tun?“ besteht aus vier Gesprächen mit unterschiedlichen Gesprächspartnern, in denen der Autor eine Menge verschiedene aktuelle und wichtige Themen anspricht. Es geht um Terror, die Flüchtlingspolitik, die Erderwärmung und vieles mehr. Die Zielgruppe des Buches sind 14 bis 17-jährige Leser, aber der Schreibstil und die vielen offenen Fragen, die zum Teil ein wenig philosophisch anmuten, sprechen eher dafür, dass man einen 14-jährigen mit diesen Themen und doch recht unbequemen Inhalt nicht alleine lassen sollte.

    Das erste Gespräch findet zwischen  dem Autoren und dessen Hund Lola statt und muss daher wohl eher als Selbstgespräch gewertet werden. In diesem geht es darum, was geschehen muss, damit die Kinder eine bessere Welt bekommen.

    Das zweite Gespräch findet mit einem Au-Pair-Mädchen statt und es geht darum, wie es ist und wie es sich anfühlt, wenn man in Deutschland Zuflucht sucht. Was muss geschehen, damit man sich willkommen und wohl fühlt ?

    Im nächsten Gespräch beschreiben Flüchtlinge ihre Gefühle, ihre Ängste und Hoffnungen.

    Das vierte Gespräch ist thematisch am breitesten aufgestellt. Ein Sohn unterhält sich mit seinem Vater über die aktuellen politischen Themen, die er in der Schule durchnimmt und möchte mit ihm gemeinsam die Welt verbessern/retten.

    Ich habe das Buch gemeinsam mit meinem 15-jährigen Sohn gelesen und wir haben wirklich – gemessen zum Verhältnis der Seitenanzahl des Buches – lange benötigt. Es werden so viele tiefgreifende Themen angeschnitten, die immer wieder dazu geführt haben, dass wir unterbrochen haben um uns noch anderweitig über die Themen zu informieren.

    „Frieden ist nicht die Abwesenheit von Krieg“ schon dieser Satz hat bei uns zu einer langen Diskussion geführt wieviel mehr dazu gehört und was jeder einzelne von uns dazu beitragen kann.

    „… und der Mensch muss Erfolg sehen, um weitermachen zu können. … Mit dem Problemelösen. Mit dem Leben.“ Diese Stelle hat ebenfalls für längeren Gesprächsstoff geführt, da Erfolge in allen Lebensbereichen wichtig sind und motivieren.

    Ebenso eingängig war die bildhafte Vorstellung, dass jeder ein Puzzlestückchen zu der Lösung und der Verbesserung der Welt beitragen kann, aber keiner die Aufgabe alleine lösen kann.

    Das Buch bietet eine Menge Denkanstöße und ist wirklich nah an der Realität.

    Es macht auf wichtige Themen aufmerksam und eignet sich gut als Grundlage um wichtige Gesprächsthemen mit seinen Kindern aufzugreifen. Aber als alleiniger Lesestoff ist es zu wenig. Die vier Konversationen reißen eine Menge Fragen auf aber bieten – aus meiner Sicht – nicht ausreichend Lösungen oder zumindest Ansätze – falls es diese überhaupt gibt. Immer wieder plädiert der Autor dafür, dass sich etwas ändern muss und beschreibt die verbesserungswürdige Situation der Welt, was sich sehr negativ liest und womit man keinen Teenager alleine lassen sollte. Durch die vielfache Verwendung des Konjunktivs haben wir auch nur wenig Bezug zu dem Gelesenen bekommen.

    Unser Fazit:   Ein lohnenswertes Buch um die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen und Gesprächsstoff zu wichtigen Themen zu finden aber keines mit dem man sein Kind/seinen Teenager alleine lassen sollte.

     

    Autor:  Peer Martin
    Titel:  Was kann einer schon tun ?
    Verlag: Oetinger
    Erscheinungsjahr: 2017
    Gebundene Ausgaben: 112 Seiten
    Preis:  8,99 Euro
    Vom Hersteller empfohlenes Alter:  14 – 17 Jahre

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