• Ein sehr empfehlenswertes Buch für Kinder, die noch auf der Suche nach einem besten Freund sind, und dabei noch etwas Unterstützung und Mut brauchen

    Mit Kindern ins Gespräch kommen  – über Freundschaft und Tod

    Frau Judith Hapke-Kürschner, Erzieherin, Lesemutter in der Schule und Mutter von einer  6 jährigen Tochter  und einem 2 jährigen  Sohn möchte euch diese Buch vorstellen:

    Darum gehts:  Meret wohnt seit einigen Jahren bei Frau Hafelbein, eine Tante ihrer Mutter, da ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Meret erlebt mit Frau Hafelbein wirklich alles, nächtliche Spaziergänge, phantasievolle Momente aber auch die knallharte Realität. Frau Hafelbein will ihr alles zeigen auch wenn andere sagen,dass ein Kind sowas nicht sehen sollte. Auf liebevolle aber bestimmte Weise fordert sie Meret auf, sich eine Freundin oder einen Freund zu suchen, denn Frau Hafelbein wird immer älter. Meret macht sich eine Liste von möglichen Freundschaftskandidaten. Freunde finden ist aber gar nicht so einfach und eine Freundschaft wachsen zu lassen auch nicht. Meret merkt, dass sie mit einem Mädchen, dass für sie eigentlich gar nicht als Freundin in Frage kommt, doch ganz viel gemeinsam hat.

    Qualitativ ist das Buch sehr hochwertig. Ein Hardcover Einband und dickere Seiten machen das Buch sehr robust

    Die Schriftgröße ist ideal gewählt, daher können auch Leseanfänger mit ein wenig Erfahrung prima selbst lesen oder mitlesen. Das Buch hat 62 Seiten die in 10 Kapitel unterteilt sind. Jedes Kapitel hat zwischen 4 und 6 Seiten, was prima ist da man tolle Intervalle zum Vorlesen hat, beispielsweise jeden Tag 1 Kapitel. Das Buch dürfte hauptsächlich Mädchen zwischen 6 und 10 Jahren ansprechen. Da das Hauptthema Freunde finden ist, dürften sich gerade Kinder angesprochen fühlen, die sich in ebendieser Situation befinden. Auch  das Thema Tod wird behandelt.

    Meret hat ihre Eltern bei einem Unfall verloren und Annabell hat ihre Mutter verloren und ist noch mitten im Verarbeitungsprozess, weshalb sie oft weint und traurig ist, was Meret aber nicht weiss. Nach und nach findet sie dies heraus und merkt dass sie etwas gemeinsam haben. Hieraus entsteht eine Freundschaft, welche aber auch kleine Hindernisse überstehen muss.

    Gerade auf den Anfangsseiten wird beschrieben, was Meret mit Frau Hafelbein erlebt. Hier geht es z.B. um einen ertrunkenen Hirsch oder  ein ertrunkenes Vogelküken. Der erste Bezug zum Thema Tod und fast jedes Kind dem ich dieses Buch vorgelesen habe, wusste hier gleich auch eine erlebte Situation zu erzählen.

    Hier kommt man sehr gut mit den Kindern ins Gespräch und man merkt was für ein großes Einfühlungsvermögen Kinder haben

    Auch Kinder, die ihre Emotionen und Gefühle nicht sonderlich gut ausdrücken können, können hier wunderbar aus ihrem Schneckenhaus gelockt werden. Nicht nur als Mutter sondern auch als Erzieherin gefällt mir dieser Aspekt unheimlich gut, genau so gut finde ich, dass eine Freundschaft nicht als das einfachste der Welt dargestellt wird, sondern das man etwas investieren muss, dass es manchmal Mühe macht und das man auch mal nachgeben muss und den ein oder anderen Tiefschlag verkraften muss.

    Es wird sehr gut vermittelt, dass nicht jeder der passende Freund sein kann, dass man mitunter etwas länger suchen muss um jemanden zu finden der ähnlich tickt wie man selbst. Dann entwickelt sich eine tolle Freundschaft und mit jedem gemeinsam erlebtem Erlebnis festigt sich diese. Auch hier konnten sämtliche Kinder eigene Erfahrungen erzählen. Fast jedes Kind hat sich schon mal abgelehnt gefühlt oder ein Nein geerntet.

    Genauso wie die Geschichte, die manchmal doch harte Realität schildert, vermittelt es den jungen Lesern ganz viel Mut zum Weitersuchen, wenn man den richtigen besten Freund noch nicht gefunden hat. Das Buch hat tolle farbenfrohe Zeichnungen, welche die Geschichte prima unterstützen und von den Kindern sehr gut angenommen wurden.

    Ich halte das Buch „Das Lachen wohnt im Bauch“ für sehr wertvoll; es deckt 2 Themen – Freundschaft und Tod/Verlust ab

    Qualitativ hat es mich sehr überzeugt, daher finde ich auch den etwas höheren Preis von 10,30 € gerechtfertigt. Die Geschichte von Meret und Annabell ist ein toller Einstieg um mit Kindern zum einen über das Thema Freundschaft und zum anderen über das Thema Tod/Verlust zu sprechen. Es spricht Kinder so gut an, dass diese meist von selbst anfangen eigene Erlebnisse zu schildern und das bei 2 doch nicht sehr einfachen Themen.

    Gerade als Erzieherin hat und wird mir dieses Buch ganz tolle Dienste leisten, aber auch als Mutter ist es eine Hilfe um mit seinem Kind ins Gespräch zu kommen, wenn man merkt, es hapert beim Freunde finden. Ein sehr empfehlenswertes Buch für Kinder die noch auf der Suche nach einem besten Freund sind, und dabei noch etwas Unterstützung und Mut brauchen.

     

    Titel: Das Lachen wohnt im Bauch
    Autoren: Petra Fietzek und Marine Ludin
    Verlag: Klett Kinderbuch Verlag
    Preis: 10,30 Euro
    Zielgruppe: hauptsächlich Mädchen, ab 6 Jahren
    Umfang: 62 Seiten

     

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