Killer-Computerspiele - Emsdetten macht mir Angst!

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Tabea65

Killer-Computerspiele - Emsdetten macht mir Angst!

Beitrag von Tabea65 » 22.11.2006, 13:40

Hallo,

Emsdetten und die damit verbundende Diskussion über das Verbot der sogenannten PC-Killerspiele beschäftigen mich derzeit.

Mein Sohn (15) spielt auch diese Spiele und wie ich finde viel zu oft. Klar nicht jeder Jugendliche der diese Spiele "zockt" wird irgendwann ein Amokläufer, aber ich mache mir da halt so meine Gedanken.
Bei uns gibt es täglich Diskussionen über die Dauer des Spielens.
In der Schule läuft zwar alles, aber wir Eltern finden, er könne mehr erreichen, würde er nicht so viel Zeit und Energie in diese Spiele stecken.

Ich finde auch mein Sohn pflegt zu wenig soziale Kontakte, zwar hat er eine Freundin, aber beide finden neben Schule, Lernen u. Sport (mein Sohn spielt Fußball im Verein) kaum Zeit zum verabreden.

Ich suche so oft wie möglich das Gesprächt mit meinen Sohn, sage dass ich finde er spielt zu viel und sage auch das ich die Begeisterung für diese Art von Spielen nicht verstehen kann.

Jetzt ist der sehnlichste und einzige Weihnachtswunsch, ein eigener PC (bisher teilen wir uns einen), aber wenn das Gerät erst mal in seinem Zimmer steht, habe ich überhaupt keine Kontrolle mehr.

Was meint ihr!

LG
Tabea

Puschel

Beitrag von Puschel » 22.11.2006, 15:52

Hallo Tabea,

meine Meinung dazu wird dir nicht gefallen aber du hast gefragt.

So ein Dreck, wie diese "Spiele" kommt bei mir nicht über Türschwelle.

Hast du deinem Sohn dieses Spiel vielleicht sogar noch selbst gekauft?
Hast du ihm die Erlaubnis gegeben es sich anzuschaffen? Eins von beiden wird wohl zutreffen und jetzt machst du dir Sorgen (über die Spieldauer!!!!!)?
Wie kannst du es als Mutter zulassen, dass sich dein Kind so einen Müll in den Kopf schiebt. Es sollte dich eigentlich zutiefst anwidern, wenn dein eigenes Kind am Morden und Abschlachten "Spaß" empfindet. Es spielt keine Rolle, dass dies nur eine virtuelle "Freizeitbeschäftigung" ist.
Moralische und ethische Grundsätze, sofern vorhanden, differenzieren sich nicht in real und virtuell.
Diese Spiele lassen die Achtung vor dem menschlichem Leben und jedes Mitgefühl für andere verlieren und du ganz persönlich trägst dazu mit bei.
Ja, nicht jeder der sich an diesen Spielen "erbaut" wird zum Amokläufer, das ist korrekt aber die Entwicklung einer gestörten Persönlichkeit finde ich schlimm genug.


Puschel

Babsel

Beitrag von Babsel » 22.11.2006, 16:16

@ Puschel.

Sorry! Auch wenn ich für diesen Teil des Forums kein Modi bin:

In der Sache hast Du sicher nicht Unrecht. Allerdings hat Tabea höflich - wie es bei uns üblich ist - gefragt und eine ebensolche Antwort verdient. ;)

Ich bin auch der Meinung, dass diese Spiele widerlich und in höchstem Maße unmoralisch sind. Auch denke ich, dass man sie schlichtweg verbieten müsste. Nur - und das ist die andere Seite - haben Eltern nicht immer Einfluss darauf, was die Kids bei Freunden machen und was sie sich (vielleicht auch heimlich) zulegen.
Wenn "man" es offiziell erlaubt, dass solche Spiele im Haus sind, braucht man sich zwar einerseits nicht wundern, dass sie auch gespielt werden. Andererseits ist das Signal, das Tabea gesetzt hat - nämlich, dass sie sich Sorgen macht - durchaus berechtigt. Ich verstand ihren Beitrag als Hilferuf! Denn es sind ja nicht nur diese bewussten Spiele - es ist das Verhalten ihres Sohnes, die sie grübeln lassen.
Das ginge mir - in Tabeas Situation - nicht anders, ihr jetzt aber die alleinige Schuld zuweisen, kann ich nicht unterschreiben. ;)


@ Tabea,

weil Dein Sohn ja, wie Du schreibst, wenig soziale Kontakte hat und gerne sehr oft und lang diese Spiele spielt: Hast Du in Deiner Nähe eine Beratungsstelle, die Du vielleicht um Rat fragen könntest? Mir persönlich fällt (wenigstens im Moment) nichts Wirkungsvolles ein. Verbieten macht sicher keinen Sinn. Dein Sohn müsste überzeugt werden. Es gibt doch Organisationen, die Krankenhausbesuche bei Betroffenen (denen, die Opfer von Gewalttaten waren) vermitteln?

Klar nicht jeder wird ein Gewaltverbrecher. Aber um es nicht zu werden, bedarf es meiner Meinung nach schon einer ungeheuren Stärke, Realität von Fiktion zu unterscheiden. In Grenzsituationen - und da sind Kinder in dem Alter ja permanent - wer weiß, wohin der Zeiger ausschlägt.

Ich denke durchaus, dass Ihr gemeinsam mit einer Beratungsstelle, Euch Eltern und Eurem Sohn einen Weg da raus findet!

Was anderes fällt mir nicht ein. - Außer Dir noch viel Kraft zu wünschen!

Puschel

Beitrag von Puschel » 22.11.2006, 16:47

Hallo Babsel,

ich bin mir die härte meiner Worte bewusst. Aber bei diesem Thema kann ich nun mal keinen Schmusekurs mittragen.
Wenn ich als Mutter, auf diesem meinem eigenen PC, solche Spiele zulasse, dann bin ich an der Verbreitung dieses Mülls aktiv beteiligt und habe auch die volle Verantwortung für alle Konsequenzen, die daraus entstehen zu tragen.
Sich im Nachhinein zu Sorgen, weil erste Auswirkungen wie mangelnde Sozialkontakte zum Vorschein kommen, ist recht spät und etwas wenig.
Ganz unrecht hast du aber nicht, es ist wohl ein Hilferuf, auch wenn er aus einer für mich unvorstellbaren „Blauäugigkeit“ entstand. Betrachte meinen Beitrag deshalb als ein etwas ungemütlicheres Wachrütteln.
Es liegt nicht in meiner Absicht, Tabea in ihrer Ehre zu verletzten. Manchmal muss man aber Schlafende etwas unsanft wecken damit sie wichtiges nicht verschlafen.

LG Puschel

Estrella

Beitrag von Estrella » 22.11.2006, 16:50

Ein Verbot dieser Spiele hilft auch nicht. Diese Killerspiele sind Mode und für die Kids gilt es als cool, wenn man das spielen kann. Verbote regen doch eher an, als das sie tatsächlich nutzen. Wenn man sie nicht kaufen kann, werden sie aus dem Internet runtergeladen.

Die meisten dieser Spiele werden schwarz gebrannt und verteilt, in der Regel von Kindern, die ältere Geschwister haben, die diese Spiele spielen. Wieviele Eltern wissen gar nicht, daß ihr Kind so etwas spielt?

@Tabea - sprichst du denn mit deinem Sohn auch darüber, warum dir diese Spiele nicht gefallen. Worin deine Sorge besteht?

Ob die Amokläufe in Erfurt und Emsdetten auf diese Spiele zurückzuführen sind, wage ich persönlich zu bezweifeln. Eher sind es soziale Ausgrenzungen seitens der Mitschüler (auslachen, lustig/lächerlich machen, bedrohen) die diese Schüler zu Außenseitern machen. Der Frust staut sich auf und schlägt in Agression um.

Mir gibt viel eher zu denken, daß beide Amokläufer Sportschützen waren und schon als Jugendliche Zugang zu Waffen hatten. Da ist doch egal, für welche Waffenart sie einen Waffenschein haben. Das man über das Internet oder über sonstige dubiose Kanäle schwarz an Waffen kommt, weiß doch jeder! Klar, man muß diese Wege erst finden, aber wo ein Wille, da ein Weg.

Babsel

Beitrag von Babsel » 22.11.2006, 17:04

Puschel hat geschrieben:Ganz unrecht hast du aber nicht, es ist wohl ein Hilferuf, auch wenn er aus einer für mich unvorstellbaren „Blauäugigkeit“ entstand. Betrachte meinen Beitrag deshalb als ein etwas ungemütlicheres Wachrütteln.
Es liegt nicht in meiner Absicht, Tabea in ihrer Ehre zu verletzten. Manchmal muss man aber Schlafende etwas unsanft wecken damit sie wichtiges nicht verschlafen. LG Puschel
;) Okay, Puschel. Ich habe ja schon geschrieben, dass ich Dir in der Sache Recht gebe.

Aber nun sitzt "das Kind im Dreck" bzw. der Bub vor dem Monitor ... was tun?

Puschel

Beitrag von Puschel » 22.11.2006, 17:05

Wenn es mir als Mutter gelingt (Väter dürfen sich ebenso angesprochen fühlen), meinen Kindern ein menschliches Weltbild in der Erziehung zu vermitteln, dann stellt sich die Frage nach einem Verbot erst gar nicht, dann sagen auch Kinder zu solchen Spielen "NEIN DANKE".
Bei meinen Beiden (13+14) brauche ich mir wegen solchen Spielen keine Gedanken zu machen und das funktioniert ganz ohne Verbot!

LG Puschel

Puschel

Beitrag von Puschel » 22.11.2006, 17:13

@ Babsel,

dein Beitrag war eben schneller.

Hilfe besteht in Konsequenz. Kein eigener PC, solange keine Einsicht besteht. Kein Müll auf dem familieneigenen PC. Es gibt doch genug aktuelle Kriegsschauplätze auf der Welt, die unendlich viele Gründe für ein "Nein" geben.
Und am aller wichtigsten, sich wirklich für das interessieren was den Jungen bewegt. Seine Gefühle mitfühlen und ihn durch Vertrauen leiten.

LG Puschel

Babsel

Beitrag von Babsel » 22.11.2006, 17:20

Für mich stellt sich hier die Frage: "Wer war zuerst da, das Huhn oder das Ei?".

Einerseits: Wenn es innerlich völlig verarmte, ja schon verrohte Jugendliche*** gibt, kann man davon ausgehen, dass sie in diesen Spielen ein Ventil finden (Gott sei Dank nicht immer in "natura").
Andererseits: Wenn solche Spiele auf entsprechendes Potenzial, nämlich eben diese Art Jugendliche trifft, kommt es - weil die Grenzen zwischen Realität und Spiel fließend oder gar nicht gesehen werden - zu solchen Greueltaten.

Werden diese Spiele vom Markt genommen, bleibt immer noch eine "Grauzone", in der sich die Filme beschaffen lassen. Aber die User werden im Lauf der Zeit weniger ... allerdings: Nur eine mittel- bis langfristige Lösung.
Wird der Besitz solcher Spiele unter Strafe gestellt, hat das meines Erachtens die größte und unmittelbare Wirkung. Aber dazu muss sich die Gesetzgebung erst einmal bewegen ...

Was bleibt den Eltern und Lehrern in der Zwischenzeit? Auf die Kinder achten, ständig den Dialog suchen, den Ausdruck gegenseitiger Achtung, Hilfsbereitschaft und Ehrlichkeit vorleben?!
Ich neige dazu zu behaupten, dass ein "gesundes" Elternhaus und eine "gesunde" Unterrichtsform in der Schule(!!!) auch "gesunde" Kinder in die Welt entlässt. - Aber eine Garantie ist auch das nicht! (Es gibt leider genügend Beispiele, in denen es anders gelaufen ist. - Jeder "Fall" ist einer zuviel!)

Es ist sehr schwer, Wege aus dieser Situation zu finden. Nur: Dass sie gefunden werden müssen - und zwar ganz, ganz schnell (!) - steht außer Frage. Hier ist Jeder gefordert!

***Ich bin davon überzeugt, Kinder werden (bis auf wenige Ausnahmefälle vielleicht) nicht verroht, grausam und abgrundtief böse geboren! - Sie werden im Laufe der Jahre durch viele Schieflagen in ihrem kurzen Leben (primär von ihren Eltern und Lehrern) dazu gemacht!

Ich denke, hier muss angesetzt werden.

Gurkerl

Beitrag von Gurkerl » 22.11.2006, 18:13

Hallo!

Wollte nur mal dazu sagen, dass ich nicht glaube, dass du dir Sorgen machen musst, dass dein Sohn genau wie dieser Amokläufer wird, nur weil er diese Spiele spielt! Ich habe vor so ca. 3-4 Jahren auch noch öfter "solche" Spiele gespielt (Counter Strike & Call of Duty) und war auch auf diversen LAN-Partys und kenne deshalb auch viele Leute, die das richtig oft spielen (mehrere Std pro Tag). Ich glaube, es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Leuten, die solche Spiele spielen und Leuten, die dann real Leute erschießen. Den Leuten, die ich in der Zeit gekannt hat, ging es auch weniger darum, dass man möglichst viel Blut sieht und die Menschen möglichst real sterben, sondern um die Taktik, den Gegner zu überlisten und den Teamgeist, den man dafür mit anderen Spielern bilden muss. Ich will die Spiele keineswegs verharmlosen, es kommt bestimmt auch auf das Alter an und wie gefestigt man im reellen Leben ist.

Du kennst doch deinen Sohn am besten. Ich finde, du solltest herausfinden, was genau ihn an diesen Spielen so reizt. Du sagst doch auch, dass er Fußball spielt und eine Freundin hat. Das deutet doch darauf hin, dass er in der Realität gute Sozialkontakte hat. Dann wird er doch auch nicht so leicht "aus dem Rahmen fallen". Spielt er denn ausschließlich solche Spiele?
Wenn du ihm den Computer kaufst, könntest du ihm Gegenzug für das tolle Geschenk dafür vielleicht "diese" Spiele verwalten und er bekommt sie nur für eine gewisse Zeit. Keine Ahnung, ob das funktionieren könnte, mit der Erziehung von Kindern hab ich leider keine Erfahrung.

lg, Gurkerl

inna

Beitrag von inna » 22.11.2006, 19:10

Meine Kinder sind noch jünger und da hat man natürlich leicht reden. Dennoch wage ich zu behaupten, dass ich solche Spiele in meiner Wohnung nicht dulden würde. Natürlich können Jugendliche auch heimlich daran kommen, doch ich glaube, dass ein klarer Standpunkt der Eltern langfristig schon von Bedeutung für das Entwickeln von sinnvollen Werten ist. Ich bin davon überzeugt, dass es für einen Jugendlichen durchaus einen Unterschied macht, ob er unter den Augen seiner Eltern diese Spiele spielt, oder ob er das heimlich macht.
Wenn es innerlich völlig verarmte, ja schon verrohte Jugendliche*** gibt, kann man davon ausgehen, dass sie in diesen Spielen ein Ventil finden
Das, Babsel, sehe ich anders. Ich habe eher die Befürchtung, dass gerade ein bereits emotional "verrohter" Jugendlicher mit der ständigen Ausübung virtueller Gewalt noch mehr "verroht", als dass er hier seine Aggressionen tatsächlich abbauen würde. Satanisten Üben beispielsweise die "Fähigkeit" zu Quälen erst an Insekten, wo das noch relativ leicht fällt und steigern sich über immer größere Tiere soweit, bis sie sich schließlich in der Lage fühlen, einen Menschen zu quälen und zu töten. Man kann also bei der steten Auseinandersetzung mit Gewalt eine Entwicklung nehmen, die immer mehr Schranken hinter sich lässt. Dies scheint mir bei diesen Spielen auch der Fall zu sein: Gewalt wird zur Gewohnheit.
Ich neige dazu zu behaupten, dass ein "gesundes" Elternhaus und eine "gesunde" Unterrichtsform in der Schule(!!!) auch "gesunde" Kinder in die Welt entlässt.
Da bin ich ganz Babsels Meinung. Und das ist unser aller große Verantwortung, uns zu fragen, was ein "gesundes" Elternhaus und eine "gesunde" Schule, die die Kinder ja auch über viele Jahre begleitet und prägt, eigentlich ausmacht!

Das man über das Internet oder über sonstige dubiose Kanäle schwarz an Waffen kommt, weiß doch jeder!
Natürlich muss man es potentiellen Tätern so schwer wie möglich machen, an Waffen zu kommen, doch in meinen Augen sind sie nicht das eigentliche Problem. Wenn man einen Haufen Gewehre zwischen zwei friedliebende Menschen legt, so geht von ihnen keinerlei Gefahr aus, es handelt sich dann dabei lediglich um einen Haufen toten Materials. Die eigentliche Gefahr geht im Fall der Schul-Amokläufer von einer Haltung aus, die meint, dass das Unrecht, welches die Täter in der Vergangenheit erfahren haben, sie nun dazu berechtigt, Rache zu üben. Das ist eine fatale Haltung, mit der sie nicht allein da stehen. Es gibt noch viele Menschen in unserer Gesellschaft, die sich Situationen ausmalen können, in denen sie tötliche Rache für ein billigenswertes Mittel halten.

Mich erschreckt neben der Grausamkeit der Tat am meisten, dass im Zusammenhang mit diesen Taten immer wieder von absoluter "Sinnentleerung" gesprochen wird, die diese Jugendlichen empfinden.

Viele Grüße, inna

Babsel

Beitrag von Babsel » 22.11.2006, 19:30

inna2 hat geschrieben:
Wenn es innerlich völlig verarmte, ja schon verrohte Jugendliche*** gibt, kann man davon ausgehen, dass sie in diesen Spielen ein Ventil finden
Das, Babsel, sehe ich anders. Ich habe eher die Befürchtung, dass gerade ein bereits emotional "verrohter" Jugendlicher mit der ständigen Ausübung virtueller Gewalt noch mehr "verroht", als dass er hier seine Aggressionen tatsächlich abbauen würde.
inna2, Du hast völlig Recht. (s. meine "Andererseits-Ausführung": Wenn solche Spiele auf entsprechendes Potenzial, nämlich eben diese Art Jugendliche treffen, kommt es - weil die Grenzen zwischen Realität und Spiel fließend oder gar nicht gesehen werden - zu solchen Greueltaten.)

Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Mit "einerseits" und "andererseits" meinte ich: Die einen sagen .... und die anderen sagen ... ;)

Ich denke auch, dass Aggressionen dieser Ausprägung mit einem PC-Spiel sicher nicht kompensiert - höchstens aufgebaut - werden können.

Die Frage ist, wo ist der Ansatz, um diesem Problem, der Vereinsamung und Verarmung Jugendlicher beizukommen?

Tabea65

Beitrag von Tabea65 » 22.11.2006, 21:13

Hallo,

ich danke euch für eure Beiträge.

Ich denke schon, dass wir behaupten können unseren Sohn bisher und natürlich auch weiterhin sehr liebevoll und vor allem interessiert erziehen. Auch die schulische Erziehung haben wir bewusst gewählt, eine Schule die neben Wissen auch menschlische Werte vermittelt. Unser Sohn ist und blebt das wichtigste und wertvollste in unserem Leben, deshalb auch die Sorgen. Sonst wäre es mir doch egal, er "zockt" da irgendwas und ich habe meine Ruhe.
Ich denke manche Beiträge sind hier auch etwas weltfremd, es gibt diese Spiele nun mal und unsere Kinder kommen damit in Berührung ob wir das wollen ober nicht. Dieses über meine Schwelle kommt so was nicht (dann gibt es so was auch nicht) löst keine Probleme - meine Meinung -

Natürlich spreche ich mit meinen Sohn über meine Ängste und vor allem haben wir viel über Emsdetten geredet. Der Junge tut mir übrigens - trotz allem oder gerade weil - unendlich leid. Ich frage mich, was ist schief gelaufen in seinem Leben....

Die Anschaffung eines Computers habe ich mittlerweile mit auf weiteres zurückgestellt und es gibt limiterite Spielzeiten. Ich möchte durch Gespräche erreichen, dass er von allein das Interesse verliert und wieder mehr Lust auf andere "normale" Freizeit bekommt.
Ich sehe die Situation als Herausforderung, mein Kind ist mir wichtig und ich helfe ihm - eine Beratungsstelle gibt es - . Ich habe bereits mit einer Psychologin gesprochen, aber noch hoffe ich das Problem löst sich so.

Ich denke mein Sohn will sich momentan von uns abgrenzen, provoziert gern testet seine Grenzen, er weiß genau worauf wir "anspringen".
Von meiner Pubertät weiß ich noch, dass ich immer tot sein wollte um meine Eltern zu bestrafen, würde sich mein Sohn dahin gehend äußern wäre ich auch besorgt, meine Eltern haben mich damals als "dummes Mädchen" bezeichnet.

Mein Motto ist "Pubertät - ist Erziehung für Fortgeschrittene - und ich denke mit ganz viel Liebe, kommen wir auch da durch.

inna

Beitrag von inna » 22.11.2006, 22:08

Oh, Babsel, da habe ich dich tatsächlich missverstanden - sorry!
Die Frage ist, wo ist der Ansatz, um diesem Problem, der Vereinsamung und Verarmung Jugendlicher beizukommen?
Das fände ich ein sehr interessantes Thema, zu dem sicher Viele etwas beizutragen hätten.

Ich weiß nur nicht, ob Tabea damit einverstanden wäre, wenn man ihren Thread auf diese Weise fortsetzen würde, oder ob man besser einen neuen dafür eröffnet.

Ich denke manche Beiträge sind hier auch etwas weltfremd, es gibt diese Spiele nun mal und unsere Kinder kommen damit in Berührung ob wir das wollen ober nicht. Dieses über meine Schwelle kommt so was nicht (dann gibt es so was auch nicht) löst keine Probleme - meine Meinung -
Nach dieser Beschreibung, Tabea, zähle ich natürlich auch mich zu den "Weltfremden" und gebe dir insofern recht, als dass dies eine Einstellung ist, die ganz offensichtlich (einem gewichtigen Teil) der Welt fremd ist - doch ist dies, wie mir scheint, nicht zu ihrem Vorteil.

Viele Grüße, inna

Babsel

Beitrag von Babsel » 22.11.2006, 22:13

inna2, das wäre sicher ein guter Weg. In "Politik" könnten wir weitermachen und die Admins vielleicht bitten, die abschweifenden Beiträge dort einzupflegen.

Macht Ihr das, Ihr Admis, Ihr Lieben?

inna

Beitrag von inna » 23.11.2006, 17:02

Die Frage ist, wo ist der Ansatz, um diesem Problem, der Vereinsamung und Verarmung Jugendlicher beizukommen?
Diese Frage ist natürlich eine schwere Frage, die wohl kaum jemand erschöpfend beantworten kann. Dennoch fände ich es wichtig und interessant, wenn wir Gedanken und Ideen zusammentragen könnten, die sich jeder zu diesem Thema gemacht hat, so dass wir vielleicht für unsere Kinder unser Bewusstsein dafür bereichern können.
Da gibt es sicher zu den unterschiedlichen Lebensaltern der Kinder unterschiedliche Schwerpunkte, die man beachten kann, um ihr Leben mit "Sinnvollem" zu füllen. Ich fände auch sehr interessant, von Eltern älterer Kinder zu hören, was sich für sie in ihrer Erziehung bewährt hat und was sie aus heutiger Sicht anders machen würden. Aus diesen Erfahrungen könnten wir Eltern kleinerer Kinder sicher viel lernen!

Meine Kinder sind noch im Kindergarten- und Grundschulalter und natürlich frage auch ich mich immer wieder, auf welche Weise ich erreichen kann, dass sie ihr Leben als etwas Sinnvolles und Erfüllendes erleben. In den ersten Lebensjahren ist es, so glaube ich, neben anderen Aspekten sehr wichtig, dass Kinder zunächst einmal das Leben ihrer Eltern erfüllend erleben. Das Lebensgefühl, so wie es ihre Eltern ausstrahlen, ist ja die Atmosphäre, in der die Kinder sich ständig aufhalten und die deshalb auch stark prägt. Ich glaube, dass sie sehr genau wahrnehmen, wenn ihre Eltern ihre Aufgaben mit Freude erledigen, wenn sie Interessen haben, die über das Alltägliche hinausgehen, wenn sie sich für bestimmte Dinge besonders begeistern können. Wer als Kind einen Erwachsenen vor sich hat, der sich langweilt und ständig über seine Pflichten klagt, der kommt schnell zu dem Schluss, dass es eine unangenehme Angelegenheit sein muss, erwachsen zu werden.
Wenn ich an meine eigene Kindheit denke, so haben mich immer diejenigen Dinge besonders interessiert, von denen meine Eltern begeistert waren. Mein Vater hat mir beispielsweise Vogelstimmen beigebracht. Ich glaube nicht, dass er dachte, dass dies ein Kind unbedingt wissen müsste, und ich wäre ohne ihn auch nicht auf die Idee gekommen, mich dafür zu interessieren. Aber seine Begeisterung dafür hat sich auf mich übertragen und die Spaziergänge mit ihm durch den Wald, auf der Suche nach V.ögeln, gehören zu meinen erfüllendsten Kindheitserinnerungen. Dies alles erschien mir unglaublich bedeutungsvoll: er war wichtig, weil er so viel wusste, ich war wichtig, weil er mich an seinem Wissen teilnehmen ließ, und die Vögel waren wichtig, weil mein Vater sich so gerne mit ihnen beschäftigte.

Ich glaube, dass kleine Kinder mit mehr Staunen zu uns aufblicken, als uns oft bewusst ist, und auch, dass sie uns in Allem nacheifern wollen.
Wenn es nun darum geht, wie wir ihnen "Sinnvolles" mitgeben können, dann könnte der erste Schritt sein, dass wir zunächst einmal betrachten, wie sinnvoll wir unser eigenes Leben eigentlich empfinden.

Viele Grüße, inna

Schlappy

Beitrag von Schlappy » 23.11.2006, 17:40

Hallo,

verbieten ist immer so ne Sache und es gibt immer Dinge, die von außen kommen....

Als die kids klein waren war ich auch noch der Meinung, dass Waffen keinen zugang zu unserer Familie haben würden.... keine Spielzeugpistoeklen, nicht mal Wasserpistolen bekamen sie....

Dafür jede mensche Wasserspritztiere, etc... das Ende vom Lied... die Pistolen wurden mit Duplo gebaut, oder mit Stöcken nachgespielt... zur Not nahm man auch einfach nur die Hand.... schließlich gibt es auch noch Kindergärten, die einem sowas tolles beibringen :-(

Aber mal zum Thema ;-)

Emsdetten... da scheint es so, als wenn ein sehr intelligenter Jugentlicher Amok gelaufen wäre,... ein sehr intelligenter Bursche, der aber nur schlechte noten und Frust erlebt, der von Mitschülern, Lehrern, Eltern, etc. scheinbar nur negatives erfährt... ein Mensch, der kaputt ist....

das soll nichts entschuldigen, aber vielleicht ein wenig die Augen öffnen, dass Ballerspiele zwar durchaus nicht unschuldig sein mögen.... meiner meinung nach sind es allerdings nicht nur Ballerspiele... unsere kids werden auch aggressiv, wenn sie zu lange am Computer gesessen haben und auch, wenn sie da nur "sinnvolles" tun..... aber man auch das drumherum sehen sollte.....

Wenn ich z.B. in einem Forum lese, dass ein Hochbegabter Junger in der ersten oder zweiten klasse seine mathearbeit verhaut, weil er bei Munusaufgaben nicht als Ergebniss z.B. 3 Rest 2 hinschreibt, sondern eine vollkommen richtige Kommazahl und das null Punkte gibt, weil er das "falsche" Ergebniss hat und schon zu diesem Zeitpunkt Frust in der schule hat, dann frage ich mich eh, wohin das führen soll......

und trotzdem komme auch bei mir echte Ballerspiele nicht auf den Computer, aber gegen unechte kann ich nicht viel machen, ein wenig wollen die kids auch das machen, was alle anderen machen. Da wir allerdings ne kindersicherung auf dem PC haben, sind sie doch ein wenig eingeschränkt, was heimlichkeiten angeht *flöt*

VG
Schlappy

Babsel

Beitrag von Babsel » 23.11.2006, 19:44

Zu diesemThema habe ich einen interessanten Link gefunden:

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldun ... AB,00.html

Da muss ich Dir Recht geben, Schlappy. An einer Pistole sind auch wir - trotz allen guten Willens und eindeutiger Prinzipien - nicht vorbei gekommen. Eines Tages war sie da (von einem Opa "hinterrücks" geschenkt) - zwar nicht lange (hab ich das Ding doch irgendwo verlegt ;) ), aber der Anfang war gemacht. "Alle" hatten Wasserpistolen, an Fasching Schreckschußteile und - und - und. Wir konnten es allerdings auf diese Anlässe beschränken. Das Interesse scheint verflogen zu sein. Uffff! :ja:

Ich stimme mit inna2 überein: Auch ich bin interessiert, wie es Eltern, deren Kids schon groß sind, gehandhabt haben. Unser Sohn ist in 14 Tagen 9 Jahre alt und uns steht ja noch sehr viel bevor.

Babsel

Beitrag von Babsel » 23.11.2006, 19:54

inna2 hat geschrieben:... In den ersten Lebensjahren ist es, so glaube ich, neben anderen Aspekten sehr wichtig, dass Kinder zunächst einmal das Leben ihrer Eltern erfüllend erleben. Das Lebensgefühl, so wie es ihre Eltern ausstrahlen, ist ja die Atmosphäre, in der die Kinder sich ständig aufhalten und die deshalb auch stark prägt. Ich glaube, dass sie sehr genau wahrnehmen, wenn ihre Eltern ihre Aufgaben mit Freude erledigen, wenn sie Interessen haben, die über das Alltägliche hinausgehen, wenn sie sich für bestimmte Dinge besonders begeistern können. Wer als Kind einen Erwachsenen vor sich hat, der sich langweilt und ständig über seine Pflichten klagt, der kommt schnell zu dem Schluss, dass es eine unangenehme Angelegenheit sein muss, erwachsen zu werden.
Wenn ich an meine eigene Kindheit denke, so haben mich immer diejenigen Dinge besonders interessiert, von denen meine Eltern begeistert waren. Mein Vater hat mir beispielsweise Vogelstimmen beigebracht. Ich glaube nicht, dass er dachte, dass dies ein Kind unbedingt wissen müsste, und ich wäre ohne ihn auch nicht auf die Idee gekommen, mich dafür zu interessieren. Aber seine Begeisterung dafür hat sich auf mich übertragen und die Spaziergänge mit ihm durch den Wald, auf der Suche nach V.ögeln, gehören zu meinen erfüllendsten Kindheitserinnerungen. Dies alles erschien mir unglaublich bedeutungsvoll: er war wichtig, weil er so viel wusste, ich war wichtig, weil er mich an seinem Wissen teilnehmen ließ, und die Vögel waren wichtig, weil mein Vater sich so gerne mit ihnen beschäftigte.

Ich glaube, dass kleine Kinder mit mehr Staunen zu uns aufblicken, als uns oft bewusst ist, und auch, dass sie uns in Allem nacheifern wollen.
Wenn es nun darum geht, wie wir ihnen "Sinnvolles" mitgeben können, dann könnte der erste Schritt sein, dass wir zunächst einmal betrachten, wie sinnvoll wir unser eigenes Leben eigentlich empfinden.

Viele Grüße, inna
inna, das hast Du sehr gut auf den Punkt gebracht. Ich teile Deine Ansicht und bin auch der Meinung, dass die Tendenz, wohin der Weg eines Tages führen wird, im Elternhaus und im Umfang miteinander festgelegt wird.

Es wäre allerdings zu einfach, würde man alles an Elternhaus und Schule festmachen. Aber eine stark prägende Funktion haben sie auf jeden Fall. (Ich habe ähnliche Kindheitserinnerungen, inna und ich weiß genau, was Du meinst. Genau das hat mich geprägt. Auch wenn die Jahre danach alles andere als schön waren - ich durfte die Erfahrung machen, wie es ist, geliebt und voll angenommen zu werden. Das hat mir Kraft gegeben und zwar ganz bewusst. Bei vielen war ich der unverbesserliche Träumer - die Welt sei eben nicht so. Ich wusste es ganz tief in mir besser und wurde bestätigt!)

Neben Elternhaus und Schule ist sicher die "Leistungsgesellschaft" mit all ihren Begleiterscheinungen verantwortlich für die Perspektivlosigkeit.

Schlappy hat schon Recht - wo ist die "Normalität", wenn die Benotung in der 2. Klasse derart rigide ist. Wie sollen die Kinder damit umgehen - aber auch die Eltern. Ich muss zugeben, ich bin von einer derartigen Vorgehensweise oftmals überfordert und brauche erst einige Zeit, mich wieder zu fangen und richtig (?) zu reagieren.

bienchen

Beitrag von bienchen » 24.11.2006, 09:17

PC-/Konsolenspiele
Wenn Gewalt zum Spiel wird


Die Diskussion über Gewalt in Computerspielen und ihre Wirkung auf die Spieler wird aufgrund der aktuellen Ereignisse wieder sehr heftig geführt. Viele Eltern sind verunsichert. Auf der anderen Seite sind Computerspiele zu einem jugendkulturellen Phänomen geworden. Informationen und Tipps zum Umgang mit gewalthaltigen Spielen. Damit Eltern mitreden können.

„Entfernung: 543 Meter. Langsam bewegt sich der Kopf des feindlichen Soldaten in das Fadenkreuz des Präzisionsgewehrs. Die letzte Stunde des armen Wichts hat geschlagen. Der Finger des Scharfschützen krümmt sich vorsichtig um den Abzug. Drei laute Schüsse ertönen hinter ihm, die ihm genüsslich das Gehirn zersieben.“ So beschreibt ein Gamer seine Gefühle, nachzulesen im Internet. Das Spiel heißt „Delta Force“ und gehört zur Gattung der Ego-Shooter. Hier wird primitiv geballert. Gewalt wird zum Kult. Eine neue Mediensubkultur ist entstanden und ihre Konsumenten nennen sich Shooter, Clans oder Fragger.

Faszination Gewalt: Ist mein Kind gefährdet?
Was viele Kinder und Jugendliche fasziniert, lässt bei ratlosen Eltern und oft überforderten Erziehern und Erzieherinnen die Alarmglocken läuten. Was tun, wenn das eigene Kind diese Spiele spielt? Auch wenn die Spiele mit einer Altersfreigabe versehen sind und eigentlich nicht in die Hände Jüngerer gehören, eines ist doch klar: Die Realität sieht oft so aus, dass auf manche Kinder gerade die Spiele, die nicht für sie gedacht sind, einen ganz besonderen Reiz ausüben. Die „Killerspiele“ sind in. Aber bitte nicht in Panik verfallen, wenn Sie Ihr Kind beim Ballern „erwischen“. Ihr Kind wird durch ein Computerspiel nicht zwangsläufig zum psychopathischen Gewalttäter. Für die Entwicklung der Persönlichkeit sind immer mehrere Faktoren wichtig. Tatsächlich bestätigen aktuelle Forschungen, dass reale Gewalt und der Konsum aggressiver Medien gemeinsam auftreten können: Gewalttäter, so eine bayerische Langzeitstudie über Gewalt in der Schule, entstammten einer insgesamt gewaltgeprägten Lebenswelt - mit entsprechenden Vorlieben: Kriegs-, Horror- und Sexfilme. Exzessiver Konsum von Gewaltspielen kann auch bei „normal aufgewachsenen“ Jugendlichen Wirkung zeigen und zumindest zu einer erhöhten Gewalttoleranz führen. Jens Wiemken, Medienpädagoge aus Vechta, zählt zu jenen Beobachtern, die den mitunter etwas unübersichtlichen Frontverlauf in der öffentlichen Diskussion zwischen Anhängern und Gegnern noch zu erkennen glauben: „Man kann nicht sagen, dass Computerspiele generell aggressiv machen“, eine „gewisse Gewaltvorerfahrung und Aggressionspotenzial“ gehörten dazu.

Dennoch: In Kinderhände gehören die Killerspiele nicht. Zwar sind Kinder und Jugendliche besonders einfallsreich, wenn es darum geht, Verbote und Barrieren zu überwinden. Dann spielt man z.B. einfach bei den Freunden. Dies darf aber nicht dazu führen, dass Kinder und Jugendliche sich selbst überlassen werden.

Quelle:Schau hin!
Weiterlesen sehr empfehlenswert!

Das ist eine sehr interessante Seite die sich mit dem Thema "Kinder und der Umgang mit den Medien" befasst.

Gerade zu Tabea's Problem gibt es Tipps und Ratschläge von Experten.
Ich denke aber dieses Thema wird nach den jüngsten Ereignissen viele Eltern beschäftigen.
Mit meinen Mädels habe ich zum Glück noch keine Auseinandersetzungen was wie lange gespielt wird.

Babsel

Beitrag von Babsel » 24.11.2006, 09:42

bienchen, super! Danke! Eine tolle Seite!

Zu diesem Thema fällt mir eine Begebenheit in einem Electronic-Markt (wir sind echt nicht "blöd", gehen dennoch der Bequemlichkeit halber dort hin, obwohl man das wegen der Werbung allein schon nicht tun sollte ;) :lach: ).

DVD-Bereich - ein Mädchen, ca. 8/9 Jahre stöbert in den Kinder-DVDs - sucht sich "Bibi Blocksberg"aus - zeigt sie dem Vater - Vater reißt ihr das Teil förmlich aus der Hand mit den Worten: "Bist Du blöd, das wird nicht gekauft - das fließt kein Blut" - Mädchen guckt verdutzt - Vater geht zu dem Bereich der "blutigen" Spiele - zieht eine mit den Worten "Das musst Du gucken, dass ist das Leben, nicht Deine bescheuerte Bibi" - Mädchen zockelt mit Papa zur Kasse - wir beide stehen mit offenem Mund fassungslos da! Geschehen vor wenigen an einem ganz normalen Samstagnachmittag -!

Wäre mir der Vater auf der Strasse begegnet, hätte ich ihn als völlig "normal" eingeschätzt.

Was ist los auf dieser Welt?

inna

Beitrag von inna » 24.11.2006, 23:23

Es wäre allerdings zu einfach, würde man alles an Elternhaus und Schule festmachen
Nein, Babsel, damit kann man sicher nicht alles erklären, da hast du schon recht, aber dies sind nun mal diejenigen Bereiche, auf die wir noch den größten Einfluss haben: wir können uns selbst verändern, und wir legen fest, auf welche Schule unsere Kinder gehen. Und mir fällt es immer leichter, mich vor allem mit den Dingen zu befassen, die ich selbst beeinflussen kann. Da würde ich gerne mehr dazu lernen, um meine Möglichkeiten so gut wie möglich zu nutzen!

Das musst Du gucken, dass ist das Leben, nicht Deine bescheuerte Bibi"
...da hat er ja nicht ganz unrecht, aber offensichtlich möchte er auch gerne, dass es so bleibt! Erstaunlich (und erfreulich), dass das Mädchen noch verdutzt schauen konnte - das wird ja nicht die erste Bemerkung ihres Vaters in diese Richtung gewesen sein!

Danke, Bienchen, für den Hinweis auf diese interessante Seite!
Hier wird darauf hingewiesen, dass ein Jugendlicher durch das Spielen dieser Killerspiele nicht zwangsläufig zum psychopathischen Gewalttäter würde, sondern mehrere Faktoren für die Entwicklung der Persönlichkeit wichtig wären.
Ja, darin sind sich, glaube ich, alle einig. Aber eine genaue Analyse darüber, welche Faktoren dies nun genau sind, und wie man ihnen vorbeugen kann, darüber macht sich wohl jeder so seine Gedanken, aber "nichts Genaues weiß man auch nicht"! Oder?

Viele Grüße, inna

Tabea65

Beitrag von Tabea65 » 25.11.2006, 08:13

Hallo,

das Gespräch mit der Psychologin hat mich beruhigt und zeigt mal wieder wie wichtig es ist sich zu informieren.
Ich glaube es ist einfach wichtig mit Kindern, auch wenn sie in der Pubertät nicht mehr so zugänglich sind, im Gespräch zu bleiben.
Zu meiner Situation müßtet ihr vielleicht noch wissen, dass ich durch die Erkrankung meiner Mutter (erst Brustkrebs, seit einem Jahr akute lymphatische Leukämie) psychisch sehr belastet bin.

Zu Kinderpistolen und Gewalt beim Spielen möchte ich noch anmerken, ich weiß nicht wie alt ihr seid, aber ich bin 40 und in meiner Kinderzeit haben wir Spiele wie Indianer und Cowboys mit Pistolen, Pfeil und Bogen (selbst gebaut) in Anlehnung an die Karl-May-Filme die zu dieser Zeit im Fernsehen kamen, gespielt. Und das beste war, kein Erwachsener stand da mit dem erhobenen Zeigefinger und hat uns ein schlechtes Gewissen eingeredet. Später gab es Dracula im Fernsehen, da standen wir heimlich im Schlafanzug im Dunkeln an der Wohnzimmertür und haben versucht etwas davon mitzubekommen. Am nächsten Tag waren wir draußen entweder Vampire oder Vampirjäger, niemand mußte anschließend zur psychologischen Beratungsstelle.
Sicher habe ich manche der ehemaligen Spielkameraden aus den Augen verloren, aber niemand von Ihnen ist je Amok gelaufen.

inna

Beitrag von inna » 25.11.2006, 14:00

Hallo Tabea,

dass deine Mutter so krank ist, tut mir sehr leid. Ich kann mir vorstellen, dass diese Belastung immens groß für dich ist und wünsche deiner Mutter und auch dir und deiner Familie alles Gute und viel Kraft!




Zu Kinderpistolen und Gewalt beim Spielen möchte ich noch anmerken, ich weiß nicht wie alt ihr seid, aber ich bin 40 und in meiner Kinderzeit haben wir Spiele wie Indianer und Cowboys mit Pistolen, Pfeil und Bogen (selbst gebaut) in Anlehnung an die Karl-May-Filme die zu dieser Zeit im Fernsehen kamen, gespielt. Und das beste war, kein Erwachsener stand da mit dem erhobenen Zeigefinger und hat uns ein schlechtes Gewissen eingeredet. Später gab es Dracula im Fernsehen, da standen wir heimlich im Schlafanzug im Dunkeln an der Wohnzimmertür und haben versucht etwas davon mitzubekommen. Am nächsten Tag waren wir draußen entweder Vampire oder Vampirjäger, niemand mußte anschließend zur psychologischen Beratungsstelle.
Sicher habe ich manche der ehemaligen Spielkameraden aus den Augen verloren, aber niemand von Ihnen ist je Amok gelaufen.
Ich finde, dass man das Rollenspiel jüngerer Kinder nicht mit diesen Computer-Killerspielen vergleichen kann.
Rollenspiele haben ja einen bestimmten Sinn und Zweck, der eine große Bedeutung für die Entwicklung der Kinder hat: hier wird alles nachgestellt, was den Kindern begegnet, um es spielerisch verarbeiten und erfassen zu können. Letztlich geht es in einem Rollenspiel, das von Cowboys und Indianern handelt, auch um die Auseinandersetzung mit Gut und Böse, und da gehört es natürlich dazu, dass man auch die Rolle des Bösen übernimmt, um zu erfahren, wie sich das anfühlt, „böse“ zu sein! Am Ende siegt im Spiel der Kinder jedoch in der Regel das Gute, denn ihr Gerechtigkeitssinn ist meist noch sehr stark ausgeprägt und entspricht ihrem Bedürfnis nach Sicherheit und dem Wunsch, die Welt möge „gut“ sein. Ein Rollenspiel in diesem Alter dient also dem Lernen und der Entwicklung.

Völlig anders sind hingegen Killerspiele Jugendlicher am Computer zu betrachten.
Ein Jugendlicher spielt doch nicht mehr, um sich in der Welt besser zurecht zu finden, seine Auseinandersetzung findet bereits auf einer ganz anderen, intellektuelleren Ebene statt. Er befindet sich auf dem direkten Weg, erwachsen zu werden und sollte sich meiner Meinung nach kritisch mit den Werten, die er bis zu diesem Zeitpunkt erfahren hat, auseinander setzen. Diese Auseinandersetzung hat wohl auch bei dem jungen Amokläufer stattgefunden, doch, wie man liest, haben ihn seine daraus resultierenden Erkenntnisse zutiefst resignieren lassen, ein Gefühl der absoluten Sinnlosigkeit stellte sich bei ihm ein. Der tiefe Hass, den er all den Menschen gegenüber empfand, die ihn in der Vergangenheit gedemütigt haben, war in Kombination mit diesem absoluten Sinnlosigkeitsgefühl wohl eine fatale Mischung. Das tägliche und stundenlange virtuelle Töten von Menschen hat dann seine Hemmschwelle, selbst gewalttätig zu werden wohl nach und nach herabgesetzt, bis er schließlich bereit wahr, das virtuelle Spiel Wirklichkeit werden zu lassen.
Nichts wird in unserer Welt durch den Menschen Wirklichkeit, was nicht zuvor ein Gedanke war. Deshalb ist es mir ein großes Bedürfnis, die Gedanken meiner Kinder mit Inhalten zu bereichern, die ihnen dienlich sind.

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass eine klare Position der Eltern von großer Bedeutung ist. Natürlich werden unsere Kinder mit Vielem konfrontiert, mit dem wir nicht einverstanden sind. Auch Drogen werden meine Kinder mit Sicherheit kennen lernen. Doch würde ich in dem Moment, wo sie mit einer Haschischtüte da stünden nicht sagen: „Bitte, mach´s dir doch auf dem Sofa bequem und wohl bekomm´s!“
Dass man auf diese Weise die Augen vor Dingen verschließen würde, mit denen die Jugendlichen konfrontiert werden, das sehe ich nicht. Denn ein solches Verbot ist doch in der Regel mit viel Gesprächen verbunden, in denen man seine wohldurchdachte Vorgehensweise darlegen und begründen können muss. Bei einer Erlaubnis hingegen wird vom Kind nicht zwangsläufig eine Darstellung der elterlichen Position eingefordert. Im schlimmsten Fall suggeriert sie sogar ein Einverständnis oder zumindest eine gewisse Gleichgültigkeit oder Hilflosigkeit.

Leider hast du inhaltlich nichts von dem Gespräch mit der Psychologin erzählt. Vielleicht magst du das noch machen, denn es wäre doch interessant zu erfahren, wie sich eine Fachfrau zu diesem Thema stellt!

Viele Grüße, inna

Tabea65

Beitrag von Tabea65 » 25.11.2006, 16:10

Hallo Inna,

der Vergleich "Cowboy und Indianer" war nicht im Vergleich zu den Killer-Computer spielen gemeint. Vielmehr meinte ich wie schön es war zu spielen ohne im ständigen Vocus der Eltern zu stehen und eben gut und böse kindgerecht verarbeiten zu dürfen.
Und einmal ganz klar gesagt auch ich verabscheue Killer-Spiele, wie ich Gewalt auch in jeder Form ablehne. Aber ich halte auch nichts von Verboten, möchte lieber durch Argumente überzeugen und verstehen was diese Spiele so interessant für mein Kind machen.

Zum Gespräch der Psychologin. Auch sie ist der Meinung dass Verbote nicht der richtige Weg sind und man hinterfragen soll warum die Spiele gespielt werden. Sie ist auch der Meinung, dass mein Sohn nicht gefährdet ist, so wie ich das alltägliche Familienleben, Umfeld, schulische Leistungen etc. geschildert habe.

Jetzt dazu was mein Sohn über die Spiele sagt. Zur Erklärung er spielt das Spiel online auf einem Server gegen und mit, sie bilden Teams, Spieler ist ganz Deutschland. Sie sprechen miteinander über ein Headset.
Mittlerweile kennen sich die Spieler gut und es wird auch alltägliches geredet. Ziel der Spieles kann sein, eine Terroristengruppe zu killen und Geiseln zu befreien. Dabei müssen sich die Teams taktisch unterstützen. Es gibt aber wohl verschiedenen Varianten und, wie bereits gesagt es gefällt mir nicht.
Mein Sohn sagt es macht einfach Spaß, weil man sich kennt es gäbe witzige Dialoge und Kommentare während des Spiels...
Ich will mit diesen Ausführugen die Angelegenheit nicht verharmlosen, einfach nur denjenigen erklären, die nicht, oder noch nicht damit konfrontiert sind.

Bei uns ist es jetzt so, dass der spielen darf, aber zu festgelegten Zeiten. Weiterhin weiß er, dass wir es nicht gut heißen, aber auch der Meinung sind, dass diese Spiele allein nicht gewaltätig machen.

Danke auch für deine Wünsche was die Gesundheit meiner Muter angeht, im Moment geht es meiner Mutter, den Umständen entsprechend, recht gut. Wir haben gerade einen Umzug hinter uns, sie ist in eine Erdgeschosswohnung gezogen, die meiste Arbeit haben wir erledigt und bedingt dadurch litt das Familienleben. Nach der Arbeit renovieren, Essen aus der Bude.... Das hat uns natürlich auch ein schlechtes Gewissen gemacht, zumal unser Sohn diese Zeit auf seine Weise (zocken) genutzt hat.
Aber jetzt haben wir wieder etwas Luft und Zeit und gestern sind wir zum Beispiel zusammen zum Bowlen gegangen und hatten tierisch viel Spaß dabei.

Wisst ihr, so toll die Technik auch ist, das Internet verfluche ich manchmal, kennt ihr beispielsweise die Seite youtube, was es da für Videos frei zugänglich zu sehen gibt ist für mich unbegreiflich und die Kids schauen sich die teilweilse im Schulunterricht im Medienraum an. Eine Bekannte hat mir heute einen Beitrag gezeigt, wo ein Jugendlicher einen lebenden Hamster unter einen Hut legt und dann draufspringt...

inna

Beitrag von inna » 27.11.2006, 09:55

Hallo Tabea,

es freut mich sehr für dich und vor allem für deinen Sohn, dass die Psychologin ihn als nicht gefährdet empfindet - das ist doch schon sehr viel!
Dass ein Jugendlicher in diesem Alter aus der Einsicht heraus, dass diese Spiele sich ungünstig auf seine Entwicklung auswirken könnten, davon Abstand nehmen kann, wage ich nach wie vor zu bezweifeln, aber ich werde mir diese Ratschläge durchaus für die Zukunft merken - vielleicht werde ich ja eines Besseren belehrt!

Hat sie denn auch Vorschläge gemacht, was man den Jugendlichen statt dessen für Angebote machen könnte? Hat sie Erfahrungen geäußert, worauf man ihre Interessen lenken kann?

Die Geschichte mit dem Hamster ist grauenhaft. Man weiß gar nicht, mit wem man am meisten Mitleid haben soll: mit dem Hamster, dem Jugendlichen, der drauf gesprungen ist oder mit denjenigen, die sich das ansehen müssen, ohne eingreifen zu können...

Viele Grüße, inna

Tabea65

Beitrag von Tabea65 » 27.11.2006, 21:38

Hallo Inna,

nein konkrete alternativ Vorschläge hat sie nicht geäußert, aber eben dass man feste Regeln und vor allem Spielzeiten empfohlen. Mit Regeln meine ich das soziale Kontakte wie Freunde, Sportverein und schulische Leistungen nicht vernachlässigt werden dürfen.


Ich glaube auch nicht, dass Jugendliche aus eigener Überzeugung einsehen dass diese Art der Freizeitgestaltung ungeeignet oder sogar gefährlich für sie sein könnte, aber ich würde mich gern irren.

Ja, du hast Recht das Hamster-Video ist wirklich sehr grausam und ich wünschte meine Bekannte hätte es mir nicht gezeigt.

Naykiu

Beitrag von Naykiu » 23.12.2006, 22:26

hallo maedels (sorry wenn sich hier jetzt jemand falsch angesprochen fuehlt aber es ist nicht boes gemeint :) )

erst einmal kurz zu mir selbst...

bin 20 maennlich und komme aus der naehe von koeln...

bin in amerika geboren, in deutschland aufgewachsen, und zwar in einer familie in der "normale" moralische werte vermittelt werden... nich das hier nachher jemand meint ich kaeme aus einer fam wo sich die eltern nich um die kinder geben sondern in die kita "fernseher" abgeben... bin aufm land aufgewachsen und war viel mit meinen freunden draussen... hab frueher wenig ferngesehen (wenn dann disney filme :), schaue ich jetzt noch gerne uebrigens.. die sind einfach klasse... tolle handlung... viele anspielung auf vergangene zeiten (koenig der loewen und hitler), tolle musik und schoene farben...) habe noch nach dem alten knigge gelernt wie sich ein junger mann zu benehmen hat was aber heut zutage von immer mehr frauen meinen alters geschaetzt wird (leider.. ich find die verhaltensformen gut)... habe gelernt wie man richtig zu tisch isst... das wenn die grossen reden die kleinen ruhig zu sein haben... halte viel auf rechtschreibung (aber nicht auf gross und klein schreiben zumindest im inet)... bin das 4. von 4kindern meine aeltesten geschwister sind (*gruebelgruebel*) glaube 33 und 32 ^^ und meine "kleine" sis is 27... sind 2und2... habe viele tolle freunde auf die ich mich alle verlassen kann...
bei den freundinnen (beziehung) siehts nich ganz so gut aus... zweie haben mich betrogen und bei einer hab ich gemerkt das ich nach ner zeit nichts mehr fuer sie empfunden habe... bin mom also single...

ich weiss das is alles bissel durcheinander... aber ich schreibe grad wies mir einfaellt...

war bis letzten januar noch aufm gymnasium habe dann anfang der 12.2 abgebrochen weil ich keine lust mehr hatte... haette aber mein abi laut lehrern mit ner guten 2.5 abschliessen koennen...

bin jetzt beim bund, hab mich da fuer 4 jahre verpflichten lassen und will unbedingt ins ausland moeglichst irak, afghanistan oder kongo weils da am meisten geld gibt und die deutschen eh wenig machen und in den sicheren teilen sind... hab vorm bund noch 2monate vollzeit fuer 400€ gearbeitet (effektiv 2,5k€ verdient alles nachgezahlt bekommen in 400€ schritten...)

habe ein jahr in den usa verbracht mit schule und allem, dort auch meinen fuehrerschein gemacht fuer insgesamt 100€ (mit umschreiben in deutschland) fahre jetzt also schon knapp 4 jahre unfallfrei und erst zwei tickets fuer zu schnell fahren (5km/h zu viel und 8km/h).. fahre einen golf 2 bj 87... totale schrottkarre von aussen und innen aber ich find ihn schoen...

will mir spaeter einen schoenen alten rostigen ford ranger oder dodge dakota holen... in rot und schoen alt... traum auto...

pc hat meine fam mit einem comodore und atari angefangen... habe damals mit meinem bruder blooby volley gespielt.. und noch so ein spiel wo ich aber nich mehr weiss wies heisst... war aber aehnlich wie risiko.. nur halt fuern pc... mit panzern bauen, uboote, flieger und was weiss ich nich alles... rundenbasiert und uralte grafik...

erste richtige pc kam glaub ich in 98 oder so... hab meinen eigenen seit 2001... kaufe mir januar nochn laptop...

habe seit 3 jahren ein handy... und zwar ein und das selbe.. son uraltes nokia handy... wunderbares teil... faellt runter und funktioniert immer noch... nagel in die wand haemmern und das teil hat noch nich mal einen kratzer... kann telefonieren und sms schreiben... was will ich mehr...

bin religioes aufgewachsen... war im kinder kirchenchor... dann noch im schul chor... hatte 6jahre klavier unterricht... war 5jahre beim dlrg... habe badminton gespielt fuer 4jahre... mache jetzt nebenbei nochn bissel tae-kwon do was ich vor7 jahren begonnen hatte...

so glaube habe langsam alles interessante damit ihr euch ein bild ueber meinen charakter machen koennt... alle details die zum thema passen kommen jetzt noch...



b2t:

so spiele seit counter strike draussen ist dieses spiel und bin begeisteter anhaenger... bis auf wo die neue version rausgekommen ist die sich source schimpft (egal welches halflife spiel)... spiele daher nur noch v1.6 wobei 1.3 bzw 1.5 die besten waren... (fuer die die sich bissel damit auskennen wissen auch warum)...

spiele auch andere spiele schon seit jahren die indiziert sind.. zB quake oder unreal (weiss ich gar nicht ob das indiziert ist)... hab diese spiele von freunden gebrannt bekommen (hoffe doch mal das mich deswegen jetzt hier keiner anzeigt...) halflife hab ich mir selber bestellt... uebers internet mit dem wissen meiner eltern und erlaubniss... die wissen/wussten auch was das fuer ein spiel ist (war vor 5jahren oder so)... habe extra die englische version bestellt weil die englische version von cs(counterstrike) nur mit dem engl. HL laeuft... und bei der deutschen die "toten" gegner sich einfach nur hinhocken und anfangen zu wimmern...

war schon auf vielen lans... private (2-20) wie auch oeffentliche grossevents mit mehr als 200 spielern... ueberall war das team spiel gross... spiele auch jetzt noch regelmaessig im inet...

das spiel fasziniert mich einfach weil so viel auf teamarbeit und absrpache gebaut wird... wenn man ohne sein team spielt und versucht alleine durchzukommen hat man wenig chancen... (bsi auf bei quake event :D (da gibt es keinen teams... das ist einfach nur wildes geballer um moeglichst viele kills zu kriegen))... und da faengts auch schon an warum ich die engl. version bevorzugt habe... die meisten spieler die ich kenne spielen ohne blut weils zu sehr den pc belastet und einfach nur stoerend ist... vor allem wenn man es so realistisch wie moeglich haben will... sprich das es ganz feine blut partikel sind... brauch keiner ausserdem sind die dann auch zu undeutlich sodass es einem noch nicht mal hilft um festzustellen ob man sein gegenueber ueberhaupt getroffen hat... dann lieber gross und eckig und unrealistisch... auch gerne in quietschgruen... kann man auf den ganzen wandtexturen besser ausmachen als die dunkel rote farbe...

das ist auch eine sache die mich an der neuen source version stoert... das ist alles zu realistisch... man kann dort sogar sehen wo man getroffen hat (roter fleck an der getroffenen stelle der person zb schulter oder bein)... interessiert doch keinen...geht ja nicht darum um leute zu toeten sondern um den gegner bis zum ender der EINEN runde auszuschalten damit man gewonnen hat... man toetet ihn ja nicht auf ewig... sondern maximal fuer 5min... (normale rundendauer wenn sich ein patt entwickelt weil keiner sich traut anzugreifen)...

es passiert viel mit taeuschen und taktisch vorgehen... viele absprachen ueber headset... daher auch starker sozialer kontakt... reaktionszeiten werden ausgebaut da man halt schnell reagieren muss... generell wird auch die tastatur auswendig gelernt sodass das schnelle 10finger schreibmaschinen system sich fast von selbst einspielt...

ich selber bin auch der meinung das die spiele (so nutze ich sie zumindest genauso wie metal, rock punk ska reggea alternative und so weiter) aggressions abbauend sind und einfach nur beruhigen... ausserdem lerne ich dort immer wieder viele nette menschen kennen mit denen ich mich nach ner guten partie noch per icq unterhalte... klasse leute...man spricht nochmal ueber das spiel... ueber verschiedene taktiken... tolle moves von einem... lustige sachen von anderen... kewle sprueche die waehrend desssen gefallen sind... ;) und alles moegliche... verabredet sich auf ein anderes mal was man eh nicht schafft... und sieht sich wahrscheinlich nie wieder... bsi zu dem tag wo man die meldung im spiel sieht "Naykiu connected" udn kurz darauf "Naykiu joined Terrorist forces" und sofort schreibt "hey naykiu how are u?" und anfaengt die alten taktiken wieder durchzuspielen...

wo ich hier grad schreibe starte ich schon wieder steam (das hauptprogramm von cs) und teamspeak (ein voicechat programm extra fuer spieler) um jeweils server zu suchen auf denen ich spielen kann und mit den leuten dann auch reden kann... :)

ich weiss grad ehrlich gesagt gar nicht mehr ob ich eigentlich das gesagt hab was ich wollte... will mir das jetzt auch nicht mehr durchlesen... mache ich dann morgen und editiere ggf...

hoffe aber doch das ich euch event mal einen neuen standpunkt geben konnte...

mfg Naykiu

p.s. 1. wenn ihr fragen zu pc spielen (bevorzugt shooter) habt fragt mich einfach... kann euch da event weiterhelfen...
2. ich bin davon ueberzeugt das shooter alleine und moegen sie noch so "blutruenstig" sein nicht der ausloeser fuer eine gestoerte psyche sind... schaut euch mal die ganzen "kinderfilme" an... die von morgens bis nachmittags im tv laufen... dragonballz und wie sie nicht heissen... und ich meine auch teletubbies... das is eher was wo man gestoert werden koennte... oder auch diese casting shows... die jungen menschen dort werden einem solchen druck wegen irgendnem scheiss ausgesetzt... werden als stars bezeichnet und super stars und megastars und supermega stars... und demnaechst bestimmt auch als uebermegasuperduperstars oder wie die "inszene" angefuehrt von mr detlef d! bestimmt sagen wuerde "ey alter so supadupameggastah"... das ist kompletter schwachsinn... wie lange waren die "besten" schauspieler damals einfach nur als schauspieler betittlet worden... dann als star (kann man ja noch durchgehen lassen).. und jetzt sollen so moechte gerne die auf einmal von heut auf morgen von wild pubertierenden teenies "geil" gefunden werden SUPERSTARS sein?? was issn das? was is denn bitte schoen ein superstern? die wollen doch alle cool sein oder auch kewl aber sind "sterne" cool?? hoert sich doch eigentlich nach weichei an...
und nach einem jahr trennen sie sich wieder weil sie den ganzen druck nicht aushalten... :D:D:D da kann ich echt nur sagen "wen wunderts"...

um zur psyche zurueck zu kommen... die spiele beeinflussen die nicht wirklich... ich merke nicht das ich irgendwie gewalt bereiter bin seit ich angefangen habe (vor 5jahren)... habe mich nicht einmal in meinem leben wegen irgendwas gepruegelt... sondern konnte bisher alle auseinandersetzungen in einer diskussion beseitigen... (auch ohne 30 mann die hinter mir standen und auf meiner seite waren)... ich trage immer ein messer mit mir rum... welches wenn die polizei es sehen wuerde mir wegnehmen wuerden weil die klinge zu lang ist und das ganze ein einhandklapp messer ist... benutze dieses um meine fingernaegel sauber zu halten... um verpackungen aufzuschneiden und als schere... zum teil auch zum essen brot schmieren oder sonstiges... holz schneiden apfel schneiden im boden graben...hab mich schon oft geschnitten... auch boese und tief... aber das hat mich nur gelehrt mit dem messer besser umzugehen... mache auch gerne kleine tricks damit... zb in die luft werfen (und natuerlich wieder auffangen)... mit drehungen und salti... und so... habe aber noch nie jemandem gedroht...

um durchzudrehen muss man auch von den eltern so erzogen werden... da gehoert das ganze umfeld dazu... aber garantiert nicht die spiele...

die helfen nicht beim durchdrehen... sondern wenn dann nur um ein verstaendnis der waffen hervorzu bringen...

3. bin neu im forum... habe mich angemeldet weil ich mal wissen wollte ueber was frauen in einem eigenen forum so reden... :) also alle miteinander ein ganz herzliches hallo und frohe weihnachten...

Babsel

Beitrag von Babsel » 24.12.2006, 23:00

Zuerst einmal herzlich Willkommen, Naykiu. Schön, dass Du hergefunden hast und dass Du uns Deine Sicht zu dem Thema geschildet hast. Sicher hast Du Verständnis dafür, dass Dir im Moment nicht viele antworten - Du weißt schon, Weihnachten und so.

Aber ich finde es stark, dass Du aus Deinem Blickwinkel berichtet hast und sicher kann daraus ein vielleicht für alle Seiten tollen Schreib-Gespräch stattinden.

Wölkchen

Beitrag von Wölkchen » 29.12.2006, 15:11

Mir graust es aber trotzdem wenn ich solche Nachrichten lese:
Rechte Christen in den USA haben ein Spiel entwickeln lassen, in dem "Schergen des Satans" niedergemetzelt werden. Mord an Ungläubigen ist dort in Ordnung - solange man anschließend betet. Kritiker protestieren: Das Spiel sei pure religiöse Agitation gegen Andersgläubige.
http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeu ... 16,00.html

Weiter heißt es bei Spiegel online in der Verbotsdebatte:
Der Bayer fordert "Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe" für jeden, der grausame Computerspiele "verbreitet, einer Person unter 18 Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder herstellt, bezieht, liefert, [...], anbietet". Niedersachsen hingegen will im Grundsatz "bis zu zwei Jahre Haft oder Geldstrafe". Der bestehende Strafrechtspraragraf 131 soll nicht verändert, sondern ergänzt werden durch einen Absatz mit konkretem Bezug auf Computerspiele, "bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist".
Auch ich kenne die Lan-Partys aus der Zeit, wo unser Sohn regelmäßig daran teilgenommen hat. Es liegt viel an dem in welchem Umfeld die Kinder aufwachsen und was sie von daheim mitbekommen um die Grenze zwischen Realität und Fiktion nicht mehr zu erkennen. Agressionsabbau kann ich nicht bestätigen. Das permanente, angespannte Spielen birgt ansich schon den Faktor Streß und die Gefahr der Überreizung wodurch Agressionen ausgelöst werden können.

Wie jede Gefahr, die rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann, muss gesetzlich verankert werden, wann es strafbar ist und wann nicht und ich finde es durchaus richtig, wenn es endlich passiert.

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