Ärztliche Pflichtuntersuchungen bei Kindern?

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Ärztliche Pflichtuntersuchungen bei Kindern?

Beitrag von admin » 26.10.2006, 10:47

Ärztliche Pflichtuntersuchungen bei Kindern?

Eine regelmäßige ärztliche Pflichtuntersuchung von Kindern, wie sie etwa von Bayern und Sachsen gefordert wird, stößt in der Bevölkerung auf breite Zustimmung. In einer Umfrage im Auftrag des Hamburger Magazins stern sprachen sich 85 Prozent der Befragten dafür aus. Nur 15 Prozent waren der Ansicht, dass solche Untersuchungen keinen Sinn machen.

Quelle: Forsa

Was meint ihr?

VG Ina

meol

Beitrag von meol » 26.10.2006, 11:47

Ich habe alle Vorsorgeuntersuchungen meiner Kinder wahrgenommen. Deshalb habe ich auch nichts dagegen, das sie verpflichtend werden könnten.
Gerade für die Kinder, deren Eltern nachlässig damit umgehen (wer weiß, aus welchen Gründen), halte ich es für sinnvoll.
Schöne Grüße, meol

inna

Beitrag von inna » 26.10.2006, 12:20

Ich bin absolut dafür, allerdings sind die bisherigen Methoden in den Vorsorgeuntersuchungen zur Feststellung des Entwicklungsstandes der Kinder meiner Meinung nach viel zu oberflächlich. Bei vielen Kindern werden Entwicklungsverzögerungen erst im Vorschulalter richtig wahrgenommen, weil sie zu diesem Zeitpunkt ein nicht mehr übersehbares Ausmaß erreicht haben. Wären diese früher bemerkt worden, hätten die Kinder noch ausreichend Zeit gehabt, mit der entsprechenden Förderung eine altersgemäße Entwicklung zu nehmen. Ich denke, dass man auf diese Weise Schulprobleme und Lernstörungen bei vielen Kindern vermeiden könnte.

Viele Grüße, inna

Babsel

Beitrag von Babsel » 26.10.2006, 13:12

Ich gebe inna völlig Recht. Die Untersuchungen sind auch meiner Meinung nach viel zu oberflächlich und geben nicht immer den fundierten Hintergrund für - beispielsweise - eine Förderung. Selbstverständlich sind diese Untersuchungen sinnvoll und notwendig! Da gibt es gar keine Frage.

Ich halte allerdings generell nicht viel von staatlichen Eingriffen und Reglements in die Erziehung. Deswegen bin ich eigentlich grundsätzlich gegen eine gesetzliche Verpflichtung, denn im Grunde vertraue ich da schon auf das Verantwortungsbewusstsein der Eltern.

Da ich aber Stellung beziehen muss und dabei alle Aspekte betrachtet werden sollten, ist - schon im Hinblick auf die grauslichen Zustände in manchen Familien - eine Verpflichtung für mich völlig in Ordnung.

woodstock

Beitrag von woodstock » 26.10.2006, 16:46

Ich schließe mich Inna und Babsel an.
Kann z.B. berichten, dass ich auch immer brav die Untersuchungen durchführen ließ. Trotzdem wurde nicht erkannt, dass mein Ältester stark weitsichtig war/ist.
Man sollte also solche Untersuchungen dann auch so ausführen und aufteilen lassen, dass mehr Fachärzte "dran dürfen".
Weitsichtigkeit ist bei Kindern nur erkennbar, wenn ein Fachmann draufsieht.
Ich bin absolut dafür, unter entsprechenden Vorzeichen!
Gruß, Doro

strangegirl

Beitrag von strangegirl » 26.10.2006, 18:05

Ich finde es nicht schlecht. Dann hätte auch jemand ein Auge drauf, ob es den Kindern gut geht oder nicht. Natürlich können solche Reihenuntersuchungen nicht aufmerksame Angehörige und Nachbarn ersetzen, aber ich denke schon, daß dann auch der eine oder andere Mißbrauchsfall und Gewalt im Elternhaus eher auffallen würden.

Davon mal ganz abgesehen finde ich diese Sache auch deshalb gut, weil Otto Normalbürger nunmal ein medizinischer Laie ist und manchmal gar nicht beurteilen kann, ob einem Kind etwas fehlt oder es in seiner Entwicklung gestört ist.

LG,

strangegirl

echtgold

Beitrag von echtgold » 26.10.2006, 22:07

Ich glaube,der Grund für diese Forderung ist in erster Linie der, misshandelte und vernachlässigte Kinder besser "ausfindig" zu machen.

Meines Erachtens ist aber diese "Pflichtuntersuchung" nicht unbedingt das geeignetste Mittel dafür.

99% aller Eltern werden vom Staat gezwungen um 1% "Rabeneltern" zu überwachen,- und die drücken sich vielleicht dann doch irgendwie davor.

Es wurde von den Kinderärzten auch gefordert, so eine Art "Datenbank" für verdächtig verletzte oder sonstwie vernachlässigte und deswegen kranke Kinder einzurichten,auf die jeder Arzt bei Bedarf zugreifen kann.
Das fände ich sinnvoller.

Auch fehlt oft die soziale Betreuung "schwieriger" Familien , weil die Kommunen für solch geschultes Personal kein Geld mehr haben.
Die Jugendämter sind oft überfordert, mal reagieren sie zu drastisch,-oft garnicht.

Wir haben eine solche "Trägheit" auch hier in unserer Strasse schon erlebt....
Trotz mehrfacher Hinweise an das Jugendamt ist bei vernachlässigten Kindern in unserer Nachbarschaft nichts passiert.
Der Jüngste ist jetzt tot.
Nun , er ist nicht verhungert,sondern an Drogen gestorben (mit 15),aber für uns ist klar,das dies auch durch jahrelange Missachtung kindlicher Bedürfnisse so gekommen ist.....

Oft brauchen auch die Eltern Hilfe und Unterstützung,weil sie mit ihrem eigenen Leben nicht zurechtkommen und für die Kinder ist dann weder Energie noch Erziehungskompetenz vorhanden.

Ich habe eine Freundin,welche 6 Jahre beim Jugendamt einer großen Stadt gearbeitet hat.
Es ist unvorstellbar,was sie dort erlebt hat .
Sie hat das Handtuch schon vor einigen Jahren geschmissen,sonst wäre sie kaputt gegangen.....
Es ist schlimm, wie einige "Eltern" bei uns in Deutschland mit ihren Kindern umgehen.
Ein Armutszeugnis auch für unser Land, finde ich zumindest....
Das ganze hat meiner Meinung nach auch politische und gesellschaftliche Gründe. Die ansteigende Armut vieler Familien mit Kindern spielt sicher auch eine Rolle.....

LG: echtgold

Nadine75

Beitrag von Nadine75 » 28.10.2006, 00:46

Ich finde das gut.
Ebenso wie ich die Impfpflicht von früher gut fand.
Es besteht nun mal eine gewisse Pflicht in Sachen Gesundheit gegenüber den Kindern.

admin3

Beitrag von admin3 » 28.01.2007, 11:38

Die Umfrage ist abgeschlossen.

Das Ergebnis lautet :
Ärztliche Pflichtuntersuchungen bei Kindern?

Ja, unbedingt. 78% [ 11 ]

Nein 14% [ 2 ]

Keine Meinung 7% [ 1 ]

Stimmen insgesamt : 14

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