Architekten und ihre Häuser

Von der Renovierung bis zur Dekoration


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Jaime

Architekten und ihre Häuser

Beitrag von Jaime » 04.04.2006, 17:29

also hier gehts weiter--

Sicher bauen einige Architekten sehr schöne Häuser (für sehr schöne Menschen)diese heissen dann zutreffend auch : Architektenhäuser !
(aber wohl auch schwer an den Mann bezw. an die Frau zu kriegen)

ich will hier keinen Berufsstand verunglimpfen, es gibt sicher Ausnahmen. Papier ist auch geduldig, es gibt viele Bücher mit schönen Hochglanzfotos.
Wollen wir nun unsere Bücher abgleichen ? , auch ich habe eine Menge in meinem Besitz. :lol:

leider ist es so, dass eben für die große Masse gebaut wird.Und da liegen auch schon viele Probleme in der Wiege.Uniformmäßig und ohne Chance auf individuelles Privatsein. Es geht ja kaum ein Kinderwagen, Mutter, 2.Kind und evtl.Einkäufe in einen normalen Lift eines ganz normalen Wohnhauses.

Enden tut es nach meiner Meinung damit, wenn die allerletzte Kiste hochkant in den Fahrstuhl gequetscht werden muss. :oops:

Und ganz schlimm ist es, wenn Gemeindeämter und Baumat so pennen, dass sie Baugenehmigungen für Viertel erteilen, die verseucht sind.
So hier geschehen, als wir Bauplätze ansahen... Diese Bauherren sitzen heute auf wertlosem Land, ihre Häuser sind unverkäuflich..
es war einst eine Munitionsfabrik, im Sommer haben sie bengalisches Licht aus Phosphorresten. Sie dürfen die Kinder nicht auf dem Rasen spielen lassen und vom eigenen Gemüse essen ist gar keine Rede :evil:
zum Glück haben wir da nicht ja gesagt.

es ist so, leider so, und nicht jeder hat das Glück, nach seinen eigenen Vorstellungen wohnen zu können.
LG J:

Wölkchen

Beitrag von Wölkchen » 04.04.2006, 18:34

Schön Jaime,

du hast im anderen Thread Hundertwasser angesprochen. Was fasziniert dich an seinem Stil noch? Ich habe bislang nur eine Reportage über ihn gesehen.

Die Fassaden sind grandios, mir haben sie mehr als gefallen.

Gast

Beitrag von Gast » 04.04.2006, 19:33

Für die Form der Häuser sind die Bauämter zuständig, denn es gibt da eine Menge Vorschriften für die Form und Größe. Nicht jedes Haus darf auf jeden Bauplatz gesetzt werden.Es gibt in Deutschland nur sehr wenige frei zu bebauende Wohngrundstücke. Das meiste ist halt vorgegeben. dafür hat jede Stadt Bebauungspläne. Danach hat sich der Architekt zu richten.

Wir wollen übrigens keine Bücher abgleichen, da würdest du eh den kürzeren ziehen. Die Empfehlung waren keine Hochglanzbände, sondern Infobände. Ich sammle Architekturbücher, besonders die mit alten Grundrissen. Ich gehe jeden Tag live mit Architekten um und weiß sehr viel über diese Arbeit.


Hundertwasser war übrigens ein Designer und Künstler. Gaudi hingegen war studierter Architekt.


@ Wölkchen

Die Fassaden von Hundertwasser sind genial, aber sind eben Kunstwerke. Für den normalen Wohnungsbau sind sie eher nicht geeignet. sie sind innen genauso klein, mache Zimmer haben nur Schiffsgucklöcher als Fenster. Ich war mal in eines drin.

Wenn wir hier über Archtektur sprechen wollen, dann sollten wir uns die Grundrisse von der Bauhäuslern mal anschauen. Die sind total schön, praktisch und gut. Es ist genial geplant. Es gibt diese alten Reihenhäuser m.E. noch in Dessau. Ich würde sie zu gern mal anschauen. Hat sie jemand zufällig mal live gesehen?

Jaime

hi

Beitrag von Jaime » 05.04.2006, 05:45

bin hier doch etwas vom Thhema abgekommen. :lol:
und bin aber immer noch der Meinung, dass für Menschen und nicht für Vorschriften gebaut werden sollte.

Warum werden dann nicht Reihenhäuser so wie die in Dessau gebaut?

Und Feng Shui mäßig ausgelegt?

ich kenne hier Reihenhäuser, 4 m breit, Gärten wie Hühnerställe, UND ohne Durchgang, also muss alles, aber auch alles durch das Wohnzimmer durch hinausgeschleppt werden.
welche Vorschriften sind denn das ?
diese werden von Menschen gemacht und lassen sich ändern.

Architekten müßten ihre Arbeiten einwohnen !( ist das nun wieder Verunglimgfung? :lol: )

also, nix für ungut Jaime

Gast

Beitrag von Gast » 05.04.2006, 07:39

Jamie
Architekten müßten ihre Arbeiten einwohnen !( ist das nun wieder Verunglimgfung? )
Ich betrachte es als dieses. Das ist eine persönlich Meinung, da du dich mit diesem Thema erst auseinandersetzten solltest, bevor du Äußerungen machst.
Jamie
Warum werden dann nicht Reihenhäuser so wie die in Dessau gebaut? Und Feng Shui mäßig ausgelegt?
Das kostet viel Geld, wer soll das bezahlen. Hast du dich mal mit Grundrissen dieser Häuser befasst??

Zur heutigen Zeit:

Das sind sicher Wohnungsbaugesellschaften, Spakkassen (Immoabteilung) Versicherungen usw., die diese Arbeiten in Auftrag geben, die diese Häuser als Fertigprodukte gewinnbringend verkaufen. Je mehr Häuser - je mehr Gewinn. Je gleicher - je kostengünstiger - nur 1 Entwurf - nur 1 mal Kosten. Je mehr Firlefanz - je teurer diese Häuschen - je weniger können sich diese leisten.

Die großen Blocks sind meist von Wohnungsbaugesellschaften und Vesicherungen im sozialen Wohnungsbau gebaut. Diese Wohnungen mußten kostengünstig gebaut werden, sie wurden von Steuergeldern mitfinanziert. Wolltest du vielleicht eine Steuererhöhung?? damit Sozialmieter und Arbeitslose angenehmer wohnen?? Die andere Frage in diesem Zusammenhang: wie stark soll Deutschland zugebaut werden?? Wir haben bereits eine der dichtesten Bebauung in Europa d. h. mit die meisten Menschen auf einen km² wohnen.

Wie wohnen Menschen in anderen Ländern??? man sollte erst einmal vergleichen?????
Ist es wiklich menschenunwürdig so zu wohnen??? Was müssen wir tun damit alle ausreichen Wohnplatz nach Feng Shui haben?? Und wer soll das bezahlen??? Wollen alle Menschen überhaupt so wohnen????

Das ist sicher ein großes Disskussionsthema über das man viel schreiben könnte.

Ach ja, Architekten arbeiten meistens in Auftragsarbeiten, also nach vorgegebener Richtlinie was Wohnraum und Qualität angeht.

Ich würde auch gerne andere Meinungen dazu hören.

Jaime

oho

Beitrag von Jaime » 07.04.2006, 07:32

also bitte... :lol:
ich setze mich auch schon lange mit diesem Thema auseinander :lol:
es schadet doch nicht, wenn der Fleischermeister seine eigenen Würstchen probiert und der Bäckermeister mal in seine eigenen Brötchen beisst. :lol:

leider ist es so, dass die Fehler sich mit den Vervielfältigungen der Bauplänen eben vermehren.

Die Häuser, Wohnungen und eben Wohnblocks sollten immer noch FÜr die MENSCHEN sein und nicht das Gegenteil.

ps.. und wie sind wir nun nur auf dieses Thema gekommen ? :oops:

Jaime

Gast

Beitrag von Gast » 07.04.2006, 11:33

Jamie
ps.. und wie sind wir nun nur auf dieses Thema gekommen ?

Deine Reise nach Berlin war daran schuld meine liebe Jamie.

Es ist schon ein interessantes Thema ohne Frage. Dennoch bin ich der Meinung, der der einen Auftrag erteilt in dem bestimmte Kreterien erfüllt sein müssen schuld ist. Architekten erfüllen Aufträge ihrer Kunden zumindest im Wohnungsbau, sie müssen deren Auflagen respektieren und beachten, sonst bekommt jemand anderes diesen Auftrag.


Jamie
leider ist es so, dass die Fehler sich mit den Vervielfältigungen der Bauplänen eben vermehren
.

Der Fotokopierer macht keine Fehler, die macht die Bauleitung, dass ist in den wenigsten Fällen der entwerfende Architekt.

Recht hast du in dem: der der ein Haus bestellt, bauen läßt und bezahlt und anschießend vermietet sollte darin Probewohnen (stell dir mal vor, die die die Größe von Sozialwohnungen bestimmen müßten da für eine Woche rein), denn der ist der wirkliche Verantwortliche. Der Architekt hat damit nur sein Familieneinkommen verdient, hat nur einen Auftrag erfüllt, der den Kreterien seines Auftraggebers entspricht. Wenn er das nicht tut wird jemand anderes bestellt und er geht leer aus.


Vergleich:
Wenn du für Geld Socken stricken sollst wird der Auftraggeber kaum Strumpfhosen wollen, obwohl die im Winter wärmer sind und natürlich auch etwas teurer.


Ich beschäftige mich schon seit weit über 30 Jahren mit diesem Thema, habe auch schon mal in einem Block gewohnt, in einem richtigen schönen Architektenhaus und in einem gewöhnlichen Siedlungshaus.

Was hälst du vom Städtebauarchitekten??? wäre auch mal interessant

Hast du zufällig in Berlin das jüdische Museum gesehen?? und sei es nur von außen?? das nenne ich z. B. Archtektur vom Feinsten

ein schönes Wochenende

Wölkchen

Beitrag von Wölkchen » 07.04.2006, 13:14

Hilfe,

es gibt doch Kunstarchitektur, oder irre ich?

Nach und nach gewinnt auch der konventionelle Wohnungsbau Strukturen, die sich der neuesten Erkenntnisse dienlich machen.

Anregungen sind dafür super.

Feng Shui, umsetzbar? Wie und wie kostengünstig für Ottonormalverbraucher?

Wir hatten die Diskussionen bei Energiesparhäusern vor Jahrzehnten (mir kommt es so lang her vor), und heute ist es für jeden machbar. Na gut, ich brauche nicht gleich die "Güllegrube" unter dem Haus, damit ich keinen Gasanschluss benötige.. ;-) , doch die Entwicklungen gehen weiter.

@Vanilla

Die Bauleitung.......... ohahaaa........ bloß nicht drauf verlassen. Der Bauherr selber, ja er plant mit dem was er will, hat, kann und darf, sollte immer vor Ort sein und auch kontrollieren.

Mit dem zugebautem Land hast du vollkommen Recht. Was mich immer gestört hat, ist der Kostenfaktor und sind die Auflagen ohne Ende, wenn man die vorhandene Substanz den neuesten Erkenntnissen anpassen möchte. Ich meine jetzt nicht Abriss auch nicht, dass es notwenidig ist auf den Denkmalschutz zu achten.

Gast

Beitrag von Gast » 07.04.2006, 15:14

@ Wölkchen

du meinst sicher den Studiengang Architektur und Kunstgeschichte

Ich dachte da eher an einen Architekten für Städtebau
Ich meinte mit dem Jüdischen Museum einen Architekten Fachrichtung Städtebau Daniel Libeskind, toll was er künstlerisch auf die Beine gestellt hat. Es ist eins der schönsten Bauten, die ich je gesehen habe.

Wölkchen

Beitrag von Wölkchen » 07.04.2006, 18:50

Jetzt bin ich ganz wuschig..... :help:

Da kenne ich mich sowas von gar nicht aus.
Könnte darüber reden, wie es mit den Architekten ist, die mir als Häuslebauerin so in die Finger kamen.

Hier bei uns stehen einige Häuser zum Verkauf: Architektenhaus...
Sowas von individuell, dass sich erstens es keiner leisten kann, es zu bewohnen wegen der Energiekosten und zweitens die Verkaufssumme dermaßen hoch ist, dass man zurückschreckt.

Unser Haus war von der Planung her auch so individuell mit innengelagertem Treppenhaus. So wie es jetzt ist, haben wir es dann mit dem Architekten umgestaltet. Praktisch, nützlich und doch anders. Heute würde ich vieles noch besser machen können, da genau solche Dinge, wie Energiesparen jetzt normal sind. Wir haben das damals vorhandene auf eigene Kosten gemacht und bekamen müdes Lächeln...... so eines: schon wieder ein Ökofreak.

Weißt, bei sowas könnte ich teilweise mitreden Vanilla.....

Früher wurde unheimlich viel Verkehrsfläche eingeplant z.B. Flure ohne Ende. Genau das haben wir versucht zu vermeiden. Die Flure sind nur Bindeglied zwischen den Räumen.

Was ich z.B. liebe, ist der Esszimmer/Küchebereich, die Tür ist nie zu. Somit hat man den großen Bereich, wo das Leben hauptsächlich stattfindet. Guck dir heute die Planungen an, die Küchen sind sowat von winzig und da wo es kuschelig und gemütlich sein sollte, das Wohnzimmer, da verlieren sich die Menschen in den einzelnen Ecken.

Jaime

schnell noch

Beitrag von Jaime » 08.04.2006, 09:51

als meine Eltern bauten, mussten alle, aber auch alle Häuser denselben Dachneigungswinkel haben.Nur der werte Herr RAT vom städtischen Bauamt stellte sich selbst zum Schluss ein Bungalow dahin ! Mit Flachdach und allem was er den anderen verboten hat !
Soweit zur Vorschrift!

Und uns selber und alle anderen plagte ebenfalls ein städtischer Baubeamte....Leider, leider sitzt er im Knast ! wegen Bestechung im höchsten Grade, 4 Jahre ohne Bewährung . :lol: da haben wir alle aber ein Fass aufgemacht !

LG J.
die auch schon 3x gebaut hat..und das Hobby:
Architektur seit Jahrzehnten hat :lol:
In der Landesbiblothek stehen tausende von Sachbüchern z.V.

Wollibär

Beitrag von Wollibär » 08.04.2006, 18:53

eine interessante Diskussion führt ihr hier ... und ich habe bisher nichts davon mitgekriegt.

M. E. liegt die Misere nicht an den Architekten. Die wenigsten sind freie, sie arbeiten für eine Firma. Die bekommen Aufträge von Wohnungsbaugesellschaften etc., die möglichst viele günstige Wohnungen bauen wollen. An dieser Stelle sind die Gemeinden gefragt, die mit entsprechenden Bauordnungen für bewohnbare Häuser sorgen können.

Als privater Häuslebauer (ist zwar schon 23 Jahre her, aber man erinnert sich :) ) hast du so deine Vorstellungen. Du suchst dir einen Architekten und stellst fest, das ein freier Architekt auch frei über dein nicht vorhandenes Geld verfügt. Also gehst du zu einer Firma, die vorgeplante Grundrisse hat, einen oder mehrere Architekten beschäftigt und dir dann entsprechende Vorschläge macht. Du suchst dir also ein Haus aus einem Katalog aus. Man ist übrigens auf solche Entwürfe angewiesen. Wer hat schon Ahnung, wie ein Haus wohngerecht aussehen sollte? Ich meine, jetzt habe ich die schon, weil ich in einem Haus wohne, das so entstanden ist, aber trotzdem würde ich bei einem Neubau andere Fehler machen bzw. mir ein Haus nach meinen Vorstellungen gar nicht leisten können.

Damals hatten wir auch spezielle Wünsche und fast immer hieß es (vom Architekten), das geht nicht, das wird zu teuer, das ist nicht machbar. Daran wird sich heute wohl kaum etwas geändert haben. Ich sehe ja, was z. Zt. für Häuser gebaut werden mit null Eigenkapital - Wohnklo mit Kochnische und das im privaten Eigenheimbau.

Es gibt wunderbare Entwürfe für den Städtebau, für Eigenheime, für Siedlungen, man weiß eigentlich genau, was für Menschen gut ist. Das weiß man auch in der Bildungspolitik, oder? Und? Wird das umgesetzt?

Aber das wir überhaupt ein Dach über dem Kopf haben ist nicht selbstverständlich. Nicht in Deutschland und schon garnicht im Rest der Welt.

So, und wenn ich jetzt euren Thread gänzlich mißverstanden habe, bitte ich um Mitteilung. Haut mich, schlagt mich, ich kann eine Menge ab. :grin:

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