in einem Friedwald...

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mimi

in einem Friedwald...

Beitrag von mimi » 24.08.2011, 17:25

Heute war ich bei der Urnenbeisetzung meiner Schwägerin. Sie wurde 69 Jahre alt.
Sie bekam mit 35 Jahren MS und ertrug ihre Krankheit mit Bewunderung.

Mein Bruder pflegte sie 15 Jahre lang neben seinem Job her, bis es schließlich nicht mehr ging und sie in ein Pflegeheim kam. Dort war sie
dann bis zu ihrem Tode. Die letzten fünf Jahre waren wirklich sehr schlimm, sodass der Tod für sie und auch die Hinterbliebenen eine Erlösung war.

Sie wurde in einem Friedwald beigesetzt und ich habe mich heute entschlossen, dass auch schriftlich festzulegen.

In der Feierhalle stand die Urne in einem Blütenkranz, ein Bild von Renate kurz vor ihrer Hochzeit mit meinem Bruder, war aufgestellt und Kerzen brannten. Ein evangelischer Pfarrer erzählte einige Punkte aus dem Leben von Renate. Musik aus dem Requiem von Verdi, das Largo Händel und Amazing Grace wurde gespielt. Nach der Feierstunde wurde
die Urne in einem feierlichen Zug in den Friedwald getragen, dort versenkt
mit einer nochmaligen kurzen Ansprache des Pfarrers. Jeder durfte aus einem Korb, der mit Blumen gefüllt war eine nehmen und eine Schaufel Asche in das Grab geben. Am Baum war eine Tafel mit dem Namen, dem
Geburtstag und dem Sterbedatum angegeben. War schön feierlich und ich finde diesen Friedwald toll. Besser als jedes Grab, ich denke, dass das auch für mich machen werde.

mimi

Beitrag von mimi » 24.08.2011, 17:26

Mein Fehler,

"das für mich festzulegen, nicht dass !!!"

Man sollte wirklich alles zweimal lesen.

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Kathy
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Beitrag von Kathy » 24.08.2011, 17:50

Schlimm, die Geschichte mit deiner Schwägerin. Warum müssen manche Menschen so lange leiden, bis sie sterben können? Ich möchte das nicht erleben, auch nicht als Hinterbliebene.

Meine Schwägerin hat mir auch mal von einer Beerdigung in einem Wald erzählt - das wird wohl das gleiche sein. Ein Bekannter, der nicht mal so alt wurde wie ich wurde da begraben. Friedhöfe mal zu ändern, bei einem Baum begraben zu werden ist eine schöne Sache!
Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.

Platon

mimi

Beitrag von mimi » 24.08.2011, 17:57

Und über die Kosten sollte man ja auch reden, das gehört ja auch dazu.
Das ganze hat 4.000 Euro gekostet.
Ist doch auch in Ordnung, eine Beerdigung mit Grab usw. kostet wesentlich mehr.

Zum leiden, ich verstehe es auch nicht warum meine Schwägerin das erdulden mußte, sie war ein wirklich lieber Mensch und vor allem wurde sie nie bösartig und war immer für die anderen da.
Meine Schwester meinte immer dazu, dass die Kinder für die Sünden der Eltern büßen müssen. Keine Ahnung, ob das so ist.

Maria*

Beitrag von Maria* » 24.08.2011, 17:58

Manchmal kann der Tod auch Erlösung sein, eine Bild für Deine Schwägerin.
Möge ihre Seele sicher da ankommen, wo der Ort ihrer ewigen Ruhe sein wird.


Aufrichtige Anteilnahme überbringt
Regina.

mimi

Beitrag von mimi » 24.08.2011, 18:26

Danke Regina, das ist sehr sehr lieb von dir.

Sara
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Beitrag von Sara » 24.08.2011, 19:20

Von Friedwaldbestattungen habe ich auch schon gehört. Finde ich auch gut. Aber in Sachsen z. B. gibts momentan sowas gar nicht. Und irgendwo "weit weg" möchte ich aber auch nicht begraben sein. Dann eher im heimischen Friedhof.

Da hat deine Schwägerin ja wirklich lange mit dieser schlimmen Krankheit gelebt!

grittel

Beitrag von grittel » 25.08.2011, 06:37

Sara hat geschrieben:Von Friedwaldbestattungen habe ich auch schon gehört. Finde ich auch gut. Aber in Sachsen z. B. gibts momentan sowas gar nicht. Und irgendwo "weit weg" möchte ich aber auch nicht begraben sein. Dann eher im heimischen Friedhof.

Da hat deine Schwägerin ja wirklich lange mit dieser schlimmen Krankheit gelebt!
Hallo Sara,
die gibt es mittlerweile fast überall. Du findest sie auch unter Ruhehai, Ruhestatt, Friedwald usw.

lg grittel

grittel

Beitrag von grittel » 25.08.2011, 06:44

ufff, wieder zu schnell,
Ruhehain natürlich!

Die Erlösung ist für die Angehörigen immer sehr traurig.
Und ich finde die Lösung vom Friedwald sehr schön. Wir haben unseren Vater auch dort begraben.

Die Spaziergänge dort haben immer etwas außergewöhnlich beruhigendes. Die Stimmung ist irgendwie schön, vor allem, wenn das Licht durch die Bäume fällt.

Zu den Kosten kann ich nur sagen, es war günstiger als eine normale Beerdigung. Wir haben mit Reservierung für eine 2. Bestattung in den nächsten Jahren, mit allem ca 2,200.--€uro bezahlt.

lg grittel

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Beitrag von Rosenfan » 25.08.2011, 06:46

Hallo Mimi,

es tut mit leid, dass deine Schwägerin gestorben ist. :knuddel:
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

mimi

Beitrag von mimi » 25.08.2011, 08:59

Vielen Dank Rosenfan, es geht Ihr da, wo sie jetzt ist mit Sicherheit viel besser, sie ist im Kreise ihrer Familie.

Alex
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Beitrag von Alex » 25.08.2011, 19:03

Ich möchte Dir auch mein Beileid aussprechen, Mimi. Sicher war der Tod für Deine Schwägerin unter diesen Umständen, wie Du schreibst, eine Erlösung.

Wir (meine Familie) haben schon vor 4 Jahren einen Familienbaum in einem Friedwald gekauft und unsere Plätze dort sind sicher.

Sara
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Beitrag von Sara » 25.08.2011, 19:20

grittel hat geschrieben:Hallo Sara,
die gibt es mittlerweile fast überall. Du findest sie auch unter Ruhehai, Ruhestatt, Friedwald usw.
Fast. Aber leider nicht in Sachsen. Sachsens erster Friedwald sollte hier ganz in der Nähe entstehen. Der Antrag läuft schon lange, aber die Bürokratie...
Der nächstgelegene ist in Dessau/Sachsen-Anhalt.

mary

Beitrag von mary » 25.08.2011, 19:21

Hallo Mimi,

mein Beileid, es ist schlimm, wie unsere Lieben manchmal von uns gehen müssen.

Vicky

Beitrag von Vicky » 26.08.2011, 17:27

Irgendwie glaube ich fest, dass niemand wirklich verloren geht..........

Aber es ist immer schwer, wenn man einen Menschen verliert,auch wenn es für ihn möglicherweise so besser ist.
Tut mir leid für Deine Familie und Dich.

Vicky

mimi

Beitrag von mimi » 26.08.2011, 17:30

Mary und Vicky ich danke Euch.

Wie ich geschrieben habe, war es für Renate wirklich besser.

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