Depressionen eine Volkskrankheit?

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Rosenfan
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Depressionen eine Volkskrankheit?

Beitrag von Rosenfan » 07.08.2011, 18:02

Immer mehr Leute leiden an Depressionen, das ist auch eine ernstzunehmende Krankheit. Erst letztens ist hier wieder eine Frau vor die S- Bahn gesprungen. :nein: Und immer mehr Leute leiden daran. Eine Bekannte, eine Freundin von mir, und auch mein Mann. Ich sage Euch , das ist garnicht einfach, obwohl er ein ganz netter Mann ist. Machmal ist er so antriebslos und hat zu nichts Lust, und ich treibe ihn immer freundlich an oder überrede ihn. Die Leute gehen zum Psychologen und kriegen ihre Medikamente, aber vielleicht sollte in der Familie auch was geändert werden.
Aber von was kommt das alles?
Sind wir heute überlastet , sind wir zu hektisch, heute muss ja alles so schnell gehen, in der Arbeit ist viel Stress, und die Freizeit ist auch voll ausgefüllt. Sogar im Urlaub bleibt den Leuten keine freie Minute zum verschnaufen. Vor 100 Jahren hat es Depressionen doch noch garnicht gegeben.
Sorgen schon, wie bringe ich meine Familie durch oder so, aber die Zeit war noch nicht so schnelllebig.
Mir tun die Leute so leid, die das haben, und direkt helfen kann man da auch nicht.
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

mimi

Beitrag von mimi » 07.08.2011, 18:16

Doch Rosenfan, Depressionen hat es schon immer gegeben, meine Mutter z.B. hatte diese sehr. Das äusserte sich bei ihr immer mit einer
heftigen Gürtelrose und anderen Beschwerden.

Depressionen wurden aber lange Zeit nicht erkannt und leider - es ist auch heute noch so - als Einbildung abgetan.

Beruflicher Stress usw. kommt in der heutigen Zeit mit Sicherheit auch noch dazu, weil wirklich alles schneller usw. gehen soll.

Depressionen sind was ganz furchtbares und man hätte manchmal am liebsten ein Loch in das man sich verkriechen kann, so hat eine Freundin es mir mal geschildert.

Maria*

Beitrag von Maria* » 07.08.2011, 18:41

mimi hat geschrieben: meine Mutter z.B. hatte diese sehr. Das äusserte sich bei ihr immer mit einerheftigen Gürtelrose und anderen Beschwerden.
Ich hatte auch schon 2x Gürtelrose, immer nach großen psychischen Belastungen.
Habe ich etwa auch....?

mimi

Beitrag von mimi » 07.08.2011, 18:48

Das mußt du deinen Arzt fragen Maria. Gürtelrose ist immer ein Alarmzeichen des Körpers, wie viele andere Krankheiten auch.

Sara
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Beitrag von Sara » 07.08.2011, 19:40

Ich schließe mich Mimi an.
Depressionen, wie auch andere psychische Krankheiten hat es schon immer gegeben. Nur wurden sie früher weniger erkannt und eher totgeschwiegen. Heute fällt den Menschen der Weg zum Psychologen oder Neurologen zum Glück leichter und man spricht auch offener über derartige Probleme. Das Internet tut sein Übriges.
Aber der zundehmende Druck und Stress spielt natürlich trotzdem eine Rolle.

Rosenfan, es tut mir sehr leid, dass du dich in deinem Umfeld mit Depessionen befassen mußt. Besonders bei deinem Mann, denn das ist ja auch für Angehörige sehr schwer. Tipp habe ich da keinen, in meinem Umfeld kommt das nicht so vor, wir sind familiär eher mit Angststörungen "gesegnet". Ist dein Mann in Behandlung?

Maria*

Beitrag von Maria* » 07.08.2011, 20:11

Früher gab es Depressionen auch schon.
Meine Großmutter hat mit 18 Jahren Selbstmord begangen.... ;(
Ich durfte sie nie kennenlernen, schade.

Allegra

Beitrag von Allegra » 07.08.2011, 20:45

Depressionen, wie auch andere psychische Krankheiten hat es schon immer gegeben. Nur wurden sie früher weniger erkannt und eher totgeschwiegen.
:ja:

u. ja es ist eine Volkskrankheit, wir unterscheiden sie in verschiedenen Episoden, als leichte, schwere , oder mittelgradige..................leider sind es
etwa 5 Millionen Menschen, die an dieser Erkrankung leiden u. die Ziffer steigt, wovon die Jugendlichen einen geringen (für mich zu großen Teil) Teil einnehmen.
Schrecklich ist die Zahl der 14-20 Jährigen. Manche Elternteile sind tief betroffen u. können es gar nicht verstehen, das ihr Kind depressiv ist.
Anstatt einen Grund, dafür zu finden warum, wird es erst verworfen u. man scheut sich davor zum Psychotherpeut, oder Psychater zu gehen. Es ist einfach wichtig, als Elternteil , oder auch Erwachsenen die Hilfe anzunehmen die einem zusteht.
Es gilt inzwischen, auch als Chronische Erkrankung u. dies ist auch anzugeben.

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Rosenfan
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Beitrag von Rosenfan » 08.08.2011, 18:07

Also hat es früher die Depressionen auch schon gegeben. Mir haben die älteren Leute viel von früher erzählt, das war schon ein hartes Leben nach dem Krieg. So manche haben ein Baby verloren usw. Die waren bestimmt auch seelisch krank. Aber es wurde schon totgeschwiegen, das stimmt.

Mein Mann ist nicht mehr in Behandlung, er kriegt ja immer vom Hausarzt ein Rezept für sein Psychopharmaka oder wie das heißt, ganz ohne Untersuchung. :nein: Ich will ihn aber jetzt mal überreden, das er nochmal zum Psychologen geht. Man merkt ihm das aber garnicht an, im Gegensatz zu meinen Freundinnen , die wie besoffen wirken von ihren Medikamenten.
Bestrimmt liegt es auch am heutigen Leistungsdruck in der Arbeit. Sogar die Schulkinder sind schon total überfordert, wie die Allegra schreibt haben schon manche Kinder Depressionen. :eek: Das ist auch schlimm. Ich würde schon mit meiner Tochter zum Arzt gehen, wenn irgendsowas wäre.
Ich finde es schade, dass so viele Leute so krank sind.
LG Rosenfan


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Vicky

Beitrag von Vicky » 08.08.2011, 19:08

Ich persönlich hatte keine Angst, mir Hilfe zu suchen. Und ich komme inzwischen recht gut klar.
Nur aus dem Haus geh ich immer noch ungern und es dauert, bis ich endlich einen Schritt über die Schwelle mache.

Was die vielen Erkrankungen auslöst, so richtig sicher weiß man das wohl immer noch nicht.
Immerhin hab ich gelernt, Ruhe zu halten. Und nicht nur auf dem Sofa, sondern eben nicht in den hektischen Ablauf eines Tages zu rutschen.
Ich treibe mich nicht mehr selber an, dass ich alles schnell machen muss, ich brauche auch nicht jeden Shit, der grade mal in Mode gekommen ist.
Und im Urlaub ? Der muss erst noch gebacken werden, der mich und Männe aus einem Ferienhäuschen rauslockt.
Ich habe einmal in einer Anlage Urlaub gemacht und die hatten da Animateure, ich habe lachen müssen, wozu sich Manche hinreißen lassen.
Und wenn der Vogel meinte, mich oder meinen Mann lächerlich zu machen, naja, dann soll er doch, wir haben den Quatsch trotzdem nicht mitgemacht.
Mir doch egal, was der gelabert hat..........
Mir haben einst die 10 Jahre 1. Ehe in einen ziemlich tiefen Abgrund geschubbst und auch heute, bei traurigen Erlebnissen komme ich manchmal wieder in die Nähe..........aber heute weiß ich, was ich machen kann.................
Nun ja, jeder Fall ist sowieso anders.
Ich weiß noch,wie das war, als mein Pa starb, einen Tag später konnte ich nicht mehr sprechen. Das war ein Albtraum,wirklich, aber man hat mir gut helfen können. Trotzdem habe ich heute Angst, zu telefonieren,weil ich eine Phase hatte, wo ich irgendwie gestottert habe und naja, ich fürchte mich davor, dass das wieder passiert........
Es ist eben peinlich ......................

Und ich hatte auch öfter schon den Wunsch von einem Hochhaus zu springen. Naja, zum Glück trau ich mich ja nicht aus dem Haus und für ein Hochhaus müsste ich schon nach Erfurt fahren...
Außerdem hab ich immer noch gedacht, heute mach ich das nicht, mal sehen,was morgen ist..........

mimi

Beitrag von mimi » 08.08.2011, 19:17

Vicky du hast oder hattest wirklich Angst aus dem Hause zu gehen, oder habe ich das falsch gelesen.

Das ist sehr schlimm und ich kann das nachvollziehen, weil eine Kurfreundin das auch hatte. Sie hatte massive Ängste aus ihrer Wohnung zu gehen.

Naja, Animateure sind dazu da, die Leute eben zu etwas Bewegung zu bringen. Wenn sie sich lustig über Euch gemacht haben, so ist das nicht richtig. Wenn du natürlich ihre Arbeit - das ist es ja - als Quatsch bezeichnet hast, dann kann ich natürlich auch verstehen, dass die darüber nicht gerade gelacht haben.

Man muß es ja wirklich nicht mitmachen und es sind ja auch nur Vorschläge, ich war im Urlaub immer froh, dass ich da mitmachen konnte, weil ich Sport ja gerne mache.

Ich gebe selbst Unterricht an der VHS in Pilates und bisher hat sich noch keiner darüber lustig gemacht, aber hier melden sich die Leute ja auch bewußt an.

Alles Gute und ich denke, wenn sowas wieder auftreten sollte, dass du dich in ärztliche Hände begibst.

Sara
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Beitrag von Sara » 08.08.2011, 20:03

Vicky hat geschrieben:Nur aus dem Haus geh ich immer noch ungern und es dauert, bis ich endlich einen Schritt über die Schwelle mache.
Vicky, alle Achtung und Hut ab, dass du das so schreibst! Danke für dein Vertrauen! So eine taffe und kluge Frau - aber man sieht, keiner ist vor psychologischen Problemen gefeit.
Sind es bei dir eher depressive oder Angstprobleme? Auch ich habe ja wie bereits beschrieben einige Angststörungen und war auch lange Zeit in einer Selbsthilfegruppe. Einige Frauen haben nie ihre Wohnung verlassen.

@Rosenfan
Hat dein Mann schon mal eine Psychotherapie gemacht?

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Beitrag von TinaLi » 09.08.2011, 11:25

Ja da hört man viel.

Ich kenne 2 Beispiele..

Der Schwiegervater meiner Firmpatin hat sich vor den Zug gelegt..

Meine Nachbarin, gerade 41 ist im Januar 2010 in Bodensee gesprungen. Sie konnte nicht schwimmen und das Wasser war nur 4 Grad kalt. Aber sie hat ja niee mit jemanden von uns befreundeten Nachbarn geredet. Das prominenteste Beispiel war ja Robert Enke der Torhüter von Hannover 96

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Beitrag von Rosenfan » 09.08.2011, 12:04

Hallo Sara, nein , ein Therapie wurde vom Psychologen vorgeschlagen aber er dachte , er braucht keine. Andererseits ist er so ein starker Mann, leitet ein Abteilung in der Arbeit, hilft auch anderen bei Problemen. Kaum zu glauben, dass er unter Depressionen leidet. So Menschen haben doch selber nicht mehr viel vom Leben, wenn sie so krank sind. Ich sage immer, das Leben ist dazu da, dass man es so gut wie möglich genießt, auch mit wenig Geld.Aber ich werde sehn , dass er nochmal zum Psychologen geht.
Keiner soll denken, er kommt da ganz alleine damit klar, das ist unmöglich. Ich würde es keine Schande finden mir vom Psychlogen helfen zu lassen.

@Vicky. Mach blos keinen Blödsinn, wir brauchen Dich hier noch länger.
Mein Mann traut sich manchmal auch nicht aus dem Haus, er hat so einen Schwindel, er denkt immer er kippt um (im Kaufhaus usw) So wirkt sich das dann aus, und die leute wollen nicht mehr aus dem Haus. Ich sage immer, du bist noch nie umgekippt, gib mir deine Hand und es wird immer besser.
Er ist aber gesund, es wurde nichts gefunden.Ich selber muss jeden Tag raus, und sei es nur ein kurzer Spaziergang.
LG Rosenfan


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Beitrag von TinaLi » 09.08.2011, 12:40

Rosenfan hat geschrieben:Hallo Sara, nein , ein Therapie wurde vom Psychologen vorgeschlagen aber er dachte , er braucht keine. Andererseits ist er so ein starker Mann, leitet ein Abteilung in der Arbeit, hilft auch anderen bei Problemen. Kaum zu glauben, dass er unter Depressionen leidet. So Menschen haben doch selber nicht mehr viel vom Leben, wenn sie so krank sind. Ich sage immer, das Leben ist dazu da, dass man es so gut wie möglich genießt, auch mit wenig Geld.Aber ich werde sehn , dass er nochmal zum Psychologen geht.
Keiner soll denken, er kommt da ganz alleine damit klar, das ist unmöglich. Ich würde es keine Schande finden mir vom Psychlogen helfen zu lassen.

@Vicky. Mach blos keinen Blödsinn, wir brauchen Dich hier noch länger.
Mein Mann traut sich manchmal auch nicht aus dem Haus, er hat so einen Schwindel, er denkt immer er kippt um (im Kaufhaus usw) So wirkt sich das dann aus, und die leute wollen nicht mehr aus dem Haus. Ich sage immer, du bist noch nie umgekippt, gib mir deine Hand und es wird immer besser.
Er ist aber gesund, es wurde nichts gefunden.Ich selber muss jeden Tag raus, und sei es nur ein kurzer Spaziergang.
:knuddel:

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft

Maria*

Beitrag von Maria* » 09.08.2011, 14:24

Mein ältester Bruder hat sich 2006 vor einen Güterzug geworfen.....
Er wäre vorigen Monat 63 Jahre geworden.......................................

Wir haben nie erfahren, ob er Depressionen hatte, aber ich vermute es.
Seine Tochter hat auch starke Depressionen und hat sich deshalb vor einigen Jahren in eine Klinik einweisen lassen. Sie hatte Angst, Selbstmord zu begehen.

Sara
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Beitrag von Sara » 09.08.2011, 16:57

Schlimm alles :nein:

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Beitrag von Rosenfan » 09.08.2011, 17:07

Ja das ist schlimm mit den Selbstmorden. Ich hoffe den Leuten kann allen geholfen werde, aber die Hilfe müssen sie selber suchen.
@Maria: Da hast Du auch schon ganz schön viel mitgemacht. :nein: Aber du bist bestimmt ein starker Mensch, der sich nicht unterkriegen lässt.
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

Maria*

Beitrag von Maria* » 09.08.2011, 18:40

Rosenfan hat geschrieben:@Maria: Da hast Du auch schon ganz schön viel mitgemacht. :nein: Aber du bist bestimmt ein starker Mensch, der sich nicht unterkriegen lässt.
Ich hoffe es Rosenfan..... ;)

Vicky

Beitrag von Vicky » 09.08.2011, 18:58

Es ist richtig, dass ich Angst habe aus dem Haus zu gehen mimi, aber immerhin ich schaffe es ja jetzt, auch wenn ich glaube, mein Herz wird gleich zerspringen oder ich falle in Ohnmacht...
Bin ich erst mal draußen, ist alles okay.
Sagen wir mal so, die meisten Schäden hab ich in der Schreckensehe Nr. 1
bekommen.
Seitdem habe ich immer mal mit verschiedenen "Zuständen" zu kämfen und ich ertrage einfach keine schlimmen Dinge mehr so,wie früher.
Aber ansonsten hab ich alles im Griff und wenn ich das Gefühl habe, dass es
nicht mehr so ist, habe ich jederzeit eine Fachfrau zur Seite, die ich auch mitten in der Nacht anrufen kann.
Nein, die allerbeste Medizin ist Ehemann Nr. 2 .
Er hatte viel Geduld mit mir und er hat sich bei meiner Ärztin erkundigt, was er tun könne.
Und nur keine Angst, ich springe nicht von was runter, naja, vllt. mal vom Stuhl.........aber das wirdmich nicht umbringen.

@ Sara

Die meisten Menschen mit Depris sagen darüber nichts und schon gar nicht in der Öffentlichkeit.
Ich hab damit kein Problem und wenn jemand denkt, ich sei vllt. verrückt, naja, die Gedanken sind frei................
Man sollte wirklich nicht Schamgefühle haben, sondern einfach sagen, was Sache ist.
Gut, manche können vllt.die Reaktionen der Mitmenschen nicht ertragen, ich aber schon. Es ist mir ziemlich wurscht, was jemand über mich denkt,
aber so war ich eigentlich schon immer, meine Grundstimmung ist , ich weiß, was ich will und was andere dazu sagen, ist mir egal oder ich sage, ich schlaf ne Nacht drüber.

@ mimi

Zu den Berufsbespaßern im Urlaub.
Wir haben nur zugeguckt und als der Gute anfing, uns als Spaßbremsen etc. zu betiteln, hab ich dem einen Vogel gezeigt und gut wars.
Ich brauche niemanden, der mir sagt, dass ich mit irgendwas Spaß habe, das weiß ich doch selber besser, oder ?
Und zum Sport brauch ich auch niemanden, ich mach mein kleines Pensum auf dem Trampolin plus einiger Grundübungsfiguren aus dem Ballett.
Das reicht mir völlig.
Kann sein, dass Du denkst, ich kapsle mich zu sehr ab, naja, vllt.ist das so, aber ich habe hier in meiner Umgebung niemanden gefunden, mit dem ich Lust habe zu reden.
Was da rüber kommt, langweilt mich zu Tode. Das kann ich aber nicht direkt sagen, aus Höflichkeitsgründen und wenn ichs gar nicht vermeiden kann, dann tu ich mir auch mal ein Gespräch an, wos um den und jenen geht, der dies oder das gemacht hat..........

mimi

Beitrag von mimi » 09.08.2011, 20:18

Das kann ich durchaus verstehen, es ist absolut nicht in Ordnung, wenn Jemand nicht mitmachen will, ihn als Spassbremse zu bezeichnen.
Dem hätte ich auch den Vogel gezeigt.
Nö, warum sollte ich denken, dass du dich zu sehr abkapselst, den Eindruck hatte ich nicht und wenn du nicht immer reden willst, das kann ich auch verstehen.

Hast du nicht mal Lust irgendwie mal zu einem Jour Fix beim Buchhändler?
Oder sowas ähnliches, da kommt schon einiges auch Gutes rüber und vor allem wissenswertes. Ich mach das einmal im Monat und bin ganz glücklich drüber, da ich gerne Biographien lese, weiss ich meist, was neu ist.
Aber das ist Geschmackssache.

Naja, wenn man so eine Schreckehe hinter sich hat, dann prägt das Jemand schon, wenn du in Ehemann Nr. 2 Jemand gefunden hat, der Medizin ist, dann ist das doch schön und ich denke, er hilft dir auch über die
"Schwellenangst" hinweg. Ich habe aber hier nicht den Eindruck,
dass du "vereinsamst". Du denkst eher mal über eine Sache nach und
schläfst ne Nacht drüber und das ist vollkommen gut.
Aber psssst, mir ist es inzwischen auch vollkommen wurscht, was Jemand über mich denkt. Die Leutschen, die mich kennen, wissen was sie an mir haben und die, die mich nicht kennen halten mich für überheblich usw. bin ich aber nicht, wenn auch meine Signatur so ist.
Dazu stehe ich. Ich habe wirklich Tag für Tag mit unglaublich viel Menschen zu tun und viele sind sehr unselbständig und manchmal denke ich auch, sie sind doof, aber das ist verkehrt, denn sie wissen es einfach nicht und deshalb kommen sie zu mir und fragen um Rat. Ich kann ihnen helfen und wenn ich zu ihnen komme, dann geht es mir vielleicht auch so, weil ich das was ich von ihnen wissen will, ja auch nicht weiss.

So ist das Leben. Allles Gute liebes Grüßle

Sara
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Beitrag von Sara » 09.08.2011, 20:23

Vicky, das ist toll, dass du jetzt so einen einfühlsamen Mann hast!

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Es ist gut, dass es Menschen gibt, die einem helfen

Beitrag von Ziegenpetra » 17.08.2011, 11:26

Die Statistik spricht dafür, dass sich eine steigende Anzahl von Menschen wegen depressiver Erkrankungen behandeln lässt bzw. krank meldet . http://www.ellviva.de/Gesundheit/psychi ... syche.html. Das heißt natürlich nicht notwendigerweise, dass es jetzt mehr depressive Menschen gibt als früher. Vielleicht trauen sich jetzt einfach nur mehr Menschen als früher damit zum Arzt oder Psychotherapeuten, weil es sich endlich herumgesprochen hat, dass es sich dabei um eine ganz normale Erkrankung handelt, die behandelt werden kann und muss, wie eine organische Erkrankung eben auch. Ich hatte auch das Glück einem Menschen zu begegnen, der mir aus einer schwereren Lebenskrise herausgeholfen hat und der mir vielleicht mehr geholfen hat, als meine Psychopharmaka oder meine Verhaltenstherapie. Es ist gut, dass es diese Menschen gibt.

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Beitrag von Rosenfan » 17.08.2011, 12:56

Was gibt es besseres , als Menschen die einen auffangen und zu einem stehen?
Und es stimmt auch , dass sich heute mehr Leute zum Psychologen trauen, ich wüsste auch nicht, für was man sich da schämen muss.Früher wurde über Krankheiten garnicht geredet, der der es tat wurde als Weichling abgestempelt. Ich finde es gut, dass den Leuten heute geholfen werden kann.
LG Rosenfan


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Maria*

Beitrag von Maria* » 17.08.2011, 14:40

In Selbshilfegruppen kann auch viel erziehlt werden. :ja:

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Beitrag von Kathy » 17.08.2011, 14:45

Eine Freundin von mir hat auch mit Depressionen zu tun. Sie hat wohl schon ein paar Therapien (auch mit ihrem Mann) gemacht. Das war für sie sehr wichtig. Erst bei diesen Gesprächen kamen ganz alte, tief vergrabene Erlebnisse nach oben, an denen sie dann arbeiten musste. Ich denke, nur Medikamente helfen nicht. Man muss Rat bei Spezialisten holen und an sich selbst arbeiten.

Was diese "Berufsspassmacher" betrifft, ich hatte eine Ehemalige als Nachbarin. Einerseits mochte ich sie gerne, aber .... Richtig mit ihr reden konnte ich nur, wenn wir alleine waren. Sobald noch Jemand dabei war hatte ich immer das Gefühl, dass sie ihren alten Beruf überstreifte und diese falsche, immer lächelnde Fröhlichkeit ging mir dann nur auf die Nerven!

Bei einer diesen "Und-nun-sind-wir-ganz-lustig-und-fröhlich" Animation könnte ich auch nicht mitmachen!
Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.

Platon

Vicky

Beitrag von Vicky » 17.08.2011, 17:54

Da hat sich ja doch noch einiges hier getan und ich finde, dass es erfreulich ist, dass man heute schon mal über sein "inneres Kaspertheater"
(so nenn ich das für mich) offen reden kann. Sicher gibts noch genug, die jemanden schief angucken..... naja, sollen sie doch tun, was sie wollen.

Und es ist auch richtig, dass ich das ganze ganz gut wegstecken kann. Und nicht jede Traurigkeit ist nicht gleich eine Depression.

@ mimi
Was meinst Du ? Soll ich vllt. mal meinen Sturkopp behandeln lassen ??? ;)

mary

Re: Depressionen eine Volkskrankheit?

Beitrag von mary » 17.08.2011, 18:02

Rosenfan hat geschrieben:I Vor 100 Jahren hat es Depressionen doch noch garnicht gegeben.
Doch. Nur damals hiessen sie in höheren Kreisen "Schwermut" und "Melancholie".

Das niedere Volk hatte schlicht keine Zeit, Depressionen auszuleben.

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Beitrag von Rosenfan » 18.08.2011, 13:17

Das stimmt auch mary, die haben Tag und Nacht gearbeitet. Früher wurde darüber einfach nicht geredet, derjenige wurde als Jammerlappen abgesempelt. Also wurde alles in sich reingefressen, bis es nicht mehr ging. Früher hat es ja auch schon Selbstmorde gegeben.
LG Rosenfan


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