Lesen und schreiben in der 1 . Klasse

Probleme mit der Schule? Haben unsere Kinder Perspektiven? Austausch rund um die Bildung unserer Kids ab Schulanfang ...
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Andreas

Lesen und schreiben in der 1 . Klasse

Beitrag von Andreas » 10.03.2009, 11:42

Ich weiß jetzt nicht, ob ich hier von anderen Eltern einen Rat bekomme. Ich bin alleinerziehender Vater und berufstätig. Mein Sohn geht in die 1. Klasse und in den Hort. Gestern musst ich zu seiner Lehrerin, da mein Sohn noch nicht richtig lesen und schreiben kann???!!! Seine Mitschüler wäre viel "besser" und er müsste wohl die 1 Klasse wiederholen. Er sollte häuslich mehr gefördert werden. Aber er ist doch erst in der 1. Klasse! Was wird von den Schulanfängern erwartet. Ist das heute üblich? Wie kann ich meinem Sohn helfen? Er kommt um 17 Uhr vom Hort und ich bin um 18 Uhr zu Hause.

wer kann uns helfen?

Andreas

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Rosenfan
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Beitrag von Rosenfan » 10.03.2009, 17:19

Hallo Andreas,

bei meiner Tochter damals in der dritten Klasse konnten manche Schüler noch nicht richtig lesen. Kinder sind eben verschieden !!!!!!Sie könnte auch kleine Übungen mit nach Hause geben und haben die kleinen einen Erfolg, gibts dafür Aufkleber o.Ä. So wurde es zumindest bei uns gemacht.
Manche Lehrer können auf die Schüler garnicht eingehen. :nein:
Und weil ihr erst so spät Zuhause seid, ist es auch mit dem üben schlecht. Ich weis nicht, ob im Hort jemand mit ihm üben könnte.
Ich würde auch nochmal mit den anderen Eltern reden , ob es da ähnliche Probleme gibt. Dann könntet ihr auch gemeinsam hingehen.
Ich wünsche Euch alles Gute.

Liebe Grüße Annemarie

fabel

Beitrag von fabel » 11.03.2009, 08:45

Man kann Kinder nicht in eine Schublade stecken. Jedes entwickelt sich anders.
Normal ist es nicht , dass in der 1. Klasse schon alle Kinder bis zum Zwischenzeugnis lesen und schreiben können.
In welchem Bundesland wohnt ihr denn? In Bayern gibt es z.B . für schwächere Kinder zusätzlichen Förderunterricht in der Grundschule in Deutsch. Vielleicht könntst du ja auch am Wochende mit deinem Sohn üben. Es gibt ihm buchhandel sehr schöne Übungshefte. Auch würde ich mal das Hortpersonl ansprechen. Dort findet doch normalerweise eine Hausaufgabenbetreuung statt.

Fipsle

Beitrag von Fipsle » 13.03.2009, 08:49

Hallo Andreas,

bei uns lief es immer anders herum. Ich meinte immer er müsse weiter sein und die Lehrer haben mich immer als übereifrige Monstermutter hin gestellt. Erst in der 5. Klasse hat man mir Recht gegeben, dass es ein Problem gibt, dann war es zu spät.

Ich denke in der ersten Klasse ist noch keine Panik zu machen, aber du solltest aufmerksam verfolgen wie es weiter geht.
Anfangs war bei uns auch nichts zu merken und erst in der 2. Klasse kam er mit der Trennstundenlehrerin in Deutsch nicht klar. Da war dann das Kind in den Brunnen gefallen.
Kann ein persönliches Problem mit der Lehrerin vorliegen?
Wenn ja wäre ein Klassenwechsel, oder nötigenfalls wirklich ein Sitzenbleiben oft die Lösung des Problems.

In aller erster Linie, mußt du hinter deinem Sohn stehen und sein Selbstvertrauen stärken. Er darf auf keinen Fall in die Schiene kommen: Ich kann das gar nicht.
Sag ihm immer wieder, dass das nicht schlimm ist, was die Lehrerin sagt (falls er weiß was beim Gespräch raus kam!).

Jungs sind oft in diesen Sachen langsamer, lass ihm Zeit.

Biete an, zusammen ein kindgerechtes Buch in einer festen Kuschelstunde mit ihm zu Lesen. Lesen muß Spaß machen. Die Büchereien haben da viel Auswahl und man kann bei guten Bibliothekaren auch fragen, was altersgerecht in Frage kommt.

Einkaufszettel schreiben, ein kleines Briefchen an Papa bis er heim kommt, ein Briefchen an Oma oder die Nachbarin bieten immer Gelegenheit zu schreiben. Bunte Übunshefte wie Fabel angesprochen hat, sind auch immer gern gesehen Kumpels von kleinen Jungs und sie sind immer enorm stolz, wenn sie eine Geschichte gemalt, geklebt UND GESCHRIEBEN haben und dann gelobt und ev. belohnt werden!!!
Kurz, mit Spaß, aber OHNE Kritik.
Schreibfehler können bemerkt, aber NIEMALS kritisiert werden.
Du wirst sehen, mit der Zeit und vorallem mit Geduld klappt das Ganze!!


Wenn du weitere Fragen hast, gerne!!!!
Wir haben inzwischen das halbe Legasthenie-Programm wenigstens theoretisch durch, praktisch hat er meist abgeblockt, oder in der G8 am Gymnasium keine Zeit mehr gehabt. Aber immerhin Gymmikind und es klappt!!!

julia47

Re: Lesen und schreiben in der 1 . Klasse

Beitrag von julia47 » 19.03.2009, 14:16

Hallo Andreas,
hierzu könnte ich eine Menge sagen, da ich auch mit meinem Sohn riesige Probleme in der 1. Klasse hatte. Ich habe sie allerdings früher als die Lehrer erkannt. Wichtig ist, wie alt ist dein Sohn, sollte er die Klasse wiederholen müssen.
Wie ist er in den anderen Fächern? Hat er nur Leseprobleme, dann müsste es andere Möglichkeiten geben. Leider ist das Schuljahr fast um. Aber man kann sicher mit ihm selbst noch etwas üben. Wichtig ist auch, dass du dir selbst ein Urteil bildest. Was denkst du, was denken die Lehrer. Manchmal muss man auch anders entscheiden als die Lehrer. Ist er vielleicht Legastheniker und andere Fächer laufen gut. Es gibt viele Sachen, die man mit ihm üben könnte. Vielleicht Kieler Leseaufbau oder andere kleine Sachen, die es im Buchhandel gibt. Oder spielen, vielleicht kennst du noch das Spiel Opa plätschert lustig in der Badewanne. (Alle Wörter sind erlaubt, dass machte meinem Sohn Spaß, wenn er Wörter benutzen durfte, die sonst tabe waren. Buchstabenspiele gibt es eine Menge. Memory mit Buchstaben, habe ich selber aus Pappe gemacht. Oder Silben als Memory z. B. keit, heit, und die netten Wörter, die mein Sohn nicht konnte, wie im, ihm, in, ihn usw. So kann man mit ihm lernen und gleichzeitig spielen und ganz wichtig, dein eigenes Urteil, ob die Probleme wirklich so groß sind. Julia

Ellen

Re: Lesen und schreiben in der 1 . Klasse

Beitrag von Ellen » 22.03.2009, 12:32

Andreas hat geschrieben:Ich weiß jetzt nicht, ob ich hier von anderen Eltern einen Rat bekomme. Ich bin alleinerziehender Vater und berufstätig. Mein Sohn geht in die 1. Klasse und in den Hort. Gestern musst ich zu seiner Lehrerin, da mein Sohn noch nicht richtig lesen und schreiben kann???!!! Seine Mitschüler wäre viel "besser" und er müsste wohl die 1 Klasse wiederholen. Er sollte häuslich mehr gefördert werden. Aber er ist doch erst in der 1. Klasse! Was wird von den Schulanfängern erwartet. Ist das heute üblich? Wie kann ich meinem Sohn helfen? Er kommt um 17 Uhr vom Hort und ich bin um 18 Uhr zu Hause.

wer kann uns helfen?

Andreas
Hallo Andreas,
nichts ist schlimmer als wenn ein Kind schon in der ersten Klasse „ kleben bleibt“ also nicht versetzt wird, dass muss aber nicht so sein. Mein Rat an Euch....
Las deinen Sohn auf LSR testen. Sollte eine Leserechtschreibschwäche bei Ihm festgestellt werden bekommt er einen Nachteilsausgleich in Form von wegfallenden Rechtschreibnoten in jedem Fach. Des weiteren benötigte er auch ganz anders aufgebauten Förderunterricht. Ich weiß natürlich auch das sich Kinder unterschiedlich schnell entwickeln, aber glaub mir sollte er an Legasthenie leiden ist jedes Jahr das verstreicht ein verlorenes Jahr. Die Kinder leiden sehr darunter und das hört bis ins hohe Alter nicht auf. Muss ab er nicht wenn man früh mit einer Förderung beginnt. Es gibt sogar Menschen mit Legasthenie die Studiert haben.
Ich arbeite oft mit erwachsen Menschen mit Legasthenie und die sagen alle das Ihr Leben schlagartig besser wurde als sie wussten was sie haben und sie bedauern die vielen verlorenen Jahre wo alle, besonders die Lehrer, sie für dumm gehalten haben.
Hier mein Rat: Wende Dich an http://www.legasthenieverband.com dort sind Eltern, Betroffene, Therapeuten und Fachleute. Schildere Dein Problem, frag wo man so einen Test in Deinem Bundesland machen kann, welche Möglichkeiten es für Deinen Sohn gibt, wie Du mithelfen kannst und welche Hilfe Du bekommen kannst.

http://www.LRS-Portal.net
http://www.dvld.de

LG Ellen

Ellen

Beitrag von Ellen » 22.03.2009, 13:49

Hallo, ich noch mal, hier noch ein paar Links

http://www.Lernserver.de

http://www.leichter-lernen-werkstatt.de

LG Ellen

Ellen

Re: Lesen und schreiben in der 1 . Klasse

Beitrag von Ellen » 22.03.2009, 14:08

Andreas hat geschrieben:Ich weiß jetzt nicht, ob ich hier von anderen Eltern einen Rat bekomme. Ich bin alleinerziehender Vater und berufstätig. Mein Sohn geht in die 1. Klasse und in den Hort. Gestern musst ich zu seiner Lehrerin, da mein Sohn noch nicht richtig lesen und schreiben kann???!!! Seine Mitschüler wäre viel "besser" und er müsste wohl die 1 Klasse wiederholen. Er sollte häuslich mehr gefördert werden. Aber er ist doch erst in der 1. Klasse! Was wird von den Schulanfängern erwartet. Ist das heute üblich? Wie kann ich meinem Sohn helfen? Er kommt um 17 Uhr vom Hort und ich bin um 18 Uhr zu Hause.

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Andreas
Bei der Fülle der Störungen hat fast jedes Kind seine eigene Mischung. Das erschwert die Diagnose, öffnet aber auch eine Fülle von Behandlungsmöglichkeiten. Es dauert nur zwei Stunden, bis der Arzt eine Legasthenie zuverlässig festgestellt hat, aber acht bis zehn Stunden, um das individuelle Störungsmuster eines Kindes zu finden. Eltern sollten auf einen Hör- und Sehtest bestehen. Denn manchmal können technische Hilfen das Lernen schon erheblich erleichtern. Manche Kinder machen Fortschritte mit einer Ergotherapie - wer sich auf Schreiben und Stillsitzen nicht so konzentrieren muss, hat den Kopf frei für die Buchstaben. Auch Sprachübungen können helfen: sie schärfen die Wahrnehmung von Silben und Lauten. Gute Erfolge meldet eine finnische Methode, bei der die Kinder am Computer Symbole und Töne zusammenbringen sollen. Nach zwei Monaten Üben konnten die Kinder flüssiger lesen und besser schreiben - die Hirnaktivität stieg messbar. Doch das Training mit solchen alternativen Methoden muss ständig beibehalten werden - nach etwa einem halben Jahr verliert sich sonst der Erfolg wieder. Wie alle Kinder, die Lesen und Schreiben lernen, müssen Legastheniker viel üben. Sie brauchen nur besondere Mittel dafür.

LG Ellen

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