Grundschulempfehlung mit Bauchweh

Probleme mit der Schule? Haben unsere Kinder Perspektiven? Austausch rund um die Bildung unserer Kids ab Schulanfang ...
Antworten
Fipsle

Grundschulempfehlung mit Bauchweh

Beitrag von Fipsle » 07.03.2008, 22:12

Ich muss mir hier einfach mal den Frust von der Seele tippseln.

Dienstag vor einer Woche hatten wir das Elterngespräch zur Empfehlung der weiterführenden Schule.

Bei meinem Sohn vor 2 Jahren war ich mir eigentlich sicher, dass er ein Realschulkind ist. Eine entsetzte Klassenlehrerin erklärte mir dann, wenn nicht mein Sohn aufs Gymmi könne, wer dann? Sie erklärte mir dann noch, dass es ein ausgewachsener Fehler wäre, ihn auf die Realschule zu stecken, denn er würde sich langweilen, und dann untergehen. Allerdings wäre er nicht so der große Sprachler, eher Technik/Naturwissenschaft.
Mit 1,7 Schnitt also auf das Gymmi. Im ersten Halbjahr dann der Frust in der Sprache. Mit Anfang 2. Halbjahr erfuhren wir durch einen privat angeleierten Test, dass er Legastheniker ist und kämpfen seither in allen sprachlichen Fächer einen Don-Quichotte-Kampf mit den Buchstaben und Vokabeln.
Allerdings ist er in den anderen Fächern ohne große Mühe immer im 2er Bereich und weigert sich vehement auf eine Realschule zu wechseln.
Nach großem Streit kurz vor Weihnachten, hat er seine Faulheit überwunden und ich muß nicht immer gegen ihn an kämpfen, sondern wir können die gemeinsame Energie auf schulisches richten. :ja:

Jetzt steht die Entscheidung also für Tochterkind an.
Da ich sehr stark mit Sohni beschäftigt war, habe ich mich eigentlich wenig um ihre Belange gekümmert und war mit Noten zw. 1 und 2 eigentlich immer zufrieden. Für mich also auch immer ein Gymmi-Kind. :)

Seit Schuljahresbeginn wurde eine Mathearbeit nach der anderen vergurkt. 3-4, 3-, 3+. :nein:
Beim Üben vor der Arbeit, hatte sie zu Hause aber immer alles problemlos gerechnet. Meistens war das, was sie hatte, auch richtig, aber sie hatte immer 1oder2 Aufgaben nicht in der Zeit geschafft.
Lustigerweise gab es in den Kurztests immer 1er!!
Leider konnten die angeblich durch schulinterne Querelen nicht gewertet werden, weil sie über alten Stoff gingen und nicht wie gesetzlich vorgeschrieben über den Stoff der gerade aktuell war. !! :eek: :<
Deutsch lag immer im guten 2er Bereich. Lernwörterpauken nie ein Thema, bei Übungsdiktaten max. 1-2 Fehler.
In Englisch konnte sie bei unangesagten Kurztests immer mit "Very Excellent!" glänzen. Im Zeugnis steht eine 1-2.

Das Empfehlungsgespräch wurde von der Klassenlehrerin(D/MeNuK) und der Mathelehrerin geführt.
Begrüßt wurde ich mit dem Satz: „Oh weh, jetzt kommt unser Bauchwehkind!!“

Die beiden eröffneten mir also, dass wir mit einem Notenschnitt von 2,37 auf jeden Fall eine Empfehlung für das Gymmi erhalten würden, aber dass sie aufgrund des etwas langsamen Arbeitens und der Schüchternheit vielleicht doch eher zur Realschule tendieren würden. Aber eigentlich vielleicht auch eher doch nicht ?!?! :/ :rolleyes: :eek: ;( :/
Sie machten mir dann den Vorschlag ich sollte mich doch erkundigen, was die Freundinnen so entscheiden würden!! :boese:

Wir haben uns entschieden erst einmal alle in Frage kommenden Realschulen und das Gymmi unseres Sohnes an zu schauen (obwohl sie es eigentlich kennt).
Bei diesen Besichtigungen habe ich dann von den Eltern einiger anderer Kinder erfahren, dass die genau die gleiche Aussage über ihr Kind erhalten haben und jetzt genau so wie wir mit dem schwarzen Peter in der Hand da stehen.
So ein Zufall?!?!?!?!?!?

Will sich da jemand aus der Verantwortung drücken, oder ist die Situation bei allen Kindern wirklich so ???? :tot:

Normalerweise würde ich sagen, wir versuchen das Gymnasium auf jeden Fall.
Aber auf der anderen Seite sehe ich, wie der Große ochst, und unter der Last von G8 jegliche Jugend-/ Kindheit erdrückt wird.

Ist da nicht vielleicht eine Realschule mit einem besseren Durchschnitt die einfachere Wahl, als ständig am Rande des Bibberns zu stehen, ob es reicht oder nicht???
Allerdings sind die Realschulen beide genau am anderen Ende der Stadt und das Gymmi direkt vor der Tür.


Da fragt man sich schon wie man im Sinn des Kindes am besten entscheidet.

Ich habe noch keine Entscheidung getroffen.

Bei der Besichtigung heute hat Tochterkind diese Schule schon einmal ausgeschlossen, weil es ihr dort nicht gefiel. Das war eine der beiden Realschulen.
Übrig bleiben dann noch 2.
1x Gymmi---1xReal :juggle:

fabel

Beitrag von fabel » 08.03.2008, 10:52

Hallo fipsle,

wir stehen vor dem gleichen Problem. Allerdings gibt es in Bayern die entscheidenden Übertrittszeugnisse erst Anfang Mai.

Hier ist es leider so, das Kinder, die in der gesamten Grundschulzeit gute Leistungen hatten, in den letzten Wochen vor dem Übertrittszeugnis noch massiv abrutschen. Nun ja, die Hauptschulen brauchen dringend Schüler, um nicht geschlossen zu werden :eek: .

Aber nun zu deiner Frage. Die Entscheidung für die richtige Schule ist wirklich schwierig. Mein Großer ist auf dem Gymnasium. Ihm gefällt es dort gut. Allerdings halte ich das G8 für misslungen. Der Stoff wird durchgezogen und wer es nicht verstanden hat, hat halt Pech gehabt oder nimmt Nachhilfe.

Bei unserem jüngeren Sohn wissen wir noch nicht, ob er den Notenschnitt fürs Gymnasium bis Mai halten wird. Wir haben jetzt die Realschule besichtigt und sie hat ihm sehr gut gefallen. Mein Eindruck: diese Schulart ist viel kindgerechter. Wie das allerdings bei euch ist, weiß ich nicht, da ja jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht :/ .

Wir werden uns die Entscheidung sicher auch nicht leicht machen und ich wünsche dir, dass du und deine Tochter die richtige Schule findet ;) .

Fipsle

Beitrag von Fipsle » 08.03.2008, 18:01

Ja Fabel,

dieses Abrutschen kurz vor dem Zeugnis ist auch bei uns ein bekanntes Phänomen.
Gestern habe ich erfahren, dass ein Kind wenn es jetzt mit dem Zwischenzeungnis bzw. zur Anmeldung den entsprechenden Schnitt hat, nachher so abloosen kann, dass es selbst mit einem versetzungsgefährdeten Zeugnis noch auf die entsprechend ausgewählte Schule kommt. Ist ja angemeldet und nur das zählt. :eek: :eek:

Ich glaube bei uns krankt so einiges im Schulsystem.
Bei Männe in Belgien ist die Schule in 6 Jahren Basisschool und 6 Jahre mittelbare School aufgeteilt. Da müssen alle Kinder durch, aber die Entscheidung zw. Basis und Mittelbar ist halt erst nach der 6.

Bei den Mittelbaren gibt es dann gewisse Fachrichtungen (Manche die letzten 2 jahre praxisorientiert mit Teilzeit in Firmen) und ansosnten hat man bis 18 einfach zu gehen.
Hat bestimmt seine Nachteile, aber ich denke diese frühe Entscheiden wie bei uns, ist noch schlimmer ;(

fabel

Beitrag von fabel » 09.03.2008, 14:23

Ja unser Schulsystem krankt wirklich :< .

Da kann ich dir nur recht geben.

Aber es bessert sich nichts, nein es wird immer schlimmer. Die Leidtragenden sind unsere Kinder, denen man ihre Kindheit nicht mehr zugesteht, sondern von ihnen verlangt, dass sie von klein auf in unserer Leistungsgesellschaft funktionieren :aerger: .

Maybe

Beitrag von Maybe » 09.03.2008, 19:20

Hallo,

mal ganz ehrlich: Ich bin froh, dass diese Entscheidungen schon hinter mir liegen. Die Schulempfehlungen habe ich in den Wind geschlagen und bin meinem Gefühl gefolgt. Ich habe meine beiden Töchter in Hauptschulen untergebracht; die Große hat alles mit Bravour gemeistert und ist im Schnitt mit zwischen 1 und 2 durch alle weiterführenden Schulen marschiert. Sie hat Fachhochschulreife mit einem Top-Schnitt und ist jetzt Programmiererin.

Das nur als Beispiel.

Du kennst deine Kinder doch. Fühl dich in deine Kinder ein und wie weit du ihnen ggf. helfen kannst. Kinder boykottieren Überforderung eher als wenn sie unterfordert werden und sich "langweilen". Da kann man immer noch mit zusätzlichen Aktionen (Sport oder andere Kurse) Ehrgeiz einfordern.

Weiterführende Schulen haben bei uns in BW Aufnahmeprüfungen. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit für euch.

Es gibt noch ein Institut, das ganz ausgeklügelte Eignungstests macht und die helfen sehr. Es ist das Gefa-Institut in München. Der Test wird von dem Kind und einem Begleiter mit Stoppuhr gemacht. Der etwas ausgeklügeltere Test kostete 45 €, als wir ihn benötigt haben. Die Ausarbeitung erfolgt relativ schnell durch das Institut und zeigt, wo Stärken und Schwächen des Kindes liegen, wo es über-und unterdurchschnittlich im Altersvergleich ist und die empfehlen auch, wie man weitermachen kann. Es wird sogar eine Berufstendenz angegeben.

Also, nicht unterkriegen lassen. Einen Tipp kann ich dir noch mitgeben, den hatte eine Schuldirektorin uns bei einem Vorstellungsgespräch mitgegeben: Egal, für welche Schule man sich entscheidet, es gibt immer einen Weg, der weiterführt. Ein Umweg hilft einem Kind manchmal mehr als der direkte Weg.

Viel Glück
Maybe

Fipsle

Beitrag von Fipsle » 10.03.2008, 07:45

Danke Maybe,
an einen Test hatte ich am Wochenende auch schon gedacht.
Leider muss ich am Donnerstag schon eine vorläufige Bescheinigung abgeben. Aber so wie mir eine Rektorin bei einer Schulvorstellung hinter vorgehaltener Had geflüstert hat, ist die noch nicht ganz bindend.

Töchterlein hat noch einmal ein Gespräch zwischen Lehrerin, ihr selber und mir vorgeschlagen. Sie tippelt gerade mit dem Zettel in die Schule. Mal sehen ob sich da was rührt, sonst muß ich den Test selber anleiern.

Ich habe heute Abend eine Grundschullehrerin als Patientin, die werde ich mal fragen, wie ich da vorgehen muß!!
Du kennst deine Kinder doch. Fühl dich in deine Kinder ein und wie weit du ihnen ggf. helfen kannst.
Klar, kenne ich sie. Beim Großen war ich mir auch sicher, er ist ein Realkind, habe auf die Lehrerin (übrigens eine davon ist die selbe wie jetzt) gehört,ihn ins Gymmi gepackt und bereue es (manchmal; nach stundenlangen Vokabelsessions :tot: :<)!!

Bei Töchterlein bin ich sicher, sie schafft es lockerer, vorrausgesetzt sie blockt sich nicht selber aus.
Wenn sie eine Aufgbe sieht, und erkennt nicht sofort den Lösungsansatz ist Schluß --- Panik ---- no way, no chance!! :boese:

Margitta

Beitrag von Margitta » 10.03.2008, 23:47

Hallo Fipsle,

bei mir/uns ist es ja schon einige Jährle her
also ich habe mich nicht gern Beeinflussen lassen von den Pädagogischen Empfehlungen, weil ich es nicht so sah, der gleichen Meinung war.
Als unser ältester im Kindi war meinte die Kindergärtnerin schon das wir ihn mit 5 Jahren einschulen lassen sollten, ich war nicht dieser Meinung und habe mich entgegen entschieden.....

unser ältester hat das Gymnasium besucht weil die Noten stimmten
und er hatte nie vor zu Studieren, von sich aus........und ging dann ohne Abi vom Gymy ab, im Endeffekt "nur" mit mittlerer Reife in der Tasche
er hat dann eine Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten gemacht puhhh ein furchtbar langes Wort und arbeitet heute zufrieden als Angestellter bei einer Bank.

Eine gute schulische Ausbildung muß man seinen Kindern, gerade in der heutigen Zeit versuchen zu bieten soweit es möglich ist

aber ich denke vertraue auf Dein Gefühl als Mutter, den nur Du kennst Dein Kind am längsten, am besten


Alles Liebe
Margitta

Chris62

Beitrag von Chris62 » 11.03.2008, 12:05

Hallo Fipsle,

ich habe vor einigen Jahren die gleichen Erlebnisse in der Schule gehabt, als wir vor der Entscheidung standen, Sohni auf´s Gymmi oder in die Realschule, Sohni´s Noten wurden im letzten Halbjahr zusehens schlechter. Ich hatte aber ohne zu fackeln Sohni auf dem Gymmi angemeldet. Seine Klasse ist fast geschlossen gewechselt.
Bei uns waren die Lehrer in einer komischen Situation, keiner wusste nach der Wende wie es eigentlich läuft, letztendlich landeten alle ehemaligen Mitschüler in der Hauptschule (die nicht auf´s Gymmi gewechselt haben), weil die Lehrer mit der Situation nicht fertig geworden sind. Es gab da A und B- Kurse und keiner wusste so recht wie´s eigentlich läuft.
Deshalb war meine Entscheidung schon richtig. Sohni hat nach der 10. Klasse auf eine Fachoberschule gewechselt und hat im Januar seine Lehre erfolgreich abgeschlossen. Will eventuell noch studieren.
Bei der Lehrstellensuche hat auch der Fakt gezählt, dass er als ehemaliger Gymnasiast angefragt hatte.
Bei meiner Tochter war es ganz anders, sie hatte einen Notendurchschnitt von 1,0, da war es überhaupt keine Frage, in welche Schule sie gehen wird. Jetzt ist sie in der 8. Klasse, ist nicht mehr ganz so gut (wegen Lehrerwechsel und Schulzusammenlegung und Pubertät), aber das wussten wir vorher, dass geht auch wieder aufwärts, schließlich ist ja
noch Zeit bis zum Abi.

Ich würde heute wieder genau so entscheiden.

gruß Chris

Fipsle

Beitrag von Fipsle » 14.03.2008, 08:28

Wlolte nur mal kurz berichten, wie es bei uns steht.

Am Mittwoch hatte ich noch einmal kurz eine Unterredung mit der Klassenlehrerin aufgund der Ausssage meiner Tochter am Sonntag.
Sie meinte : " Es ist einfach eine Unverschämtheit, dass die beiden Lehrerinnen behaupten ich wäre schüchtern, leise und ...., wenn ich nicht dabei bin um mich zu verteidigen!!" :eek:
Ich mußte ihr recht geben und sie schlug vor, das mit der Lehrerin selber und mir zusammen zu klären ( Das soll ein unselbständiges schüchternes Kind sein????)
Bei der Unterredung war sie dann nicht dabei, weil zeitgleich Unterricht war, aber sie hatte schon vorher mit der Klassenlehrerin gesprochen.
Die erste Frge an mich war: " Was haben sie mit dem Kind gemacht??? Die hat sich in den letzten 1 1/2 Wochen um 180° gedreht. Gestern bei der Präsentation die sie gehalten hat, stand ein selbstbewußtes kleines Ding vor der Klasse, die mit lauter Stimme vorgetragen hat und sich auch durch Fragen der Mitschüler nicht aus dem Gleichgewicht bringen ließ, sondern alles souverän beantwortet hat!"
Ich mußte nur grinsen und erzählte ihr dann von der Aussage am Sonntag.
Da lachte die Lehrerin und meinte: "Wenn das der Schubs war, den sie brauchte, dann ist ja alles gut. Wenn sie das durchhalten dann, würde ich fast sagen Gymnasium ohne Probleme!"
Am Ende des Gespräches war die Schulstunde auch gerade beendet und Tochterkind kam aus dem Klassenzimmer gestürmt: " Unabhängig,was ihr gerade besprochen habt, ich habe gerade entschieden ich will auf das Gymmi!!" ----- NA?!? Paßt doch, oder???? ;D

Ich habe also den Rücklaufzettel an die Schule gestern mit Gymnasium abgegeben und hoffe das war die richtige Entscheidung!!
Endgültige Anmeldung an der neuen Schule ist dann am 01.04.

Chris62

Beitrag von Chris62 » 14.03.2008, 11:15

Hallo Fipsle,

über diese Entscheidung kannst du richtig stolz sein, du wirst sehen, dein Kind weiß, was gut für sie ist.
Da brauchst du dir auch keine Sorgen zu machen, die Kleine geht ihren Weg.

LG Chris

Fipsle

Beitrag von Fipsle » 14.03.2008, 15:13

Ich hoffe dass alles gut wird.
Noch so ein intensives Lernen wie mit dem Großen, geht nämlich nicht. Da gehen mir die Stunden am Tag aus!! :lach:

Aber notfalls muß man dem halt auch mal sagen er muß alleine!!
Wie allen Männern manchmal!! ;D
Immerhin, er hat mir heute eine 2-3 in Latein gebracht. Nach bisher immer 4 und schlechter sind wir jetzt mit 3+ und 2-3 deutlich auf dem aufsteigenden Ast :zustimm:

Antworten

Zurück zu „Schule & Ausbildung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste