Falsche Töne gibt es nicht: Singen als heilende Kraft.

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Wölkchen

Falsche Töne gibt es nicht: Singen als heilende Kraft.

Beitrag von Wölkchen » 26.01.2007, 10:30

Beim Singen wird ganz natürlich die Zwerchfellatmung aktiviert, welches den Abbau von Stoffwechselschlacke fördert. Man atmet tiefer und bekommt dadurch mehr Sauerstoff was wiederum zu einer besseren Versorgung des Körpers, Hirns und jeder Zelle mit dem Lebenselexir Sauerstoff bedeutet. Wer regelmäßig singt, steigert mit der Zeit seine persönliche Herz-Kreislauf-Sequenz. Singen als Jogging zu bezeichnen ist an Hand dieser Punkte logisch. Mantra-Singen z.B. führt zur Verbesserung der Herzfunktion und zur Reduktion von Angst sowie Stress. Dieses wiederum ist für den Menschen im Ganzen besonders erholsam und dadurch gesundheitsfördernd.

Dass Singen glücklich macht, kann die Wissenschaft an Hand von Messungen der "Glücksindikatoren" wie z.B. Adrenalin und Endorphine nachweisen. Das Schmerzerleben wird reduziert und die Stimmung ist gehobener. Gleichzeitig wird das "Kuschelhormon" vermehrt ausgeschieden, was zu einem intensiveren Gefühl der Verbundenheit und Liebe führt.

Unser Immunsystem erfährt die meisten Angriffe über die Haut und die Körperöffnungen. Diese werden mit dem Immunglobulin A gestärkt, was wiederum vermehrt produziert wird, wenn man häufiger und ausdauernd singt.

Die phsychische Wirkung des Singens, kann man an sich selbst sehr gut erkennen. Die Alltagssorgen werden oft an die Seite gepackt und vieles nicht verdaut. Es dreht sich der Gedanke einzig um die Probleme, die dadurch den Tag überschatten und uns nicht in den Schlaf kommen lassen. Singen befreit und öffnet wieder die Seele, damit die lästigen Gefühle herauskönnen und dadurch weniger belasten. Wir drücken Freude, Kummer, Leid und Schmerz mit jedem Ton aus, der unsere Lippen verlässt. Der Kopf schaltet ab, die Gedanken rennen nicht mehr, körperliche und seelische Blockaden lösen sich. Oftmals sucht man sich speziell der Stimmung angepasst ein Lied aus. Ich kann meine Traurigkeit spüren aber nicht rauslassen. Mit einem traurigen Lied, fängt man an zu weinen und lässt auch seine eigene Traurigkeit zu, wird ihr bewusster und lässt sie befreiend hinaus. Es ist als fände man seine Mitte würde eins mit der Erlebnis- und Gefühlswelt.

Singen ist ein Antidepressivum und fördert das Selbstbewusstsein, es weckt Erinnerungen und öffnet die Tür zu der Vielfalt unserer eigenen Ressourcen. Der Psychologe Abraham Maslow erforschte die sogenannten "Gipfel-Erlebnisse": „Ich fand, dass diese Personen vielfach berichteten, dass sie etwas wie mystische Erfahrungen hatten, Augenblicke großer Ehrfurcht, Momente höchsten Glücks oder gar der Verzückung, Ekstase oder Seligkeit (denn das Wort Glück kann zu schwach sein, um diese Erfahrung zu beschreiben). Dies waren Augenblicke reinen, positiven Glücks, wo alle Zweifel und Ängste, alle Hemmnisse, Spannungen und Schwächen zurückgelassen wurden. Dabei verlor sich das Selbst-Bewusstsein. Alle Getrenntheit und Entfernung von der Welt verschwand, während sie sich eins mit der Welt fühlten, mit ihr verschmolzen, wirklich in dieser Welt und zu ihr gehörend, statt draußen zu sein und von dort hereinzuschauen.“

Besonders Singen in Gruppen ermöglicht einem solche "Gipfel-Erlebnisse" (Peak-Experiences). Es kommt zu starken Gefühlserlebnisse mit Musik (Strong Experiences wieth Music).

Therapeutische Wirkungen von Strong Experiences with Music (SEM)

Gabrielson und Lindström gingen der therapeutischen Wirkung von SEM näher nach und konnten aufgrund ihrer Forschungen folgende Wirkfaktoren Starker Musik-Erfahrungen extrahieren:

-Musik kann physische Schmerzen lindern
-Musik kann helfen, tiefe Trauer zu lindern und Trost und neue Hoffnung spenden
-Musik kann helfen Depressionen (sogar langbestehende) zu überwinden
-Musik kann dabei helfen, Barrieren und Widerstände, oft unbewusst, zu überwinden und wieder in Kontakt mit verborgenen Gedanken und Gefühlen zu kommen, sowie ein Gefühl von Offenheit und Freiheit hervorrufen.
-Musik ermöglicht neue Einsichten, welche die eigene Lebensweise, die Beziehung zu anderen und zur Realität allgemein betreffen.
-Musik kann das Gefühl vermitteln, von anderen Menschen anerkannt und bestätigt zu werden und hierdurch das Selbstvertrauen steigern.
-Musik kann genutzt werden, um ganz bewusst die eigene Gemütsverfassung zu bestätigen, verstärken oder zu verändern.
-Musik kann ein starkes Gefühl für die eigene Identität, die Bedingungen des menschlichen Lebens und der Existenz erzeugen.

Im Rahmen einer Studie wurde festgestellt, dass engagierte "Singer" häufiger sozialer, helfender und eigenverantwortliche mit ihrem Umfeld umgehen als "Nichtsinger", die stärker selbstbezogen und unsolidarisch sind und ihre Eigenverantwortung in Notlagen betonen.

Durch das Singen überwindet man leicht soziale, etnische und sprachliche Barrieren. Es ermöglicht jeden Menschen, sich auszudrücken, aus seiner Isolation auszubrechen und im Rahmen einer Gruppe die erhöhte Toleranz im sozialen, etnischen und sprachlichen Bereich zu erleben.

Alles in allem ist Singe gesundheitsfördernd für Geist und Seele und verbindet die Menschen dieser Welt leichter, als das Wort allein.


Wer mehr über die Kraft des Singens wissen möchte, dem kann ich dieses Buch empfehlen: Wolfgang Bossinger/"DIE HEILENDE KRAFT DES SINGENS" Traumzeit-Verlag (2006), 336 Seiten, ISBN: 393382561X

Reszension von Prof. Dr. Hermann Rauhe - Präsident und Professor der Hochschule für Musik und Theater Hamburg,
Ordinarius emeritus der Universität Hamburg, Januar 2007 hier zum lesen: http://www.healingsongs.de/webseiten/ra ... ension.htm


Mich hat das Thema interessiert, weil ich an mir selber immer wieder gemerkt habe, wie gut es tut, einfach so zu singen und wie wohl ich mich hinterher fühle. Manchmal ist es, als hätte ich ein Hochgefühl und würde voller neuer Energie stecken. Dabei kommt es überhaupt nicht darauf an, dass man schön singt sondern nur das man singt.

Im Laufe der Jahre legte ich immer mehr die Hemmungen ab, die ich durch mein nicht gerade den Ton treffendes Singen hatte. Es sind die Ängste, sich zu blamieren und diese verhinderten, dass ich mich getraute.

Es wäre schön, wenn ich euch dazu ermuntert hätte, einfach so beim Kochen, putzen, bügeln, baden, duschen einfach immer wann euch danach ist, zu singen.

woodstock

Beitrag von woodstock » 26.01.2007, 18:47

Habe im Chor gesungen - unterschreibe es voll und ganz!
Zur Zeit habe ich leider keinen - vielleicht tut sich irgendwann wieder etwas.

Lieben Gruß, Doro

inna

Beitrag von inna » 26.01.2007, 19:47

Gut, dass du mich wieder daran erinnert hast, Tina! Eigentlich kenne ich das auch, dass sich das maßgeblich auf mein Wohlbefinden auswirkt, wenn ich bei Tätigkeiten, die das zulassen, vor mich hin trällere! Aber ich vergesse das immer wieder. Es ist also keine Gewohnheit von mir, sondern tritt immer nur phasenweise auf...aber das soll anders werden!

Viele Grüße, inna

bessere hälfte

Beitrag von bessere hälfte » 26.01.2007, 20:24

Wölkchen, ich muss dir voll und ganz zustimmen. Ich habe auch fast 20 Jahre im Chor gesungen.Es heißt ja auch: Mit Musik geht alles Besser!!!

farmelfe

Beitrag von farmelfe » 26.01.2007, 20:59

Ich habe noch nie im Chor gesungen :nein: aber es stimmt
singen befreit und wenn ich aufräume habe ich immer Musik an zum mitsingen :D
wenn ich singe dann nicht sooo schön aber laut
und meine Nachbarin macht es auch
Ich höre sie sehr oft wenn ich nach unten gehe.
Nur morgens früh habe ich nicht das verlangen zum mitsingen
da höre ich lieber.
Was mir auch sehr schwer fällt ist den Mund zu halten wenn ich meine Knöpfe im Ohr habe und Musik höre
Das wäre peinlich ;D

Sister

Beitrag von Sister » 26.01.2007, 22:13

"kluge Frauen schicken ihre Männer zum Singen in einen Chor", so ähnlich las ich es neulich an einem Schaukasten, der von einem Männerchor gestaltet wird! Guter Satz, auch unseren Männern tut das gut, bei all dem tgl. Streß! Einen Chor zu finden ist bestimmt nicht so schwierig. Wir in der Großstadt (Dresden) haben ja recht viele Möglichkeiten, Philharmonischer Chor, Opernchor nur als Beispiele. Aber ich denke auch an die vielen Kirchgemeinden meist gehört da eine Kantorei dazu und diese studieren mitunter sehr anspruchsvolle Werke ein und vorallem prägt so eine Gemeinschaft ungeheuer und der "Chorunterricht" ist außerdem noch kostenlos. Also ich möchte um gar keinen Preis das Chorsingen missen, eigentlich singe ich schon seit frühster Kindheit und selbst meine heute hochbetagte Mutter singt noch in einem Chor. Und gerade das Singen hat ihr über so manche schlimme Phase in ihrem Leben hinweggeholfen! Also, ich kann´s nur wärmstens weiter empfehlen, "denn, wo man singt da lass Dich fröhlich nieder....... "!

LG sister

Wollibär

Beitrag von Wollibär » 27.01.2007, 00:04

kann ich voll unterschreiben, zumindest, was das Hören von Musik angeht. Wenn ich mitsingen würde, dann würden sich unsere Katzen ein neues Zuhause suchen ;D

smile

Beitrag von smile » 30.01.2007, 10:40

Was ich immer sage.... ;)

Leider habe ich mit den beiden Chören in denen ich seit Jahren singe vorerst pausiert, aber ich hoffe ab Mitte des Jahres lässt der Stress etwas nach und ich kann wieder hingehen. Es sind zwei recht moderne Chöre und ich singe auch gerne alleine zuhause.

Also ich unterstreiche den Beitrag gleich doppelt!

Singt so oft euch danach ist!!!

:lah:

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Singen

Beitrag von TinaLi » 10.04.2010, 14:49

also seit Januuar 2010 gehe ich auch in den Kirchenchor.

1 Stunde war etwas propematisch weil der Chorleiter nicht wusste wo er mich reinstecken soll.

aber jetzt geht es mitterweile ich habe dann noch Probleme bei 4 stimmigen Singen...

aber das wird schon... :rolleyes: denke ich mal

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Beitrag von Sandrine » 10.04.2010, 21:51

ich habe auch vor vielen Jahren im Kirchenchor gesungen und ich denke mal, es wird sich nichts geändert haben, sie sind um jede Stimme dankbar und finden für Dich die richtige Einordnung
liebe Grüsse von Sandrine

werde bloß nicht bequem, sonst zieht an dir das Leben vorbei
Bild[/url]

Vicky

Beitrag von Vicky » 11.04.2010, 19:57

Da ist was dran, singen ist gesund.
Wie heißt es?
Wo man singt da lass Dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.

@TinaLi
@ Sandrine

Man muss schon die Töne treffen........... Wenn man es nicht kann, kann man zwar singen nach Herzenslust, aber ohne Publikum.

Wir hatten jeden Tag Probe. Und an manchen WEs auch noch.
Die täglichen Proben waren noch vor Unterrichtsbeginn, wir nannten es die
0. Stunde.
Das waren meist Proben mit den jeweiligen Stimmen alleine oder den Mädchenstimmen zusammen, das nannte sich Registerprobe.
Ich hatte einige Zeit auch noch Einzelunterricht, um dieverse Soli zu singen.
Hilfe, ich mag das nicht, alleine vor einer Menge zu singen. Ich hatte dann auch Probleme mit den Stimmbändern und danach einen leichten "Hauch" auf der Stimme und aus wars mit ser Karriere. (zum Glück).
Aber im kleinen Chor musste ich mitmachen, manchmal als Ersatz im Kammerchor. (da waren wir zu acht ).
In allen Ferien hatten wir ein Chorlager, (unsere Wortschöpfung) und da gings richtig zur Sache.
Da waren noch ein Schwarm Stimmbildner und auch Sprachlehrer dabei.
Alle, die ich gut kannte im Chor, da gabs keinen, der gemault hätte, jeder war mit Begeisterung dabei.................
Mir meiner Freundin hab ich neulich gemailt und wir kamen auf diese Zeit und wir beide sind der Meinung, dass es einfach schön war, auch wenn wir keine oder nur wenig Freizeit hatten.

Vanilla
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Beitrag von Vanilla » 11.04.2010, 21:00

10 Jahre Chor habe ich auch durchgehalten und es war sehr schön, ich habe eine ausgebildete Stimme und war immer vielseitig einsetztbar. Solo mochte ich auch nicht besonders gerne, habe es aber trotzdem immer wieder gemacht.

Singen befreit, das ist sicher richtig.
LG Vanilla

TinaLi
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Beitrag von TinaLi » 11.04.2010, 21:22

:rolleyes: ;D

hatte ich eigentlich schon erwähnt das ich total unmusikalisch bin und kein Musikgehör habe und keine Noten lesen kann ?

fabel

Beitrag von fabel » 12.04.2010, 07:54

TinaLi hat geschrieben::rolleyes: ;D

hatte ich eigentlich schon erwähnt das ich total unmusikalisch bin und kein Musikgehör habe und keine Noten lesen kann ?
Ich würde mich zwar nicht unmusikalisch nennen, aber ich kann keine Noten lesen. Deshalb hatte ich auch noch nie den Mut in einem Chor mitzusingen :/ . Ich finde es toll, dass du dich traust.

Vicky

Beitrag von Vicky » 12.04.2010, 19:52

@ TinaLi

Noten lesen muss man vllt.nicht zwingend können .
Aber die Töne solltest Du doch treffen.
In welche Stimme hat Dich denn der Kirchenchorleiter gessteckt ?

@ Vanilla

Singen an sich macht wirklich Spaß. Da gebe ich Dir und jedem, der das sagt, Recht.

Ich weiß nicht, wie das im Kirchenchor ist, aber in meinem Chor gabs jedes Jahr eine Prüfung.
Vom Blatt singen, Takte schlagen und was es sonst an Schikanen so gibt.
Der Clou aber war, dass wir zu viert ein Lied singen mussten, meist ein etwas kompliziertes.
Schaffte man das nicht, tja, da musste man direkt von der Schule.
Aus dem Chor raus musste man auch, wenn die schulischen Leistungen abgesackt sind, aber man konnte wieder zurück.

Als ich an die Schule kam, wurde eines Tages angesagt, dass wir am Abend geprüft würden, wo wir unsern Platz im Chor dann bekommen.
Instrument spielen war eine Vorbedingung.
Als ich dran war, hab ich geszngen: Der Frühling kehrt wieder....

Gut, mein Musiklehrer saß am Klavier und hat mir einen neuen, höheren Ton angeschlagen. Und das ging so weiter, bis ich im ersten Sopran gelandet war.
Das war deshalb noch unterteilt, weil wir auch 8-stimmige Sachen gesungen haben.

Und wenn ich aufgregt bin, kann ich offenbar sehr hohe Töne rausbekommen, denn später hatte immer Halsprobleme und dann eben diese Stimmbänderentzündung oder was das eben war.
Reden durfte ich auch nicht und das war echt schlimm, weil ich eine olle Plaudertasche bin...........

Ich habe nichts Gescheites jetzt gefunden, also dann eben mal das als Beispiel.
Dieser Chor setzt sich aus ehemaligen Schülern der Schule in Wernigerode zusammen.
Sie machen etwas populärere Sachen.

Der Chor innerhalb der Schule ist vielseitig, vom Volkslied über Gospels,
bis hin zu Oratorien und auch zu meiner Zeit, doofes DDR-Jubelliedgut.
Aber, dadurch hatten wir ungewöhnliche Freiheiten...........

http://www.youtube.com/watch?v=XqImkoI0370&NR=1

TinaLi
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Beitrag von TinaLi » 12.04.2010, 19:56

für Alt hat es nicht ganz gereicht..

dann singe ich im Tenor mit..

ja ja für eine Frau etwas ungewöhnlich ich weis..

Vicky

Beitrag von Vicky » 13.04.2010, 12:15

:D :D :D Klasse !!!!

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