Da wir Advent haben, ists Zeit für Geschichten.

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Vicky

Da wir Advent haben, ists Zeit für Geschichten.

Beitrag von Vicky » 04.12.2009, 19:45

Also eins hab ich bisher nur mal angedeutet, nämlich dass Ich Märchen liebe und auch eine hübsche kleine Sammlung habe.

Ich dachte mir also, zum Advent mal eine kleine Geschichte für Euch zu schreiben.
Und hier ist sie:

Alibeg Kaschkaschi

In der Stadt Kairo in Ägüpten lebte einmal ein mann, der hieß Alibeg Kaschkaschi.
Er hatte ein lahmes Bein und humpelte ein wenig,wenn er in der Stadt umher ging.
Das sah komisch aus. Die KInder der Stadt liefen hinter ihm her und verspotteten ihn, indem sie im Takt riefen:
"Alibeg Kaschkaschi! Alibeg Kaschkaschi! Alibeg Kaschkaschi!..........", immer in dem selben Tonfall und in der selben Weise. Wenn er ging und wenn er kam, immer liefen die Kinder ihm nach.
Eines Tages wurde es dem Alibeg zu viel, dass die Kinder ihm nachliefen und schrien.
Er bückte sich, nahm einen Stein auf und warf ihn in den Haufen der
Kinder. Der Stein traf ein Kind am Kopf und schlug ihm ein Loch hinein. Das Kind schrie sehr, da kam der Vater hinzu und fragte: "Wer hat dich so geschlagen?" Der Knabe antwortete: "Alibeg Kaschkaschi hat mir einen Stein an den Kopf geworfen !"
Da wurde der Vater des Jungen böse, fasste den Alibeg und schleppte ihn vor den Richter.
"Dieser Alibeg", sagte er, " hat meinem Sohn ein großesLoch in den Kopf geschlagen, und ich habe ihn deshalb vor Gericht gebracht. Du wirst schon mit ihm fertig werden."
Der Richter fragte den Alibeg: "Warum hast Du den Jungen ohne Grund so geschlagen oder gar mit einem Stein geworfen?
Alibeg antwortete und sagte zu dem Richter: "Nämlich, o Richter, Gottes Segen über den Propheten!"
Da antwortete der Richter: "Gott segne ihn und Frieden über ihn!"
Denn das ist in jenem Land eine übliche Begrüßung.
Und Alibeg sagte zum Zweiten Mal: O Richter! Gottes Segen über den Propheten!" Der Richter antwortete wieder: "der Segen Gottes sei mit ihm und sein Friede!"
Da sagte Alibek Kaschkaschi zum dritten Male:
" O Richter, Gottes Segen über den Propheten!" Der Richter antwortete: "Tausendfacher Segen über den Propheten!"
Schon rief Alibeg zum vierten Mal: Gottes Segen über den Propheten, o Richter!" Da wurde der Richter des Geschreis satt und rief ärgerlich:
"Höre nun endlich auf mit deinem ewigen Prophetengruß und komme zur Sache!"
Da antwortete Alibeg und sagte: "Richter , du hast es satt,dem Propheten Mohamed, den wir verehren, Segen zu wünschen, und es war erst das vierte Mal. Wie soll ich es dann nicht überbekommen, wenn böse Buben mir alle tage nachlaufen und immerfort meinen Namen verspotten? Du bist von dem einem Male böse geworden, und das war nur eine kurze Zeit, ich aber muss es alle Tage leiden,dass sie mir nachschreien:
Alibeg Kaschkaschi, Alibeg Kaschkaschi, Alibeg Kaschkaschi, alle Tage und ohne Ende!"
Da erkannte der Richter, dass Alibeg Kaschkaschi keine Schuld hatte und sagte zu ihm: "Ich danke schön,gehe nur nach Hause, Alibeg."
Alibeg ging, und der Vater musste seinen Knaben selbst heilen lassen.
Das ist die Geschichte von Alibeg Kaschkaschi.

Eine Geschichte aus Ägypten.

Schönen 2.Advent, falls ich Morgen nicht hier bin.
Vicky

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Beitrag von Sandrine » 06.12.2009, 22:31

Danke Vicky, die Geschichte ist sooo schön.

Hast gut ausgesucht und wann kommt noch eine?
liebe Grüsse von Sandrine

werde bloß nicht bequem, sonst zieht an dir das Leben vorbei
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Fipsle

Beitrag von Fipsle » 07.12.2009, 07:37

Danke Vicky, schöne Gschichte :magic:

Vicky

Beitrag von Vicky » 07.12.2009, 19:52

Nichts zu danken, gern geschehen.................

Eine Kleine gibts noch gleich heute..............

UNERWARTETES GLÜCK

Es war einmal ein Mann, der immer hoffte, durch einen unerwarteten
Glücksfall plötzlich reich zu werden.
Einmal hörte er von einer Insel, auf der die Menschen nur ein Auge haben sollten.
Ein unerwartetes Glück, dachte er; wenn ich da hinführe und einen von diesen Menschen finge und ihn dann fürGeld sehen ließe--da würde es an Schaulustigen nicht fehlen,und mein Glückwäre gemacht!
Je mehr er über den Plan nachdachte, desto mehr leuchtete er ihm ein.
Nach mühseliger Reise kam er auf der Insel an, und wirklich erblickte er bald einige Menschen, die nur ein Auge hatten.
Schon begann er nachzudenken, wie er einen von ihnen fangen und fortschleppen könnte.
Aber auch die Einäugigen hatten den Fremdling längst erspäht.
Ha, dachten sie, das ist ja ein ganz unerwartetes Glück!
Wenn wir diesen Zweiäugigen fangen und für Geld sehen lassen,dann wird es an Schsulustigen nicht fehlen,und unser Glück ist gemacht !

Bald hattensie sich seiner bemächtigt und gingen mit ihm davon.

(diese Geschichte ist aus Japan)
_________________

Fipsle

Beitrag von Fipsle » 07.12.2009, 21:40

:biggthumpup:

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Beitrag von Sandrine » 07.12.2009, 22:03

:Applaus
liebe Grüsse von Sandrine

werde bloß nicht bequem, sonst zieht an dir das Leben vorbei
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Vicky

Beitrag von Vicky » 08.12.2009, 20:19

Zum Abschluss heute mal was anderes.

Einen Brief.

Im Lager bei Verdun, den 10.September 1792
No. I

Ich habe Dir schon viele Briefchen geschrieben und weiß nicht, wenn sie nach und nach bei Dir ankommen werden .
Ich habe versäumt, die Blätter zu numerieren, und fange jetzt damit an.
Du erfährst wieder, dass ich mich wohl befinde, Du weißt, dass ich Dich herzlich lieb habe. Wärst Du jetzt nur bei mir ! Es sind überall große breite
Betten, und Du solltest Dich nicht beklagen, wie es manchmal zu Hause geschieht.
Ach ! mein Liebchen ! Es ist nichts besser als beisammen zu sein. Wir wollen es uns immer sagen, wenn wir uns wiederhaben.
Denke nur! Wir sind so nah an Champagne und finden kein gut Glas Wein.
Auf dem Frauenplan solls besser werden, wenn nur erst mein Liebchen Küche und Keller besorgt.
Sei ja ein guter Hausschatz und bereite mir eine hübsche Wohnung.
Sorge für das Bübchen und behalte mich lieb.
Behalte mich ja lieb !
Denn ich bin manchmal in Gedanken eifersüchtig und stelle mir vor:
daß Dir ein anderer besser gefallen könnte,weil ich viele Männer hübscher und angenehmer finde als mich selbst. Das mußt Du aber nicht sehen, sondern Du mußt mich für den besten halten, weil ich Dich ganz entsetzlich lieb habe und mir außer Dir nichts gefällt.
Ich träüme oft von Dir, allerlei confuses Zeug, doch immer daß wir uns liebhaben.
Und dabei mag es bleiben.
Bei meiner Mutter habe ich zwei Unterbetten und Küssen von Federn bestellt und noch allerlei gute Sachen. Mache nur, dass unser Häuschen recht ordentlich wird, für das Andre soll schon gesorgt werden.
In Paris wirds allerlei geben, in Frankfurt ginbs noch ein zweites Judenkrämchen.
Heute ist ein Körbchen mit Liqueur abgegangen und ein Päcktchen mit Zuckerwerk.
Es soll immer was in die Haushaltung kommen.
Behalte mich nur lieb und sei ein treues Kind, das Andere gibt sich.
Solang ich Dein Herz nicht hatte, was half mir das Übrige, jetzt da ichs habe, möchte ichs gern behalten.
Dafür bin ich auch Dein.
Küsse das Kind, grüße Meyern und liebe mich.

G.

Das ist einer der wenigen Briefe, die von Goethe an Christiane geschrieben hat.
Nach ihrem Tod hat er ihre Briefe und seine fast alle verbrannt.

Tschüß
Gruß
Vicky

Vicky

Beitrag von Vicky » 08.12.2009, 20:21

:nein: Oooooh, Deutsche Sprache, schwäre Sprache....hähähähä

Vicky

Die Geschichte eines alten Hundes

Beitrag von Vicky » 13.12.2009, 19:25

Vllt. findet sich ja noch jemand hierher, ich hab noch neben dem Goethebrief an Christiane
noch eine Geschichte, die heißt:



SIRKO

Ein Mann hatte einmal einen grauen Hund namens Sirko. Weil aber der Hund sehr alt geworden war, jagte ihn sein Herr aus dem Haus.
Da irrte der arme Sirko über das Feld, allein und verlassen auf dieser Welt und dachte: "Jahrelang diente ich treu meinem Herrn und half ihm nach Kräften.
Nun, da ich alt geworden bin, gönnt er mir nicht einmal das Gnadenbrot und jagt mich aus dem Haus!"
So lief Sirko ziellos umher und hing seinen trüben Gedanken nach. Eines Tages begegnete ihm der Wolf und fragte:
"Warum irrst du hier herum?"
Traurig entgegnete Sirko:
"Mein Herr vertrieb mich, Brüderchen, nun irre ich hier allein umher."
Der Wolf sprach zu ihm:
"Wollen wir nicht versuchen, ob dein Herr dich wieder in Ehren aufnimmt?"
"Versuch es mein Freund, irgendwann hoffe ich, es dir vergelten zu können."
Da sprach der Wolf zu ihm:
"Höre gut zu: Wenn dein Herr und seine Frau zur Mahd gehen und ihr kleines Kind neben den Schober legen, dann halte dich in der Nähe auf.Ich packe das Kleine, du aber lässt das nicht zu. Ich werde so tun, als ob ich Angst vor Dir hätte, und lasse das Kind fallen."
Als die Zeit herangekommen war, gingen der Mann und seine Frau aufs Feld. Die Frau legte ihr Kind neben den Schober undHalf dem mann bei der Arbeit. Da kam der Wolf durchs Kornfeld geschlichen, packte das Kind und lief mit ihm davon. Sirko setzte dem Wolf nach, holte ihn ein, und der mann rief:
"Fass ihn , Sirko!"
Nun ließ der Wolf das Kind los, und Sirko brachte es dem mann zurück.
Da holte dieser Brot und Speck aus dem Sack und sprach:
"Nimm Sirko. friss! Das ist der Lohn dafür, dass du dem Wolf unser kind entrissen hast!" Als der bauer und die Bäuerin am Abend vom feld nach Hause zurückkehrten, nahmen sie Sirko mit sich. Zu Hause angekommen, sprach der Mann:
"Frau, koche Weizenklöße! Doch bereite sie mit Speck zu!"
Als die Klöße gar waren, setzte der bauer Sirko an den Tisch, nahm neben ihm Platz und sagte:
"Frau, trage die die Klöße auf, wir wollen Abendbrot essen." Die Frau brachte die Klöße. Der Mann gab Sirko einen Tellervoll davon und passte auf, dass dieser sich nicht die Zunge verbrannte. Dadachte Sirko bei sich: "Ich muss dem Wolf dafür danken.dass mir jetzt soviel Gutes geschieht ."
Der Bauer wartete, bis die fastenzeit vorbei war, und wollte danach seine älteste Tochter verheiraten. Sirko ging aufs Feld, suchte den Wolf auf und sprach zu ihm:
"Komm am Sonntagabend zu uns ins Dorf. Ich werde dich ins Haus führen und mich bei dir für deine Hilfe bedanken. Am Sonntagabend kam der Wolf zum verabredeten Ort. An diesem Tag feierte der Bauer die Hochzeit seiner Tochter. Sirko empfing den Wolf.führte ihn ins haus und setzte ihn unter den Tisch. Sirko nahm vom Tisch eine Flasche Schnaps sowie ein großes Stück Fleisch und setzte es dem Wolf vor. Die Leute, die bei Tische saßen,wollten den Hund dafür schlagen. Da sprach der Hausherr: "Schlagt den Sirko nicht, er hat mir einen großen Dienst erwiesen. Ich habe ihm, solange er lebt, nur noch Gutes zu tun."
Sirko nahm vom Besten, was aufgetischt wurde und setzte es dem Wolf vor.
Nachdem dieser gefressen und getrunken hatte, konnte er nicht mehr an sich halten und sprach: "Nun werde ich singen!" Sirko bat den Wolf jedoch: " Singe nicht, sonst wird es dir schlecht ergehen. Wenn du mir versprichst zu schweigen, gebe ich dir noch eine Flasche Schnaps."
Als der Wolf auch diese Flasche geleert hatte, sprach er:
" Nun muss ich aber singen!"
Abermals bat ihn Sirko: "Singe nicht, sonst sind wir beide verloren!"
Aber der Wolf entgegnete:
"Ich kann nicht anders, ich muss singen!"
Und er heulte laut unter dem Tisch auf. Erschrocken fuhren die Leute hoch, schauten hierhin und schauten dorthin und warfen schließlich auch einen Blick unter den Tisch. Da sahen sie den Wolf liegen.
Viele kamen nun ins Haus gelaufen und erklärten sich bereit, den Wolf zu erschlagen.
Sirko aber warf sich auf den Wolf und tat, als wollte er ihn erwürgen. Als der Hausherr dies sah, rief er:
"Schlagt den Wolf nicht, denn sonst erschlagt ihr mir den Sirko! Der wird's ihm schon besorgen. Mengt euch nicht ein!"
Sirko jedoch führte den Wolf aus dem Haus, brachte ihn bis zum Feld und sprach:
" Du hast mir einmal sehr geholfen, aber auch ich blieb dir nichts schuldig. Nun sind wir quitt!"
Und sie verabschiedeten sich voneinander.

(ebenfalls aus dem Buch "Das fliegende Schiff"
Ukrainische Volksmärchen)

Vicky

Beitrag von Vicky » 13.12.2009, 19:45

Und hier hab ich mal was aus einem Lesebuch, als ich in der 3.Klasse war.

Der Strohhalm

"Olga, hol mal ein paar Stücke Torf aus dem Keller, sonst geht uns gleich das Feuer aus", sagte die Mutter.
"Ja, Mutter",antwortete Olga und ging langsam zur Tür hinaus.
Sie ging gar nicht gern des Abends im Dunklen in den Keller. Ihr war bange, aber das sollte niemand merken. Die Kellertreppe war dunkel, und in der Ecke, wo rechts ein großer Haufen Torf lag, war es ganz finster.
Olga sang, so laut sie konnte:" Der Mai ist gekommen!" und ging mutig auf den Torfhaufen los.
Ein, zwei, drei.vier Stücke Torf nahm sie auf und wollte nun umkehren.
Da bekam sie einen furchtbaren Schreck: denn es rief ganz leise hinter ihr jemand: "Ssss!".
Das Herz klopfte ihr, als wenn es zerspringen wollte, und vor Angst konnte sie keinen Ton herausbringen.
In jedem Augenblick erwartete sie, dass ein Gespenst mit eisiger Hand sie packen und umbringen würde.
Und bei jedem Tritt, den sie die Treppe hinaufstieg, klang es hinter ihr:
"Ssss! Ssss!".
Mit kreideweißem Gesicht kam sie in die Stube.
"Kind", rief die Mutter, "wie siehst du aus! was fehlt Dir?"
"Es war hinter mir!" antwortete sie. Und als sie zum Ofen ging, klang es auch in der Stube: "Ssss ! Ssss!".
Da drehte sie sich mit entsetzen Augen um. war das Gespenst ihr gar bis in die Stube gefolgt ?
Es war nicht zu sehen. Aber als sie nun wieder einen Schritt vorwärts ging, da merkte sie, dass einlanger Strohalm, den sie mit einem Torfstück gepackt hatte und hinter sich hergeschleppt hatte, bei jedem Tritte "Ssss! Ssss!" gemacht hatte.

Heinrich Scharrelmann
(aus meinem Lesebuch für das dritte Schuljahr. Herausgegeben 1955)

Fipsle

Beitrag von Fipsle » 14.12.2009, 09:37

Süüüüß, da sehe ich ein kleines Fipsle im Keller :lach: :P oder Tochterkind, die ist genau so

Vicky

Beitrag von Vicky » 14.12.2009, 20:21

Hi Fipsle,
mein Vater hat höllisch aufgepasst, dass mir jemand mit irgendwas Angst macht.
Ich erinnere mich noch, als meine Großmama so nebenher gesagt hat, Kind,es ist spät und du musst ins Bett, sonst holen dich die Nachtraben.
Huh, da ist mein Väterchen aber wild geworden und Omi tat mir leid.
Sie war eben so, wie sie es kannte.
Aber sie hat allen Ernstes auch geglaubt, dass ein Kind gestorben ist, weil eine Frau es angeguckt hat.
Die hatte angeblich den "bösen Blick".
Meine Oma ist dann mit dem Baby in ein Dorf zu Fuß mit Baby gegangen.Da lebte eine Frau,die hat bösen Zauber wieder umgewandelt und Großi meinte, das "Enthexen" war zu spät..... :/

Na denn, ich sag mal Gute Nacht , davor einen schönen Abend
Tschüss
Vicky

Fipsle

Beitrag von Fipsle » 14.12.2009, 21:21

Vicky, Keller waren immer unheimlich.

Einmal sollte ich was aus dem hinteren Keller holen, der ein bißchen düster war. Also ich mit holterdipolter die Treppe wieder raufgeflogen kam, natürlich ohne was mit zu bringen, behauptete ich allen Ernstes eine handtellergroße Spinne an der Wand gesehen zu haben. Natürlich wurde die nieeeeeee gesichtet, sondern nur ein großer Wasserfleck an der Wand :juggle:

Vicky

Beitrag von Vicky » 15.12.2009, 20:47

Achje Fipsle,

im dustern Keller sieht man wohl doch mal Gespenster...... :)

Ich hatte wirklich nie Angst vor der Dunkelheit.
Ich war noch nicht in der Schule und wir wohnten bei einem Tischler (Schreiner).
Das war das Paradie, sag ich Dir. Die Arbeiter hatten immer ihre Not mit mir, denn ich hab alles probiert. Naja, bei einer Kreissäge oder wie das
heißt, wäre das dumm ausgegangen.
Kennt hier jemand noch einen "Nachttopf" oder "Nachtgeschirr" ?
Das war für mich im Winter nützlich. Ansonsten musste ich im Dustern auf ein Plumsklo.
Ich bin da losgestiefelt mit einer Stalllaterne............
Und Keller hab ich auch gerne angesehen.
Meine Oma hatte so einen Gewölbekeller, da war ich oft und lange.
Später habe ich auch gesucht. Alte Sachen haben es mir ja angetan.........

Sandra

Beitrag von Sandra » 19.12.2009, 18:02

DER KLEINE STERNENENGEL UND DIE HOFFNUNG
(Eine Weihnachtsgeschichte von Elke Bräunling)


Es war einmal ein kleiner Engel, der hatte viele kleine, Sternchen auf seinem Gewand. Es waren so viele, dass keiner sie zu zählen vermochte. An manchen Tagen leuchteten und blinkten sie alle zusammen um die Wette, dann nämlich, wenn der kleine Sternenengel glücklich war. Manchmal funkelten weniger Sternchen auf seinem Kleid. Dann war der kleine Engel nicht ganz so froh. Es gab auch Tage, da sah man kein einziges Sternchen auf seinem Gewand. Das waren die Tage, an denen der kleine Engel traurig war. Auch einem Engel konnte dies nämlich passieren.

Das war schlimm, denn wenn der kleine Sternenengel traurig war, musste er weinen, und wenn er weinte, purzelten die Lichtgeister, die für das Sternenfunkeln verantwortlich waren, wie Tränenbäche aus seinem Gewand. Das passierte leider oft, denn der kleine Sternenengel war oft traurig.

"Du darfst nicht so viel weinen!" sagten seine Gefährten. "Aber ich bin oft traurig!" klagte der kleine Engel. Das konnten die anderen Sternenengel nicht verstehen. "Warum bist du so oft traurig?" fragten sie. "Am Himmel zu funkeln macht doch Spaß!" Der kleine Sternenengel schüttelte den Kopf. "Wie kann ich mich freuen, wenn ich auf die Erde sehe?" fragte er. "So viel Not herrscht da und soviel Elend. Wie kann ich da fröhlich funkeln?"

"Das Erdenelend macht dich traurig?" fragte ein Engel. "Was geht es uns an?" meinte ein anderer. "Die Erde ist so weit weg!" "Unser Job ist das Leuchten!" Die Sternenengel waren sich einig. "Licht soll Hoffnung bringen", murmelte der kleine Engel, doch es hörte ihm keiner mehr zu. Und während seine Gefährten miteinander um die Wette funkelten, spähte er auf die Erde. Sogleich fiel sein Blick dorthin, wo Not herrschte:

Er sah einen Mann und eine Frau. Sie schienen arm zu sein. Müde schleppten sie sich durch die Straßen einer Stadt. Die Frau erwartete ein Kind. Aber da war niemand, der sie aufnahm. An allen Türen wurden sie abgewiesen. Als sich die beiden in einem dunklen, schmutzigen Stall zum Schlaf legten, zerbrach dem kleinen Engel fast das Herz vor Kummer. Zu gerne hätte er ihnen geholfen. "Licht soll Hoffnung bringen", murmelte er nochmals betrübt. "Ach, was kann ich bloß tun?"

Schon tropften die Tränen über seine Backen. Er weinte und weinte, und aus seinem Gewand purzelte ein Lichtgeist nach dem anderen, bis er kleine Engel kein einziges Sternchen mehr zum Funkeln übrig hatte. Da musste er noch mehr weinen. Am liebsten wäre ich jetzt in dem Stall bei diesem armen, ungeliebten Leuten, dachte er und schloss die Augen. Auf einmal wurde es warm um ihn herum. Der kleine Engel blinzelte. Was war das? Verwundert sah er sich um. Helles, warmes Licht strahlte ihm entgegen, und von irgendwoher sang es. "Was ist geschehen?" murmelte er. "Wo bin ich?"

Er hörte ein leises Weinen. Da sah er das Kind. Es lag in einer Krippe. In einem Stall. Das ist doch der alte Stall! dachte der kleine Engel und freute sich. Wie hell es hier war! Und der Mann und die Frau! Wie glücklich sie sich über die Krippe beugten und dem Kind zulächelten!

Der kleine Sternenengel fühlte, wie alles in ihm lachte. "Die Hoffnung", jubelte er. "Sie ist da!" Und er spürte, wie das Licht zu ihm zurückkehrte und wie die Sternchen auf seinem Gewand zu funkeln begannen.

Der kleine Sternenengel war glücklich. Er warf einen liebevollen Blick auf das Kind, die Frau und den Mann und flüsterte: "Danke."

Dann schwebte er funkelglitzerhell und hoffnungsfroh zum Himmel hinauf. In dieser wundersamen Nacht strahlten die Sternchen auf dem Gewand des kleinen Engels heller als alle anderen Sterne am Himmel, und jeder, der ihn sah, freute sich und spürte so etwas wie Hoffnung.

Das freute den kleinen Sternenengel, und er nahm sich vor, nie wieder die Hoffnung zu verlieren. Er konnte aber nicht aus seiner Haut herausschlüpfen. Immer wieder entdeckte er Dinge, die nicht schön waren und die ihn so traurig machten, dass er trotz aller Vorsätze weinen musste. Wie sollte er froh sein, wenn Menschen miteinander stritten, wenn sie böse zueinander waren und Kriege führten? Wenn sie hungerten, Not litten, einsam waren, Freunde oder gar ihre Heimat verloren?

Ein Grund zum Traurigsein fand sich immer, und so landete der kleine Engel oft weinend und frierend auf der Erde, weil er seine Lichtgeister verloren hatte. Aber wie durch ein Wunder fand er irgendwo auch immer wieder ein Stück Hoffnung, und mit ihr kehrten die Lichtgeister auf sein Sternengewand zurück.

Auch im letzten Jahr hatte der kleine Sternenengel sein Licht verloren. Das war, als er in unserem Land Menschen entdeckt hatte, die eine neue Heimat suchten. Doch sie schienen nicht willkommen zu sein. Der kleine Engel sah Hass und Gewalt, und er hörte viele böse Worte. "Wo sollen sie denn hin?" empörte er sich. "Es ist doch genug Platz in diesem reichen Land!" Und weil er dies nicht begriff, musste er wieder weinen. Er weinte und weinte... und landete in einer Stadt mitten in einem hellen, warmen Lichtermeer.

Viele Menschen, große und kleine, alte und junge, arme und junge, standen auf den Straßen, und jeder hielt ein kleines Licht in der Hand. Ein Licht gegen Hass und Streit und Gewalt. Es war eine funkelhelle Lichterkette, und auch die Menschengesichter strahlten hell und freundlich. Der kleine Sternenengel lächelte. "Die Hoffnung", rief er. "Sie ist da. Sie ist immer noch da!" Da kehrten die Lichtgeister zu ihm zurück, und die Sternchen auf seinem Gewand funkelten.

Der kleine Sternenengel blinkerte den Menschen einen Abschiedsgruß zu. Dann kehrte er zu seinem Himmelsplatz zurück. Er war zufrieden. Es gab sie noch, die Hoffnung. Und es würde sie immer geben...

Vicky

Beitrag von Vicky » 19.12.2009, 19:33

Ooooooh schön!

Mein Mann und ich, wir standen auch sehr oft mit brennenden Kerzen auf der Straße und später haben wir und viele andere vor einem Rathaus hingestellt...................

Vllt. war das auch ein Licht, was dem kleinen Sternenengel Hoffnung gebracht hat..............

Vicky

Ein Hilferuf eines Miezekaters

Beitrag von Vicky » 08.09.2010, 19:25

Hallo ich bins, der Ricky..............

Mal vorsichtig gucken, ob die Luft hier rein ist.............
Ja, sieht so aus. Ich bins, der Ricky!

Also, wenn hier jemand ist, der mich lieb und nett findet und meine Kleine auch (der Zugelaufenen, naja......) wir brauchen gaaaanz dringend Hilfe.
Warum ?
Na ich sitze ahnungslos auf meinem jetzigen Lieblingsstuhl für den Tag , als es plötzlich klingelt. Also an der Tür, nicht an dem Ding, wo die Zweibeiner mit sich selber laut reden (soll sicher eine Art Alibi sein, damit man die nicht in die Klapse sperrt....is so, seit ich die Menschigen kenne, lob ich mir mein Tiffchen)
Und der große Zweibeiner tappt die Treppe runter, ich bin schon mal vorsichtig in Fluchthaltung gegangen, man kann ja nie wissen....und richtig, es kommt jemand mit dem Großen die Treppe hochgetrampelt.
Na, ich nix wie vor die Katzentür, aber ich wollte wissen, wer da kommt...
Näääääh, ich fasse es nicht, da steht die Zweibeinerin im Flur, ja, ein Pferd wär mir lieber...(aber hihihihihih, so wie die durch die Bude stapft, naja, das is schon pferdeähnlich).
Ich denke noch, häh, was will die denn hier, als die schon flötete, hallo Rickchen, na mein Guter, kennst Du mich noch ?
Blöde Frage, klar kenne ich sie noch...aber was will die hier ?
Ich hab mal meine Spitzohren richtig gespitzt und man kanns kaum glauben, ich hab mich nicht verhört, die kommt demnächst wieder öfter und macht unser Essen zurecht, gibt mir meine Medizin.......

Nun frag ich mich aber, WARUM?

Immer hab ich es gewusst wenn meine Zweibeiner mal , wie heißt das gleich, achja, verreisen.
Ich weiß nicht, was das ist, aber es bedeutet wohl, dass meine Leute nicht mehr da sind.
Und meine kleine Menschin hat mir immer gesagt, wenn sowas war, ich würde zum Haushofmeister ernannt und hätte das Sagen........und jetzt?
Niemand hat was gesagt bisher..........
Auch diese komischen Kisten sind nicht da, die sonst immer rumstehen, ich weiß mir keinen Rat?
Was in aller Welt haben denn meine Leute vor ?

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