Etwas über meinen Lieblingsgeiger ....

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Vicky

Etwas über meinen Lieblingsgeiger ....

Beitrag von Vicky » 09.09.2010, 18:08

Wie viele ja wissen, mag ich einen Geiger besonders gern, weil er wbwn so ist, wie er ist.
Nicht nur einer der besten in der Welt, sondern auch ein unkonventioneller Musiker.
Der pfeift drauf, was man in Konzertsälen macht oder auch nicht.

Ich habe hier mal aus einigen Kritiken ein Gesamtbild zusammengestellt, was jeder immer mitbekommt, wenn ich eine CD von Nigel Kennedy verschenke.............Ja und das ist der Bursche, den ich zur Zeit als Avatarbild habe.

Nigel Kennedy

Seit seinem sensationellen Konzert-Debüt mit Mendelssohns e-moll-Violinkonzert 1977 in der Londoner Royal Festival Hall mit dem Philharmonia Orchestra unter Riccardo Muti tritt Nigel Kennedy als einer der gefragtesten und weltweit führenden Geigenvirtuosen in der ganzen Welt auf. Der wandlungsfähige Künstler versteht sich als Grenzgänger zwischen verschiedensten Musikstilen.

Seine einzigartige musikalische Begabung und seine sprühende Energie haben sowohl dem klassischen als auch dem zeitgenössischen Repertoire neue Impulse verliehen und einen wichtigen Beitrag zur Aufhebung der Trennung zwischen U- und E-Musik geleistet.

Im Alter von sieben Jahren erhielt Nigel Kennedy das allererste Stipendium, das von der Yehudi Menuhin School vergeben wurde, bevor er mit 16 Jahren Schüler von Dorothy DeLay an der Juilliard School of Music in New York wurde. Wiederholt erhielt Kennedy aber auch beim Meister der Jazz-Geige, Stéphane Grappelli, Unterricht in Jazz-Improvisation. Seine Leidenschaft für den Jazz brachte Nigel Kennedy 2006 sogar auf das legendäre Label Blue Note.

Das Album „Blue Note Sessions“ entstand in Zusammenarbeit mit Stars der Szene wie Ron Carter und Jack DeJohnette.

Vor zwanzig Jahren erschütterte die Klassik-Szene Ungeheuerliches: Ein junger Geiger in Punker-Outift nahm Vivaldis Vier Jahreszeiten auf, stürmte die Charts, verunsicherte das traditionelle Klassikpublikum – und landete einen Welterfolg.
Nigel Kennedy ist es zu verdanken, dass Vivaldi heute zu den populärsten Komponisten aller Zeiten gehört.
Seine Einspielung der Vier Jahreszeiten gehört auch nach strengen Maßstäben zu den ewigen Referenzaufnahmen.

Das Jahr 1989 ging in vielerlei Hinsicht in die Musikgeschichte ein. Viele sehen zum Beispiel den Tod des Mega-Dirigenten Herbert von Karajan als Markstein. Doch die junge Generation folgte nach:
Nigel Kennedy, Schüler des großen Yehudi Menuhin, sollte mit seinem Vivaldi-Album aus diesem Jahr die Charts stürmen und damit einen Anstoß für eine Popularisierung der klassischen Musik setzen, die bis heute anhält. Dabei gelang es dem Geiger wie keinem anderen vor ihm, Fans von E- und U-Musik zu versöhnen – und das ohne das geringste Zugeständnis.
Kennedy spielte Vivaldis farbige Bilder von Jahreslauf hochemotional, mitreißend und virtuos –- nicht nur auf der CD, sondern auch bei umjubelten Tourneen in aller Welt. Sehr schnell entdeckten die Medien einzelne Tracks der Aufnahme: Vor allem der rasante „Sommer“ wurde zum Single-Hit in den Radios. Kurz nach einem Fernsehauftritt war Kennedy die No. 1 der Charts.

Die im Jahre 1989 veröffentlichte Einspielung von Vivaldis Vier Jahreszeiten ist das meistverkaufte Klassikalbum aller Zeiten. Nach über einem Jahr auf Platz eins der britischen Klassikcharts und mehr als drei Millionen verkauften Exemplaren bekommt sie einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.

Auch das Album „Kennedy plays Bach“ von 2000 ist ein großer Erfolg. Über ein Jahr ist es in den deutschen Klassikcharts zu finden, das Abschlusskonzert der folgenden Tournee wird live im Internet übertragen. Nigel Kennedy ist der erste Klassik-Künstler, der 2002 zu seinem 25-jährigen Konzertjubiläum ein „Greatest Hits“-Album veröffentlicht. Alle Konzerte dieser Tournee waren ausverkauft.

"Wer will, kann mich einen klassischen Geiger nennen; ich selbst verstehe mich als einen Musiker, der einfach Musik spielt - und nicht nur eine Art von Musik" sagt Nigel Kennedy

Im September 2002 wurde Kennedy zum Künstlerischen Leiter des Polish Chamber Orchestra ernannt, eine Position, die einst sein Lehrer und Mentor Yehudi Menuhin bekleidete.


Für sein 1999 veröffentlichtes Album „Classic Kennedy“ wurde er mit einem „ECHO Klassik 2000“ als Instrumentalist des Jahres ausgezeichnet, diese Auszeichnung wurde ihm auch 2001 verliehen. Im selben Jahr erhielt Kennedy einen renommierten „Classical Brit Award“ als „Male Artist of the Year“. 2002 ehrte die Deutsche Phono-Akademie Kennedy mit dem ECHO Klassik-Sonderpreis „Ambassador of Music“ als Vermittler zwischen den musikalischen Welten.
Seine CD „The Vivaldi Album Vol.2“ wurde mit dem renommierten österreichischen „Amadeus-Preis“ ausgezeichnet und erhielt wiederum einen „ECHO Klassik 2005“. Auch 2008 hält der Preisregen an: "Polish Spirit" bringt dem Künstler erneut einen ECHO als „Instrumentalist des Jahres“ ein.

Nigel Kennedy ist mit seiner langjährigen polnischen Partnerin Agnieszka verheiratet. Mit ihr und seinem Sohn Sark aus erster Ehe lebt er abwechselnd in Krakau, London und Malvern. Kennedy spielt auf einer Guarneri-Geige von 1735 und ist Fan vom Fußball-Club Aston Villa.

Vicky

Beitrag von Vicky » 23.09.2010, 17:28

Oh Mann Vicky,

ich habe ja schon so lange auf diesen Beitrag über Nigel Kennedy gewartet.
Du hat immer viel von ihm geschwärmt und endlich weiß ich auch warum.
Ich danke Dir wirklich sehr für Deine Mühe, so dass ich endlich auch selber mal so richtig neugierig auf diesen Mann und Musiker wurde.
Ich könnte Dir dafür die Füße küssen!
Danke, danke, danke.
Hach ich muss mir die Tränen abwischen vor lauter Rührund.
Ich freue mich schon auf Deine Antwort.

Ganz dolle liebe , herzliche und dankbare Grüße von mir.

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Beitrag von Sandrine » 23.09.2010, 18:01

..................?...................

ich kenne den Mann nicht liebe
liebe Vicky und kann dazu nix sagen..........Bild[/url]
Die Füsse küsse ich Dir nun trotzdem nicht, aber meine Unkenntnisse sind vielleicht zu entschuldigen?
liebe Grüsse von Sandrine

werde bloß nicht bequem, sonst zieht an dir das Leben vorbei
Bild[/url]

Vicky

Beitrag von Vicky » 23.09.2010, 18:18

:D Damit man etwas über den Kerle kennenlernt, hab ich ja extra einen ellenlangen Bericht verfasst..........

Aber nur keine Bange, meine Liebe, sowas mache ich manchmal eben und schreib mir selber was.
Meist hats den Leuts Spaß gemacht...........und sie haben sich gekugelt.

Alex
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Beitrag von Alex » 09.07.2011, 07:57

Ich habe von Nigel Kennedy die CD: Vivaldis Vier Jahreszeiten und höre sie gerade zur Einstimmung ins Wochenende.

Maria*

Beitrag von Maria* » 09.07.2011, 09:33

Diesen Thread hier kannte ich noch gar nicht und muß sagen, die Einleitung haut voll ein.
Jetzt verstehe ich endlich das damalige Avatar von Vicky.
Ich bin nicht unbedigt das was man einen Klassikfreak nennt, aber ich habe hier schon das ein oder andere Stück von N. Kennedy gehört, was mir gefiel. :ja:

Aber der 2. Beitrag oben....... :cool:

Sara
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Beitrag von Sara » 09.07.2011, 15:13

Das ist mein Lieblingsgeiger



Bild

Maria*

Beitrag von Maria* » 09.07.2011, 17:09

Der könnte doch glatt als Gärtner eingestellt werden... Bild

Vicky

Beitrag von Vicky » 09.07.2011, 18:14

Mariechen,

Dein Lieblingsgeiger, naja, ich sag nicht, dass er nicht gut ist.
Und er sieht zwar nett aus, aber mein Typ vom Aussehen her ist er auch nicht.
Ich stell mir die Männer immer vor, wie die ausehen, wenn sie ein Kopftuch umbinden würden und wer damit als Weib durchkommt, is nich mein Fall......

Das sieht man mal wieder,wie verschieden die Ansichten sind.

Aber das Aussehen hat ja wenig mit der Kunst zu tun.
Und da ist eben für mich N.K. der bessere Geiger, er ist auch vielseitiger und experimentierfreudig.

Neulich hat jemand über David G.gesagt:
Er ist nicht nur der schnellste Geiger auf der Welt, er sieht auch noch gut aus.
Mariechen, was stimmt da nicht ? Na?????

Maria*

Beitrag von Maria* » 09.07.2011, 18:45

Vicky hat geschrieben:Mariechen,
Dein Lieblingsgeiger, naja, ich sag nicht, dass er nicht gut ist.
Und er sieht zwar nett aus, aber mein Typ vom Aussehen her ist er auch nicht.
Nä nä nä Vicky. Der Zottel da oben ist Saras Lieblingsgeiger..... ich habe nur wieder mal meinen Senf dazu gegeben..... ;)
Ich habe noch keinen Lieblingsgeiger. Leider...

Vicky

Beitrag von Vicky » 09.07.2011, 19:24

Da haste wohl Recht,Mariechen................Ich hab mal wieder gepennt.
Naja, dann isses eben Saras Lieblingsgeiger..........

Aber Mariechen, ich löse das mal auf, was mir da quer liegt in der Aussage eines TV-Menschen.

Ein Geiger sollte gut spielen und das wäre mein Kriterium, wenn er schnell ist, naja, wichtig ist nur, ob er gut ist.
Wie bei einer Uhr, die schnellste Uhr ist auch nicht die Beste, gelle ?

Tschüssi
ich hau ab..........
Guen Abend, gute Nacht
Vicky

Maria*

Beitrag von Maria* » 09.07.2011, 20:49

Da ist was dran Vicky, Quantität muß nicht gleichzeitig Qualität sein.

Ich bedaure echt, daß ich keinen Lieblingsgeiger habe... :rolleyes:

mary

Beitrag von mary » 09.07.2011, 21:30

Ich habe sehr gerne gelauscht, als meine Cousine Geige gespielt hatte. Wir waren noch Kinder, sie ging auf die Musikschule und war sozusagen meine Lieblingsgeigerin, dazu gab sie mir sogar Privatkonzerte :gerges

Sara
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Beitrag von Sara » 10.07.2011, 17:37

Ich kenne mich nicht so gut aus mit Geigern so rein künstlerisch.
Mag sein, dass Kennedy der Bessere ist - rein handwerklich, Gerret eher der "Popstar" auch durch sein gutes Aussehen (was zwar Geschmackssache ist, aber er trifft den Geschmack doch vieler).

Ich mag einfach die Dinge, die er spielt im Verbindung mit dem guten Aussehen, was für mich ein tolles Konzerterlebnis ist.

Aber gut möglich, dass richtige Musikkenner der Augen verdrehen. Ich bin da aher Laie, spiele auch selbst kein Instrument.

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Beitrag von Sara » 10.07.2011, 17:52

Aber, mal ehrlich Mädels, so schlecht isser nicht :ja:

http://www.youtube.com/watch?v=F3OVQPjk7nE

Maria*

Beitrag von Maria* » 10.07.2011, 18:20

@ Sara
Mein "Kleines" kommt mit Laden nicht nach, da kann ich mir von dem Video nicht viel ansehen. Aber der Junge scheint ein Tempo drauf zu haben... :eek:

Vicky

Beitrag von Vicky » 15.07.2011, 19:24

@ Sara

Ich hab doch auch nicht gesagt, dass er schlecht ist, er ist ein ausgezeichneter Techniker.
Das ist ähnlich wie bei Lang Lang,ein Meister am Klavier............
Aber obwohl er als der beste Pianist weltweit zur Zeit gehandelt wird, mir fehlt einfach das Gefühl.

Nigel K. lebt Musik, so kann man es sagen. Und er hat eben das, was man haben muss, um ein berühmter Geiger zu sein.
Ich habe Vivaldis " Vier Jahreszeiten" vor- und nach Nigel K. nie wieder so gehört, dass man direkt farbige Bilder sieht.
Gut, er ist vllt.kein schöner Mann und immer noch ein "Revoluzzer" trotz seiner inzwischen 51 (?) Jahre.
Ich beobachte den auch sehr gern, wie er spielt.
Eben noch sanfte Töne mit verklärt-konzentrierter Miene---und dann plötzlich der Schelm, der seine Späßchen mit dem Instrument treibt.

Und er strahlt eine Lust am Spielen aus, hat soviel Lebensfreude..........
Aber wie immer mal schon gesagt, das ist mein Fühlen.
Ich kanns nicht erklären.
Das heißt aber nicht, dass jeder nun so denken muss,wie ich.
Ich höre vllt. anders, als andere. Man lernt eben viel, wenn man mit Musik zu tun hat.
Aber jeder hat eben seine Vorlieben..........

@ Alex

Und wie gefällt Dir das Konzert Vivaldis ?

Vicky

Beitrag von Vicky » 26.07.2011, 18:19

Kommen wir mal zu David Garret.

Einige Meinungen über ihn in einer Kritik, gefunden im Netz.

David Garrett geigt in der Waldbühne ohne Esprit
Schwiegersohn oder Pirat?

Das Orchester sitzt im Hintergrund. Der Star ist der Geiger. David Garrett präsentiert sich als verwegene Mischung aus Kurt Cobain, Schwiegersohn und Pirat.

Der schnellste Geiger der Welt lädt zur musikalischen Unterhaltung und 18.000 Menschen kommen in die Berliner Waldbühne. David Garrett, der selbsternannte Klassik-Apostel mit Juilliard-Abschluss, garantiert mit seiner „Rock Symphony“-Tour ausverkaufte Häuser. Schließlich will auch die Kindergeneration der André-Rieu-Anbeterinnen etwas zum Schmachten haben.

Die Mischung aus Kurt Cobain (passenderweise vergeigt er auf seinem neuesten Album dessen legendäres „Smells Like Teen Spirit“), Schwiegersohn und Pirat kommt eben an. Ebenso wie die perfekt einstudierte Choreographie mit Band und den Neuen Philharmonikern Frankfurt.

Wobei erstere noch die Ehre hat, von fünf Nummerngirls ihre Doppelplatinplatten überreicht zu bekommen und dann im Alleingang „Whole lotta Rosie“ rocken zu dürfen.

Das Orchester dagegen sitzt unauffällig im Hintergrund und spielte die zweite Geige. Nur bei „He´s a Pirate“ aus dem Fluch-der-Karibik-Soundtrack lässt ihr Käpt'n sie auch mal ans Steuer. Den Hauptteil der Show aber dominiert der Virtuose selbst mit Feuerwerken wie „Asturias“, Tränendrückern wie der Paganini-Variation No. 18 und mehr oder weniger verrockten Klassikern oder auf Klassik getrimmten Rocknummern.

Ohrwürmer sind garantiert bei Crossover-Versionen von „Rockin' all over the world“ oder „Toto“- Evergreens. Seinem Anspruch des Crossover auf hohem Niveau kommt Garrett am nächsten bei „Vivaldi vs. Vertigo“, einer gekonnten Mischung aus U2 und dem „Winter“.

Darf's noch etwas mehr sein? Pyroshow, Lichteffekte und Lamettaregen sind auch noch im Angebot. Dazu jede Menge plump-vertrauliche Anekdoten über Ameisen im O-Saft und Senf auf der Nase, die Garrett ähnlich routiniert darbringt wie seine Musik.

„Ich bin kein spiritueller Mensch“, sagt er selbst. Und seiner Musik fehlt es leider auch an Esprit.

Und eine Meinung aus dem Publikum:

Es freut mich für Sie, dass "David" Sie so glücklich macht, ein "ausgezeichneter Musiker" ist er deshalb aber noch lange nicht.

David Garrett sieht gut aus, kann entertainen und besitzt eine Stradivari, weshalb man ihn perfekt vermarkten kann. Teenies finden ihn süß, für viele Muttis ist er der perfekte Schwiegersohn. Er macht es eigentlich allen recht, nur den Leute nicht, die tatsächlich was von klassischer Musik verstehen.

Und das liegt vermutlich daran, dass er ein Popstar und kein klassischer Geigenvirtuose ist, für den viele Laien ihn halten.
-------------------------------------------------------------------------------------

Nichts für ungut Leute.

Ich gönne dem Mann seinen Erfolg von Herzen und jeder, der ihn toll findet, soll das auch tun.
Ich persönlich finde eben, dass ein Eintrag im Guinessbuch der Rekorde für einen Musiker eher peinlich ist, wenn man wegen der Schnelligkeit drin steht.
Nigel K. hat auch einen Eintrag, aber für das meistverkaufteste Album.....
also direkt auf seine Musik bezogen.
Er ist der Ausnahmekünstler, der auch viel gerügt wird, aber ihm kann man nicht nachsagen, dass er z.B. Vivaldi verhunzt.

Maria*

Beitrag von Maria* » 26.07.2011, 19:00

@ Vicky

:THUMB_~1

...mehr fällt mir im moment nicht ein. ;)

Vicky

Beitrag von Vicky » 27.07.2011, 11:39

Naja Mariechen, muss es ja auch nicht.
;) Insgesamt haben Kritiker immer was zu meckern, das ist bei Nigel K. nicht anders.
Aber er ist mir einfach der bessere Musiker. Leitet das Orchester, was Menuhin zuvor hatte und die Vivaldischen 4 Jahreszeiten spielt er so, wie sich der alte Meister das gedacht hat, der hat nämlich genaue Anweisungen grade bei dem Stück oben über die Notenzeile geschrieben.
Und nicht umsonst werden jetzt Musikstudenten Nigels Interpretation als leuchtendes Beispiel angedient. (die von 89, er hat auch mal seine 5 Minuten im Sommer in Garcassonne (?). Das ist im Freien und naja, da kann man auch mal ein bisschen Unfug machen.

Mr. Perlman, wo D. Garrett studiert hat, sicher, der ist auch ein bekannter Geiger und er treibt sich auch im Jazz und in der Klezmerecke herum.
Vor allem aber machen alle nicht solche Tingeltangelauftritte.
Nach meiner subjektiven Meinung natürlich,jeder hat ja ein Recht auf das, was ihm gefällt.Gelle ??

Ich muss mal mein Mittagessen fertig machen..
Gibt heute was Einfaches, Rührei mit Speck und Schinken, Kartoffeln und Gurkensalat.

Bye dann erst mal
Vicky

Maria*

Beitrag von Maria* » 27.07.2011, 15:34

Guten Appetit erst einmal. ;)

Du machst mich nun aber neugierig, Vicky.
Wenn ich wieder mehr Zeit habe, suche ich mir das mal raus.
Ich meine die 4 Jahreszeiten, gespielt von N.Kennedy. :ja:
Das möchte ich mal hören.
Weißt Du ungefähr wo ich suchen muß ?

Vicky

Beitrag von Vicky » 27.07.2011, 17:37

Mariechen, Du musst das nicht suchen, ich kann Dir diverse Links
schicken.
Mehrere,weil Vivaldis "Vier Jahreszeiten" sozusagen aus 4 Konzerten besteht, für jede Jahreszeit eins mit je 3 Sätzen.

Nu lass doch erst mal Deinen Sohnemann wieder fort, dann können wir das in Ruhe angehen, okay ?

Aber zur Einstimmung bekommst Du schon mal den Frühling und zwar alle 3 Sätze.....

http://www.youtube.com/watch?v=PipHtumoiL0

Maria*

Beitrag von Maria* » 27.07.2011, 18:31

Danke Vicky, die schaue ich mir morgen Vormittag an. Danny fährt einen Tag nach Cottbus zu seiner Oma. Ich glaube der Dichter ist auch dort. :rolleyes:
...und Männe schicke ich in Garten. ;D

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Beitrag von Kathy » 28.07.2011, 09:29

Also, ich finde Saras Lieblingsgeiger sieht total gut aus! Ich bin ja nun schon etwas zu alt für ihn - aber vor 20/30 Jahren währe ich voll auf ihn abgefahren. Lange blonde Haare, auch als Zopf - total sexy (ausser bei Karl Lagerfeld, brrrr)!!!!

Vicky, was du über deinen Lieblingsgeiger geschrieben hast, ist interessant. Ich schreibe mir mal beide Namen auf und guck mich um.

Ich bin kein Klassikspezialist, höre es aber doch recht gerne!
Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.

Platon

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Beitrag von Kathy » 28.07.2011, 09:43

Habe mir gerade David Gerret bei You Tube angesehen - ein total hübscher Typ, spielt gut und die unkonventionelle Art der Darstellung ist auch super! Früher hätte ich mich sofort in ihn verliebt ....

Nun mache ich mich mal noch auf die Suche nach Vickys Typen .....

;D ;D ;D
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Maria*

Beitrag von Maria* » 28.07.2011, 15:21

Vicky hat geschrieben:
Aber zur Einstimmung bekommst Du schon mal den Frühling und zwar alle 3 Sätze.....

http://www.youtube.com/watch?v=PipHtumoiL0
Ist das nicht der Herbst (Autumn)? :rolleyes:

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Beitrag von Kathy » 28.07.2011, 17:52

Vicky, du musst es vielleicht so sehen: Durch die Art von Garret Klassik zu spielen, wird sie auch Menschen nahegebracht, die sich sonst nicht für interessieren würden!

Ich werde mal sehen, ob ich nicht eine CD von beiden besorgen kann, dann kann ich - je nach Gemütslage - den Einen oder Anderen hören!

:) :)
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Platon

Vicky

Beitrag von Vicky » 28.07.2011, 19:07

Naja Mariechen, ich war jetzt auch etwas verwirrt Durch Deine Frage.

Aber ich denke schon, dass das der Frühling ist.
Wir werden es nach und nach rausbekommen. Ich hab eben in die CD reingehört und doch, das is der Frühling.

Diese Art der Komposition nennt man Cocerto grosso.
Da gibts immer einen oder mehrere Solisten plus Orchester.
Vivaldi hat glaub ich 400 Concerti nur für Geiger /Streichinstrumente geschrieben.

Und @ Kathy
Nigel K. ist nicht nur einer, der Klassik spielt. Er hat z.B. mit einer polnischen Klezemerband viele Sachen gemacht.
Jazz ist seine große Liebe, obwohl er nicht zur allerersten Liga gezählt werden kann.
Und mit seinen 1989 eingespielten 4 Jahreszeiten hat er ohne was zu verändern einen Bogen geschlagen von der E-zur U- Musik.
So nenne ich das nicht gern, aber er hat Vivaldi bekannt gemacht, oder wieder, wäre besser.

Natürlich kann jeder seine eigene Meinung haben. Ich habs weiter oben schon gesagt, D.G. ist ein guter Geiger.
Und wenn er Klassik verändert und Rock und Pop auf Klassik trimmt,
naja, wems gefällt.......... Mag jeder hören,was er mag.
Und er sieht gut aus, obwohl ich Männer mit einer so niedrigen Stirn nicht so gut finde. Immerhin war er ja auch schon ein Model...
Und was soll er denn machen, um aus der Masse guter Geiger irgendwie rauszustechen ?
Schnell spielen und gut aussehen ist nicht unbedingt das, was ich von einem Geiger erwarte.
Es fällt doch auf, dass er gerne tiefere Töne spielt, ja, sie hören sich halt gut und samtig an und wer damit zufrieden ist, meinetwegen doch gerne.
Und Nigel K. ist nicht nur Solist, er spielt die Tutti immer mit seinem Orchester mit, er macht seine Späßchen mit seinen Leuten und er wird dafür vergöttert, von seinen Musikern.
Sein Aufzug, ich muss ehrlich sagen, ich hab ihn erstmals in Leipzig gesehen zusammen mit Bobby Mcferrin(?), der damals die Leipziger Philharmoniker dirigierte.
Ach je, hab ich da auch gedacht, was ist das denn für ein schräger Vogel..
als Nigel K. auf die Bühne kam.
Aber man vergisst das alles, wenn man bzw. ich ihn spielen höre.
Ich sagte doch, dass ich das rein subjektiv sehe.
D.G. schludert sich schon mal arg über die Töne weg............
Sicher, sowas passiert Solisten und mögen sie noch so gut sein, auch mal.
Ich hab auch mal arg gepatzt, bei einem Solo im Chor und unser Prof. hätte mich am liebsten gefressen, aber die Zuhörer haben das gar nicht bemerkt.
Gut, ich sag dazu weniger jetzt. Nicht dass es wieder zu Unmut kommt.
Ich sags trotzdem immer wieder, jeder mag Musik hören, die er gut findet.
Das ist immer noch besser, als gar keine Lieder....
Fehler seht mir nach, ich les nicht nach.

@Mariechen.
Ich habe bei Dir auch viel gepatzt im Text von gestern.*schäm*

@Für Kathy

Lullaby für Camila
Mit Nigel Kennedy

http://www.youtube.com/watch?v=fBdGaP-e600

Maria*

Beitrag von Maria* » 28.07.2011, 20:40

Ich bin zwar nicht Kathy...
Aber die Töne so rein und klar und sauber....zusammen mit den Bildern eine melancholische Stimmung.
Ja, das mag ich auch...

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Beitrag von Kathy » 28.07.2011, 20:42

Schön hast du das geschrieben, frau merkt sofort, dass dies ein besonderes Thema für dich ist!

:) :) :)
Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.

Platon

Maria*

Beitrag von Maria* » 28.07.2011, 21:13

Kathy hat geschrieben:Schön hast du das geschrieben, frau merkt sofort, dass dies ein besonderes Thema für dich ist!
Bild

Maria*

Beitrag von Maria* » 29.07.2011, 09:27

@ Vicky

Ich habe falsch gelesen (rechts bei den kleinen Videobildchen), deshalb dachte ich es sei der Herbst... :rolleyes:

Vicky

Beitrag von Vicky » 29.07.2011, 12:10

Mach Dir keinen Kopf Mariechen, ich hab das schon so oft gehört, da kanns (jedenfalls bei mir) schon mal eine Verwechslung geben, wasmich zwar wieder arg gewundert hätte. Naja, ich vertu mich auch manchmal und wieso nicht bei dem Stück.

Das was ich bei Kathy reingesetzt habe, das ist die polnische Klezmerband Kroke. Jiddische Klezmer (das ist traditionelle jiddische Musik, die mal mehr mal weniger verjazzt wurde. Gibt viele Gruppen davon......


@ Kathy

Ja, kann sein, dass das ein besonderes Thema für mich ist. Aber es beschränkt sich nicht auf die beiden Geiger oder Klassik, ich befasse mich seit Jahren auch mit dem. was man "Weltmusik" nennt.
Jazz liebe ich, eigentlich jede Art von Musik, außer Freejazz,
chinesische Oper oder 12 -Ton- Musik, wie ein herr Schönberg sie fabriziert.
Jetzt muss ich aber erst mal essen, Männe ist da und hat was vom Asiaten dabei und das soll nicht kalt werden.

Vicky

Beitrag von Vicky » 30.07.2011, 17:47

Hi Mariechen..........(@ all)

Das ist einer vom Volk der Roma. Also ein Zigeuner.
Ein schönes Beispiel ,was man mit einer Geige anstellen kann.
Das Instrument ist schwer zu spielen, weil es lange dauert, bis man mal außer Gekrächze was oedentlich spielen kann...........

http://www.youtube.com/watch?v=Xn9iOMGc6U8

Nebenbei bemerkt, ist Sandor Lakatos für mich der beste Geier, den ich überhaupt kenne.
Meine Vorliebe für Nigel Kennedy hat auch viel mit seiner Art zu tun. Ich bin auch ein bisschen so und will mich nicht anpassen, mir sagen lassen, wie ich was zu tun habe.
Trotzdem steht N.K.das Vedienst zu, einiges im Klassikbereich zu bewegen.
Der hat alte polnische, lange vergessene Komponisten ausgegraben und wieder gespielt. "Polish Spirit" heißt das Unternehmen und wenn ich mich Recht erinnere, gabs dafür auch wieder einen Echo..................

Maria*

Beitrag von Maria* » 30.07.2011, 18:00

Eine Weile konnte ich es mir anhören, dann mußte ich leider wegklicken.
Die hohen Töne vertrage ich nicht, die stechen wie Nadeln in mein Ohr.... (oder mein Kopfhörer taugt nichts)

Aber das Musikstück scheint dennoch lustig und stimmig zu sein. :ja:

Vicky

Beitrag von Vicky » 30.07.2011, 18:30

Heiligs Blechle................hab ich wieder nicht an Dein Ohrproblem gedacht.
Da biste vllt. bei Hern Garrett besser aufgehoben, der macht wenig solche hohen Töne.

Dann kriegste eben nochwas zum Abend als Trost.

http://www.youtube.com/watch?v=rr5K3dvxAi8

Sind auch ein paar hohe Töne bei....

http://www.youtube.com/watch?v=yjhHusEc ... re=related

Das ist vllt. besser ?

Maria*

Beitrag von Maria* » 30.07.2011, 19:33

Jo....also
Das erste hat mich fast zum mittanzen gebracht, gefällt mir gut. :ja:

Und für das zweite riskiere ich sogar einen Gehörschaden.
Voll aufgedreht daß es mir fast die Schädeldecke aushebt, finde ich dieses Musikstück wahnsinnig irre gut. :ja: :ja: :ja:
(....aber das habe ich mir schon x-mal in der "Betthupferl-Ecke reingezogen... :D )

Vicky

Beitrag von Vicky » 31.07.2011, 12:10

Ja, ich weiß, dass das in der Betthupferlecke war. Also ...........nur weiß ich nie genau, was ich schon drin hatte und was nicht.

Altes Siebhirn, was ich bin....

mimi

Beitrag von mimi » 25.08.2011, 09:36

Ich habe mehrere CD´s von Nigel Kennedy und auf dem iPod habe ich mir neulich bei iTunes mal Nigel Kennedy East meets West heruntergeladen.
Kennedy lässt sich nicht in ein Schma drücken. Nach jedem Erfolg gibt es ein neues Projekt und die kann gelingen und auch nicht. Dieses ist gelungen.

Kroke ist eine klassisch geschulte polnische Klezmergruppe. Diese jiddische Musik erweiterten sie schon früher mit Elementen aus dem Balkan und mit arabischen Verzierungen. Dies kombiniert mit der klassischen Geige, die manchmal auch elektrisch verstärkt wurde, ergibt eine gelungene Mischung. Ederlezi, das bekannte Stück von Goran Bregovic, bekommt in dieser Interpretation plötzlich elegische Züge.
Eine gelungene CD

Ich habe die CD Classics von David Garrett, er sieht gut aus und kommt an, ist nicht schlecht, aber nicht so mein Ding.

Am liebsten sind mir aber die klassischen Geiger, wie z.B.
David Oistrach, Pinkas Zuckermann und dgl. mehr lieber.

Vicky

Beitrag von Vicky » 25.08.2011, 18:21

Pinkas Zuckerman, ja der ist gut, aber seine Interpretation der 4 Jahreszeiten von Vivaldi eignet sich bei mir eher als "Gute Nacht Musik".
Ist mir zu leise, zu brav.............
Aber so ist das eben.
Ein Komponist komponiert ein Stück, was ihm selber nach eigener Aussage einige Kopfschmerzen gemacht hat...(er erwähnts in einem Brief) und dann wirds von irgendwelchen Leuten gespielt.
Zu Vivaldis Zeiten wohl immer am Komponisten dran, trotzdem sicher nicht völlig.........und je später man es spielt, jeder Interpret bringt was von sich und seiner Zeit in das Stück mit ein.
Und das ist eben einfach so, auch wenn die Noten und Anweisungen korrekt gespielt werden.

mimi

Beitrag von mimi » 26.08.2011, 04:06

Auch das stimmt, wenn ich an die Kadenzen bei den Klavierkonzerten denke, da gibt auch jeder Pianist etwas von sich dazu.

Allerdings sind mir manche Geigenstücke dann auch wieder zu poppig.
Aber das ist auch Geschmackssache.

Vicky

Beitrag von Vicky » 26.08.2011, 12:07

Für die,die nichts mit dem Wort Kadenz anfangen können.

Kommt aus dem Lateinischen "cadere= fallen.
Eine Kadenz kann verschiedenes sein.
Etwa eine Akkordfolge in der Harmonielehre und die klassische Harmonielehre denkt in Kadenzen, sie bewegt sich um einen "Gegenstand",
den man Kadenzharmonie nennt.
Einzelheiten würden jetzt aber zu weit gehen.

Und zweitens bereitet eine Kadenz in Solokonzerten einen Halbschluss vor und zwar gegen Ende eines Satzes. (meist eben bei Klavierkonzerten)
Das heißt, der Pianist hat eine längere Passage zu spielen, wobei sich das Orchester im Hintergrung hält. ja und der Pianist spielt sozusagen eine Solo -Kadenz..........

Aber ich fürchte, das ist für die Musikliebhaber schon zu speziell.
Also, vergesst einfach mein Geschreibsel und genießt einfach die Musik mit allen Sinnen, das reicht völlig.

mimi

Beitrag von mimi » 26.08.2011, 14:20

Ach herjeee Vicky die Antwort war eigentlich mehr für dich gedacht und ich habe wieder mal nicht daran gedacht, dass manche nicht wissen können, was eine Kadenz ist. Aber man kann ja googeln, wenn man das nicht weiss.

Aber du wußtest es ja und da ich dir auf deinen Beitrag geantwortet habe, dachte ich, das du das weisst.

Sara
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Beitrag von Sara » 26.08.2011, 14:41

mimi hat geschrieben: Aber man kann ja googeln, wenn man das nicht weiss.
Ja, find ich auch, mach dir da keinen Kopf. Wen es interessiert, der googelt und wen nicht, der liest eh drüber weg.
Ich bin musikalisch keine Leuchte, wußte nicht, was eine Kadenz ist und habs nicht mal gemerkt, weil ich drüberweg gelesen hatte :D

Maria*

Beitrag von Maria* » 26.08.2011, 14:51

mimi hat geschrieben: Aber man kann ja googeln, wenn man das nicht weiss.
Das trifft auch für mich zu, ich muß auch immer wieder mal unter Googl nachschauen wenn ich was nicht weiß. Und davon gibt es eine ganze Menge... ;)

mimi

Beitrag von mimi » 26.08.2011, 15:12

So sehe ich das auch und ich mache das heute noch, wenn ich etwas nicht weiss, allerdings weiss Onkel Gockel auch nicht alles. :juggle:

Vicky

Beitrag von Vicky » 30.08.2011, 17:02

So isses! man muss fragen, wenn man was nicht weiß oder im Lexikon , heute eher bei Google nachschauen.
Dann kann man erst entscheiden, ob man das wissen will oder eher nicht, je nach Interesse.

Ich hab diese Interview im Netz gefunden...........
Gut, es gefällt mir, aber es gibt auch ziemliche Verisse über ihn als Person, als Künstler und was weiß ich. Kenne ich auch, aber der Meisterfiedler wird auch hin und wieder erwachsen.
Der hat früher dem Dirigenten z.B. die Seiten der Partitur zusammengeklebt, das hätte ich gerne gesehen, falls der sich das während eines Konzerts getraut hat............Obwohl irgendwas koboldhaftes hat der Kerl immer noch.

Das Interview: (Is wieder bissi lang. Man kanns aber auch in Raten lesen




Nigel Kennedy wurd 1956 in Brighton geboren. Er begann als Sechsjähriger mit dem Geigenspiel und kam ein Jahr später an die Yehudi-Menuhin-Schule in London. 1977 gab er sein Konzertdebut. Seine Einspielung von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" (1989) gilt als erfolgreichste Klassik-Aufnahme aller Zeiten. Gerade ist sein Album "Polish Spirit" (EMI) erschienen, das zwei verschollene Violinkonzerte der polnische Romantiker Karlowicz und Mlynarski enthält. Mit seiner polnischen Ehefrau Agnieszka lebt Kennedy in Krakau und London. Das Gespräch führte Sascha Krüger/Galore.

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WELT ONLINE: Mr. Kennedy, als Fachmann für den "Polish Spirit" und als jemand, der große Teile seiner Zeit in Krakau lebt: Erklären Sie den Deutschen, die so lang von den Kaczynski-Brüdern traktiert wurden, einmal die Besonderheit des polnischen Geistes.

Nigel Kennedy: Ich lebe ja im Süden des Landes, und dort kann man diesen Geist noch besonders stark erleben. In den letzten 400 Jahren erlitt Polen zahlreiche Invasionen, die schließlich im sowjetischen Imperialismus gipfelten - eine der bescheuertsten Ideen, die die Menschheit je hatte. Diese Zeit der sozialistischen Anbindung an Russland hat auch vieles am typisch polnischen Geist zunichte gemacht - man hörte und spielte lange Zeit nur noch russische Musik. Dabei sind Karlowicz und Mlynarski, die beiden Jungs, die ich auf meinem neuen Album ehre, weitaus bessere Komponisten als die meisten Russen. Sie repräsentieren für mich perfekt den polnischen Geist, der sich aus den wenigen Freiheiten speiste, die die russische Besetzung noch zuließ. Hierin liegt das Geheimnis: So viel wie möglich aus der kleinen Freiheit zu machen, die man hat.

WELT ONLINE: Nimmt dieses Gefühl jetzt, nach dem Zusammenbruch des Sowjetreiches, wieder zu?

Kennedy: Ja, eindeutig. Das geht einher mit dem zunehmenden polnischen Selbstbewusstsein, dessen negative Begleiterscheinungen die Deutschen auf politischer Ebene ja in den letzten Jahren zu spüren bekamen. Aber in der Jugend, in der Musik, überhaupt in der Kunst lassen sich eben auch die positiven Seiten dieses Selbstbewusstseins erkennen. Es existiert inzwischen wieder eine große Empathie für das eigene Land und Volk sowie die damit verbundene Kultur. Und überhaupt: Zu sagen, dass die Deutschen grundsätzlich ein gestörtes Verhältnis zu Polen haben, ist unangebracht.


WELT ONLINE: Wieso?

Kennedy: Ein Großteil der Ostdeutschen, so meine Erfahrung, verfügt über eine sehr enge Bindung an Polen. Sie lieben zum Beispiel Krakau und bevölkern die Straßen dort, weil es einer der wenigen Orte war, in den sie auch während der DDR-Zeit reisen konnten. Sie verfügen über eine besondere Empathie für den Süden Polens, denn für sie war Krakau immer ein bisschen wie das Paris des Ostens.

WELT ONLINE: Wie fühlt es sich an, heute dort zu leben?

Kennedy: Das Frustrierende ist, dass dort alle so verdammt gut Englisch sprechen, sodass ich kaum eine Möglichkeit habe, mein Polnisch aufzubessern. Mit meinen polnischen Brocken kriege ich höchstens ein Bier oder ein wenig Sympathie. (lacht) Das Leben hingegen ist wunderbar - die Polen haben gerade für Künstler ein sehr offenes Herz. Und das richtige Temperament, denn sie arbeiten hart und feiern anschließend wie die Irren - was mir unheimlich entgegen kommt, denn es beschreibt perfekt meinen Arbeitsethos.

WELT ONLINE: Zusammen mit der polnischen Band Kroke spielen Sie Klezmer-Musik, Sie sind Leiter des polnischen Kammerorchesters und veröffentlichen nun eine CD mit verschollenen Violinkonzerten aus Polen. Das Land scheint Sie regelrecht zu vereinnahmen.

Kennedy: Absolut. Der Grund ist ganz einfach: Ich kann dort alles tun, was ich möchte. Mit Kroke betrete ich ganz neue musikalische Felder, mit dem Kammerorchester kann ich auf höchstem Niveau wunderbar arbeiten. Und unlängst entdeckte ich wieder etwas Neues: Ein Elektronik-Projekt, das die folkloristische Musik des polnischen Hochlandes in eine technische Musikwelt überträgt. Sich dort zu engagieren, finde ich als Geiger höchst spannend. Und auch ich selber werde dort ganz anders wahrgenommen als in England.

WELT ONLINE: Wie nimmt man sie in England denn wahr?

Kennedy: Als der Typ, der die "Vier Jahreszeiten" noch mal aufgenommen hat. In Polen bin deutlich weniger stigmatisiert.

WELT ONLINE: Hängt das womöglich damit zusammen, dass Polens Unterhaltungs-Industrie dem Westen ein, zwei Jahrzehnte hinterher hinkt und damit unbefangener mit Künstlern jeglicher Gattung umgeht?

Kennedy: Damit könnten Sie Recht haben, ich würde sogar sagen, dass sie eher 30 Jahre zurück liegen - was wiederum gleichbedeutend ist mit: Sie sind uns zwei Jahrzehnte voraus. Denn dieses Pendel, das zwischen Technologie und Kunstbetrieb, zwischen Komplexität und Vereinfachung schwingt, erreicht erfahrungsgemäß alle 50 Jahre wieder den Ausgangspunkt. In etwa diesem Intervall befreit sich die Kunst immer wieder von ihrer Überindustrialisierung und Überreglementierung, die wir derzeit im Westen beobachten können. Allein der Umstand, wie viele junge Menschen in Polen Bands gründen oder ein klassisches Instrument erlernen, spricht für diese Unbeschwertheit, einfach zu machen, anstatt sich, wie im Westen, vor Beginn jeder Unternehmung zu fragen, ob es dafür überhaupt einen Markt gibt. Ganz Europa hat in meinen Augen die Tradition verloren, das Spielen eines Instrumentes vom Vater auf den Sohn oder die Tochter weiterzugeben; in Polen lässt sich genau das derzeit sehr schön beobachten.

WELT ONLINE: Insbesondere regionale traditionelle Musiken scheinen im Westen immer unpopulärer zu werden.

Kennedy: Völlig richtig. Das klingt jetzt womöglich zynisch, aber ich bin überzeugt, dass die letzte große Folk-Revolution Englands mit Fairport Convention in den Siebzigern stattgefunden hat. (lacht) Da lobe ich mir doch die sehr vitale folkloristische Szene in Polen, wo auch die Jukebox noch nicht so umfassend die Livemusik in den Pubs ersetzt hat.

WELT ONLINE: Was war bei Ihnen zuerst da: Die Liebe zu Ihrer polnischen Partnerin Agnieszka, oder das Interesse an ihrem Heimatland?

Kennedy: Das ging Hand in Hand, Polen hatte allerdings einen kleinen Vorsprung. Nach den ersten Konzerten dort und diesem unglaublichen Feedback, das ich bekam, war meine Begeisterung für die dortige Kulturszene schnell geweckt. All die Orchester von dort, mit denen ich gearbeitet habe, haben eine solche Liebe zur Musik gezeigt. Es gab niemanden, der auf die Uhr geschaut und gesagt hätte: "So, jetzt fangen meine bezahlten Überstunden an." Ich habe dort einen bemerkenswerten Stolz auf die Musik und eine enorme Identifizierung mit dem eigenen Spiel festgestellt. Plus ihrem Herzen und der technischen Ausnahmequalität. Eine perfekte Hochzeit zwischen Herz, Seele, Intellekt und Technik. Das war also meine erste Liebe - und als ich dann noch meine Frau in der langweiligsten Stadt Englands kennen lernte, war es um mich und Polen natürlich geschehen. Sie zeigte mir all diese herrlichen versteckten Ecken von Krakau, das in seiner folkloristischen Schönheit ein bisschen wie das Kioto Polens wirkt. Danach fiel die Entscheidung leicht zu sagen: Wir sollten größere Teile unseres Lebens dort verbringen.

WELT ONLINE: Betrachten wir die beiden Violin-Konzerte, die Sie ausgegraben haben: Sind sie in Ihren Augen tatsächlich außergewöhnlich gut, oder waren sie vor allem deshalb spannend, weil sie als unentdeckt galten?

Kennedy: Ich denke, auf einer intellektuellen und kompositorischen Ebene sprechen diese beiden Konzerte durchaus eine ganz spezielle Sprache und sind von einer signifikanten Schönheit. Wenn ich es vergleichen müsste, sage ich: Karlowicz spielt für mich auf einer Ebene mit Elgar, und Mlynarski erreicht die Tiefe und ökonomische Präzision einer guten Brahms-Komposition. Bei ihm ist kein einziger Ton umsonst. Und doch war das nicht der Hauptgrund für mich, diese Platte zu machen - wie auch jede andere. Denn für mich zählt in erster Instanz, ob und wie ich mich mit den Kompositionen emotional verbunden fühle.

WELT ONLINE: Gibt es weithin geschätzte und akzeptierte Komponisten, die solche Gefühle nicht bei Ihnen auslösen?

Kennedy: Sicher. Bruckner zum Beispiel langweilt mich nach zwei Minuten. Und Berlioz ist für mich der größte Hochstapler schlechthin, ein echter Schaumschläger. Ich hasse ihn richtig für die Unverschämtheit, mich dermaßen zu langweilen. Wenn es nach mir ginge, würde ich ein weltweites Dekret erlassen, das das Spielen von Berlioz unter Höchststrafe stellt. (lacht)

WELT ONLINE: Sie besitzen jeweils eine Geige der drei wohl bedeutendsten Geigenbauer Stradivari, Guarneri und Scott Cao. Und doch greifen Sie fast immer zur Guarneri. Was macht ihren besonderen Reiz aus?

Kennedy: Ihre Wärme und spielerische Leichtigkeit. Schon Fritz Kreisler schwor auf dieses Instrument, aus gutem Grund. Ihr größter Vorteil liegt aber in der interpretatorischen Freiheit: Sie diktiert dir nicht, wie du etwas zu spielen hast, sie lässt dir vielmehr die Freiheit, den Klang zu erzeugen, den du dir wünschst. Eine Strad hingegen klingt immer wie eine Strad. Und doch gibt es noch eine andere Geige, die ich ebenso schätze.

WELT ONLINE: Und zwar?

Kennedy: Meine No-Name-Geige. Sie ist völlig runtergerockt und sieht überhaupt nicht mehr schön aus, aber sie spielt sich herrlich - und das überall. Wissen Sie, während man mit so einer Guarneri immer umgehen muss wie mit einem rohen Ei, wo man sicherstellen muss, dass die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in einem Raum optimal sind, bevor ich sie auspacke, könnte ich mit meiner anderen Geige noch im übelsten Sandsturm in der Sahara stehen, und sie würde trotzdem toll klingen. Diese Mischung ist für mich das Optimum, denn so habe ich eine Prinzessin und eine tolle Frau als Lebensbegleiterinnen. Und ich liebe sie beide in gleicher Weise.

:ja:

mimi

Beitrag von mimi » 31.08.2011, 21:30

hier erzählt Nigel auch von seiner CD east-meets-west mit der kroke band,
in der klezmer gespielt wird.

ein kleines ausschnitt

http://www.dailymotion.com/video/x66mbn ... band_music

mimi

Beitrag von mimi » 31.08.2011, 21:32


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