U7a und die Genugtuung im Kindergarten

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Gulaschkanone
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U7a und die Genugtuung im Kindergarten

Beitrag von Gulaschkanone » 02.09.2011, 09:27

Mensch, was für ein schöner Morgen. Meine Tochter und ich waren noch bei der U7a. Alles ist super bei ihr. Was für eine Genugtuung, das im Kindergarten kund zu tun, die ja so gerne nölen, was sie doch nicht alles kann und sowieso ja viel zu dick ist.
Eine wirklich lange Geschichte, aber fies grinsen musste ich doch :D

Ich bin nämlich ein wirklich großer Fan vom "lass das Kind sich doch entwickeln". Der Kindergarten sieht das anders, will mir ständig weiß machen, was sie alles sollte und können müsste und uns deren System nahezubringen. Damit, dass wir unseren Weg gehen und ich ihr einfach die Zeit die sie braucht zugestehe, scheinen sie so ihre Problemchen zu haben.

Das bedeutet nicht, dass es mir egal ist, wie sie sich entwickelt. Sprachlich (die Aussprache, der Wortschatz ist bombastisch) ist sie zum Beispiel wirklich sehr hintendran und da gehen wir zur Logopädie, was ihr dazu auch noch viel Spaß bringt.

Ich könnt mich in letzter Zeit nur noch über diesen Kindergarten aufregen. Dabei geht es zum Glück ja nie um meine Tochter und die Betreuung. Mit den Kids sind die Erzieher wirklich toll und sie liebt den Kindergarten. Aber diese Großspurigkeit, die sie versuchen an den Tag zu legen und ihre Ansichen höher zu stellen als meine. DAS macht mich fuchsig.

Vor der Schulzeit fürchte ich mich ja jetzt schon etwas.

Hoffentlich kommen auch mal wieder andere Zeiten. Es ist teilweise sehr anstrengend sich mit den anderen auseinander zu setzen.

mimi

Beitrag von mimi » 02.09.2011, 10:52

Hallo Gulaschkanone,

das was du hier schreibst, kommt mir sehr bekannt vor.

Ich hatte auch ein Kind, das im Kindergarten etwas "zurück" war, ausserdem war Jan immer ein bissele dicker,
als andere Kinder und wurde deshalb immer "Dickbauch" genannt. Ja und die anderen Kinder konnten
alles immer schneller als mein Kind.
Es tat manchmal weh, so ein "Duppele" zu haben. Aber ich habe meinem Kind einfach die Zeit gelassen um sich zu entwickeln.

Ja und was für "Lichtkinder" die anderen Mütter immer hatten, das Kind konnte schon das und das und das. Nun ja,
mein Kind konnte es nicht und wollte es offensichtlich auch nicht.

Als mein Kind dann in die Schule kam, gehörte er zur homogenen Masse, wie die Lehrerin immer sagte, bis zur vierten Klasse und
galt als introvertiert und hatte keine Lust zu lernen, die Lehrerin meinte dann, als er die Grundschulempfehlung mit einer
2,0 (somit der Freifahrtschein fürs Gymnasium) hatte, dass er nur die Realschule schaffen würde.

Ja, mein Kind wollte aufs Gymnasium (bekanntlich rutscht man dort ja ein bis zwei Noten runter, was auch geschah) und er durfte
dort auch hin. Es waren sehr stressige Jahre, weil mein Kind stinkfaul war und nur das gelernt hat, was er mußte und sich immer
erst zum Ende des Schuljahres etwas angestrengt hat, damit er das Klassenziel erreicht.

Dann hat es ihn in der 9. Klasse erwischt, er mußte wiederholen. Was ich nicht so schlimm fand.


Von da an gings bergauf. Er legte ein super Abi ab, bekam einen Studienplatz und absolvierte seine Ausbildung mit einem
Eifer und gutem Erfolg und ist heute Oberstudienrat an einem Gymnasium, unterrichtet Deutsch, Mathematik, Politik.

Dazu noch von diesen "Lichtkindern" sind ein paar abgesackt und haben das Klassenziel und die Ausbildung nicht
geschafft. Was sie heute machen, will ich lieber nicht schreiben.

Lass dein Kind sich entwickeln, förde es, wo du kannst und widme dich ihm. Aber höre bitte nicht auf die anderen
Leute und lass dich nicht kirre machen.

Ich wünsche dir alles Gute.
Übrigens hat Jan 20 KG abgenommen und ist heute ein absolut attraktiver junger Mann, den
seine Schüler lieben und achten.

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Beitrag von Rosenfan » 02.09.2011, 11:33

Hallo Gulaschkanone,

lass Dich nicht verrückt machen.Die kleinen sind halt mal verschieden, und der Knoten platzt früher oder später noch. ;)
Ich finde es schlimm, wenn ein Kind nicht in eine bestimmte Schiene passt, dann gibt es gleich Stress. Manche Kinder sind halt nicht so schnell.
Ich finde es auch schade, dass den Kindern keine Zeit mehr gelassen wird, in der Schule geht das dann weiter. Halte ruihg zu deinem Kind du kennst sie ja besser. Sicherlich wird das stressig, wenn Du eine andere Meinung hast, wie die Erzieher, aber ist das nicht im ganzen Leben so?
Ich wünsche Dir und deiner kleinen alles Gute.
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

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Beitrag von Gulaschkanone » 02.09.2011, 12:08

Mich stört das total. Ich frage mich teilweise ob die Pädagogen eigentlich schon betriebsblind sind. Ständig wird überall und an jedem genörgelt und gemäkelt. Erschreckend.
Ich frage mich, ob denen überhaupt klar ist, wie sich der Durchschnitt zusammensetzt. Anscheinend nicht, sonst würden die Langsamen nämlich einfach langsam sein dürfen und die Schnellen schnell, ohne dass sich einer von beiden anhören müsste, das Kind sei unterentwickelt bzw. hochintelligent.

Die Tochter meiner Freundin ist das genaue Gegenteil meiner Tochter. Wild, wuselig. Eine kleine Draufgängerin, die lieber auf Bäume klettert und rennt anstatt zu Malen. Bei ihr wird genauso gezerrt wie an meiner Kleinen. Weil sie mit nicht mal drei Jahren eben kein Memory spielen möchte, soll sie das jetzt üben. Find ich absolut krank! Das Kind zu verbiegen, damit es in das gesellschaftliche Maß, das auf dem Erwachsenenleben basiert (!) passt.

Im Zirkus heißt das Dressur, bei Kindern ist das dann Erziehung.
Tochter 09/2008

mimi

Beitrag von mimi » 02.09.2011, 13:16

nun, im kindergarten hat es erzieherinnen und keine pädagogen.
das ist ein bissele was anderes . vielleicht kannst du dein kind auch mal testen lassen, das geht ohne weiteres, wenn du dir da sorgen machst.

ich denke mal, wenn die kinder in der grundschule sind, stellt sich sehr schnelle heraus, wie sie dem unterricht folgen können.
wie ich gelesen habe, ist deine tochter wohl künstlerisch begabt, weil du bilder über dem esstisch hängen hast, das hat mir imponiert.

im kindergarten ist es m.e. noch nicht so schlimm, dass es schwache und starke kinder (lernmäßig) gibt. anders wird es natürlich in der schule.
das stellt es sich in der ersten klasse schon heraus, welches kind probleme hat oder nicht, deshalb ist es auch wichtig, ein kind schon im kindergarten etwas zu fördern. allerdings ist es natürlich auch so, dass die starken kinder unten den schwachen leiden und wenn halt die starken überwiegen, dann wird es für die schwachen eng. aber dazwischen gibt es ja auch noch die mitte. ich denke, du machst dir im moment da zuviel sorgen, lass es einfach mal so laufen.

manchmal ist es aber auch nicht so verkehrt, die schwachen kinder in die förderschule oder in eine montessori-schule zu geben. wobei ich diese privatschulen nicht so sehr mag, denn man kann einem kind nicht alle imponderabilien aus dem wege räumen, das leben ist hart und das arbeitsleben auch.

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Beitrag von Gulaschkanone » 02.09.2011, 13:25

Du, ich mache mir keine Sorgen um mein Kind. Ich finde sie so, wie sie ist sehr gut gelungen. Aber, was mir aufstößt, dass Charaktereingenschaften anscheinend gleichgestellt sind mit Defiziten.

Und das mit der Sprache, ganz ehrlich, das bekommt sie hin. Sie wird erst drei Jahre alt und geht jetzt seit einigen Wochen zur Logopädie. Sie hat ja in der Tat noch viel Zeit.
Tochter 09/2008

mimi

Beitrag von mimi » 02.09.2011, 13:30

dass charaktereigenschaften sehr oft mit defiziten gleichgehen, ist aber bekannt, das wird dir im leben oft begegnen.

entweder man lebt damit oder man kommt nicht zurecht.

ich habe ja geschrieben, dass man jemand nicht alles fernhalten kann.

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Beitrag von Gulaschkanone » 02.09.2011, 13:43

Und das soll ein Argument für was sein?
Dass ich meine Tochter verbiegen sollte damit sie HIER, in DIESEN Augen passt? Und wenn andere es wieder anders sehen? Noch mal rumbiegen?

Nein. Das ist nicht, was ich Leben nenne und meiner Tochter zeigen will. Solange mein Kind klein ist, wird sie von mir die Deckung bekommen, die sie braucht, bis sie stark genug ist ihr Sein alleine anderen entgegenzusetzen, sich auseinandezusetzen und sich alleine umdrehen und gehen kann.
Mein Kind lernt, dass sie, ihr Wort und ihr Geist wertvoll sind und dass da niemand etwas dran zu verändern hat, außer sie.

Gesellschaftliche Regeln machen durchaus Sinn. Aus einem Fundus bunter Menschen, aber eine graue gleiche Masse formen zu wollen, nicht.
Jedem kann beigebracht werden die Suppe ordentlich mit dem Löffel zu essen, aber nicht die Suppe auch zu mögen.

Leb so oder komme nicht zurecht? Sorry, ich denke nicht schwar/weiß
Tochter 09/2008

mimi

Beitrag von mimi » 02.09.2011, 14:15

grundsätzlich hast du recht gulaschkanone und ich finde es gut, wenn
du deine tochter so erziehst.

aber auch du wirst merken, dass es eine ellenbogengesellschaft gibt,
die durchaus auch in der schule, vor allem im gymnasium vorherrscht und vor allen dingen im berufsleben, im öffentlichen dienst vielleicht weniger, aber in der freien wirtschaft umsomehr.

aber mach das so und mach auch deine erfahrungen, wie ich sie auch gemacht habe.
ich finde deine einstellung super, jedoch, ob sich das so durchführen lässt, da habe ich meine zweifel. du mußt deine tochter auch nicht verbiegen, das lernt sie mit sicherheit selbst, wenn die älter ist.

Maria*

Beitrag von Maria* » 02.09.2011, 14:30

Gulaschkanone hat geschrieben: Und das mit der Sprache, ganz ehrlich, das bekommt sie hin. Sie wird erst drei Jahre alt und geht jetzt seit einigen Wochen zur Logopädie. Sie hat ja in der Tat noch viel Zeit.
Mei Sohn (jetzt 30) konnte mit 3 Jahren auch noch nicht richtig sprechen....das wurde bei ihm erst im Kindergarten dann richtig gut mit der Aussprache und allem drum und dran.
Ich habe ihn auch nie zu etwas gedrängt, er hat so gelernt wie es seinem Alter entsprach.
Leider ist das Leben heute nur noch ein einziger Wettbewerb und wer nicht daran teilnimmt, wird als Außenseiter abgetan oder muß zur Therapie. ;D

Mein Sohn ist ein intelligenter junger Mann geworden und übt einen guten Beruf aus.

Und paß mal auf, mit Deiner Tochter wird das ebenso.

Sara
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Beitrag von Sara » 02.09.2011, 14:35

Ich kann deinen Ärger gut verstehen. Deine Tochter ist noch so klein und da wird schon ihr herumgemäkelt.
Ich finde deine Einstellung sehr gut. Kinder sind Menschen und keine Maschinen. Jeder Mensch ist anders. Jedes Kind ist anders und entwickelt sich anders. Jedes Kind hat Stärken und Schwächen. Kinder miteinander vergleichen kann man, weil es vielleicht interessant ist, wie unterschiedlich Kinder sein können, gerade auch Geschwister. Aber nicht, um sie zu messen.
Lass ihr weiterhin alle Zeit der Welt. Du machst das gut. Wenn der Kinderarzt sagt, alles in Odnung, ist das doch das Betse, was es gibt.

Leichtfertig könnte ich sagen, lass dir ein dickeres Fell wachsen wegen der Erzieherinnen. Aber ich weiß, wie emotional man sein kann, wenn es um das eigene Kind geht.

Bis zu Schule ist noch so viel Zeit, mach dir keine Gedanken!

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Beitrag von Rosenfan » 03.09.2011, 14:40

Ich finde auch , die Sara hat recht. In drei Jahren kann viel passieren. :ja:
LG Rosenfan


Laufe nicht bevor Du gehen gelernt hast.

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