Unterhaltsfahnder im Fernsehen

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Gast

Unterhaltsfahnder im Fernsehen

Beitrag von Gast » 10.08.2009, 10:20

Hallo,

morgen (also am 11.8.09) kommt auf Sat.1 eine 24 Stundenreportage, bei der ein „Unterhaltsfahnder“ begleitet wird. Wird das jemand von euch gucken? Mich würden mal Meinungen generell zu dem Thema und der Sendung interessieren. Vielleicht habt ihr auch Erfahrungen mit Unterhaltszahlungen?

Also vielleicht schreibt ihr mir mal was dazu.

Danke.

Vanilla
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Beitrag von Vanilla » 10.08.2009, 12:33

ich bin schon der Meinung, dass man zum Unterhalt verpflichtet ist und dass z. B Müttern damit sehr geholfen wird, wenn gefandet wird.
LG Vanilla

Lillifee

Unterhalt verjähren lassen - das muss anders

Beitrag von Lillifee » 10.08.2009, 16:38

Hallo,

ich treibe manchmal als Anwältin Unterhalt bei und hab auch den ein oder anderen Vater als Mandanten, der auf Unterhalt in Anspruch genommen wird.

Ich finde es erst mal völlig richtig, dass Männer Unterhalt für ihre Kinder zahlen müssen, auch wenn sie die gar nicht kennen und eigentlich sich gar nicht als Vater fühlen. Dann sollen sie eben beim Rumvögeln mehr auf die Verhütung achten.

Aber auch umgekehrt muss ich schon mal den Kopf schütteln. Viele Mütter glauben nämlich, der Unterhalt für ihr Kind sei im Grunde ihr eigenes Geld. Ich habe nun schon zweimal mitgemacht, dass eine Mutter einen bereits vollstreckbaren Titel auf Unterhalt einfach in der Schublade vergammeln lässt, Leistungen vom Staat bezieht (Unterhaltsvorschussgesetz) und die Unterhaltsansprüche ihres Kindes munter verjähren lässt (jawohl, die verjähren nämlich alle drei Jahren, auch wenn man einen Titel hat). Und wenn das Kind dann 18 oder noch älter ist, holen sie den Titel plötzlich hervor und wollen dann den Unterhalt haben, den sie die letzten 15 Jahre scheinbar nicht so nötig gebraucht haben. Wenn ich dann hinschreibe, dass der Unterhalt verjährt ist, dass er zum Teil auf den Staat übergegangen ist, weil der ja gezahlt hat und dass die Mutter sowieso nicht mehr vollstrecken darf, weil das Kind ja schon volljährig ist, dann gibt es trotzdem noch Leute, die den Vater für das Schwein halten.

Was war denn mit der Mutter los, frag ich mich? Sie hatte doch das Sorgerecht und das heißt auch die Sorge für das Vermögen des Kindes, wozu auch der Unterhalt gehört. Sie hatte einen Titel in der Hand, sie hatte die Adresse vom Vater, sie hatte Anspruch auf Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe, wenn sie Rechtsrat braucht. Sozialhilfe beantragen konnte sie wohl. Unterhalt vollstrecken aber nicht? Und der Zeitpunkt, an dem sie dann doch aus der Passivität erwacht und Unterhalt vollstreckt, den finde ich offen gesagt suspekt: wenn das Kind erwachsen ist, wahrscheinlich schon Geld verdient. Was soll da eigentlich finanziert werden? Wirklich das Wohl des Kindes oder eher das Wohl der Mutter?

Ich bin der Ansicht, dass hier etwas mehr Aufklärung geleistet werden muss, damit jede Mutter nicht umhin kann, genau zu wissen, wie, wo und vor allem wie schnell sie Unterhalt inkassieren muss. Und wenn sie dann doch lieber den Kopf in den Sand steckt (ist ja auch sehr anstrengend ein kleiner Kind ganz allein aufzuziehen), dann sollte die Gemeinde sich dahinter klemmen dürfen, denn die muss ja dann in die Bresche springen.

Es muss den Leuten entweder ganz leicht gemacht werden, den Unterhalt selbst beizutreiben oder der Staat muss es übernehmen. Der hat ja auch die besten Zugriffsmöglichkeiten, das merkt man ja beim Finanzamt.

So, das ist also mein Roman dazu....

Vanilla
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Re: Unterhalt verjähren lassen - das muss anders

Beitrag von Vanilla » 10.08.2009, 19:51

Lillifee hat geschrieben: Ich bin der Ansicht, dass hier etwas mehr Aufklärung geleistet werden muss, damit jede Mutter nicht umhin kann, genau zu wissen, wie, wo und vor allem wie schnell sie Unterhalt inkassieren muss. Und wenn sie dann doch lieber den Kopf in den Sand steckt (ist ja auch sehr anstrengend ein kleiner Kind ganz allein aufzuziehen), dann sollte die Gemeinde sich dahinter klemmen dürfen, denn die muss ja dann in die Bresche springen.

Es muss den Leuten entweder ganz leicht gemacht werden, den Unterhalt selbst beizutreiben oder der Staat muss es übernehmen. Der hat ja auch die besten Zugriffsmöglichkeiten, das merkt man ja beim Finanzamt.

So, das ist also mein Roman dazu....


das hast du gut gesagt bzw. geschrieben, die Frauen werden ber viele Dinge in Unwissenheit gelassen, denn die Männer sind ja an der Macht und das könnten wir ganz schnell ändern :D wenn alle Frauen nur Frauen wälten wäre es damit endgültig vorbei
LG Vanilla

Lillifee

In einem Matriachat hätten wir das Problem nicht.

Beitrag von Lillifee » 11.08.2009, 08:25

Ich gebe dir recht, Vanilla, nur wäre mir persönliche ein demokratischer Wandel zum Matriarchat viel zu langsam. Das erlebe ich ja nicht mehr.

Außerdem wäre ich dafür, dass in unserer Gesellschaft nur die Frauen Eigentum und Einkommen haben sollten. Dann wären Kinder nicht mehr darauf angewiesen, ob ihre Väter Unterhalt zahlen oder nicht. Frauen kümmern sich immer um Kinder und die Familie als Ganzes und setzen ihr Einkommen und Vermögen nachhaltig zum Wohle ihrer Kinder ein. Deshalb vergeben Hilfsorganisationen in Entwicklungsländern Kleinkredite bevorzugt an Frauen, weil die auf Wachstum zum Wohle aller hinarbeiten.

Ich habe mal eine Reportage über einen der letzten Matriarchate auf Erden irgendwo in China gesehen. Dort leben die Männer bei ihren Müttern und setzen dort ihre Arbeitskraft ein zum Wohle der Familie ihrer Mutter. Die Mädchen bekommen bei Volljährigkeit ihr eigenes Zimmer für ein ungestörtes Liebesleben, aus dem viele Kinder entstehen. Wenn sich da mal etwas Dauerhaftes ergibt, nennen sie es die "Wanderehe", wohl weil der Mann zwischen Frau und Mutterhaus hin und her wandert, denn bei Muttern bleibt er weiter in der Pflicht. Was mir auffiel war, dass frau keine monogame Ehe mit Unterhaltspflicht brauchte. Sie und ihre Kinder (egal, von wem die sind) sind und bleiben versorgt, denn alles Vermögen und Einkommen fließt der Mutter und in Erbfolge den Töchtern zu. Und die gehen nicht weg und geben das Geld für sich aus, sondern bewahren und mehren das Vermögen und Einkommen zum Wohle der Familie. Die Frauen haben auch nicht das Problem, dass sie ein Kind nur versorgen wollen, wenn sie sicher sein können, dass es das eigene ist. Wer die Mutter ist, ist eben immer klar. Jungfrauenkult und Monogamie waren dort dann auch eher unwichtig.

Gast

Der Unterhaltsfahnder

Beitrag von Gast » 11.08.2009, 15:38

Wow, danke für eure Meinungen. Auch wenn ich doch ein bisschen überrascht bin, dass wir von Unterhaltszahlungen zum Matriachat gelangt sind ;-)

Danke Lillifee für deine Meinung als Anwältin. So ein Blick von Innen ist immer super.

Ich hab hier mal noch einen Link zu myvideo. Da gibt es einen Trailer zu der Reportage heute abend.

http://www.myvideo.de/watch/6797675/Der ... ltsfahnder

Sagt mal, was ihr davon haltet!

Kvinde

Beitrag von Kvinde » 24.08.2009, 21:07

Interessante Gedanken!
Ich habe als Kind/Jugendliche darunter gelitten, daß mein Vater keinen Unterhalt zahlte (und dann letztlich dafür sorgte, daß "da nichts zu holen war", deshalb finde ich den Gedanken an sich nicht schlecht. Ob SAT 1 dem Thema nun wirklich sachlich gerecht geworden ist, kann ich nicht beurteilen...

claudi

Beitrag von claudi » 26.08.2009, 12:16

noch mal zurück zum eigentlichem thema:
Ich bin dafür dass Kindesunterhalt gepfändet wird.

Ich habe mich in meinem "früheren" Leben zweimal mit dem falschen Mann eingelassen.
Der "Vater" (für mich nur der Erzeuger) hat bis heute nicht einen einzigen Cent Unterhalt bezahlt (Phillip ist inzwischen 17).Per Pfändung war nichts zu machen,da er nicht gearbeitet hat. Die finanzielle Verantwortung lag immer nur bei mir.Natürlich habe ich auch UVG bekommen,bereits ab der Geburt.Aber als mein Sohn dann 6 Jahre alt wurde,viel auch UVG weg.Sozialhilfe für das Kind gab es nicht,denn ich ging ja arbeiten.

Bei Sohn Nummer 2 lag es ähnlich.Der Erzeuger verlies mich heimlich,still und leise direkt nach der Geburt und finanziell wieder das selbe Theater.Solange ich für Sohnemann noch UVG bekam,fand ich es nicht weiter tragisch,das der Mann nicht auffindbar war.Aber dann wurde Sohni ebenfalls 6 jahre alt und wieder keine Sozialhilfe.
Zur Ehrenrettung meines Sachbearbeiters beim Jugendamt muss ich sagen,dass ich nur aufgrund seiner Hartnäckigkeit zumindest zwischendurch gelegentlich mal ein bisschen Unterhalt bekommen habe.
Vom vollen Unterhalt träume ich allerdings nach wie vor.Momentan ist der Erzeuger mal wieder nicht auffindbar,das bedeutet,wieder mal seit Monaten kein Geld....(zuletzt konnten zumindest 25 Euro im Monat gepfändet)

Aus meiner Sicht als Mutter von zwei unterhaltsberechtigten Jugendlichen kann ich nur sagen,dass es den unterhaltspflichtigen Elternteilen zu leicht gemacht wird,um sich vor ihren Pflichten zu drücken.
Als Mutter hast Du -finananziell gesehen - die A---karte!
Mütter leben mit ihren Kindern häufig am Existenzminimum und ich persönlich freue mich über jeden Cent,der gepfändet wird.

Ich muss noch dazu sagen,dass ich mittlerweile zum zweiten Mal verheiratet bin.Für meinen Mann war von Anfang klar,dass ich nur mit zwei Kindern zu kriegen bin.Mittlerweile haben wir fünf Kinder und wir kommen klar.Obwohl es für uns natürlich einfacher wäre,wenn wir für beide Jungs Unterhalt bekämen.
Ich habe schliesslich auch nie die Verantwortung für die Kids verweigert....

claudia

Beitrag von claudia » 27.08.2009, 18:56

Noch ein Nachtrag zu meinem Thread:
Tut mir leid,dass es sich etwas niedergeschlagen anhört.Gestern war ich wieder mal zum Jugendamt.Mir wurde eine neue Sachbearbeiterin zugeteilt.Als ich sie fragte,was sie gedenkt zu tun um seinen Arbeitgeber zu finden,meinte sie :Frau K.,sie sind doch an dieses Prozedere gewöhnt.

Vielen Dank,genau das wollte ich hören........ :/

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