Erfahrungen mit Asperger Syndrom?

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maria-rita

Erfahrungen mit Asperger Syndrom?

Post by maria-rita » 27.11.2006, 23:52

Hallo,

ich bin gerade dabei, mich ein wenig kundig zu machen über das Asperger Syndrom.

Jetzt werden sich vielleicht einige fragen, was ist denn das?

Das Asperger Syndrom gehört geht irgendwie in die Richtung Autismus.

Mich hätte interessiert, ob jemand darüber irgend was weiss, selbst Erfahrungen gemacht hat oder sogar Leute kennt, wo bei einem Kind testen könnten, ob es dieses Asperer Syndrom hat.

Hintergrund ist der: Ich möchte gerne herausfinden ob meine Tochter dieses Syndrom hat. Sie hat Kontaktschwierigkeiten mit anderen Kindern, gerade in der Gruppe bzw. jetzt auch in der Schule.

Sie war von klein auf eigentlich ein Einzelgänger. Ich hatte ja gehofft, dass dies besser würde, aber es ist noch nicht so wie es sein sollte.

Auch mit der Motorik (Fein- und Grobmotorik) hat sie nach drei Jahren Therapie immer noch Schwierigkeiten.

Meine Tochter ist jetzt 6 Jahre alt.

Es wäre toll, wenn jemand von Euch zufälligerweise mir da mit sonstigen Infos, Erfahrungsberichten weiterhelfen könnte.

Viele herzliche Grüße

Marita

bienchen

Post by bienchen » 28.11.2006, 07:27

Hallo maria-rita

Ich würde meine Tochter erst mal testen lassen.
Spekulationen über die Diagnose bringen dich nicht weiter.
Schon mal was von selektivem Mutismus gehört? Es könnte auch in die Richtung gehen. Ist aber auch nur reine Spekulation und so ließe sich das mit Sicherheit fortführen, also erst mal abklären, was dahinter steckt.
Ich habe/hatte ein ähnliches Problem mit meiner Tochter.

Mein Weg führte mich zur Familienberatungsstelle der Stadt und dort wurde mir empfohlen zu einem Kinderpsychologe zu gehen.

Die Wartezeiten sind aber elendig lang und nun sind wir bei einem Diplomheilpädagogen und nebenher führen wir noch weitere Gespräche bei der Familienbaratungsstelle.

Du kannst dich aber auch beim Schulamt erkundigen, die bieten auch Gespräche an und könne dich auch an einen Psychologen verweisen.

So, das erst mal auf die Schnelle, ich habe jetzt wenig Zeit.

maria-rita

Post by maria-rita » 28.11.2006, 10:26

Hallo Sabine,

vielen Dank für Deine Nachricht.

Natürlich will ich mein Kind darauf hin testen lassen. Ich werde morgen mit dem Arzt vom SPZ wo mein Kind schon untersucht hat darauf ansprechen. Vielleicht kann er mir etwas dazu sagen, bzw. weiss eine Stelle wo man das Kind darauf hin untersuchen lassen kann. Wegen der Motorik soll bei meiner Tochter eh noch ein CT gemacht werden, ob es evtl. irgendwelche "Zysten oder was weiss ich" im Gehirn da was beieinträchtigen.

Blöd dabei ist nur, dass meine Tochter dazu wahrscheinlich eine Vollnarkose bekommen muss, da sie sich dabei ja mind. eine Viertelstunde oder sogar länger ganz ruhig halten muss.

Mein Mann befürwortet das CT auch ist aber nicht bereit für die Narkose zu unterschreiben. Weil er hat Angst, dass die Tochter evtl. dann nicht mehr aufwacht. Also muss ich wohl oder übel allein unterschreiben. :-(

Dann kann ich nur hoffen, dass nichts passiert und ich dann nicht der Buhmann bin.

Was ist jetzt wieder ein selektiver Mutismus? Davon habe ich ja noch nie gehört.

Heilpädagogik hatte meine Tochter letztes Jahr im Kindergarten. Aber ich kann jetzt nicht wirklich sagen, dass es eine Veränderung gebracht hat.

Ich warte jetzt mal das Gespräch mit dem Arzt morgen früh ab, mal sehen vielleicht bin ich dann schlauer.

Viele herzliche Grüße

Marita

strangegirl

Post by strangegirl » 28.11.2006, 10:52

Hey maria-rita,

eigentlich klingt das nicht typsich für Asperger, wegen der motorischen Störungen. Damit haben Aspies eigentlich weniger Probleme.

Die größten Probleme ergeben sich meistens aus der mangelnden Fähigkeit, sozial zu interagieren. Leute mit Asperger haben z.B. Schwierigkeiten, Gesichtsausdrücke richtig zu interpretieren und entsprechend darauf zu reagieren. Sie sind aber meist hochintelligent und logisch.

Hat vielleicht Dein kleines Mädchen einfach Schwierigkeiten, sich in eine Gruppe einzufinden? Ich denke, Du bist beim Kinderpsychologen auf jeden Fall gut aufgehoben. Vielleicht sind es die Anfänge einer Sozialphobie, oder sie ist einfach nur schüchtern. Aber dennoch halte ich es auch für schlau, zum Arzt zu gehen, um ernstere Möglichkeiten abzuklären.

LG und viel Erfolg,

strangegirl

maria-rita

Post by maria-rita » 28.11.2006, 11:23

Hallo,

vielen Dank für Deinen Beitrag.

[quote="strangegirl"]Hey maria-rita,

>eigentlich klingt das nicht typsich für Asperger, wegen der motorischen >Störungen. Damit haben Aspies eigentlich weniger Probleme.

Das stimmt so anscheinend nicht. Ich habe was aus einem Kurs ausgedruckt wo auf den Aspergia Seiten ist. Und da steht schon dass es sensorische und motorische Schwierigkeiten bei Menschen mit Asperger Syndrom geben kann.

>Die größten Probleme ergeben sich meistens aus der mangelnden Fähigkeit, >sozial zu interagieren. Leute mit Asperger haben z.B. Schwierigkeiten, >Gesichtsausdrücke richtig zu interpretieren und entsprechend darauf zu >reagieren. Sie sind aber meist hochintelligent und logisch.

Ja, damit hat meine Tochter ihre Probleme. Ob meine Tochter Gesichtsausdrücke richtig interpretieren kann, weiss ich nicht sicher.

Auf den Aspergia-Seiten gibt es einen Test, wo man bei 36 Bildern nur die Augenpartie sehen kann. Man muss erkennen was spiegelt sich da wieder.
Es sind jeweils vier Antworten vorgegeben. Ich habe aus Spass mal diesen Test gemacht. Ich hatte 24 von 36 richtig.

Dann habe ich auch mal meine Tochter diesen Test machen lassen. Sie hatte nur 9 von 36 richtig. Aber um wirklich vergleichen zu können, müssten jetzt auch andere gleichaltrige Kinder diesen Test machen. Und man müsste wissen wie die abschneiden. Dann könnte man evtl. das bewerten, ob das nun gut oder schlecht ist.

Meine Tochter ist an sich schon klug. Sie ist jetzt in der ersten Klasse und konnte jetzt schon vor Schulbeginn lesen und schreiben. Natürlich nur mit großen Druckbuchstaben. Rechnen würde sie am liebsten schon bis hundert.

Hat vielleicht Dein kleines Mädchen einfach Schwierigkeiten, sich in eine Gruppe einzufinden? Ich denke, Du bist beim Kinderpsychologen auf jeden Fall gut aufgehoben. Vielleicht sind es die Anfänge einer Sozialphobie, oder sie ist einfach nur schüchtern. Aber dennoch halte ich es auch für schlau, zum Arzt zu gehen, um ernstere Möglichkeiten abzuklären.

Ja, ich denke auch sie hat vielleicht einfach nur Angst auf die anderen zu
zugehen. Sie traut sich nicht, einen Mitschüler oder Mitschülerin zu fragen, ob das Kind mal nachmittags zu ihr kommen will, weil sie schon damit rechnet, dass dieses Kind dies ablehnen könnte.

LG und viel Erfolg,

Danke. das können wir gebrauchen.

Viele Grüße

Marita

bienchen

Post by bienchen » 28.11.2006, 16:12

Was ist jetzt wieder ein selektiver Mutismus? Davon habe ich ja noch nie gehört.
Schau mal hier:
Mutismus

Es handelt sich um eine Form des Schweigens bestimmten Personen gegenüber, bei der es noch verschiedene Abstufungen gibt.
Oder gebe mal bei „google“ den Begriff „selektiver Mutismus“ ein, dort bekommst du auch sehr viele Informationen.
Ob das auf deine Tochter zutrifft vermag ich nicht zu beurteilen, zumal bei deinem Töchterchen noch die motorischen Störungen hinzukommen.
Obwohl diese Störung wiederum unabhängig von dem Schweigen auftreten kann.
Es kann natürlich auch ganz simpel Schüchternheit sein und sie muss erst „warm“ werden.
Als Laie kann ich aber schon mal gar keine Diagnose stellen, deshalb begebe dich bitte mit deinem Kind in kompetente Hände.
Du bist ja aber schon auf einem guten Weg und hast schon so einiges eingeleitet.
Ich kann die Ängste deines Mannes bezüglich der Vollnarkose gut verstehen.
Ich würde dir raten ein Gespräch zu dritt mit dem Narkosearzt zu führen. Vielleicht schafft es ja der Arzt die Ängste deines Mannes abzubauen.
Ich wünsche dir und deinem Kind alles Gute und das alles seinen richtigen Weg nimmt.


strangegirl

Post by strangegirl » 28.11.2006, 19:33

Hey maria-rita,

die Bewertung durch diesen Test ist sicher aufschlußreich, aber eindeutige Diagnosen lassen sich dadurch nur schwer machen. Für Asperger spricht z.B. durchaus die Begeisterung Deiner Tochter für Mathe. Aber eine eindeutige Aussage kann da wohl wirklich nur ein Facharzt machen.

Ich hoffe sehr für Euch, daß mit den motorischen Problemen nichts Schlimmeres verbunden ist und daß Dein Mädchen mit der Zeit seinen Platz behaupten wird.

Alles Liebe,

strangegirl

maria-rita

Post by maria-rita » 28.11.2006, 20:40

Hallo Bienchen,


[/quote]

Schau mal hier:
Mutismus

Danke für den Link.

>Es handelt sich um eine Form des Schweigens bestimmten Personen >gegenüber, bei der es noch verschiedene Abstufungen gibt.
>Oder gebe mal bei „google“ den Begriff „selektiver Mutismus“ ein, dort >bekommst du auch sehr viele Informationen.
>Ob das auf deine Tochter zutrifft vermag ich nicht zu beurteilen, zumal bei >deinem Töchterchen noch die motorischen Störungen hinzukommen.

Also selektiver Mutismus ist es mit ziemlicher Sicherheit nicht. Sie spricht schon mit den anderen Kindern. Aber sie kommt irgendwie mit Ihnen nicht klar.
Sie sagt Ihnen angeblich auch, dass sie (die Kinder) in Ruhe lassen sollen. Was aber anscheinend nicht immer hilft.

Sie redet auch mit wildfremden Menschen, daher kann ich mir nicht vorstellen, das dieser selektikve Mutismus auf sie zutrifft.

>Es kann natürlich auch ganz simpel Schüchternheit sein und sie muss erst >„warm“ werden.

Ja, das kommt noch hinzu. Sie ist schon eher der Typ wo erst "warm" werden muss in Bezug auf Kontakte mit anderen Kindern.

>Als Laie kann ich aber schon mal gar keine Diagnose stellen, deshalb begebe >dich bitte mit deinem Kind in kompetente Hände.

Mache ich.
>Du bist ja aber schon auf einem guten Weg und hast schon so einiges >eingeleitet.

>Ich kann die Ängste deines Mannes bezüglich der Vollnarkose gut verstehen.
>Ich würde dir raten ein Gespräch zu dritt mit dem Narkosearzt zu führen. >Vielleicht schafft es ja der Arzt die Ängste deines Mannes abzubauen.
>Ich wünsche dir und deinem Kind alles Gute und das alles seinen richtigen >Weg nimmt.

[/quote]

Das hoffe ich auch.

Ich hoffe das diese Woche es wieder klappt, dass ein Mädchen aus Ihrer Klasse wieder zu uns darf. Ich habe meine Tochter heute von der Schule abgeholt und da war das Mädchen auch noch da. Da habe ich zu meiner Tochter gesagt, sie solle das Mädchen doch mal fragen, ob es wieder zu Dir kommen möchte. Weil ich dabei war, hat sich meine Tochter doch ganz langsam getraut, das Mädchen zu fragen. Und das Mädchen hat auch Ja gesagt. Das hat meine Tochter doch sehr gefreut, weil sie eher mit einer Absage gerechnet hat.

Was ich auch ein wenig komisch dabei fand. Meine Tochter traute sich anscheinend nicht, das Mädchen bei der Frage anzuschauen.
Mir kam es so vor, als wäre sie sehr "verlegen" gewesen.

Viele Grüße

Marita

maria-rita

Post by maria-rita » 28.11.2006, 21:14

Hallo Strangegirl,

strangegirl wrote:Hey maria-rita,

die Bewertung durch diesen Test ist sicher aufschlußreich, aber eindeutige Diagnosen lassen sich dadurch nur schwer machen. Für Asperger spricht z.B. durchaus die Begeisterung Deiner Tochter für Mathe. Aber eine eindeutige Aussage kann da wohl wirklich nur ein Facharzt machen.

Ich hoffe sehr für Euch, daß mit den motorischen Problemen nichts Schlimmeres verbunden ist und daß Dein Mädchen mit der Zeit seinen Platz behaupten wird.

Alles Liebe,

strangegirl
Danke für Deine Wünsche. Ich hoffe die Untersuchung durch das CT bringt dann evtl. neue Erkenntnisse. Die Störungen der Motorik können evlt. noch von den Blockaden kommen, die erst Ende letzten Jahres oder Anfang diesen Jahres von einem Facharzt gelöst worden sind.

Sie hatte wahrscheilich seit Geburt drei Blockaden in der Wirbelsäule.

Blockaden sind Verklebungen der Wirbel.

Sie hatte eine Beckenblockade (sie war um 1 cm schief gestellt), mitten im Kreuz eine Blockade und eine Kopfgelenksblockade. Dadurch wurde laut dem Facharzt natürlich die Verbindung zwischen rechter und linker Gehirnhälfte gestört. Das ganze hat sich auch auf die Wahrnehmung, Gleichgewicht und Motorik negativ ausgewirkt.

Wir müssen jetzt bei Ihr immer wieder nachschauen lassen, ob nicht evtl. wieder eine Blockade da ist. Der Facharzt meinte, dass ist wie "zwei Schritte vor und einen zurück".

Es ist eigentlich schon schlimm, dass trotz der ganzen U-Untersuchungen die ich ja alle wahrgenommen habe und trotz der dreijährigen Therapie (Ergo- und Krankengynastik usw.) wo die Therapeuthen das Kind jede Woche gesehen haben, dies nicht erkannt wurde.

Und das wir als medizinische Laien, da selbst drauf kommen müssen, dass es doch gut wäre das Skelett meines Kindes zu untersuchen.

Viele herzliche Grüße

Marita Betz

fabel

Post by fabel » 29.11.2006, 08:50

Warum willst du ein CT machen lassen. Das ist für ein Kind in diesem Alter eine ziemliche Strahlenbelastung.
Heute ist es eigentlich Stand der Dinge bei Kindern eine Kernspintomographie zu machen . Die Bilder dieser Untersuchung sind auch viel aussagekräftiger. Ich würde mich an deiner Stelle mal beim Arzt informieren. Eine Narkose ist für diese Untersuchung bei Kindern allerdings auch meist notwendig.

Gruß fabel

maria-rita

Post by maria-rita » 29.11.2006, 10:41

Hallo Fabel,

danke für Deinen Tipp.
fabel wrote:Warum willst du ein CT machen lassen. Das ist für ein Kind in diesem Alter eine ziemliche Strahlenbelastung.
Heute ist es eigentlich Stand der Dinge bei Kindern eine Kernspintomographie zu machen . Die Bilder dieser Untersuchung sind auch viel aussagekräftiger. Ich würde mich an deiner Stelle mal beim Arzt informieren. Eine Narkose ist für diese Untersuchung bei Kindern allerdings auch meist notwendig.

Gruß fabel
Ich habe heute vom Arzt den Bericht der Ergotherapeuthin gelesen. Es handelt sich doch um eine Kernspintomographie.

Viele Grüße

Marita

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