LRS-was können Eltern tun

Information, Austausch, Früherkennung im Kindesalter. Freischaltung: Benutzergruppe "Lega" öffnen - Mitgliedschaft beantragen. Kontakt: lega@cleverefrauen.de
Locked
red rose

Symptome und Diagnostik bei LRS

Post by red rose » 26.02.2006, 12:00

Ich wollte euch mal Infos über die Lese-Rechtschreibsstörung geben.

Es gibt für alle Krankheiten/Störunge sog. AWMF -(Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaft) Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie.

LRS fällt unter die Kategorie: Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (F8), d.h. es liegt eine spezifische und deutliche Beeinträchtigung des Erlernens des LEsens, Rechtschreibens und Rechnens vor.

Grundbedingungen für eine derartige Diagnose sind:
1. eindeutige Beeinträchtigung spezieller schulischer Fertigkeiten
2. LEistungsstand des Kindes liegt deutlich unter dem Intelligenzniveau
und ist nicht durch eine Intelligenzminderung erklärbar
3. Entwicklungsstörung muss spätestens bis zum 5. Schuljahr aufgetreten sein
4. Beeinträchtigung ist keine direkte Folge mangelnder Lerngelegenheiten
5. unkorrigierte Seh. und Hörstörungen erklären diese Beeinträchtigung nicht.

Es gibt verschiedene kognitive Störungen :
F81.0: Lese- Rechtschreibstörung
F81.1: Isolierte Rechtschreibstörung
F81.2: Rechenstörung
F81.3: Kombinierte Störung der schulischen Fertigkeiten

Es gibt bestimmte Leitsyptome bei LRS:

Eine Lesestörung ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
1. Auslassen, Ersetzen, Verdrehen oder Hinzufügen von Worten oder Wortteilen
2. Niedrige Lesegeschwindigkeit
3. Startschwierigkeiten beim Vorlesen, langes Zögern oder Verlieren der Zeile im Text
4. Ungenaues Phrasieren
5. Vertauschen von Wörtern im Satz oder Buchstaben in den Wörtern
6. Defizite im Leseverständnis: Beeinträchtigung Gelesenes wiederzugeben, zu verstehen oder Zusammenhänge zu erkennen

Eine Fehlertypologie im Rechtschreiben gibt es nicht, es ist von dem Entwicklungsstand des Kindes abhängig. In der Schriftsprache sind folgende Fehler zu finden:
1. Reversionen (Verdrehen von Buchstaben im Wort: b-d, p-q)
2. Reihenfolgefehler (Umstellung der Buchstaben im Wort)
3. Auslassen von Buchstaben oder Wortteilen
4. Einfügen von falschen Buchstaben oder Wortteilen
5. Regelfehler ( Dehnungsfehler, Fehler in Groß- und Kleinschreibung)
6. Wahrnehmungsfehler (d-t, g-k werden verwechselt)
7. Fehlerinkonstanz (selbe Wort wird bei trotz permanenter Übung untschiedlich falsch geschrieben)


Störungsspezifische Diagnostik: (Anamnese und Exploration zusammen mit SChüler, Eltern und Deutschlehrer)
Symptomatik bei LRS:

1. Schulnoten im Diktat: Diskrepanz zwischen Noten in Deutsch und anderen Schulfächern
2. Art und Häufigkeit der Fehler beim Schreiben und Lesen
3. EInsicht in Hefte und Zeugnisse
4. Disktepanz zwischen Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben im Vergleich zu den nichtsprachlichen gebundenen schulischen Anforderungen

Zudem sollten noch komorbide Störungen berücksichtigt werden:
1. andere Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen
2. Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen
3. Anpassungsstörung (ängstlich, depressiv)
4. Schulangst (Störung des Sozialverhaltens-Aggresivität, Kontaktstörung, Lügen Stehlen; Psychosomatische Störungen- Kopf-Bauschschmerzen, Übelkeit, Erbrechen)
--> Verlaugscharakteristik der Komorbidität besteht darin, dass sie im Laufe der Grundschuljahre zunimmt bzw. verstärt auftritt und z.B. an Wochenenden und Ferien geringer ausgeprägt ist.

Als Testdiagnostik sollte angewendet werden:
1. Unverzichtbar ist die Testung von Lesen und Rechtchreiben (Primärsymptomatik)
2. Leseprüfung (z. B. Züricher Lesetest)
3. Rechtschreibprüfung (z.B. standartisierter Rechtschreibetest: DRT 1-3, WRT 1-3, WRT 4/6 oder 6+)
4. Buchstabenlesen
5. Buchstabendiktat
6. Abschreiben von wörtern und Texten
7. Zahlenlesen
8. Intelligenzdiagnostik
9. Sprachentwicklungsdiagnostik
10. Diagnostik weiterer Teilleistungsbereiche (Motorik, visou-motorik, Konzentration )
11. Internistische und neurologische Untersuchungen (EEG)
12. psychischer Status
13. Augenärtzlicher Befund zur Sehtüchtigkeit
14. päsaudiologischer BEfund der Hörfähgikeit

Das ist soweit das wichtigste, um sich einen Eindruck der LRS zu verschaffen, wenn ihr mehr wissen wollt darüber oder über andere Störungen, dann kann ich euch nur folgende Webseite empfehlen:

http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/




Lieben Gruß
Christina

Puschel

Post by Puschel » 28.03.2006, 21:42

Hallo,
hier ein kleiner Zusatz.
Ganz genau handelt es sich bei deiner Angabe um den ICD-10 (International Classification of Deseases) mit der Unterklassifikation F8 für LRS.
Diese Bewertung nach diesem umstrittenen Schema ist insoweit sehr kritisch zu hinterfragen, da es alle Teilleistungsstörungen als psychische Behinderung wertet und damit zu einer Krankheit erklärt.
Teilleistungsschwächen sind aber keine Krankheit sondern eine Abweichung von der Norm im Lernverhalten.
Dafür kann es viele Ursachen geben.
Alle Kinder mit Teilleistungsstörungen aber als psychisch krank zu bezeichnen wird den Betroffenen nicht gerecht.

LG Puschel

red rose

Post by red rose » 09.04.2006, 10:12

Ja, klar die Richtlinien der AWMF gehen nach dem ICD-10 vor.

Umschriebene Entwicklungsstörungen, darunter fallen ja auch die Teilleistungsstörungen des Lesen, Rechtschreibens und Rechnens haben, nach meiner Meinung, etwas mit dem psychischen Status des Kindes zu tun. In den Diagnosekriterien für eine LRS sind Fakten, wie eine Intelligenzminderung, neurologische oder organische Ursachen, oder ein Mangel an Lerngelegenheiten klare Ausschlußkriterien. Demnach bleibt noch ein Anteil der Ursachen im emotionalen bzw. psychischen Bereich zu kären.
Sicher ist es immer schwierig, abzuwägen, ob die Kinder nun psychisch als krank zu bezeichnen sind oder nicht. Ich denke, es sind Ursachen vorhanden, warum diese Kinder Schwierigkeiten im schulischen Bereich aufweisen und bei vielen sind es emotionale bzw. psychische Defizite.


Lieben Gruß
Christina

Puschel

Post by Puschel » 10.04.2006, 15:37

Teilleistungsstörungen haben ihre Ursache nicht in "emotionalen bzw. psychischen Defiziten". Diese können höchstens die Folge einer unerkannten oder "schön geredeten" Teilleistungsschwäche sein.
Hier werden Ursache und Wirkung verwechselt!!!

LG Puschel

petry

LRS-was können Eltern tun

Post by petry » 12.09.2006, 19:25

Hat ein Kind größere Schwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen,ist meistenes eine außerschulische Förderung erforderlich

Manchmal können aber auch schon Verbesserungen erzielt werden,wenn man einiges beachtet:

-ihr Kind ist und bleibt liebenswert,auch wenn es in der Schule in einem Lernbereich schwächere Leistungen zeigt.

-Nehmen Sie die Schule nicht wichtiger als es ihr zukommt.Der spätere Berufs-und Lebenserfolg entscheidet sich nicht schon im ersten und zweiten Schuljahr,vielleicht gar nicht in der Schule.Erhalten sie ihrem Kind so lange wie möglich eine unbeschwerte Kindheit.

-Versuchen sie Den Leistungsdruck zu mildern und ersparen sie ihm Beschämung.Der Leistungsdruck in der Schule heutzutage ist enorm.Nur wenige haten stand oder setzen sich zur Wehr.Die Meisten verlieren ihre unbefangene Lernfreude und ihre Anstrengungsbereitschaft.

-Nervöse und sehr ehrgeizige Eltern sollten sich besonders hüten,ihre Ängstlichkeit und Unruhe auf das Kind zu übertragen.Auch ist es falsch es zu beschämen oder unsicher zu machen.


Wenn sie sich auf die Suche nach einem Therapieplatz machen,sollten sie einiges beachten
Bevor sie den Vertrag unterschreiben,sollten sie verschiedene Angebote eingeholt und geprüft haben

besonders zu Beachten sind

-über welche therapie-relevanten Basis -und Zusatzquallifikationen die Therapeutin bzw.der Therapeut verfügt

-mit welchen Methoden die Lese-und Rechtschreib-Schwierigkeiten behandelt werden sollen

-ob die Therapie allgemein anerkannte oder aber bislang so genannte alternative" Methoden zugrunde liegen.Meist ist der Nutzen "Alternativer" noch nicht wissenschaftlich belegbar

ob in der Therapie auch tatsächlich die Lese-und Rechtschreib-Schwierigkeiten behandelt werden

-ob die Therapie vorrangig oder ausschließlich mit Hilfe elektronischer Gerätschaften oder mit Hilfe von Software auch zu Hause durchgeführt wird

-Ob der Erfolg der Fördertherapie und die gesteckten Behandlungsziele auch regelmäßig kontrolliert werden

-wie lang die LRS-Therapie vermutlich dauern wirdund ob der vorgegebene Rahmen für die Behandlung auch wirklich eingehalten werden kann

-ob die Stundensätze für die LRS-Therapie auch praxisüblich sind

Achtung:je vollmundiger die Versprechungen und je größer die Hoffnungen sind,die man ihnen macht,umso skeptischer sollten sie werden!!!




Quelle Beratungsstelle für LRS e.V.

Locked

Return to “Legasthenie * Schreib- und Leseschwäche * ADS * Dyskalkulie * Rechenschwäche”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 1 guest