Wölfe - Für die, die dieses Tier nicht als böse Bestie sehen

Schnurrt die Katze durchs Haus? Will der Hund spielen? Hase & Co. knabbern vergnügt am Rasen? Glückliche Pferde, Kühe oder Hühner begrüßen euch? Hier kommen Tierfreunde zu Wort.
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Vicky

Wölfe - Für die, die dieses Tier nicht als böse Bestie sehen

Post by Vicky » 24.02.2010, 20:11

Für die, die dieses Tier nicht als böse Bestie sehen...........

Ein Erlebnisbericht...

Eine Frau kniet auf dem Waldboden, neben ihr sitzen drei weiße Wölfe.
Plötzlich legt sie den Kopf in den Nacken, stimmt ein gellendes Heulen an, in das die Tiere einfallen.
" Ein Zeichen der Zusammengehörigkeit. Für die Wölfe bin ich Teil des Rudels", erklärt Tanja Askani.
Vor zehn Jahren zog die 45-Jährige, die hauptberuflich als Falknerin im Wildpark Lüneburger Heide arbeitet, dort ihren ersten Polarwolf von Hand auf.
Der Welpe war damals neben seiner toten Mutter gefunden worden.
Heute leben in zwei 3000 qm2 großem Freigehege zwei Rudel--alle sieben Tiere wurden von Askani aufgepäppelt.
" Wer die Milch gibt, wird von den Wölfen als Mutter anerkannt.
Nur deshalb respektiren sie mich, kann ich ihr Revier betreten und heil wieder verlassen", sagt sie.
Dieses Privileg nutzt die gebürtige Tschechin, um die Wölfe zu studieren.
Ihre Erfahrungen mit den Wildtieren teilt sie gerne mit anderen: Regelmäßig führt Askani Besucher des Wildparks auf einem sogenannten Wolfsspaziergang.
Bei diesen Wanderungen weckt sie Verständnis für die Geschöpfe, die noch heute von vielen für blutrünstig gehalten werden.
Unterstützt wird sie dabei von Polarwolf Noran, dersie begleitet.
"Wölfe sind intelligent und sensible Tiere", erklärt Askani. " Jedes respektiert die anderen, und sie sind in der Lage, sich durch Körperhaltung, Mimik und Laute präzise auszudrücken".
So wie Noran, der, indem er eine Weile neben einem Spaziergänger herläuft oder ihn sogar anstupst, Symphatie bekundet.
Nach zwei Stunden mit Noran und Tanja Askani begegnen die Spaziergänger dem Wolf, wie es sich gehört--mit Toleranz und Respekt.

Fipsle

Post by Fipsle » 25.02.2010, 20:21

:zustimm: finde ich ein super Projekt

Vicky

Post by Vicky » 25.02.2010, 21:25

Ich auch, aber es gibt noch viele Andere, die noch weiter gehen............

Hab jetzt aber keine Zeit mehr ....Ich MUSS TV gucken :ja:

Vicky

Post by Vicky » 27.02.2010, 20:16

Das ist eine wahre Geschichte............

Leider kommt sowas immer wieder vor.
In diesem Fall glaube ich, dass das Tier bewusst angeschossen wurde, um jemanden ein tolles Jagderlebnis zu ermöglichen.
Das ist nur eine Vermutung , aber jeder mag denken, was er will.

Die Rückkehr des einsamen Jägers
von Werner Schmitz

(eine Veröffentlichung von „Readers Digest“ aus „Stern“)

Dafür ist er nun so weit gelaufen! Durch Sümpfe gewatet und um Dörfer geschlichen, über Flüsse geschwommen und durch Dornen gekrochen.
Dreißig Tage und 300 km von zu Hause krümmt sich der Wolf vor Schmerz.
Winselnd führt er den linken Hinterlauf zum Maul. Er beißt in das Etwas, das seine Ferse gewesen ist—ehe eine Kugel sein Bein zerfetzte. Ins Erlenbruch ist er nach dem Schuss gehumpelt, so schnell es ging—auf drei Läufen, bis der Schmerz ihn stoppte. Auf einer halbwegs trockenen Stelle im Morast liegt nun der Wolf und schleckt den Grieselschnee, der sich unter den Bäumen gehalten hat.
Durst. Zum Entwässerungsgraben am Waldesrand traut sich der Rüde nicht.
Als Welpen hatten sie auch oft Durst, daheim im Kiefernwald auf der anderen Seite des großen Flusses. Wenig Regen fällt da im Sommer, und das Wenige versickert schnell im Sand.
Wenn sie vor dem Bau auf die Rückkeher der Eltern warteten, stundenlang im heißen Sand hechelten, wäre er gern allein zu dem nahen Teich gelaufen, an den die Mutter sie zum Trinken führte.
Seine Geschwister packten ihn jedesmal am Kragen und trugen ihn zur Höhle zurück.
Trotzdem war sie eine schöne Zeit, seine Kindheit unter den Kiefern. Die drei erwachsenen Wölfe des Rudels---Vater, Mutter und Onkel--- kamen mit vollen Bäuchen von der Hirschjagd heim und würgten ihnen den angedauten Futterbrei aus. Rund und weich waren sie davon geworden, graue Wollknäuel, denen es beim Spiel nicht toll genug zugehen konnte.
Am Ende des ersten Sommers war Schluss mit den kostenlosen Wildbret-Service. Erst führten die Alten sie zu bereits gerissenen Tieren.
Mühsam zerrten sie Fleischbröckchen aus dem Kadaver. Später durften sie mit auf die Jagd, als Zuschauer zunächst, dann als Treiber, am Ende als Jäger.
Endlich war der Wolf kein Welpe mehr, sondern ein junger Rüde.
Aus harmlosen Balgereien mit dem Bruder wurden verbissene Kämpfe um die Führung unter den Jungen. Einmal attackierten sie ihren Onkel, den Dritten in der Rudelhierarchie. Der alte Grobian wusste sich zu wehren. Die Aufmüpfigen bezogen Prügel.

Der Wolf will jetzt weiter. Vorsichtig versucht der Rüde, den zerfetzten Lauf zu belasten—und sackt vor Schmerzen zusammen. Er muss bleiben. Gelaufen ist er genug. Weggelaufen.
Seine Mutter war im Winter immer herrischer geworden, hatte seine zickige große Schwester kujoniert, damit deren Hitze ausblieb. Sogar die reizende kleine Schwester, der Liebling des ganzen Rudels, bekam Ärger mit der Alten.
Die Stimmung war gereizt, auch unter den Männchen. Der Onkel gab den Druck an die Jungrüden weiter. Die Ranzzeit nahte; wieder würden sich nur Vater und Mutter paaren. Mehr als einen Wurf konnte das kleine Rudel nicht ernähren.An Sex und Fortpflanzung war für den jungen Wolf nicht zu denken, dafür stand er zu tief in der Rangordnung des Rudels. Also lief er davon. Stunde um Stunde, Tag für Tag. Nach Westen. Auf dem alten Fernwechsel, den so viele Wölfe vor ihm benutzt hatten.
Die Morgensonne im Rücken, den Fluss entlang. Getrieben von Hunger und der Sehnsucht nach einer Wölfin, die seine Welpen säugen würde, und nach einem eigenem Rudel.
Seinen Hunger konnte er ab und zu stillen: wenn er im Schnee einen toten Hasen fand oder den Rehbock in der Schlinge. Vorsichtig pirschte er an die leichte Beute heran. Der Draht roch nach Mensch, genau wie damals die Schlinge, in der sie seinen kleinen Bruder tot gefunden hatten.
Der Bock lebte noch, und sein Zappeln gab den Ausschlag für den Angriff. Sieben Kilo Fleisch fraß der Wolf auf der Stelle, er verschlang fast das ganze Reh. Als der Wilderer am Abend seine Falle kontrollieren kam, war der Wolf längst fort. Da, wo der Fluss in einen Strom mündete, wandte sich der Wolf nach Norden. Er überquerte Straßen, Schienen, folgte dem Lauf des Wassers.
Zwei Tage später meinte der Wolf, Witterung von Artgenossen im Abendwind zu ahnen.
Angstlust ließ sein Herz schneller schlagen.Vorsichtig lief er die Duftspur entlang, so lange, bis er auf einem Baumstumpf die Urinmarke einer Wölfin fand.
Als es schließlich dunkelte, setzte sich der Wolf auf die Hinterläufe, legte den Kopf in den Nacken und heulte, wie nur ein einsamer Wolf heulen kann.
Er hoffte auf eine Einzelgängerin. Oder auf versprengte Mitglieder eines Rudels, die er um sich scharen könnte, als Leitwolf natürlich.
Auch Wölfe haben Träume. Die Wölfin, die sein Heulen hörte, war die Alpha-Wölfin eines sechsköpfigen Rudels und duldete keine Fremden in ihrem Revier, den Wäldern am Ostufer des Stroms. Mit einem Schnauzenstubser weckte sie den Vater ihrer Welpen. Sich erst vorn, dann hinten streckend kam der Leitwolf auf die Läufe.
Gähnend hörte er den Fremden heulen, sah sich nach seinen Leuten um und antwortete. Zuerst allein:
dunkel und hohl. Dann fiel das ganze Rudel ein: hochtönend, mit gesträubten Nackenhaar.
Dass dies kein Willkommensgruß war, wusste der Wolf. Er verharrte im Uferschilf. Dann sah er das fremde Rudel, gegen den Sternenhimmel über die Deichkrone kommend, der Leitwolf voran, bis in die Haarspitzen entschlossen, den Eindringling in der Luft zu zerreißen.
Der Wind meinte es gut mit dem Wanderwolf. Er trug seinen Geruch fort über den Fluss. Weg vom Rudel. Vorsichtig zog er sich ins Schilf zurück, schwamm, ließ sich von der Strömung treiben, bis er wieder Schlamm unter den Pfoten spürte. Der Wolf schüttelte sich am Ufer, blickte zurück, woher er gekommen war, und lauschte in die Nacht über den Strom. Soweit er hören konnte folgte ihm niemand.
Auf dieser Seite des Flusses fing der Wolf Rehe, die sich besonders dumm anstellten. Fraß zur Unzeit geborene Frischlinge, deren viel zu junge Mutter vor ihm floh. Stahl beim Bauern am Dorfrand eine Gans. Den hölzernen Häuschen, die überall im Wald auf hohen Stelzen standen, wich er aus. Die rochen nach Mensch und Aas. So zog er nordwärts, um seinesgleichen zu finden.
Die Tage verschlief er in den Kiefernschonungen. Nachts lief der Wolf, überquerte kleine und große Straßen, stahl sich, wenn die Lichter verloschen durch Dörfer, kreuzte Kanäle. Bis er in eine Gegend kam, die zum Bleiben einlud. Menschen gab es hier kaum. Zwar fand er Spuren von Artgenossen, aber er war weit genug gelaufen, um sich eine Rast zu gönnen. So war es bis gestern gewesen.
Heute liegt der Wolf mit zerfetzter Ferse unter den Erlen, im Wald wuseln Menschen, die nach Hirschblut riechen. Einer von ihnen kommt näher. Mühsam wuchtet der Wolf sich hoch, und hinkt los. Versucht gar nicht, mit dem kaputten Hinterlauf aufzutreten.
Schleppt sich zum Entwässerungsgraben, rutscht die Böschung hinunter, platscht ins Wasser. Er schafft es mit Mühe bis ans Ufer, muss sich hinsetzen, bevor er den Hang erklimmt, und danach auch wieder. Auf einer schier endlosen Wiese sitzt er nun, weithin sichtbar, eine lebende Zielscheibe. Der Lauf schmerzt schlimmer denn je . Der Wolf beißt sich hinein, läuft ein paar Schritte den Graben entlang, setzt sich wieder. Er muss hier weg, runter von der Wiese, raus aus der Gefahr.
Ein letztes mal rappelt er sich auf, will weiter. Schafft es aber nicht. Ein Krachen in der Luft.Die Kugel dringt in seinen Körper ein, jagd sein Blut in Druckwellen durch die Adern, schockt ihn tot, noch ehe sie den Brustkorb wieder verlässt.
Gut hundert Meter vor einem Hochsitz endet der weite Weg des polnischen Wolfes, der in Deutschland Asyl suchte.

Clemens Freiherr Ostman von der Leye, der den Wolf tötete, ist sich keiner Schuld bewusst.
„Als sich der kranke Wolf vor meinem Hochsitz quälte, sagte mir mein Jägerherz: Den musst du erlösen!“
(Anmerkung von meiner Wenigkeit: In der Jägersprache ist „krank“ eine Verniedlichung für ein angeschossenes Tier)
Der Baron ist dem Ruf des Herzens gefolgt: mit seiner Repetierbüchse, Kaliber 9,3 mal 64.
Bei einer Gesellschaftsjagd auf dem Truppenübungsplatz Jägerbrück in Vorpommern erlegte der Gutsherr einen Wolf, dem am selben Tag bereits ins Bein geschossen worden war.
Von wem, ist unklar.
Ein Jahr nach dem Schuss musste der Freiherr aus Osnabrück sich vor dem Amtsgericht Ueckermünde verantworten, angeklagt wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz, das die Tötung von „wildlebenden Tieren der besonders geschützten Arten“ verbietet. Dazu zählt seit 20 Jahren der Wolf.
Das Verfahren wurde gegen eine Spende an den Tierpark Ueckermünde eingestellt.

Versucht es bis zum Ende zu lesen. Ich denke, es ist wichtig, zu erkennen, dass unsere Tiere sehr wohl Schmerzen erleiden und ein Tier aus dem Hinterhalt = Hochsitz zu erschießen, ist für mich das letzte.
Mancher mag es anders sehen................

Bye Vicky

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