• Urlaubsreise während der Schwangerschaft?

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    Reisen in der Schwangerschaft: Ein Risiko?

    Es spricht einiges dafür, auch während der Schwangerschaft eine Urlaubsreise anzutreten. So kann man beim ersten Kind als Paar noch ein letztes Mal die traute Zweisamkeit genießen, die entspannte Atmosphäre trägt zum Wohlbefinden bei und bringt die werdende Mutter auf andere Gedanken.

    Andererseits ist Reisen in der Schwangerschaft auch mit gewissen Risiken verbunden, die sich jedoch abhängig von der Wahl des Reiseziels, des Verkehrsmittels und des Reisezeitpunkt während der Schwangerschaft, sehr unter schiedlich darstellen.

    Der ideale Reisezeitpunkt

    Die meisten Schwangerschaftskomplikationen treten im ersten und letzten Schwangerschaftsdrittel auf. Ideal ist daher eine Reise zwischen der 18. und 24. Woche. Dies ist der Zeitpunkt an dem sich meisten Schwangeren am wohlsten fühlen, die Morgenübelkeit gehört bereits der Vergangenheit an und die Beweglichkeit ist noch nicht so sehr eingeschränkt. Zudem sind beim Embryo bereits alle Organe ausgebildet und das Risiko einer Früh – oder Fehlgeburt ist in diesem Zeitraum am geringsten.

    Das beste Verkehrsmittel wählen

    Bahnreisen
    Mit der Bahn reist man relativ stressfrei und hat zudem eine große Bewegungsfreiheit. Insofern ist eine Bahnreise für Schwangere besonders geeignet.

    Autoreisen
    Bein Reisen mit dem Auto können vor allem lange Stauzeiten und Vibrationen durch schlechte Fahrbahnen belastend sein. Das größte Risiko sind jedoch Unfälle, so können selbst glimpflich verlaufende Blechschäden zu einem psychischen Schock führen, der vorzeitige Wehen auslösen kann. Wichtig bei Autoreisen: Staus vermeiden und genügend Pausen (alle 2 Stunden) einplanen. Zudem sollte beim Anschnallen sollte darauf geachtet werden, dass der Bauchgurt unterhalb der Bauchwölbung angebracht wird, damit das Kind nicht eingeengt wird.

    Flugreisen
    Reisen mit dem Flugzeug stellen für den Körper immer eine zusätzliche Belastung dar, so dass besonders vor dem Antritt einer Flugreise in der Schwangerschaft eine Risiko/Nutzen-Abwägung erfolgen sollte. Dabei muss vor allem mit folgenden Risiken gerechnet werden:

    Geringerer Sauerstoffgehalt der Luft
    Der in großer Höhe geringere Luftdruck wird in den Flugzeugen durch Druckkabinen ausgeglichen. Aus technischen Gründen kann aber nur ein Luftdruck erzeugt werden wie er in einer Höhe von 2.500 m herrscht. Dadurch ist der Sauerstoffgehalt an Bord geringer, was der Körper durch Erhöhung der Herzfrequenz ausgleicht. Böse Zungen sprechen in diesem Zusammenhang vom „Mount Everest in utero“. Dennoch besteht kein Grund zur Beunruhigung: Studien der Klinik für Geburtshilfe der Universität Zürich haben bei normal verlaufenden Schwangerschaften keine nachteiligen Auswirkungen für das Kind feststellen können.

    Erhöhte Thrombosegefahr
    Während der Schwangerschaft besteht prinzipiell eine erhöhte Thromboseneigung. Schwangere werden daher in die Gruppe der Reisenden mit mittlerem Thromboserisiko eingestuft. Neben den üblichen Vorbeugungsmaßnahmen sollte gegebenenfalls eine medikamentöse Prophylaxe in Erwägung gezogen werden. Nicht nur in dieser Hinsicht sollte vor einer Flugreise in der Schwangerschaft ein Arzt zu Rate gezogen werden.

    Kosmische Strahlenbelastung
    Die Strahlendosis ist für jeden Flug sehr unterschiedlich und hängt unter anderem von der Flughöhe ab. Es gilt: Mit zunehmender Höhe nimmt auch die Strahlenbelastung zu. Zudem ist sie am Äquator deutlich geringer als z.B. in der Nähe der Pole, so dass auch die Flugroute entscheidend sein kann.

    Trotz dieser Risiken muss während der Schwangerschaft nicht zwangsläufig auf eine Flugreise verzichtet werden, sofern entsprechende Tipps, wie sie hier zu finden sind beachtet werden. Auch noch gut zu wissen: Ab 35. Schwangerschaftswoche nehmen die meisten Fluglinien Schwangere nicht mehr mit, um Geburten an Bord zu vermeiden.

    Das Reiseziel

    Von exotischen Reisezielen ist in der Schwangerschaft abzuraten. Vor allem in tropischen und subtropischen Ländern ist das Infektionsrisiko erhöht. Auf Impfungen und Malariaprophylaxe kann nicht verzichtet werden, was dem ungeborenen Leben schaden könnte. Länder mit extremen Temperaturschwankungen oder heiß-feuchtem Klima belasten das Immunsystem und sollten ebenso wie das Hochgebirge, mit seinen niedrigen Luftdruckbedingungen gemieden werden. Ideal ist in diesem Zusammenhang Europa: Das Risiko zu erkranken ist gering, die ärztliche Versorgung und die notwendige Hygiene sind gewährleistet und vor allem hält sich die Anreisezeit in Grenzen.

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