• Die Frage und Antwort ausdrucken. Die Frage und Antwort per Mail verschicken.
    Die Frage:
    Schreibt ihr uns eure schönstes Winter- oder Weihnachtserlebnis? Was habt ihr Tolles mit der Familie, den Kindern erlebt? Wir freuen uns über eure Geschichten.

    Die Antwort:
    Unser schönstes Weihnachtserlebnis war ein einmaliges Weihnachten mit allen Familienmitgliedern. das hört sich nach keinem besonderen Erlebnis an, ist es aber, wenn man zurückblickt....

    Unsere Familie ist nicht mehr sonderlich groß, weil einige Mitglieder leider verstorben sind. Umso schöner war es dann, im kleinen Kreis mit Großeltern, Onkel und Tante an einem Tisch zu sitzen und ein Weihnachtsessen zu verzehren. Das Besondere daran war die Magie um Weihnachten! Unsere größere Tochter (damals 4Jahre alt) ist dem Weihnachtsmann schon öfter begegnet. was sie aber noch nie gesehen hat, war der Rentierschlitten mit seinem Gespann. Da wir in unmittelbarer Nähe des Waldes wohnen, haben sich Mama, Oma, Onkel und Tante mit dem neugierigen Mädchen nach dem Essen auf die Suche gemacht, um die Rentiere zu finden. Unser krebskranker Opa blieb mit Papa und dem Baby daheim, um die versteckten Geschenke derweil unter den Baum zu legen. Die \"Waldtruppe\" zog also abenteuerlustig davon: Der Abend war klar und etwas frostig, im Unterholz des Waldes knackte es, die Luft aus unserer Nase war als Nebel sichtbar, kurzum: die Waldstimmung war mystisch und geheimnisvoll. Sobald wir die Wegbeleuchtung des Übergangweges von Kleinstadt- zu Waldweg hinter uns ließen und nur noch unsere Taschenlampen und Handys den Weg anzeigten, wurde es noch spannender. Wir liefen den kleinen Hügel hinauf und schauten auf einen breiteren Platz an der Lichtung. Hier könnte er doch eigentlich sein? Nein, hier war er nicht. \"Der Weihnachtsmann braucht doch Platz. Der kann seinen Schlitten doch nicht zwischen den Bäumen geparkt haben?\" Unsere Tochter wurde langsam ungeduldig. Die Möglichkeiten des \"Parkplatzes\" im Rahmen ihrer kindlichen Erfahrung mit dem ihr bekannten Waldgebiet schwanden dahin. Ihr wurde kalt und sie wollte nicht mehr warten. \"Ich möchte doch so gerne die Rentiere streicheln!\" Wir liefen daraufhin noch ein wenig weiter und suchten an einer anderen Waldlichtung in der Nähe. Auch dort fanden wir nichts! Schweren Herzens gaben wir die Suche auf und entschieden uns für den Heimweg. Wunderbarerweise knackte es dann in der Nähe im Unterholz. Da schien wohl ein Tier in der Nähe zu sein. Die Neugier unserer Tochter war wieder erwacht - die Kälte schien ihr mit einem Mal nichts mehr auszumachen. Da wir Erwachsenen jedoch wussten, dass dort nichts sein kann, hatten wir nun ein Problem. Wie bringen wir dem Kind bei, nicht ins Unterholz zu stürmen? Inzwischen war sie sich nämlich ziemlich sicher, dort die Rentiere zu finden! All unsere Ermahnungen, dass man den Waldweg nicht verlassen dürfe und man sich im Unterholz bei Dunkelheit etwas brechen könne, fruchteten nicht. Oma hatte dann die zündende Idee: sie musste dringend auf die Toilette. \"Aber Oma, kannst du denn nicht mehr aufhalten? Wir haben doch bald den Schlitten gefunden!\" Sie verneinte. \"Dann mach doch eben hier. Mama lässt mich ja auch immer im Busch pinkeln, wenn wir unterwegs sind.\" Oma überlegte kurz, was sie darauf entgegnen sollte und machte der Kleinen klar, dass sie ja ein großes Geschäft machen muss und dafür die Toilette braucht. daraufhin stimmten wir Erwachsenen mit ein und machten dem Kind klar, dass Oma unmöglich hier in den Wald machen könnte. Gegen so viele Erwachsene konnte sie nicht ankommen. Missmutig trottete sie vor uns her und schaute immer wieder vom Weg ins Dickicht, um vielleicht eine Beleuchtung ausmachen zu können. Traurig und ein bißchen wütend kam sie zu Hause an, ging zu den Daheimgebliebenen im Wohnzimmer und wollte ihrem Ärger Luft machen. Da sah sie jedoch die Geschenke unter dem Baum und wunderte sich. Opa erzählte ihr davon, dass der Weihnachtsmann hier gewesen sei und gar nicht so viel Zeit hatte; den Schlitten hätte er an der Straße geparkt, weil er in Zeitverzug war und schnell weiter musste. Anstatt sich auf die Geschenke zu stürzen, war unsere Maus umso enttäuschter und stellte die ganze Abenteuerwanderung infrage. \"Wenn wir nicht wandern gegangen wären, hätte ich die Rentiere gesehen!\" Beschwichtigungen unsererseits halfen nichts. Ihr fiel sogar auf, dass die Oma gar nicht zur Toilette gegangen ist. Oje, was haben wir uns denn damit eingebrockt, dachte ich als Mutter. Ich schritt zur tat und nahm mir ein für mich beschriftetes Päckchen, um es zu öffnen. Damit hatte ich den Ehrgeiz meiner Tochter geweckt, denn es dürfe doch nicht sein, dass ich als Erste die Geschenke öffne! Sie machte sich also über alle Geschenke her und freute sich über alles, was sie auspacken durfte. In ihrem Eifer nahm sie alle Geschenke und wickelte alles aus, damit sie die für sie uninteressanten Dinge an die eigentlich Beschenkten verteilen konnte. Durch den Aufbau eines großen Prinzessinnenschlosses aus Playmobil war es ein sehr kurzweiliger Abend, der erst in den späten Stunden der heiligen Nacht ausklang. Für mich war dieses Weihnachtsfest etwas ganz besonderes, denn es war das letzte mit der vollständigen Familie - im Jahr darauf starb mein Vater und seitdem hat es solch ein \"magisches\" fest nicht mehr gegeben. Es wird also Zeit, etwas Ähnliches zu wiederholen. zwar glaubt die Große nicht mehr an den Weihnachtsmann, aber unsere kleine Maus ist mittlerweile kein Baby mehr, sondern im besten \"Weihnachtsmannalter\" ;-)...





    Zurück