• Spukgeschichte, die einen schnell in ihren Bann zieht und nicht mehr loslässt

    Eine mysteriöse Spukgeschichte, die einen schnell in ihren Bann zieht und nicht mehr loslässt

    Frau Annett Müller, Mutter von einer Tochter (9 Jahre) und einem Jungen (14 Jahre) möchte Ihnen dieses Buch vorstellen:

    In diesem Buch geht es um den 17jährigen Jungen Adrian, der mit einem Hirntumor unheilbar krank ist. Sein leiblicher Vater und der Lebensgefährte des Vaters, die sich beide liebevoll um ihn kümmern und sorgen, ziehen mit ihm ins ländliche Küstenstädtchen St. Irias in ein altes Kutschenhaus, um dort zur Ruhe zu kommen und es Adrian in seiner letzten Zeit so schön und angenehm wie möglich zu machen. Krankheitsbedingt halluziniert der Junge oft und sieht und hört Personen, mit denen er sich unterhält und regelrechte Wortgefechte liefert. Die einen von ihnen sind gut (Laren), die anderen böse (Lemuren). Der Tumor und die damit verbundenen Halluzinationen, denen sich Adrian bewusst ist, bezeichnet er als „kalte Stelle“ im Kopf. Halluzination und Realität sind oft schwer auseinanderzuhalten und gehen ineinander über.

    Gleich nach dem Umzug in den malerischen Ort begegnet er dem Mädchen November Vandenbourgh, das allem Anschein nach aus dem verlassenen Herrenhaus Heathcote Manor  kommt. Dieses gilt in der ganzen Stadt als Spukhaus. Er trifft November erneut in der Stadt wieder, doch stellt sich heraus, dass sie nie im Herrenhaus war. Wie auch alle anderen Bewohner des Ortes meidet sie das alte Haus, ist aber dennoch auf irgendeine Weise magisch mit diesem verbunden.

    Adrian mag das Mädchen und sie wirkt wie jemand, der ein tiefes Geheimnis mit sich trägt. Diesem möchte er auf den Grund gehen und forscht, um Antworten zu finden. Kann er das Geheimnis lüften und Licht in das Dunkel bringen?

    Wie hat uns das Buch gefallen?

    Sowohl mein Sohn als auch ich selbst haben das Buch gelesen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, in dem wir beide das Gefühl hatten, es mit einem zähen Schreibstil zu tun zu haben, wird dann doch der erst schwierig zu verstehende Anfang des Buches schlüssig und das Buch zieht den Leser immer mehr in seinen Bann. Wo anfangs noch nicht auseinanderzuhalten war, was zu Halluzination und was zu Realität gehört, wird später alles genauer erläutert und die Zuordnung klarer. Die Autorin erzählt wechselnd aus der Sicht von Adrian, aus der Sicht von November und wir lesen immer wieder auch Tagebucheinträge von November aus der Vergangenheit. Das Ganze erscheint zunächst ungewöhnlich, doch man gewöhnt sich schnell daran.

    Der Leser begleitet die Hauptakteure Adrian und November durch das Buch und fiebert und rätselt bei der Aufklärung der Geheimnisse mit. Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen und neuen Spannungshochpunkten, so dass mein Sohn das Buch nur zur Seite legte, als er zwingend eine Facharbeit für die Schule fertigstellen musste und jede freie Zeit dafür brauchte.

    Es war für ihn das erste Buch aus dem Jugendgruselsektor, das er gelesen hat und insbesondere ich war auch gespannt, ob es ihm gefällt und wie er mit dem Gelesenen umgehen kann. Er war vom Buch begeistert und der lockere Schreibstil der Autorin für Leser ab dem empfohlenen Alter bis hin auch für Erwachsene ist einfach und verständlich.

    In dem Buch werden viele interessante Themen behandelt wie:
    unheilbare Krankheit von Adrian durch den Tumor,
    Homosexualität und Vorurteile,
    dunkle Familiengeheimnisse und
    letztendlich auch
    die Liebe.
    Das alles sind hochaktuelle Themen, mit denen sich die Jugendlichen in dem Alter sowieso auseinandersetzen und auch auseinandersetzen sollten.

    Ich fand hier auch sehr schön, dass der eher seltene Männerhaushalt mit einer homosexuellen Beziehung in einer modernen Welt angesprochen wurde und gezeigt wird, wie „normal“ doch alles auch hier läuft und laufen kann und dass absolut nichts verkehrt daran ist. Dem Leser wird die enge und liebevolle Bindung des Vaters und insbesondere auch des Lebenspartners Jonty zu Adrian gezeigt – eine Bindung, die man bei üblichen Familien mit Vater, Mutter, Kind nicht selten vermisst.  Vorurteile, die oft gerade bei Jugendlichen hier vorhanden sind, werden zurechtgerückt und das Nachdenken auch über dieses Thema und vor allem das Überdenken der eigenen Meinung gefördert.

    Die Auseinandersetzung mit schweren Krankheiten ist für meinen Sohn nicht neu, da er selbst auf einer Inklusionsschule ist, auf der etliche Schüler mit in diesem Alter ungewohnten Krankheiten belastet sind und die Mitschüler damit umgehen müssen bzw. den Umgang im Laufe der Zeit lernen müssen. Dennoch ist für Kinder, die diesen Hintergrund nicht haben, das Anschneiden eines solchen schwierigen Themas interessant und gibt auch hier den Anreiz, intensiver darüber nachzudenken.

    Die Liebe als Thema ist ebenfalls das Thema, das immer interessanter für die Jugendlichen wird und mit dem sie sich, manche mehr, manche weniger, bereits auseinandergesetzt haben. Zu all diesen schon schwierigen und vielschichtigen Inhalten noch die Spannung und die Geheimnisse der Familie Vandenbourgh mit einem ordentlichen Schuss Grusel und Gänsehaut dazu hat es die Autorin  geschafft, damit ein höchst anspruchsvolles Werk zu schaffen, das begeistert, zum Nachdenken bewegt und zusätzlich eine angenehme Gänsehaut hinterlässt.

    Von uns gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung für das Buch und mein Sohn hält bereits Ausschau nach weiteren Büchern der Autorin.
    Autor: Susanne Gerdom
    Verlag: bloomoon, ars edition
    Erscheinungsdatum: 01.05.2013
    Umfang: 400 Seiten, Taschenbuch
    Preis: 14,99 €
    Zielgruppe: 14-17 Jahre

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