• Das Spiel ist spannend und anspruchsvoll – es sollten das logische Denken als auch die motorische…

    Logisches Denken gefragt – ganz schön knifflig

    Frau Christine Breuer betreut im Auftrag der Stadt nebenberuflich – im Rahmen der Jugendsozialarbeit – Kindergruppen, mit denen sie sich einmal die Woche trifft zum Basteln, Spielen, Kochen – was man eben so in einer Gruppenstunde macht 😉  Sie haben das Spiel „Make’n’Break“ von Ravensburger gestestet.

    makenbreak_1Wie von Ravensburger nicht anders zu erwarten bekommt der Käufer Qualität geliefert. Angefangen vom stabilen Karton über die beidseitig 80 beidseitig mit Aufgaben bedruckten Spielkarten und Punktechips bis hin zu den bunten, einen Meter messenden Zollstöcken mit metrischer Einteilung aus widerstandsfähigem, robustem Hartplastik.

    Darum gehts: 
    Es geht darum vorgegebene Figuren möglichst schnell dem Zollstock nachzubilden. Überschüssige Teile des Metermaßes werden einfach hinter denen, die sichtbar sein sollten oder müssen, versteckt. Dabei gibt es drei Schwierigkeitsgrade, für deren korrekte Ausführung der Spieler einen, zwei oder drei Punkte bekommt.

    Die kniffligsten Muster sind die, bei denen es nicht nur darauf ankommt, die Form richtig nach zu falten, sondern auch die Farbflächen richtig zu verteilen. Um den Druck auf die Spieler zu erhöhen, gibt es eine Sanduhr, nach deren Ablauf die Figuren gefaltet sein müssen.

    makenbreak_4Mit dem Spiel sollen sowohl das logische Denken als auch die motorische Umsetzung schwieriger Aufgaben gefördert werden, indem vorgegebene Formen mit den Zollstöcken nachgebaut werden sollen.

    Die Logik wird insofern gefordert, als dass sich ein Zollstock nur zweidimensional, nicht aber dreidimensional falten lässt. Wer in die dritte Dimension gehen möchte, kann den Zollstock zwar verbiegen, aber nur bis zu einem gewissen Grad, was der Lösung zur Aufgabe aber nichts bringt.

     

     

    makenbreak_5Der Test mit Kindern Meine Kindergruppe ist mit derzeit drei Kindern sehr klein. Also von der Spielerzahl her, die mit zwei bis vier angegeben ist, perfekt.

    Auch das Mindestalter passt. Die Mädels sind acht und neun Jahre alt und besuchen die Grundschule. Auf der Packung ist das Spiel für Spieler von acht bis 99 Jahren ausgezeichnet.

    makenbreak_7Nachdem ich den Kindern erst einmal erklären musste, was ein Zollstock ist, wofür er verwendet und wie er gehandhabt wird, ging es ans Lösen der Aufgaben. Schnell hat sich herausgestellt, dass nur wenige Aufgaben wirklich für die Kleinen geeignet sind. Anfangs haben die Mädels ganz euphorisch versucht, Figuren nachzubauen, indem sie die Teile der Zollstöcke entsprechend gefaltet haben. Und die Freude war groß, wenn sie eine Figur geschafft haben. Allerdings immer ohne Sanduhr. Lange hat die Hochstimmung aber nicht angehalten. Es kam das Gefühl der Überforderung auf. Sie hatten keine Lust mehr auf das Spiel.

    Also habe ich den kompletten Karton mitgenommen in die Hector Kinderakademie, in dem ich Kurse für hochbegabte Kinder anbiete.

    Mein Gedanke: Wenn die Kinder einen höheren IQ haben, müsste es ihnen eigentlich leichter fallen, die Aufgaben zu lösen. Zumal sie in der Regel auch ausdauernder sind. Sechs Kinder, Dritt- und Viertklässler, hatte ich in meinem Kurs. Zwei davon, die ich nach dem Kurs als definitiv hochbegabt einstufen würde, sind richtige Mathecracks. Für die beiden waren die Aufgaben der Stufen eins und zwei keine wirklichen Probleme. Bei der dritten Stufe hatte einer noch zu kämpfen, die letzte hatte gar keine Probleme.

    Fazit: Das Spiel ist spannend und anspruchsvoll, aber selbst für Erwachsene – ich habe das Spiel natürlich auch gemeinsam mit meinem Mann auf die Probe gestellt – teilweise recht schwierig.

    Wer mit Kindern spielt, sollte die Sanduhr weglassen und aus den Spielkarten nur die einfachsten Aufgaben aussuchen. Die Kinder entscheiden zu lassen, ist ein Fehler. Sie lassen sich von den Mustern mit farbigen Strichen verleiten, diese Aufgaben zu wählen, wobei die einfarbig schwarzen Muster die einfacheren sind. Grundschülern würde ich das Spiel noch nicht schenken. Für sie finde ich es noch etwas zu schwer.

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