• Ein herrliches Buch, das sowohl Einblicke in die DDR-Zeit gibt als auch viel zum Nachdenken bewegt

    DDR: Pullerpause – im Tal der Ahnungslosen

    Frau Annett Müller, Mutter von einer Tochter (9 Jahre) und einem Jungen (15 Jahre) möchte euch dieses Buch vorstellen:

    Pullerpause

    Darum gehts:  Jobst und seine Mutter machen mit ihrem Koffer Zeitreisen in die Vergangenheit. Der Koffer war uralt und und seit Generationen im Besitz der Familie seiner Mutter. Eigentlich wollten sie auf dem Heimweg von ihrem Mittelalter-Urlaub nur eine Pullerpause im Jahr 1987 einlegen. Allerdings ist ihr wertvoller Zeitreisekoffer plötzlich verschwunden und sie müssen sich notgedrungen einige Zeit in der Zeit aufhalten, in der sie gelandet sind; und zwar mitten irgendwo in Sachsen in der DDR.

    Jobst kennt die DDR bisher nur aus Erzählungen und konnte sich die Wirklichkeit hier kaum vorstellen. Die Kinder sind hier Pioniere, es gibt Autos aus Pappe, Muckefuck-Kaffee, Patenbrigaden, im Obst- und Gemüseladen gibt es keine Südfrüchte, sondern das, was gerade da ist. Auch das Staatsoberhaupt Erich Honecker kommt Jobst ziemlich seltsam vor. Ohne Koffer können die beiden allerdings nicht wieder zurück nach Hause reisen und so begibt sich Jobst mit seinen neuen Freunden auf die Suche nach dem Koffer und erlebt einige Abenteuer.

    Das Buch als Hardcover Auflage ist sehr ansprechend gestaltet und macht aufgrund des Textes auf der Rückseite auch sehr neugierig. Das Buch ist in viele kleine Kapitel unterteilt, bei dem jedes einzelne mit einer kleinen passenden Zeichnung versehen ist. Außerdem ist jede Seitenzahl unten mittig mit den für die DDR typischen Ehrenkranz versehen. Die Schriftgröße wurde für die Altersklasse, die hier angesprochen wird, meines Erachtens richtig gewählt.

    Auf dem Coversieht man Jobst und seine Mutter mit einer DDR-Fahne und im Hintergrund einen Konsum und ein Gebäude, auf dem FDJ steht.

    Das Buch hat insgesamt 284 Seiten. Auf dem Innencover finde ich die Abbildungen der Personen, die im Buch vorkommen, so Jobst, seine Freunde, der Obstverkäufer und viele andere. Als Hintergrund wurde ein HO-Markt ausgewählt, in dem man ein paar Produkte sieht, die übersichtlich aufgebaut wurden.

    Ich komme selbst aus der ehemaligen DDR und für meine Kinder ist es schwer vorstellbar, wie es war.

    Ich fand dieses Buch daher auch besonders gut, um ihr auf lustige Weise so auch aufgrund des Geschehens und des Beschriebenen im Buch vieles zu erklären und aufzuzeigen.

    Der Leser ist hier selbst Zeitreisender. Er wird mit den damals vorherrschenden Dingen konfrontiert, so mit Pionieren, mit Parolen, mit Geschäften, die HO und Konsum hießen und vielem mehr.

    Die Autorin nimmt hier Klischees aufs Korn und spielt mit den Fakten, was sie auf eine humorvolle Art macht, die begeistert und mitreißt.

    Sie verbindet Abenteuer und Geschichte und gibt mir eine perfekte Chance, meiner Tochter die Wirklichkeit zu erklären, ohne hier irgendetwas ins Alberne, Trostlose oder Falsche zu ziehen.

    Meiner Tochter gefiel das Buch sehr gut. Aufgrund unserer Unterhaltungen danach gab es noch viele Fragen von ihr, so dass ich sehen konnte, dass sie auch am Thema interessiert ist und viele Sachen einfach auch noch nicht verstanden hat bzw. klischeebehaftet aus Erzählungen anderer verinnerlicht hat.

    Wir empfehlen das Buch sehr gern weiter. Sowohl für Mädchen als auch für Jungen ist das Buch geeignet.

    Die Altersangabe für Kinder ab 9 finde ich optimal gewählt, da die Kinder auch meist erst dann wirklich die Inhalte verstehen können. Der Schreibstil ist leichtgängig und das Buch liest sich daher leicht und schnell.

    Autor: Frankziska Gehm
    Verlag: Klett Kinderbuch Verlag
    Erscheinungsdatum: 23.09.2016
    Umfang: 284 Seiten, gebunden
    Preis: 12,95 €
    Zielgruppe: 9-11 Jahre

    Kommentieren

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.