• Armut trotz wachsender Beschäftigtenzahl

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    Immer mehr Menschen von Armut bedroht

    Deutschland erlebt seit Jahren einen Beschäftigungsboom, nie zuvor gab es so viele Erwerbstätige. Trotzdem sind heute mehr Menschen von Armut bedroht und mehr Menschen dauerhaft arm. Frauen trifft Armut häufiger als Männer.

    Deutlich gestiegen ist das Armutsrisiko der 55- bis 64-Jährigen. Unter den jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) gilt jeder fünfte als armutsgefährdet.

    Deutschland hatte 2012 mit 41,5 Millionen so viele Erwerbstätige wie noch nie. Gleichzeitig war das Arbeitsvolumen niedriger als 1991.

    Das bedeutet: Die Zahl der Arbeitsstunden, die jeder Erwerbstätige durchschnittlich leistet, hat in den letzten 20 Jahren kontinuierlich abgenommen. Ein Grund: Immer mehr Menschen arbeiten gewollt oder unfreiwillig in Teilzeit.

    Als arm galt 2011, wer weniger als 980 Euro im Monat zur Verfügung hatte. Bei den 55- bis 64-Jährigen stieg das Armutsrisiko innerhalb von vier Jahren deutlich an: von 17,7 % im Jahr 2007 auf 20,5 % im Jahr 2011. Unter den 18- bis 24-Jährigen  galten 2011 bereits 20,7 % als armutsgefährdet (2007: 20,2 %).

    Die sozial bedingten Unterschiede bei der Gesundheit haben in den letzten 20 Jahren zugenommen.

    Ein Beispiel: Mehr Frauen und Männer aus der niedrigsten Einkommensgruppe beurteilen heute ihren Gesundheitszustand als „weniger gut“ oder „schlecht“. Bei Frauen und Männern, die sehr gut verdienen, ist eine gegenläufige Entwicklung zu sehen.

    Armut wirkt sich auch unmittelbar auf die Lebenserwartung aus.

    Die mittlere Lebenserwartung von Männern der niedrigsten  Einkommensgruppe liegt bei der Geburt fast elf Jahre unter der von Männern der hohen Einkommensgruppe. Bei Frauen beträgt der Unterschied acht Jahre.

    Damit zeigt sich ganz klar, die Menschen zu “beschäftigen” reicht nicht aus. Die Menschen müssen von ihrer Arbeit auch leben können, ohne, dass sie zusätzliche Unterstützung aus den Sozialkassen benötigen.

    U.a. Quellen: Ein Sozialbericht für Deutschland, Statistischen Bundesamt

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