• Das Buch ist wirklich schön geschrieben, es gibt passende Illustrationen dazu, die das ganze untermalen.

    Die Geschichte ist sehr emotional und rührend geschrieben.

    Frau Macherei ist Mutter von vier Kindern ( 6 und 2 Jahre, die Zwillinge sind 5) und möchte euch dieses Buch vorstellen:

    Ich habe das Buch zunächst alleine gelesen. Danach habe ich mich allerdings entschieden, es (erstmal) nicht meinen Kindern vorzulesen. Warum erzähle ich später.

    Darum gehts: Das kleinformatige Buch ist sehr handlich und mit gut 60 Seiten sehr übersichtlich und schnell zu lesen. Es handelt von einem Arzt in fortgeschrittenem Alter (Dr. Fernando), der in einem ärmeren Stadtteil von Managua, Nicaragua, ein Kinderkrankenhaus errichtet hat, welches hauptsächlich durch Spenden finanziert ist. Diese finanzielle Welt ist aber nicht die seine und er kümmert sich fast ausschließlich um seine Patienten. Alles andere übernimmt im Hintergrund Schwester Salvadora.

     

    So kümmern sie sich tagein, tagaus um die kranken Kinder, bis eines Tages, einfach so, eines Morgens, Filemon vor dem Krankenhaus sitzt. Wahrscheinlich wurde er einfach abgesetzt. Er gibt selber keine Auskunft, wo er herkommt. Dr. Fernando untersucht ihn und stellt schnell fest, dass er schwerwiegende gesundheitliche Probleme hat. In einer größeren Stadt mit besseren Geräten findet er heraus, dass der Kleine an diversen Krankheiten litt, die zum Teil schon zu weit für eine Heilung fortgeschritten waren. Womöglich würde er sterben.

     

    Weihnachten naht und Dr. Fernando erzählt den Kindern gern seine eigene Version der Weihnachtsgeschichte, da steht Josef schon mal unter dem Pantoffel von Maria, die eine ziemlich aufgeklärte Frau ist. Filemon hört sich alle Teile der Geschichte an, v. a. den Teil, dass Maria und Josef nach Ägypten wollen. Deshalb, weil man dort Kindern nichts Böses tun darf.Filemon träumt, dass es ihm dort sicher besser gehen würde und bittet den Arzt darum, dass er ihn nach Ägypten bringt.

     

    Der ist ganz baff, löst das Reiseproblem aber auf eine sehr empathische, am Ende alle belohnende Art und Weise. Und der Weihnachtszauber ist da, er umgibt Filemon und wer weiß schon, wo der kleine wirklich herkam und was er wirklich alles weiß. Ich mag hier nicht zuviel verraten, wie sie nach Ägypten gekommen sind.

    Das Buch ist wirklich schön geschrieben, es gibt passende Illustrationen dazu, die das ganze untermalen. Die Geschichte ist sehr emotional und rührend geschrieben.

    Es gibt aber drei Gründe, warum ich sie den Kindern noch nicht vorgelesen habe:

    Zum einen kommen viele unbekannte Begriffe und Namen auf, hauptsächlich die Städte und Rosita, aber auch so wäre ich viel am Erklären, was das Buch „stören“ würde. Zweitens kennen sie die Weihnachtsgeschichte nicht oder nur so rudimentär, dass es da sicher Verständigungsprobleme gäbe. Und drittens würden sie die Geschichte als solche noch nicht verstehen, den wichitgen Hintergedanken, deswegen warten wir noch. Vielleicht dieses Jahr Weihnachten.
    Vielleicht aber auch, weil ICH die Geschichte für mich sehr ansprechend fand. Ich bin selber Ärztin und ich erinnere mich an unseren“ Filemon“ in der Klinik. Mohammed hatte zwar keine terminale Krankheit, aber musste oft operiert werden, was er alles tapfer, sehr tapfer, ertrug. Er war unglaublich wissbegierig, lernte schnell Deutsch und war ein echter Sonnenschein. Als ich von Filemon las, hab ich das erste Mal seit langem an ihn gedacht. Er müsste jetzt so um die 20 sein? Ob er überhaupt noch lebt? Nach Entlassung aus unserer Klinik musste er bald wieder in sein Heimatland zurück, und die weiteren politischen Ereignisse vor Ort waren bedrückend. Ob er wirklich wieder zur Schule gehen konnte, was er sich so sehr gewünscht hat? Seien Familie komplett wiedergesehen hat? So viele Fragen, die keiner beantworten kann, machen mich nachdenklich.
    Der kleine Filemon hat einen Nerv bei mir getroffen, ziemlich heftig. Das war nicht vorauszusehen, als ich das Buch anfing, aber es hat eine ganz besondere Note. Vielleicht auch noch für viele andere.
    Ich drücke meine Kinder und danke Ärzten wie Dr. Fernando, der das Unmögliche möglich macht.

     

     

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